Wissenschaftliche Buchgesellschaft

Ein Unikat in der Verlagslandschaft

Festlaune, Geschichtssinn und ein reflektierter Blick nach vorn – das waren die Zutaten zur Jubiläumsfeier der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft (WBG) in Darmstadt, die am Samstag ihren 60. Geburtstag feierte. VON ROE

Die Festgäste der WBG. In der Mitte vorn Andreas Auth, Geschäftsführender Direktor der WBG

Die Festgäste der WBG. In der Mitte vorn Andreas Auth, Geschäftsführender Direktor der WBG © WBG

Christoph Bläsi, der seit kurzem in Mainz einen Lehrstuhl für Buchwissenschaft bekleidet, nahm sich in seinem Festvortrag das Thema Buchgemeinschaften vor – ein Geschäftsmodell, das es im heutigen Buchmarkt schwer hat. Seiner Meinung nach müsse sich eine Buchgemeinschaft immer neu erfinden und ihr Angebot auf die Zielgruppe und die aktuelle Situation zuschneiden. Entscheidend sei es, die Motivation der Kunden zu kennen und sie in die Entwicklung des Club-Angebots mit einzubeziehen. Zahlreiche Projekte der WBG verdanken sich der Initiative ihrer Mitglieder.

Den 60. Geburtstag hat die WBG auch zum Anlass genommen, die eigene Geschichte unter die Lupe zu nehmen. Der Historiker René Schlott hat in den Archiven der Buchgemeinschaft recherchiert und dabei interessante Details aus der Unternehmensgeschichte zu Tage gefördert. Heraus kam die Darstellung »Die WBG, ein Unikat der Verlagslandschaft. Eine kleine Geschichte der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft« (WBG, 2009, 100 S.), die Andreas Auth, Geschäftsführender Direktor der WBG, den Festgästen überreichte. Das Buch steht auch unter http://www.wbg-darmstadt.de/WBGCMS/php/Proxy.php?purl=/de_DE/wbg/second/Presse/show,1449.html im PDF-Format zum Download zur Verfügung.

Schlott schildert in dem Buch den Werdegang der Buchgesellschaft, von den Anfängen in der Nachkriegszeit, als es eine Versorgungskrise bei wissenschaftlicher Literatur gab, bis zur Aufstellung als Verlagsgruppe in den 90er Jahren und den innovativen Ansätzen der vergangenen Jahre (etwa mit E-Books). Auch dunkle Episoden wie der Ausschluss des Gründungsgeschäftsführers Ernst Anrich 1966 – nach einer Rede auf dem Parteitag der NPD – werden in der Verlagsgeschichte nicht ausgeklammert. Vorfälle wie diese konnten der Aufwärtsentwicklung der WBG jedoch nichts anhaben. Bis heute hat sich der Buchclub seine Vitalität erhalten und wagt sich immer wieder auf neue Felder – wie zuletzt mit der Gründung des eigenen Hörbuch-Labels auditorium maximum – vor. 

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