03.07.2009Stellenabbau bei der DBH
"Auf die Schlankheitskur folgt Selbstverstümmelung"
Dabei scheine gerade das Hugendubel-Modell nach wie vor die Kunden scharenweise anzulocken: Die Filiale in der Frankfurter Innenstadt jedenfalls sei zu Stoßzeiten in diesen Tagen wie immer überfüllt; vor den Kassen stauen sich die Kunden.Hier der vollständige Bericht!
- 26.06.2009
- Stellenabbau bei der DBH: Langer Donnerstag bei Hugendubel in Frankfurt
- 19.06.2009
- Arbeitsplatzabbau bei der DBH: DBH: Tour de Tortour durch Deutschland
- 10.06.2009
- Arbeitsplatzabbau bei der DBH: Berliner Streichkonzert: Unterwegs bei Hugendubel




1. Moewe57 03.07.2009 19:33h
Liest man die Begründung, die die DBH – Spitze für den Stellenabbau liefert, so kann man eigentlich nur den Kopf schütteln.
„ Zitatanfang:
Die Maßnahmen seien Folge "eines anhaltend schwierigen Marktumfelds sowie des Strukturwandels in der Branche", argumentiert das Unternehmen. Seit 1998 seien die Umsätze im deutschen Buchhandelsmarkt inflationsbereinigt rückläufig – mit einer Erholung rechne man "weder in diesem Jahr noch in den kommenden Jahren".
Zitatende
Sie erkennen das Ergebnis, folgern aber daraus, wie schon seit Jahren, das Falsche.
Seit 1998 sind die Ketten immer größer geworden, viele kleine und mittlere Sortimente sind verschwunden und mit ihnen verschwand viel, zuviel buchhändlerische Kompetenz. Man könnte übertrieben sagen Je größer die Ketten desto größer die Stagnation.
Die Ketten wuchsen zumeist durch Zukäufe und entsorgten dann ziemlich schnell die „teueren“ Buchhändler und ersetzen diese durch preiswerteres Personal.
Für Resteramscher á la Weltbild und Bestsellerverkaufsanstalten mag das reichen.
Das, was den Buchhandel einmal ausmachte, buchhändlerische Kompetenz, ging dadurch immer mehr verloren.
Natürlich war diese buchhändlerische Kompetenz teuer, zumeist ging sie in kleineren und mittleren Sortimenten mit der Selbstausbeutung einher, aber viele Kunden die etwas abseits der Norm einkauften, wussten dieses zu schätzen. Heute suchen diese Kunden ihre Bücher zwangsweise lieber im Netz.
Die ehemalige Kellnerin, die sie für einen Minilohn bedient, womit ich nichts gegen Kellnerinnen gesagt haben will, kann ihre Ansprüche nun mal nicht erfüllen.
Jetzt also das Allegro Furioso der Buchhandelsentrückten Betriebswirte, denen wohl einfach die Buchhändlerische Seele fehlt.
Ich freue mich, so leid es mir für die Kollegen tut, die jetzt unter der Situation und deren unfähigen Verursachern zu leiden haben, schon jetzt auf das nächste Waterloo des Großbuchhandels. Es wird kommen, denn mit noch weniger Service und Kompetenz lässt sich ein Umschwung im Buchhandel sicher nicht bewerkstelligen.
2. bücherfee 03.07.2009 21:06h
Schade, schade, schade... wo soll das hinführen?
Im großen und ganzen kann ich mich Moewe57 nur anschließen, möchte mich aber von der nicht-buchhandels-Kompetenz bei Weltbild distanzieren!
Ich habe (z.Zt. in Elternzeit) für eine WB!-Filiale gearbeitet und das durchaus kompetent und als Buchhändlerin mit Leib und Seele. Meinen Mitarbeitern kann ich das selbe nachsagen und unsere Kunden wußten dies zu schätzen!
Ging es um gute bis sehr gute Beratung kam man zu uns und ging nicht mehr zur privaten Buchhandlung um die Ecke.
Grund: zu unfreundlich, zu inkompetent, Beratung zu flach, kein Interesse an privaten Pläuschchen.
Somit sage ich mit Stolz, dass ich gerne für WB! gearbeitet habe und unsere Kunden gerne zu uns kamen, weil wir Kompetenz besaßen und eben keine Resterampe waren.
Wo das hinführen soll, weiß ich nicht und ob ich weiterhin stolz sein kann, weiß ich auch nicht.
