Verlage

21.01.2010AG Publikumsverlage

Welche Zukunft haben Verlage?

Die Buchbranche hat die Wirtschaftskrise bislang relativ unbeschadet überstanden. Dennoch gibt es wenig Anlass, sich beruhig und selbstzufrieden gegenseitig auf die Schulter zu klopfen. Für Joachim Unseld, den Vorsitzenden des Vorstands der AG Publikumsverlage, sind die Herausforderungen durch neue digitale Technologien sogar Anlass zu der Frage: „Fallen klassische Verlage künftig aus der Wertschöpfungskette?“

Für Unseld ist klar, dass Unternehmen wie Google, Apple und Amazon die Entwicklung bestimmen und in atemberaubendem Tempo vorantreiben. Offen ist, wie die Verlage auf die neuen Gegebenheiten reagieren.
 
Unseld räumte bei seiner Rede zum Auftakt der AG Publikumsverlage im Münchner Literaturhaus ein, keine Antworten zu haben, dafür viele Fragen: „Müssen nicht die Grundprinzipien des Urheberrechts neu definiert werden?“ „Sollen sich die Verlage gegen Google stemmen oder eher nach Möglichkeiten der Zusammenarbeit suchen?“
 
Immerhin, die Entwicklung, so mutmaß Unseld, könnte gerade kleinen Verlagen zugute kommen, denn: „Wendigkeit wird wichtiger.“
 
„Wie wollen wir künftig unsere Kompetenz als Verleger definieren?“, hatte zuvor schon Börsenvereins-Vorsteher Gottfried Honnefelder gefragt. Und dazu aufgefordert: „Lassen wir die alten verlegerischen Grundsätze im neuen Markt nicht auf der Strecke.“

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Schlagworte:
Unseld, Honnefelder, München

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2 Kommentar/e

1. Buchboy 21.01.2010 11:44h

Herr Unseld hat wohl Recht damit, das kleine Verlage aufgrund ihrer Wendigkeit, Schnelligkeit und schlankeren Kostenstruktur vom Umbruch der Branche, weg vom Print hin zur elektronischen Produktion von Content, mehr profitieren werden als Große.
Auch wird in Zukunft einer der klassischen Vertriebskanäle für Print, der stationäre Buchhandel, immer weiter schrumpfen, was den (Print)Absatz weiter schmälern wird.
Zudem besteht die Gefahr, das Content von den Autoren immer mehr selbst vertrieben und vermarktet wird (z.B. über Blogs, Foren und in Eigenregie mit Amazon und Apple) und ein weiterer Anteil am Markt dadurch abgegraben wird.

2. nereus 21.01.2010 16:01h

Wenn Herr Unseld unter dem Begriff "kleiner Verlag" den Autor selbst definiert, dann sehe ich das genau so. Ansonsten werden die großen Verlage weiterhin große Vermarktungspower und Professionalität in der Zusammenarbeit mit Medien und Händlern bieten, die von kleinen Verlagen nicht erreicht werden kann.

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