Egon Amman und Marie-Luise Flammersfeld-Ammann© Isolde Ohlbaum
10.08.2009Verlage
Ammann hört auf
Zum 30. Juli 2010 wird der Ammann Verlag seine publizistische Verlagsarbeit beenden.
Wie es in einer Pressemitteilung des Verlags heißt, liegen die Gründe für diesen Entschluss im fortgeschrittenen Alter der Verleger und in einer Marktsituation, die für Literatur zunehmend schwieriger werde. "Ein Verlag mit dem Profil des Ammann Verlags ist eng an die verantwortlichen Personen gebunden und kann ohne sie nicht fortbestehen. Marie-Luise Flammersfeld und ich haben gegeben, was wir zu geben hatten. Alles hat seine Zeit", schreibt Verleger Egon Ammann in seiner Mitteilung.
1. Peter Eich 10.08.2009 13:13h
Respekt vor dieser souveränen Entscheidung!
2. LISA! Sprachreisen 10.08.2009 13:46h http://blog.lisa-sprachreisen.de/
Das tut uns in der Seele weh, Respekt für die Pressemeldung!
3. Sven Trautwein 10.08.2009 14:39h http://www.literaturnetz.com
Sehr schade aber Hut ab zu solch einer Entscheidung.
4. Daniel Lehmann 10.08.2009 14:54h
Eine Katastrophe! Todtraurig - was heißt hier "chapeau "und "Respekt"? - Hier endet mehr als ein Verlag. Und das hat viel damit zu tun, was hierzulande in den letzten Jahren herangezüchtet wurde, sowohl im Handel als auch auf Seiten der Konsumenten, formerly known as Leser. Zwecklos, auf Einzelheiten einzugehen.
5. Thomas C. Cubasch 10.08.2009 15:25h www.verlagderapfel.at
Ein Verlag von der Größe des AMMANN-VERLAGS kann wohl kaum professioneller geführt werden, das literarische Programm kann wohl kaum noch anspruchsvoller gesetzt werden, die Marketing-Betreuung kann wohl kaum besser gemacht werden. Wären da nicht vor allem einmal die Buchhändler aufgerufen, derartig vorbildhaft konzipierten Verlagen mit - sagen wir von mir aus - dem dreifachen Einsatz gegenüber jenem bei Wald-, Wiesen- oder Riesen-Verlagen zu arbeiten, das Verlags-Angebot zu unterstützen und eine vorbildliche Programm-Linie in jeder Weise zu forcieren. Erzähle mir niemand: "Ja, die Zeiten, die sind nun einmal so ..." Man kann als Sortimenter - ob kleinere oder größere Buchhandlung - auch etwas unternehmen statt nur durchzuführen. Das Buch benötigt Unternehmer, keine Durchführer und Abnicker. Und jeder, der das nicht erkennt, schadet dem sogenannten "guten Buch". Man darf sich über Mega-Seller freuen, man braucht sie, aber das Gesicht und die Seele eines Buchladens sind diejenigen, die gute Verlags-Arbeit erkennen und honorieren. In dreißig Jahren werden die Bücher aus dem Ammann Verlag dann gesuchte Titel sein, man wird die damalige Konzeption als vorbildlich
hinstellen und vergessen haben, wie die Realität es Herrn Ammann und Frau Flammersfeld vergolten hatte.
6. G. Sommer 10.08.2009 15:36h
Sehr, sehr schade - der Verlag hat eine ganze Reihe literarischer "Perlen" gefunden und bekannt gemacht! Die Verlagslandschaft wird deutlich ärmer dadurch! Gibt es denn niemanden, der die Nachfolge antreten könnte?
7. Manfred Böckl 10.08.2009 16:26h www.manfred-boeckl-schriftsteller.de
Die konzerngesteuerte "Unterhaltungsindustrie Buch" wird immer mächtiger, und die guten Verlage, die noch Liebe zum Buch zeigen, gehen vor die Hunde. Es ist eine schandbare und verderbliche Entwicklung.