Aber ich weiß für mich, dass ich im Herzen eine Buchhändlerin bleibe! UND DAS MIT STOLZ!
3. Wolf-Dieter Sonnenburg 04.07.2009 01:09h www.liaison-mit-literatur.info
Da kann ich mit Per Olov Enquist nur sagen: Wie konnte es so schlimm werden, wo es doch so "gut" angefangen hat.
Wie hieß es bei neuen Filialen immer so beruhigend als Begründung, die kleinen Buchhandlungen bräuchten keine Angst zu haben, die Großfläche diene nur der Markterweiterung. Statt Markterweiterung ein Trümmerfeld, na bravo.
Liebe Bücherfee wo bleiben Sie jetzt mit Ihrem Stolz? Ihre Begründung warum Kunden nicht zur Buchhandlung gehen, gilt umkehrt viel häufiger für die Filialisten. Und wenn, wie Sie sagen, um die Ecke "kein Interesse am privaten Pläuschchen" war, so erscheint es mir etwas blauäugig, zu glauben das sei im Interesse eines Filialunternehmens.
Und wo das hinführen soll? Das wird zu einer weiteren Ausdünnung des Sortiments führen. Die Filiallandschaft wird so nicht bleiben, stattdessen weitere Ausdünnung buchhändlerischer Kompetenz (ich weiß die wird auch in traditionellen Buchhandlungen nicht überall unter Beweis gestellt), Filialsterben und Konzentration auf die auskömmlichen Flächen. Am Ende eine bundesweite Kette und die konsequenten kleinen und mittleren Buchhandlungen mit einem tragfähigen Konzept und Mut das umzusetzen. Die Überbesetzung mit Filialisten in Mittelstädten konnte vorhersehbar auf Dauer nicht gutgehen. Rechnungen müssen eben immer früher oder später bezahlt werde,
4. Kunde xy 04.07.2009 11:19h
Ich habe noch NIE erlebt, dass ich in einer Sortimentsbuchhandlung angesprochen wurde.Die verkäuferische Kompetenz von den so hoch gelobten Buchhändlern, liegt bei null. Egal wo ich hingehe: Thalia, Hugendubel oder kleine Eignerhandlung.Diese gehobene Arroganz der Buchhändler bringt mich als Kunden eher zum buchverkaufenden Wurstverkäufer als in diese Monsterläden mit 1500m² Ladenfläche.
Ich finde eigentlich immer nette Verkäufer bei z.b. Weltbild.Das es so mit den Buchhändlern nicht weitergeht liegt auf der Hand.Handel ist Wandel.Nur diese "Fachkräfte" liegen sich in den Armen und weinen über verlorene Kundschaft.
So etwas braucht leider kein Kunde!!!
Also ab dafür...
5. MB 04.07.2009 11:57h
ausländlische presse berichtet ebenfalls:
http://www.thebookseller.com/news/89943-massive-jo b-cuts-at-germanys-second-biggest-bookseller.html
6. tanja 04.07.2009 11:59h
@kunde xy:
auch bei weltbild arbeiten viele gelernte buchhändler...
also die frage ist: wo gehst du bloß hin, dass du dich nicht beraten fühlst.
also wir beraten. auch auf großfläche und sehr gerne gehe ich auf kunden zu, wenn ich merke, dass sie etwas suchen....
7. @kunde xy 04.07.2009 14:46h
Was für´n Stuss...
8. Moewe57 04.07.2009 15:27h
@kunde xy
Irgendwie scheinen sie nicht wirklich an der Diskussion interessiert zu sein...
9. Jan Hartmann 04.07.2009 15:52h www.ab-nach-amman.de
Ich war jetzt knapp anderthalb Jahre bei Hugendubel und sowohl ich als auch meine KollegInnen sind aktiv auf die Kunden zugegangen. Pauschale Kritik ist da unangebracht, auch wenn ich einige KollegInnen gerne mal in ein "Verkäufer-bootcamp" gesteckt hätte.
Fehler sehe ich eher in der wenigen Energie, die in den Internethandel gesteckt wurde. Viele web 2.0 Elemente wie Kundenbeurteilungen fehlen bei Hugendubel (und ich meine nicht Twitter) und man hätte viel offensiver damit werben sollen, dass man sich die Bücher zur Ansicht in die Buchhandlung bestellen kann.
