Sortiment
03.02.2010Kommentar
iPad: Sortimenter in Not
Wie können sie am Vertrieb der iBooks partizipieren? Wie auf den Wellen des iPad-Hypes mitreiten? Keine Chance. So lautet zumindest die harte Antwort. Im Business-Modell von Apple (und anderer E-Book-Anbieter) braucht es keine Mittler und mithin keine Buchhändler. Die Wahrscheinlichkeit, dass das so bleibt, ist sehr groß. Warum auch sollte man teilen? Die Musikindustrie macht es vor, wieder mal: Der Vertriebskanal für Downloads sind auch dort mitnichten die Läden von Media Markt, Saturn & Co.Weil aber die Sache nicht einfach schwarz oder weiß ist, heißt die softere Antwort: Natürlich haben die Buchhändler Chancen mitzumischen. Wer sich jetzt als kompetenter Händler für digitale Lektüre positioniert, Kundenwünsche antizipiert, verschafft sich einen Vorsprung. Aufklären über die verschiedenen Möglichkeiten, wie E-Books am einfachsten erworben werden können – und sogleich anbieten: »Das kann ich Ihnen sofort von unserer Homepage herunterladen.« Die Voraussetzung: ein professioneller Online-Auftritt, ohne den es künftig immer weniger gehen wird. Die Anbindung an Vertriebsplattformen für digitale Inhalte wird unerlässlich sein, um sich zumindest einige Umsatzhappen einzuverleiben.
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1. René Wagner 03.02.2010 10:05h www.hoerbuchseminare.de
Sorry, seit Jahren gibt es Möglichkeiten auch für Buchhändler, am Download-Vertrieb zu partizipieren (z.B. www.diderotmedia.de mit E-Books, Videos und Hörbüchern, jetzt auch in Kooperation mit Umbreit; oder siehe auch Libri.Audio und Claudio.de). Jetzt aber, wo der Hype richtig losgeht und von Big-Playern vorangetrieben wird, ist es wohl schon zu spät, auf einen vorbeirasenden Zug aufzuspringen. Experten, die dazu raten, sich frühzeitig um die längst bestehenden Möglichkeiten zu kümmern, werden belächelt, da der Buchhandel eher abwinken und abwarten möchte -- zu lang, wie die Realität zeigt. Und noch ein Hinweis zu Media Markt und Saturn: Tatsächlich ist man auch dort schon längst auf den Download-Zug aufgesprungen und verkauft munter Hörbücher, Musik & Co. - sicher nicht mit gigantischen Umsatzanteilen, aber die Zeichen der Zeit hat man dort erkannt... ;-)
2. GT 03.02.2010 10:13h
Es wäre doch zu schön, wenn der Buchhandel endlich verstehen würde, dass es aussichtlos ist, weiterhin auf das zu pochen, was lange gut und billig war, nur weil es eben lange gut und billig war. Es gilt doch, endlich einzusehen, dass man die Branche nur in die Zukunft führen kann, wenn man innovativ ist und sich an Neuerungen beteiligt, statt sie kaputt zu reden.
3. Anne Künstler 03.02.2010 10:14h
Hallo,
kann meinem Kollegen nur zustimmen! In vielen Seminaren bemühen wir uns, den Buchhändlern Tips zu geben, wie man die ausgefahrenen Pfade verlassen kann!
Anne Künstler
www.hoerbuchseminare.de
4. Markus Groß 03.02.2010 10:38h
Wie immer muß man das differenzierter sehen und sich vor allem nicht von den Reitern der digitalen Welle ins Bockshorn jagen lassen.
Ich sehe jedenfalls überhaupt keinen Grund dazu jetzt verzweifelt den Versuch machen zu müssen, auf irgendwelche Züge springen zu müssen, die da mal langsam irgendwo losgefahren sind.
Was hat man erzählt, wie computergestützte Lehrmedien Bücher und Lehrkräfte überflüssig machen werden, wie das Internet face-to-face Lernen ersetzen wird, wie das Hörbuch das gedruckte Buch verdrängen wird ... nun also Apple und E-Book ... so ein Quatsch. So macht bei uns das Hörbuch nur einen ganz geringen Umsatzanteil aus und über E-Book hat keiner meiner Kunden je gesprochen.
