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27.10.2009Marktforschung
Der Online-Buchhandel und die Grenzen des Wachstums
Nach Angaben des Institut für Demoskopie Allensbach nutzen mittlerweile 78 Prozent der Deutschen zwischen 14 und 69 Jahren das Internet, Zweidrittel von ihnen, 66 Prozent, kaufen auch online ein (2008: 63 Prozent). Der Anteil der Buchkäufer liegt bei 30,6 Prozent – auf dem gleichen Niveau also wie bereits im Vorjahr. Alle anderen von den Marktforschern erfassten Segmente legten indessen zu, vor allem Reiseangebote sowie der Handel mit Medikamenten und medizinischen Geräte.
Weitere Ergebnisse der Studie:
- Die Internetnutzung legt quer durch alle Altersgruppen zu – am deutlichsten bei den über 50-Jährigen (50-59 Jahre: plus sieben Prozent; 60-64 Jahre: plus 16 Prozent).
- Die Zahl der Vielkäufer wächst; 13 Prozent der deutschen Internetnutzer haben in den vergangenen zwölf Monaten zehn und mehr Produkte online eingekauft (Vorjahr: elf Prozent; 2004: sechs Prozent).
- Recherche und Kauf: Von 100 Personen, die sich online über Bücher informieren, kaufen 78 direkt online ein – in keinem anderem Segment liegt die Quote höher (zum Beispiel, Reise: 73 von 100; CDs, Filme: 61 von 100; PC-Hardware: 5 von 100).
- Das Potenzial nutzergenerierter Inhalte scheint weitgehend ausgeschöpft; die Zahl der Internetnutzer, die bereit sind, eigene Inhalte beizusteuern, wächst kaum noch. Lexikonbeiträge verfassen sechs Prozent (2008: fünf Prozent), Rezensionen oder Kommentare zu Büchern, Filmen und Musik-CDs neun Prozent (2008: acht Prozent).
- Die Nutzung sozialer Netzwerke wie XING oder Facebook nimmt zu – um 51 Prozent gegenüber 2008.
- Newsletter sind zwar weit verbreitet, spielen aber für die meisten Internetsurfer keine Rolle (59 Prozent); 13 Prozent beziehen ein bis wei Newsletter, 24 Prozent drei bis zehn. Auf mehr als zehn Abonnements kommen drei Prozent der Internetnutzer.
- Die Recherche gewinnt hingegen an Bedeutung. 64 Prozent der Internetnutzer nutzen Nachschlagewerke (2008: 60 Prozent), Zeitungs- und Zeitschriftenarchive 39 Prozent (2008: 36 Prozent).
Für die Neuauflage der ACTA hat das Institut für Demoskopie Allensbach von Januar bis August 2009 knapp 9.700 Deutsche zwischen 14 und 69 Jahren befragt.
tw
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1. Harald Kraft 01.11.2009 18:19h
Ein grenzenloses und uferloses Wachstum
kann und wird es auch im Online-Buchhandel
nicht geben.
Gewisse Grenzen sind also jetzt schon
erreicht.
Schon aus finanziellen Gründen sind diese
Grenzen abzusehen, denn sonst würde die
Überschuldung der privaten Haushalte
weiter zunehmen.
Eine Sättigung ist dann gekommen, wenn
die Bedürfnisse gedeckt sind.
Der Handel ist aber durch den Wandel
gekennzeichnet.
Neue Bedürfnisse werden also geweckt.
Es bleibt dem Verbraucher und dem Kunden
letztendlich überlassen, wo er seine privaten
Grenzen zieht.
Harald Kraft, Bibliotheksangestellter, München