Es waren schöne Jahre bei Hugendubel und ich komme gerne mal wieder zurück, so sich die Möglichkeit ergibt. Bis dahin bereite ich mich auf eine Autorallye nächstes Jahr vor und binde das "Böse, sprich amazon, in meine website http://www.ab-nach-amman.de ein, denn amazon vergütet die Verlinkung mit 5 bis 10 Prozent des Verkaufspreises. Ein Modell, das sich auch andere Buchhandlungen abschauen sollten.
10. bücherfee 04.07.2009 17:05h
@ Herr Sonnenburg
Wenn Sie meinen Beitrag richtig gelesen und verstanden hätten, wüßten Sie, dass da steht, dass ich gerne und mit Stolz für WB! gearbeitet habe! Und das ich jetzt nicht mehr weiß, ob ich stolz sein kann!
Außerdem muß ich Sie wohl nicht um Erlaubnis bitten, weiterhin mit Stolz Buchhändlerin sein zu dürfen oder?
Ebenso schließe ich mich den anderen Beiträgen an, denn hier wird wirklich pauschalisiert!
Ich behaupte nicht, dass man in privaten Buchhandlungen grundsätzlich schlecht beraten wird und auch nicht, dass man bei Filialisten immer das private Pläuschchen halten darf.
Ausnahmsweise bin ich nur mal von meiner Filiale ausgegangen, von der ich MIT STOLZ behaupten darf, dass sie kundenfreundlich, umsichtig und kompetent war!
11. Alter Hase 04.07.2009 19:38h
Auch ich kann als ein ehemaliger "Hugendubler" für meine einstigen Kollegen in Anspruch nehmen, daß deren fachliche wie kundenorientierte Kompetenz einmal schließlich einen nicht unwesentlichen Mosaikstein der Erfolgsgeschichte dieses Unternehmens ausgemacht hat (zugegebene Ausnahmen bestätigten freilich die Regel); umso unverständlicher stellt(e) sich mir die langanhaltende Arroganz der GL dar, par ordre de mufti zu dekretieren, daß der Kunde diese Kompetenz ja eigentlich gar nicht wolle bzw. brauche, mithin es ausreichend sei, den Fußboden lediglich mit ZL-Stapeltiteln vollzupflastern - das nenne ich Phantasie !
12. Ein Buch-Händler 05.07.2009 16:27h
Buchhändler = literarisches + betriebswirtschaftliches KnowHow!
In den achtziger Jahren bevorratete eine gut sortierte, serviceorientierte Buchhandlung bis zu 140.000 Titel auf optimal genutzter Verkaufsfläche! Heute eine nicht mehr vorstellbare Kapitalbindung! Mit den Großflächen sank die Vielfalt und damit die Titelzahl, die ihre negative Krönung in der Gründung des DBH im August 2006 und dem Aufkauf des mittelständischen Buchhandels durch die verschiedenen Filialisten fand. Inzwischen sind die mittelständischen Strukturen weitgehend durch unrentable Großflächen ersetzt und zerstört und nur noch wenige Zentraleinkäufer bestimmen durch „cherry picking“ in den Verlagsprogrammen der großen Verlage, was diese produzieren.
Was möchte eigentlich der Buchhandelskunde? Vielfalt, Service und günstige Preise. Die Zukunft liegt im spezialisierten, serviceorientierten mittelständischen Buchhandel, der auch auf die technischen Möglichkeiten des Internets setzt und die Kontakte (auch auf dem elektronischen Wege!) zu seinen Kunden pflegt. 20% legte der Internethandel in 2008 zu und inzwischen werden ca. 14% des Branchenumsatzes darüber abgewickelt! In der Anpassung der Ausbildung auf die Anforderungen der Zukunft liegt die einzige Chance des Buchhandels und nicht in Abschaffung derselben! Dies wäre das Ende des Buchhandels. In der Zukunft gibt es das noch kleiner werdende Titelangebot dann nur noch beim weiter expandierenden Discounter um die Ecke oder im Internet bei amazon, Weltbild und ggf. Google. Es ist fünf vor zwölf für den Buchhandel…
13. saguenay 06.07.2009 09:38h
Es muss mal klar und deutlich gesagt werden: Schuld an allem haben nur die Kunden! So, jetzt ist es raus.
.