Na, ich kann schon hören, wie Ihre Vorurteile über den verstaubten Buchhändler Groß hochkommen. Nix davon. Wir setzen voll auf Bücher. Aber eben auf die Kombination von neuen und gebrauchten Büchern, dazu ein kleiner Anteil Antiquariat. Hörbücher gibts auch - sogar Gebrauchte. Über Internet Plattformen ergänzen wir unseren Umsatz und unser kleiner Verlag (Digitaldruck) ist ein weiteres Standbein. Vielleicht produzieren wir irgendwann auch einmal Hörbücher oder E-Bücher. Später mal, als Ergänzung.
Ja, digitalisierte Bücher werden einen gewissen Marktanteil ausmachen - und Buchhändler können davon irgendwann auch profitieren, auch wenn sie erst in einigen Jahren damit anfangen. Aber für Panik oder für verzweifelten Aktionismus gibt es keinen Grund. Wir haben kein Problem damit gehabt, die Konkurrenz von Amazon u.ä. anzunehmen - denn wir glauben, dass wir besser sind. Regional, vielfältiger erreichbar, deutlich serviceorientierter (bei uns gibts auch kein Porto beim bestellen neuer Bücher, man kann die Bücher aber auch abholen und größere bestellungen bringen wir vorbei. Außerdem recherchieren wir für unsere Kunden vergriffene Bücher etc etc ...
Warum sollte uns da das E-Book in Panik versetzen....
Markus Groß
AUREL Buchladen, Daun/Eifel
5. Dorothea Redeker - Vanish The Borders 03.02.2010 10:44h www.dorothea-redeker.de
Für die stationären Sortimente ist die Beteiligung am Verkauf digitaler Produkte über entsprechende Plattformen nur eine Facette der Zukunftsstrategien. Zeitgemäße Online-Auftritte mit individueller Note gehören genauso dazu, wie neue Konzepte, Lokales und Digitales miteinander zu verbinden. Themenorientierung, neue Formen der Buchkommunikation und regionale Einbindung lassen sich z. B. mit Social Media kombinieren. Zu diesem Thema gibt es am kommenden Freitag auf Initiative von lovelybooks eine spannende Veranstaltung in München, an der man auch via Livestream teilnehmen kann.
http://www.lovelybooks.de/aktion/buch-socialweb/
6. Wie viele 03.02.2010 12:32h
Ich weiss, es ist eine Frage, die sich in kuenstlich aufgeblasenen Maerkten verbietet. Aber wie viele elektronische Buecher werden denn verkauft, z.B. monatlich? Wie hoch ist der monatliche Umsatzanteil am deutschen Buchmarkt? Besonders die Zahl der verkauften belletristischen Titel-Downloads wuerde mich brennend interessieren. Gibt es wirklich niemanden, der die Zahlen kennt und nennt? Lieber Boersenverein, waere das nicht Ihr Job?
7. Hans-Joachim Schulz 03.02.2010 14:47h www.fabula-online.de
Die großen Beeinträchtiger des Sortimentbuchhandels werden nicht die e-Bücher, ipads etc sein sondern die Marktkonzentration in Großläden und Großhandelsketten sowie, noch wichtiger, die Abnahme der Lesefreudigkeit der Gesellschaft.
8. So ein Unsinn. 03.02.2010 14:58h
Dieser Text ist leider ganz großer Unsinn. Niemand geht in einen Buchladen und fragt nach Downloads. In Zukunft noch weniger als heute, weil es überall einfacher sein wird, digitale Bücher zu kaufen, egal ob Apple oder Kindle. Und egal ob die Website des Buchhändlers nun toll ist oder nicht und egal ob der Buchhändler in dem Bereich kompetent ist oder nicht.
