Medien
26.11.2009Internet-Konkurrenz zu stark
Zweitgrößter britischer Buchhändler Borders insolvent
Auf der Homepage borders.co.uk erfährt man, dass Philip Duffy, Geoff Bouchier and David Whitehouse vom britischen Unternehmen MCR als Verwalter ernannt wurden. Hauptanliegen sei es, das Unternehmen zu verkaufen.
"Das ist wahrscheinlich der erste große Händler, den das Internet getötet hat", zitiert Guardian Online den Chefredakteur des Branchenmagazins Bookseller, Neill Denny. Nach Einschätzung des Guardian gibt es erst für die Hälfte der Läden Kaufinteressenten.
Borders eröffnete 1998 die ersten Läden in Großbritannien. 2005 machte das Unternehmen noch einen Gewinn von 4 Millionen Pfund, schon 2007 schrieb Borders mit einem Verlust von 10 Millionen Pfund tiefrote Zahlen.
Der US-amerikanische Branchenriese Borders hält noch 17 Prozent an dem britischen Ableger. In den vergangenen Monaten wurden immer deutlichere Zweifel an der Existenzfähigkeit des Unternehmens geäußert, nachdem einzelne Verlage, Großhändler und Auslieferer die Belieferung von Borders UK zeitweise eingestellt hatten.
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1. Stefan 27.11.2009 13:30h
"Das ist wahrscheinlich der erste große Händler, den das Internet getötet hat"
Klar. Schuld sind immer die anderen. Es kann natürlich gar überhaupt nicht daran liegen, dass hier einfach auch mal ein großes Unternehmen die Zeichen der Zeit und somit auch den Anschluss verpennt hat... Weil, die Großen, die sind ja per definitionem unfehlbar...
Hier ist ein Geschäftsmodell gescheitert, mehr nicht. Schade für die Mitarbeiter, aber die können sich ja dann bei ihrem Chef für seine Umsicht bei der Führung des Unternehmens "bedanken"...
2. Tim 27.11.2009 16:26h
Wenn man mal sieht was Amazon in UK so macht, ist das Zitat nicht weit hergeholt. Wenn dort Bücher unter dem EK weiterverkauft werden nur um sich Marktanteile abzugreifen muß man sich nicht wundern das in den Buchläden die Lichter ausgehen...
3. Stefan 27.11.2009 19:12h
Im Non-Book-Bereich sieht man aber auch bei uns in Deutschland, dass der Preis nicht das einzige Kriterium für den Kunden ist.
Wer natürlich nichts anderes zu bieten hat, bzw. bis vor kurzem selbst den Preiskrieg zum obersten Gebot erklärt hat, bekommt natürlich ein Problem, wenn ein anderer das Spiel noch besser beherrscht.
Alte Kaufmannsweisheit: "Es gibt immer einen, der das gleiche Produkt billiger anbietet als Du. Leb' damit..."
4. Ralph 28.11.2009 22:53h
Hallo Stefan,
bei einem Buchhändler vom Non-Book-Bereich zu sprechen zeigt mir, dass du vermutlich nicht von einem Buchändler kommst. Der Non-Book-Bereich macht nämlich höchstens bei den Internetshops einen Umsatzanteil in der Größenordnung aus, dass er relevant wäre.
Ich glaube nicht, dass jemand ernsthaft meint, dass man mit Postkarten und anderem nennenswerte Geschäfte machen kann. Da spielt dann auch der Preis kaum eine Rolle.
>>> Nicht jeder Buchhändler hat ein "Warenhaus" im Hintergrund.....