Das Metastasieren der Filialisten hatte seine Ursachen ja nicht in der geballten Finanzkraft von Dr. Nos Schweizer Bankkonto, mit dem das sinistre Ausgreifen der Ketten bis in die Kleinstädte hinein finanziert wurde, sondern darin, dass deren Konzepte in gewisser Weise durchaus den Anforderungen des Marktes, i.e. der Kunden entsprechen.
Wäre es anders, wären die treulosen Tomaten, die vorher ein Vierteljahrhundert beim "Traditionsbuchhändler" eingekauft haben, nach den diversen Neueröffnungen nicht so zahlreich ins Buchkaufhaus gelaufen, bzw. wäre die Zahl der unabhängigen mittleren und kleineren Buchhändler grösser, als sie aktuell ist.
Das jetzt einzelne dieser Ketten arg ins Schlingern geraten sind, hat weniger mit dem Fehlen der angesprochenen buchhändlerischen Seele als mehr mit Defiziten an betriebswirtschaftlichem Hirn zu tun. Denn so marktgerecht sind die Konzepte nun auch wieder nicht, als das sie das Gedrängel von Thalia, Hugendubel, WB+ etc. innerhalb einiger Hundert Meter um den buchhändlerischen Ground Zero dauerhaft vertragen würden, ohne das dem einen oder anderen Wettbewerber nicht irgendwann die Luft knapp würde (sowas nennt man im BWL-Slang "Verdrängungswettbewerb"
Dass Unternehmen ab einer gewissen Grösse dazu tendieren, Innovation durch bürokratische Ineffizienz zu ersetzen, kommt erschwerend hinzu, sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Sortimentsbuchhandel in seiner klassischen Form genausowenig Bestandssicherung zu erwarten hat wie die ungerichtete Expansion mit einer pauschalen Erfolgsgarantie versehen ist.
Der Buchhandel ist mit Sicherheit nicht dabei auszusterben, aber er verändert sich gerade grundlegend. Unabhängig davon, ob es einen Hugendbubel oder den Buchhändler um die Ecke in 5 Jahren noch geben wird - oder wie immer die dann aussehen mögen - wird sich mit Büchern auch in Zukunft noch Geld verdienen lassen, die grosse Frage ist nur, wie man das im jeweiligen Fall am besten anstellt.
Dass es aktuell aber neben den Krisenkanditaten auch solche gibt, die vom Verkauf bedruckten Papiers leben können, sollte bei aller Krisenstimmung nicht übersehen werden. Denn die Geburt des Animationsbuchhandels aus dem Geist der Krise (Hugendubel) sollte nicht den Blick darauf versperren, dass es viele grosse und weniger grosse gibt, die offenbar genug zahlende (und zufriedene) Kunden haben, um damit ihr Auskommen zu finden.
14. Buchhändler-Forum DBH/Hugendubel 12.07.2009 16:58h
An alle "verantwortungsbewussten und engagierten Mitarbeiter" von Hugendubel (und allen weiteren DBH-Betrieben)
Ein bemerkenswerter Beitrag ist jetzt auf der Hugendubel-Homepage zu finden:
Seit dem 10.Juli ist dort der HodolitschBlog "Es war einmal ein Buch ... / Neues aus der BücherWelt / Buchhandel light & Bücherpäpste" online:
Unser Münchner Kollege aktualisiert darin die "Geschichte des deutschen Buchhandels" (Wittmann) auf besondere Art -
Zunächst geht es um "Bücherpäpste" (Heidenreich-Fried-Mangold) -
Danach um "Buchhandel light", über den man hier Folgendes erfährt:
"Das zweite 'Problem' ... ist das Problem der Filialisten ...
Nur noch auf Schmalspurbuchhandel zu setzen, auf 'Erlebnis' statt auf Sortimentstiefe ....
Hat die Krise ... auch die Größten der Großen erfasst ...
'Man müsse den Strukturwandel in der Buchhandelsbranche aktiv mitgestalten, um die Zukunftsfähigkeit zu erhalten. Man sei sich sicher, dass man aus dieser Umbruchsituation gestärkt hervorgehen wird', heißt es da.
...
Will aber heißen:
Noch mehr 'Besser Leben', noch mehr 'Erlebniseinkauf“, noch weniger Service und noch weniger Personal.
Denn: Die Personalschraube ist mit Abstand die wirkungsvollste.
Es müssen zwar keine 5 – 6 % wie bei Aldi sein, aber unter 10 % vom Umsatz zu landen, das wäre doch schön ...
Da lässt sich doch was drehen, outsourcen, rationalisieren.