Das ganze klingt nach einem alten Schema: Berater malt Gefahr an die Wand und liefert die Lösung gleich mit: Beratungsmandat. Das ist pro Tag und Stunde bezahlt und nicht pro Erfolg. Der Buchhändler ist am Ende der gelackmeierte Zahlemann.
Was bleibt? Besinnen auf die Stärken, das sind wie überall im Handel körperliche Produkte. Das bleibt das Kerngeschäft. Denn erstens wird der eBook-Markt auch dieses mal bei weitem nicht so gross wie der Hype ist. Und zweitens gibt es da nur noch zwei Player, Amazon und Apple. Alles andere wird zum Nischenanbieter, auch der nette Versuch der Branche selbst wird selbst nach einer Totaloperation nix, weil es nicht vom Leser her gedacht war, sondern leider eine reine Kopfgeburt. Das sollte man am besten schnell dichtmachen.
9. Kai Eric Schwichtenberg 03.02.2010 15:06h www.thalia.de
Niemand geht in einen Buchladen und fragt nach Downloads? Schon mal in einer Buchhandlung gearbeitet? Natürlich kommen Kunden und fragen danach! Und das ist doch auch selbstverständlich. Wie sollte man in ein "Multichanel-Welt" denn vermuten, dass das nicht so ist? Und natürlich müssen sich darum Buchhandlungen überlegen wie sie vor Ort, als an ihrem POS, darauf reagieren können.
10. ELS 03.02.2010 15:19h
Bezeichnend, dass Christina Schulte bei ihrer Gegenüberstellung von Musik- und Buchmarkt eine Elektrogerätekette wie Mediamarkt als Pendant zum Sortimentsbuchhändler sieht. Erinnert sich noch jemand daran, dass es früher mal spezielle Einzelhandelsgeschäfte für Schallplatten gab?
11. Moewe57 03.02.2010 15:22h
" Wer reitet des Nachts durch Regen und Wind..es ist das E-book mit seinem Kind. " Kindle, Sony und Co waren bisher sicher nicht wirklich furchterregend. Der IPad wird es aber werden. Jeder Buchhändler der das noch nicht erkannt hat, sollte schleunigst aufwachen. Apple wird ein Plattform für Bücher schaffen, genau so wie dieses bereits für Musik gelungen ist. I-tunes gab der Musikindustrie wieder die Möglichkeit am Digitalen Musikmarkt zu verdienen und mit I-Books wird es nicht anders sein.
Wichtig für kleine und mittlere Buchhändler wird in Zukunft ihre Kompetenz sein. Eine Kompetenz, die die des klassischen Buchhändlers bei weitem übersteigen wird. Verkauf von Büchern aller Art. Egal ob neu oder alt. Digital oder Analog. Beratung auf allen Feldern. Vom Katzenkinder Bilderbuch bis zur Doktorarbeit. Kompetenz, Kompetenz Kompetenz.
Warum ich das Glaube ? Nun vor fast 30 Jahren, damals noch als Anfänger stritt ich heftig mit meinem hochgeschätzten Chef über die Einführung des VLB auf CD-Rom. Er wollte nicht, weil es nicht in sein Weltbild passte. Wir sollten und schleunigst anpassen sonst werden wir untergehen. Dem Kunden, wenn man mal von unseren paar Stammkunden absieht, ist es nämlich völlig egal wo er einkauft.
12. wfb 03.02.2010 16:51h
Wie einige Vorredner bereits erwähnten: Die Musikindustrie machte es leider vor: Kleine und mittlere Plattengeschäfte existieren nicht mehr und dem Buchhandel wirds genauso gehen. Man sollte sich vor dem (unverständlichen ) Irrglauben bewahren, irgendjemand käme dann noch in eine Buchhandlung, um dort ein Buch herunterzuladen. Das macht er natürlich von zu Hause aus (wie bei Musik auch). Und die Downloadplattformen ... nun in der Musik gibt eigentlich nur eine von Relevanz.
Bedauerlich. Aber die Buchhändler hätten die Entwicklung schon vor Jahren verhindern müssen.
