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20.07.2009Aufreger

Amazon löscht eigenmächtig Bücher seiner Kunden vom E-Book-Reader Kindle

Wie das "Handelsblatt" berichtet, habe der Online-Händler Amazon in den USA per Online-Synchronisation Bücher seiner Kunden vom Kindle gelöscht. Die Bücher seien laut Amazon von einem Verlag verkauft worden, der dafür nicht die notwendigen Rechte besessen habe.

Nachdem der tatsächliche Inhaber der Rechte darauf hingewiesen habe, seien die Werke aus dem Shop genommen und per Online-Synchronisation von den Kunden-Geräten getilgt worden.

Nach Protesten in Foren und Blogs hat Amazon nun versprochen, solche Großoperationen nicht mehr zu unternehmen. "Wir werden Bücher unter diesen Umständen nicht mehr von Kundengeräten löschen", sagte Amazon-Sprecher Drew Herdner in der "New York Times".

Eines jedoch hat die Aktion gezeigt: Wer geglaubt hat, beim Kauf eines E-Books über sämtliche Eigentümerrecht zu verfügen, hat sich zumindest im Falle Amazon getäuscht. Was wäre zum Beispiel, wenn im Falle einer Einstweiligen Verfügung ein Verlag beanstandete Passagen auf den E-Book-Versionen seiner Kunden löschen würde? Hier entstehen neue Rechtsfragen, die dringend einer Klärung bedürfen.

Hier der Artikel im "Handelsblatt"!

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7 Kommentar/e

1. ORVELLs- Geist 20.07.2009 13:28h

Hat der deutscher Überwachungs- Staat, bzw. seine Vasallen wie Schäuble, die Firma Amazone.com erpresst, um die Verbreitung der Bücher des kritischen Autors George Orwell zu verhindern???
Oder hat der deutscher Überwachungs- Staat, bzw. seine Vasallen wie Schäuble, direkt oder über Strohmann, die Rechte für Bücher des kritischen Autors George Orwell, z.B. (ORWELL 1984) aufgekauft, um diese zu Zensieren???
In Zeiten der Bürgerüberwachung, Vorratsdatenspeicherung, Bewegungsprofilspeicherung durch Datenspuren aus Handy, Autobahnmaut, Bank- Daten, usw. , ist das Verhindern solcher kritischen Werke durch digitale „BÜCHER VERBRENNUNG“ besonders bedenklich !!!

2. Ursula Welsch 20.07.2009 15:39h http://www.welschmedien.de

Auch wenn man davon ausgehen muss, dass Amazon in diesem Fall eigentlich nur eine illegale rechtliche Situation korrigieren wollte, so muss einen dieser Fall doch sehr bedenklich stimmen in Sachen DRM:
Denn es werden damit Nutzungsbeschränkungen mit technischen Mitteln durchgesetzt, die dem Käufer nicht immer bewusst sind und die er auch nicht erwartet - schon gar nicht dann, wenn er für das E-Book denselben Preis bezahlt hat wie für die gedruckte Ausgabe.

3. Bernd Sonneck 20.07.2009 15:54h http://www.uvk.de

Der Vorgang spricht nicht für Amazon – und gegen das System "Kindle". Für einen solchen technischen "Durchgriff" bis zum Kunden gibt es keine Entschuldigung. Ein öffentliches Gelöbnis, sich zu bessern, ist irrelevant: Die Möglichkeit der Zensur ist hiermit bewiesen, sie schadet nicht nur den beteiligten Unternehmen dauerhaft. Ausgerechnet bei ORWELLs "1984" – ich fasse es nicht!

4. Jan Hartmann 20.07.2009 19:12h www.ab-nach-amman.de

Darf amazon das überhaupt? Ich vermute, dass irgendwo in den Lizenzbestimmungen, die eh niemand liest, ein entsprerechender Passus eingearbeitet ist, aber ist das legal?
Selbst wenn die Bücher illegal waren, so darf doch nicht amazon einfach die Titel löschen. Ist das nicht Recht der Polizei bzw. des Staates?
Und was ist, wenn ich mir Notizen gemacht habe? Sind die auch weg? Die sind doch mein geistiges Eigentum? Und wenn ich Notizen und Text für eine Klausur brauche? Soll ich dem Professor sagen, amazon sei schuld?
Das kindle wird defintiv nicht mein Lesegerät sein.

5. Christian 20.07.2009 23:38h http://blog.ereader-kaufen.de

Das Hauptproblem sehe ich nicht unbedingt darin, dass Amazon die Bücher gelöscht hat (im Endeffekt durften sie nicht verkauft werden), was mich schockiert ist die Tatsache, dass Amazon sehen kann, was auf meinem eReader passiert.
Würde Microsoft auf den Systemen stöbern, für die sie Windows verkaufen, würde die Luft brennen.

6. Maledetto 22.07.2009 10:10h

Wer aufgrund einer gewissen Sorglosigkeit in Sachen Datenschutz - die in manchen Fällen wirklich ans Hirnlose grenzt - persönliche Daten und Inhalte ueber das unbedingt nötige hinaus auf einem System einlagert, auf das eine "Big Company" zugreifen kann, den trifft eine wie auch immer geartete Schnüffelaktion mit ihren jeweiligen Folgen vollkommen zu recht.
Dummheit kostet.
Wenn amazon hier aus rechtlichen Gründen ohne zu fragen irgendwas hinter dem Rücken des Users löscht, mag das in diesem Fall eine Petitesse sein...die Geschichte macht aber ansatzweise deutlich, was mit dieser Technik möglich ist...und wozu diese Big Companys fähig sind. Ein "plausibler" Grund samt kompletter "Rechtsgrundlage" findet sich immer. Wie die Erfahrung lehrt.
Also: Amazon, Google, Microsoft und Konsorten - traut ihnen nicht - zumindest nicht mehr als nötig...

7. Bernd Sonneck 24.07.2009 12:25h http://www.uvk.de

@Maledetto :
Wie geschrieben, die Entschuldigung von Amazon ist irrelevant. Aber man muss Amazon, Google, Microsoft etc. nicht trauen, denn sie sind nicht "gut" oder"böse". Sie sind geschäftstüchtig und innovativ wie wir. Sie wollen nicht herrschen, sondern Geld verdienen. Das ist der Unterschied zur Macht des Politikers, das Motiv ist ein anderes. Blinde Geldgier steht gegen rasende Machtgier. Diese ist nicht per se böse, jene sehr wohl. Amazons Löschaktion zeigt: Medien-Zensur findet nicht nur im politischen Feld statt, sondern auch im wirtschaftlichen. Ja, beides wirkt sich auf Freiheit und Integrität des Individuums verheerend aus. Wir werden die technischen Probleme von heute in den Griff bekommen, Politiker mit menschlichen Makeln natürlich niemals. "Big Companies" muss man also garnicht trauen, Politikern hingegen darf man nicht trauen. Darin sehe ich die feinen Unterschiede

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