...
Für den Leser, der sich bewusst für einen Einkauf im Bücherkaufhaus entscheidet, bedeutet dies ...
Dass er nun noch länger warten, noch weniger beraten und zwei alternative Optionen in Erwägung ziehen wird:
...
01. Bei Amazon kaufen. Warum?
Das Buch ist genauso teuer oder billig wie im Laden, Userbewertungen helfen bei der Auswahl ...
Kein Gedrängel, kein Stress, keine Wartezeiten an Kasse, Service oder Information, trotzdem reinlesen mit 'Search inside the book', mal eben noch einen DVD Player mitbestellen, bequem mit Kreditkarte zahlen und kostenlos nach Hause geschickt bekommen, zwei Wochen behalten und wieder zurückschicken.
...
02. In eine 'kleine' Buchhandlung gehen. Warum?
Nicht einmal die Filialisten können 1,5 Mio. lieferbare Bücher vorrätig haben, insofern lieber in gemütlicher Kleinauswahlatmosphäre ein wenig abseits meterhoher Bestsellerstapel stöbern und bei Bedarf binnen eines Tages bestellen.
Zumal findet sich bei der Größe der meisten Ladenlokale auch relativ leicht ein kompetenter Ansprechpartner.
...
Es gibt viele Wege aus der Krise.
Aber Trends, wenn es denn überhaupt welche sind, hinterherzulaufen, war noch niemals ein innovativer Weg.
Und mit minimalem Aufwand eine maximale Rendite zu erwirtschaften schließt sich aus..."
http://www.hugendubel.de/blogs/hodolitsch_blog/Def ault.aspx
Und diese kluge Argumentation geschieht ganz im Sinne der Firmenleitung Hugendubel (siehe unten):
So lasst uns die "Firmen-Philosophie" jetzt auch beim Wort nehmen!
- die folgenden Hinweise verdanken wir aufmerksamen Münchener (beste Grüße in Richtung "Süden" und "Zentrale"!) Kolleginnen und Kollegen,
die sich gerade (wie in Berlin, Frankfurt und an vielen weiteren DBH-Standorten) aktiv organisieren
(unterstützt durch Betriebsräte, Sachverständige, Gewerkschaften und Medien/Öffentlichkeit)
- gegen destruktive "Konzepte",
für einen zukunftsorientierten, arbeitsplatzerhaltenden, qualitätsvollen Buchhandel!
(Wir zitieren aus zwei Dokumenten, die beide bemerkenswerte Details enthalten):
Die Unternehmer-Maximen
"Der Unternehmer muss offen für Kritik sein.
Das Allerschlimmste, das passieren kann ist, wenn man keinen Widerspruch mehr bekommt.
Man kann ihn nicht erzwingen, aber man kann für eine offene Gesprächskultur sorgen.
...
Die Mitarbeiter ... müssen sich nur trauen, die Schlussfolgerungen, die sie aus ihren Erfahrungen ziehen, auch auszusprechen.
...
Der unternehmerische Erfolg setzt sich zusammen aus der Summe der Erfahrung seiner Mitarbeiter."
Quelle:
":unternehmen!" Der Newsletter des Deutschen Gründerpreises
Ausgabe 3 Mai 2008
Interview: Dr. Maximilian Hugendubel im Gespräch
http://www.deutscher-gruenderpreis.de/owx_1_3093_1 _5_0_00000000000000.html
und: Die Unternehmens-Leitlinien
"Eine breite Schicht verantwortungsbewusster und engagierter Mitarbeiter in allen Tätigkeitsbereichen gilt als Grundvoraussetzung für dauerhaften Erfolg am Markt.
...
Zum Unternehmenserfolg trägt nicht nur die fachliche Qualifikation aller Mitarbeiter und Vorgesetzten bei, sondern mehr noch die Fähigkeit und Bereitschaft, zur Erreichung gemeinsamer Ziele auf allen Ebenen gut und fair zusammenzuarbeiten.
Dabei haben die Vorgesetzten die Aufgabe, ihre Mitarbeiter so zu führen, dass ein Höchstmaß an Arbeitsplatzzufriedenheit entsteht.
Dadurch werden das Selbstvertrauen der Mitarbeiter gefestigt und die Arbeitsergebnisse verbessert.
Führen heißt in diesem Sinne: Gemeinsam vereinbarte Ziele erreichen - Freude an der Arbeit vermitteln.
...