13. Buchboy 03.02.2010 17:34h
Ich kann mich meinen Vorrednern nur anschließen. Mit Einführung und vor allem der Weiterentwicklung des iPad wurde/wird eine neue Tür zu elektronischen Inhalten aufgestoßen. Betrachtet man es einmal realistisch: Kein Kunde kommt zum (Buch)Download in eine Buchhandlung sondern tut dies zu Hause vom Sofa, vom Büro, von der Bahn aus etc. Punkten mit Kompetenz?? Wie soll das funktionieren?? Der Buchhändler berät mich im Laden und dann lade ich als Kunde meinen Inhalt dort herunter? Selbst wenn dies klappen würde... man beachte die Spannen bei elektronischen Medien... Verabschieden muß sich der Buchhändler von Spannen von 20% plus X... bei elektronischen Medien bewegen wir uns im Bereich zwischen 2 bis (maximal) 10%(!!!) man überlege bzw. rechne nach, wieviel Downloads der Buchhändler generieren muß um seine Miete, sein Gehalt, Nebenkosten, Personalkosten usw zu bezahlen! dies dürfte nicht einfach sein. Überhaupt Personal... um einen Kunden gut hinsichtlich elektronischen Inhalten (und eBooks sind nur ein Teil davon) beraten zu könen, ist Know-How, und zwar nicht zu wenig, vonnöten! der Buchhändler muss Begriffe wie PDF-147, ePub, MAP-Code, RFID, Metadatenlieferung bzw. Metatags usw kennen und vor allem auch umsetzen können, um an der elektronischen Welt teilzuhaben!
14. Helmut von Berg 03.02.2010 17:38h http://www.klopotek.de
@4 »Wie immer muß man das differenzierter sehen...«
In gewisser Weise haben Sie Recht. Offenbar haben Sie nachgedacht und sich für ein Geschäftsmodell entschieden, das in seinem Rahmen erfolgversprechend ist. Dieser Weg steht insbesondere kleineren Buchhandlungen offen und es ist schön, dass welche diesen Weg auch konsequent gehen.
Für Mittlere und Große empfehle ich die Lektüre des buchreport-Online-Interviews mit Maximilian und Nina Hugendubel.
Es geht doch auch gar nicht so sehr um die Reader, deren Funktionsvolumen doch gerade erst erkundet wird, selbst wenn Steve Jobs das Ding präsentiert.
Es geht um die Digitalisierung von Content und die ist nicht aufzuhalten. Was daran unverändert spannend ist, ist die Frage in welchen Formen, technischen Formaten und über welche Kanäle dieser Content vertrieben wird.
Um sich dafür aufzustellen braucht man Voraussicht und konzeptionelle Fähigkeiten, um ein Geschäftsfeld für sich zu identifizieren und es womöglich auch zu besetzen.
Das ist nicht sarkastisch, sondern ganz ernst gemeint.
Die Probleme wollen gelöst werden, wer sich dem verweigert, hat ganz schlechte Karten. Zu leugnen, dass es sie gibt, ist extrem kurzsichtig.
Deshalb wünsche ich Ihnen in der Eifel allen Erfolg und allen anderen Mut zu vorbehaltlosem Denken.
15. M. Baer 03.02.2010 18:40h
Das iPad ist ein schickes Spielzeug, das sich manche zulegen werden, aber Bücherliebhaber? Kaum.
Und das sind die Kunden in den Buchhandlungen. Die von ihrem Buchhändler nicht unbedingt technische Fachsimpeleien erwarten, sondern daß er sich auskennt auf dem Markt, beraten und empfehlen kann (nein, ich bin kein Buchhändler, sondern Kunde).
16. Anna N-D 04.02.2010 09:37h
Die Ignoranz so mancher Buchhändler in Sachen Weiterentwicklungen im Buchmarkt erschreckt mich manchmal. Ich musste mir von meinem Geschäftsführer anhören: "Unsere Kunden doch nicht" als ich ihn auf das Thema e-book vor etwas mehr als einem Jahr ansprach. Hallo, wir sind eine Fachbuchhandlung! Und im Nebensatz kam dann noch, "Sie künnen sich ja mal schlau machen". Als ich das gemacht habe und auf ciando so einige Bücher gefunden habe, die wir verkaufen, hat er nur abgewunken. Was soll ich dazu nur sagen? Bdw. mein Geschäftsführer ist knapp über 40 und unbelehrbar.
