Medien

Volker von VietschVolker von Vietsch© Tobias Bohm

18.06.2009Buchtage Berlin 2009

Illegale Geschäftsmodelle

"One-Click-Hoster sind die Drogenbarone der Online-Welt", meint Volker von Vietsch (eEurope Gesellschaft für zukunftsorientierte Unternehmensentwicklung), der auf den Buchtagen über Urheberrechtsverletzungen im Internet informierte.

Sechs große One-Click-Hoster - illegale Plattformen für den direkten Download von Inhalten (eben auch Büchern) - gehören zu den 120 meistbesuchten Websites. Größter "Anbieter" ist Rapidshare.com (im schweizerischen Cham) mit 160 Millionen hochgeladenen Dateien und 42 Millionen Büchern täglich. Finanziert werden die Plattformen zum großen Teil durch Werbung, die auch von renommierten Unternehmen platziert wird. Das Bewusstsein für das illegale Tun auf diesen Websites scheint offensichtlich unterentwickelt zu sein. Der Nutzer vertraut in der Regel der Seriosität des werbenden Unternehmens und ist sich eines rechtswidrigen Handelns nicht immer bewusst. Die Werbeverträge für die One-Click-Hoster werden über Werbemakler abgeschlossen.

Die Rollen in der Piraterie sind klar verteilt: es gibt den Raupkopierer; den Provider, der die illegal kopierten Inhalte auf seiner Website bereitstellt; und Multiplikatoren wie Torrent-Plattformen, die Links weiterverbreiten (zum Beispiel Demonoid.com). Es sind auch Anbieter im illegalen Markt aktiv, so von Vietsch, die komplette Büchersammlungen (etwa zu Mathematik) zum Download anbieten.

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5 Kommentar/e

1. Stefan Gläßer 18.06.2009 19:30h http://www.buchfreund.de

Ich halte diesen Artikel, insbesondere den Hinweis auf die Torrent-Plattform für reichlich bedenklich. Siehe dazu http://www.heise.de/newsticker/Link-Verbot-gegen-H eise-bestaetigt--/meldung/99618

2. Florian Damburg 19.06.2009 09:44h

Ich halte eher das genannte Urteil des LG München für bedenklich. Außerdem scheint die Sache ja noch nicht rechtskräftig zu sein, so dass keine Notwendigkeit besteht, sich selbst zu zensieren, solange es kein abschließendes Urteil gibt.

3. Johannes 19.06.2009 15:04h http://www.lesen.net

Und ich halte die Praxis von Herrn Vietsch für mehr als bedenklich, Mitarbeiter einer legalen (!) Plattform wie Rapidshare auf ein Niveau mit Rauschgiftdealern zu setzen. Völlig daneben, ehrlich.

4. Volker von Vietsch 20.06.2009 19:09h

Ich habe eben diesen Artikel über meinen Vortrag gelesen und möchte gerne folgende Punkte klarstellen:

1) Der Vergleich mit Drogen-Baronen stammt von David Israelite, Chairman der Intellectual Property Task Force des U.S. Justice Department's (Artikel in USA today), den ich lediglich zitiert habe. Eine Bewertung sollte jedermann selbst für sich vornehmen.
2) Die genannten Zahlen, vor allem die 42 Mio. Bücher täglich, kann ich so nicht verifizieren, Evtl. hat der Autor des Artikels hier etwas verwechselt. Dennoch gibt es eine Menge von illegal kopierten Büchern, die auf One-Click-Hostern liegen. Aber 42 Mio täglich scheinen doch eine Nummer zu hoch zu sein.
3) Eine konkrete juristische Einordnung überlasse ich entsprechend ausgebildeten Anwälten. Mein Anliegen ist vielmehr aus technischer Sicht die Funktionsweise von der Verbreitung von Download-Links aufzuzeigen.
4) Leider wirft der gesamte Text verschiedene Aspekte "in einen Topf", die so nicht gleichzusetzen sind. Ich kann diese jedoch nicht mit wenigen Worten korrigieren, so dass ich zum Schluss nur anmerken möchte, dass es sich lohnt, diese Thematik bei Interesse etwas differenzierter zu betrachten.

5. worldbooks 24.06.2009 00:32h http://www.twitter.com/worldbooks

""One-Click-Hoster sind die Drogenbarone der Online-Welt", meint Volker von Vietsch."
Warum wird im Artikel nicht gesagt, dass es sich um ein Zitat von David Israelite handelt? Es ist auch eine Unsitte geworden, mit Zahlen um sich zu werfen, die man beim besten Willen nicht nachvollziehen kann. Kein Geld mehr da für anständige Recherche? Warum gibt es in Deutschland eigentlich Analphabeten?

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