Die Vorstellung, dass der Mann / die Frau an der Spitze selbst alles am besten können muss, ist nicht haltbar.
Die beste Fachkraft ist er / sie in aller Regel nicht.
Führen heißt, Mitarbeiter zu motivieren und Entscheidungen zu fällen; Führen heißt nicht, alles selbst am besten zu können.
...
Der langfristige Erfolg der Buchhandlung Hugendubel hängt im wesentlichen davon ab, tüchtige Mitarbeiter für ihre Tätigkeit zu begeistern und ihr Engagement und Mitdenken zu fördern.
Leistungsgerechte Entlohnung, vielseitige Weiterbildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten sowie gegenseitiges Verständnis und faires Verhalten auf allen Ebenen sind deshalb die Grundpfeiler der Personalpolitik.
...
Ziele bieten dann den höchsten Anreiz, wenn die Mitarbeiter von ihrer Richtigkheit, Notwendigkeit und Realisierbarkeit überzeugt sind.
...
Der Vorgesetzte hat alles zu tun, um die Handlungs- und Entscheidungsfreudigkeit seiner Mitarbeiter zu fördern.
Nur durch die Beteiligung an den betrieblichen Entscheidungsprozessen lässt sich die Arbeitsplatzzufriedenheit erzielen, mit der Mitarbeiter ihre Ziele errreichen wollen und können.
...
Deshalb sind offene Informationsgespräche, die den eigenen Verantwortungsbereich hinausgehen, erwünscht.
Niemandem darf aus der fairen Übermittlung von Informationen ein Nachteil erwachsen.
...
Jeder Mitarbeiter hat das Recht, Verbesserungsvorschläge zu machen, Anregungen zu geben, neue Ideen zu verwirklichen, Kritik zu üben und sich zu beschweren.
Dieses Recht wird zur Pflicht, wenn etwas geschieht, was das Betriebsklima beeinträchtigt, die angestrebte positive Zusammenarbeit gefährdet oder die Realisierung der angestrebten Ziele in Frage stellt.
Dem Mitarbeiter darf aus einer Anregung, Beschwerde oder Kritik kein Nachteil erwachsen.
Die Furcht vor der 'Revanche' des Vorgesetzten unterdrückt Kreativität, Phantasie und Arbeitsfreude der Mitarbeiter; sie werden dann nicht mehr wagen, Kritik an bestehenden Zuständen zu üben und sich in Resignation zurückziehen.
Ein solches Verhalten schadet dem Unternehmen und gefährdet seine Innovationsfähigkeit.
Die Geschäftsleitung erwartet deshalb, dass die Führungskräfte auf Anregungen und Kritik der Mitarbeiter positiv und aufgeschlossen reagieren.
Überempfindlichkeit von Vorgesetzten deutet auf mangelnde Souveränität hin.
...
Führungskräfte auf allen Ebenen sollten immer davon ausgehen, dass Mitarbeiter mit Kritik und Anregungen bestehende Zustände verbessern wollen.
Durch unsachliches oder selbstherrliches Abkanzeln der Mitarbeiter werden gute Ideen im Keim erstickt - zum Schaden des Unternehmens.
...
Die Mitarbeiter der Buchhandlung Hugendubel sollen Freude an ihrer Arbeit haben, selbstbewusst Entscheidungen treffen und engagiert für ihr Unternehmen eintreten.
...
Wir wissen, dass auch die besten Führungs- und Verhaltensgrundsätze noch keine gute Führung garantieren.
Es kommt darauf an, wie alle Beteiligten diese Grundsätze anwenden und in die Tagesarbeit umsetzen."
Quelle:
Unternehmensgrundsätze der Buchhandlung Hugendubel
Äußerst vorbildlich, weiter so! Seid innovativ, rettet den Buchhandel!
EUER BUCHHÄNDLER - FORUM
"DBH / HUGENDUBEL"
15. eiliges Karnickel 11.09.2009 23:05h
Glaubt ihr echt noch irgendwem außer der eigenen Werbung???! Die Hierarchie ist flach, ebenso wie der Intellekt der Führungsetage. Sparen, dann doch bitte beim Personal! Was ist der Buchhandel? Ein Hadenl mit Büchern! Was bildet ihr euch eigentlich ein?! Lest ihr das, was ihr verkauft? Als ob es einen Unterschied gäbe zwischen "Ich werde kein Literaturkritiker" und "ich will Taxi fahren!".