17. Bernd Sommerfeld 04.02.2010 09:38h
Der Wert der Bücher, sind sie erst mal diditalisiert, geht gegen null. Wer braucht schon ein Kindle ? Ich kenne niemand, der sowas besitz oder haben will. Der oder das oPad ist einwunderbares Ding zum geniessen und kommunizieren, das werde ich mir kaufen. Obwohl, besser wäre Android abzuwarten. Das ist OpenSource, zukunftsträchtig, offen und nützlich...
18. Franz Wanner 04.02.2010 12:26h
Sowohl als auch! Nur mal angenommen, das eBook sei nicht eine andere Form von Buch, sondern ein gänzlich anderes Produkt. Knopf oder Klett. Oder Fibel? Kutsche oder Auto. Andere Inhalte, anderes Potential, anderer Vertrieb, andere Bedürfnisbefriedigung, andere Nutzungsmöglichkeiten. Dann, dann erübrigt sich ein künstliches Zusammenschweissen und jeder entscheidet selber, womit und womit auch er handelt.
Es lohnt, sich die Geschichte der Amateurfotografie im Zeitraffer zu beschauen.
19. Gast 04.02.2010 12:59h
Eine kleine Anmerkung von einem Nicht-Buchhänder. Ich frage nur in Buchhandlungen mit ausliegendem Ebookreaderverkauf nach Ebooks, weil sonst die Buchverkäufer zugeben, das sie keine Ahnung von Ebooks haben. Und zwischenzeitlich gehe ich auch nur noch in Buchhandlungen mit Ebookraderverkauf, auch wenn ich selbst nur mal ein Kinderbuch kaufen will.
20. Matthias Ulmer 04.02.2010 13:41h
Es ist sicher richtig: Buchliebhaber werden auch weiterhin lieber Bücher als E-Books kaufen. Und dafür gehen sie in die Buchhandlung.
Aber wird es davon noch viele geben? Streichen SIe aus Ihrem Umsatz nach Warengruppen mal die Wissenschaft, die Zeitschriften, das Lehrbuch und das Schulbuch je zu 100%, den Ratgeber zu 50% und die Reise zu 50%. Werfen SIe einen Blick auf Ihre Buchhandlung: wenn das optisch nicht erkennbar ist, weil Belletristik, Sachbuch und Kinderbuch eigentlich alle Regale und Flächen beanspruchen, dann ists gut. Wenn aber plötzlich die Hälfte der Regale leer ist, dann haben Sie drei Optionen:
1. Schrumpfen auf das verbliebene Volumen (bei Fachbuch und Campus wohl tendenziell Null)
2. Die leeren Flächen mit Non-Books füllen (was ja viele Buchhändler schon lange machen) und als Geschäftsfeld nicht den Buchverkauf sondern den Einzelhandel mit einer bestimmten Zielgruppe bei einer bestimmten Lage begreifen.
3. Den verschwundenen Büchern folgen und als Händler oder Aggregator oder dort aktiv werden, wo sie hingewandert sind, nämlich im Internet.
Der Kindle oder Sony-Reader sind Lösungen für Belletristik und Sachbuch. Aber die Revolution passiert bei didaktisierten, bebilderten Werken, den Magazinen und Zeitungen, den Ratgebern und Fachbüchern, den Lehrbüchern und Schulbüchern.
21. Thomas Knip 04.02.2010 13:45h http://www.story2go.de
Mir als eBook-Verleger würde es gefallen, wenn in Buchhandlungen ein kleiner Terminal steht, auf dem ich mit meinem Sortiment an Grossisten und Sortimentern vorbei in die Geschäfte bekomme. Dann würde ich den angeschlossenen Händlern auch gerne bis zu 50% Rabatt einräumen.
