Medien
11.09.2009Kommentar
Scanservice aus Mountain View
Liebe Europäer, zwei aus euren Reihen dürfen in den Vorstand der Book Rights Registry! Am selben Tag setzt sich eine Google-Delegation in Brüssel wirkungsvoll in Szene – bei einer Anhörung, zu der EU-Kommissarin Viviane Reding nach Brüssel eingeladen hatte.
Als hätte sie den Termin mit Google abgestimmt. Mit welchem Ziel? Europas Verleger google-freundlich zu stimmen? Den Clash der Copyright-Kulturen zu verhindern? Reding will Google in Europa scannen lassen – um das eigene digitale Bibliotheksprojekt Europeana schneller voranzutreiben. In Paris verhandelt schon die französische Nationalbibliothek mit Google. Wenn man jetzt nicht aufpasst, zeichnen sich auch für europäische Rechteinhaber amerikanische Verhältnisse ab.
- 01.09.2009
- Börsenverein: "Vergleich zur Google Buchsuche ist für Autoren und Verlage in Deutschland unzumutbar"



1. Hans-Jürgen Reff 11.09.2009 17:23h www.german-dataservice.de
Es ist schon aberwitzig: Zur besten Sendezeit berichtet die Tagesschau über die Google-Problematik und nennt Zahlen: Das Digitalisieren eines Buches kostet angeblich 60 €. Danach jammert EU-Kommissarin Reding über die enormen Scan-Kosten, die die EU nicht stemmen könne. Ein kleiner deutscher Scandienstleister, der 20 Millionen Seiten für den Börsenverein digitalisiert hat und pro 250-Seiten-Buch 5 € berechnet, leidet daneben unter Auftragsmangel.
Wenn die EU die Hälfte von den dafür zur verfügung stehenden 20 Millionen Euro, für solch eine Low-Cost-Digitalisierung bereitstellen würde, könnte man 2 Millionen Bücher pro Jahr ins Netz stellen Auch gibt zu denken, dass die öffentliche Hand rund ein Dutzend Scanroboter finanziert hat, die alle zusammen theoretisch pro Tag 1000 Bücher automatisch einscannen könnten. Auch hier liegen die Maschinenkosten nur bei ca. 1 Cent pro Seite.
Irgendwas stimmt hier nicht!