Mir als eBook-Leser würde es nicht im Traum einfallen, mit meinem Lesegerät in eine Buchhandlung zu pilgern, um dort einen Titel zu kaufen. Der Sinn des eBooks ist ja, dass man gerade DAS nicht mehr machen muss.
Ich schließe es aus, dass der Buchhandel vom eBook substanziell profitiert. Kein Hufschmied hat jemals von der Einführung des Automobils profitiert ... oder dem Verkauf von Benzin.
22. Buchboy 04.02.2010 14:48h
Herr Ulmer hat Recht mit seinen Ausführungen. In Zukunft wird der stationäre Buchhandel bzw. das Sortiment drastisch schrumpfen. Auch Branchengrößen wie Thalia, DBH, Mayersche etc. werden ihr Geld in Zukunft nicht mehr mit gedruckten Büchern verdienen. Vielmehr steht bei diesen ein Wandel hin zu einem "polygamen" Sortiment an (also eBooks, Wellness, Klamotten, ... was auch immer...). Und wieder einmal steht die Frage im Raum: Braucht man in Zukunft noch Buchhändler?
23. Michael Kühnapfel 04.02.2010 16:01h
Ein Albtraum, den Herr Ulmer da umreißt – das Schulbuch, das Sachbuch, das Kinderbuch nur noch als E-Book. Vor allem beim Schulbuch ist die Vorstellung erschreckend. Da hat es ja schon Herr Schwarzenegger als Gouverneur verlautet: die werden dann aktueller und billiger. Ich stelle es mir vor – eine ganzer Schwarm von Redakteuren, die alle Schulbuchprojekte eines Verlages ständig aktuell hält, deren E-Books dann selbstverständlich aber billig sein müssen, da ja das gedruckte Schul-Buch schon zu teuer ist. Natürlich müssen die E-Books dann, aus Infotainment-didaktischen Gründen auch Filme, Sound, Hyperlinks enthalten, Werbung und Sponsoring aber bleiben verboten. Da bin ich auf das Geschäftsmodell des Verlages schon mal gespannt. Und dann die E-Book Lesegeräte, die natürlich vom Staat gestellt werden müssen, für jedes Kind eines, mindestens. Die dann täglich einkassiert werden, um die Schülerinnen vom Missbrauch der Geräte abzuhalten.
Bei Zeitschriften würde das E-Book-Reader Konzept sogar einen gewissen Sinn ergeben. Allerdings stelle ich es mir praktisch vor. Wenn Mutter ihre „Schweißen und Schneiden“ liest, kann Vater erst mal auf die Lektüre seiner „Good Housekeeping“ verzichten. Aber schon quengelt der Sohn, das er noch einen Blick in die Tageszeitung werfen muss, für die Schule (denn die Tageszeitung ist nicht für sein von der Schule zur Verfügung gestelltes Gerät abonniert) und auch die Tochter muss dringend eine Formel nachschlagen, sonst kann sie das Ingenieursstudium knicken. Also besitzt unsere Familie der Zukunft dann 4 hochwertige, farbfähige, netztaugliche Lesegeräte?
Warum sollte im Bildungsbereich und im Home-Bereich auf einmal funktionieren, was schon seit Jahren mit der Computertechnologie nicht klappt? Ich denke, die Buchhändlerregale werden in allen Warengruppen noch einige Zeit gefüllt bleiben.
24. Matthias Ulmer 04.02.2010 17:36h
Ja, lieber Herr Kühnapfel, die Regale werden in allen Warengruppen noch einige Zeit gefüllt bleiben. Aber was heißt "einige Zeit" und was kommt dann?
Sie beschreiben vielleicht einen Albtraum, mir scheint der aber doch ziemlich realistisch. Ja, ich denke auch, dass die Geräte gestellt werden. Und es wird für Verlage trotzdem noch ein Geschäft sein, weil die variablen Kosten von Vertrieb und Produktion entfallen und damit auch die höheren redaktionellen Kosten finanziert werden können. Viel problematischer wird der Wettbewerb zwischen den Verlagen um den Zugang zu den iPads der Schüler.
Es gibt erste Pilotprojekte in USA. Und der iPad wurde nicht umsonst in drei Richtungen speziell entwickelt: Lehrbuch, Zeitung, Magazin. Für alle drei Bereiche haben sich wesentliche Marktakteure mit Apple zusammen gesetzt. Und auch Amazon arbeitet für den großformatigen Kindle mit Universitäten, Schulen und Zeitungen zusammen.
Und ja, ich vermute tatsächlich, dass jeder Schüler und jeder Student ein eigenes Lesegerät hat, zusätzlich zu den zwei Bildschirmen, die man auch mobil als tablet mitnehmen kann, und die sich wohl in jedem Haushalt finden werden. Und man wird sein tablet natürlich mit nach Hause nehmen müssen, denn das braucht man für die Hausaufgaben. Aber es wird sicher eine Tageszeitung enthalten, das scheint mir fast zwingend.
Das Kinderbuch und das Sachbuch scheinen mir in der Buchhandlung sicher. Aber der Ratgeber? Das Kochbuch, der Reiseführer, das Bestimmungsbuch, die Sternkarte, der Bildband, die Nachschlagewerke, das alles sind auch in der WG4 Regalplätze, für die man eine alternative Verwendung suchen wird.
25. Fredy Steiner 04.02.2010 19:35h -
Ohne Buchhandlung kann man keine Bücher präsentieren und verkaufen.
Der Sinn des eBooks solle es sein – wie behauptet wird – dass man keine Buchhandlung mehr betreten muss. Zum wirklichen Buchleser gehört das Stöbern in den Buchhandlungen immer dazu. Je weniger Bücher in den Buchhandlungen präsentiert werden – desto besser kommen diese zur Geltung, werden so automatisch noch mehr zum Objekt der Begierde. Elektronische Bücher werden in die 2. Klasse verbannt. Noch mehr elektronische Geräte sind nicht sinnvoll wie richtig festgestellt wurde.
26. Marcus Kullmann 05.02.2010 11:39h www.editionkullmann.de
Verlag und Buchhändler sollten nicht den Fehler begehen, sich wie der Hase zu verhalten, welcher der (elektronischen) Schlange ins Auge blickt, bis er gefressen wird. Die Branche befindet sich z.Zt. an der Stelle, an der die Musikindustrie vor Jahren stand. Es gilt, die dort gemachten Fehler zu vermeiden und Konzepte zum Vertrieb elektronischen Contents zu entwicklen. Ein Konzept für Verlage wäre z.B. ein Modell, das nicht allein zu 100% auf große Anbieter setzt. Google, Apple und Co besitzen die Marktmacht wodurch letztlich auch eine Regulierung des Marktes stattfindet. Soll heißen, was nach Apples Vorstellungen nicht auf die Plattform paßt, muß leider draussen bleiben. Zwar ist es schwierig und nicht umsonst, solche Konzepte zu entwicklen, diese bringen den Verlagen aber auf Dauer ein Stück mehr Unabhängigkeit. Buchhändlern sei geraten, noch mehr den (elektronischen) Schulterschluß mit Verlagen zu suchen und ihre (elektronische) Kompetenz sowohl vor Ort in der Buchhandlung als auch im Netz deutlicher zu präsentieren.
27. STudyTraY Experte 16.02.2010 13:11h
Als 5 jähriger Slate Tablet PC Experte kann ich nur sagen ohne Mauszeigefunktion wie im iPAD dank der verführerischen Finger-Spielerei, namens Multitouch, ist das Surfen im Internet bedenklich unkontrollierter, woran besonders die Werbe-Welt profitieren wird. Eigentlich unverantwortlich von Apple dies als komfortablen Web-PC zu bezeichnen. Der jahrzehnte alte WACOM Aktiv Stift bietet neben einer quasi realen Maus, also mit Mausschwebezeiger und echten Maustasten die hohe Sicherheit vor unbeabsichtigten Aktionen, sowie die informative Kontrolle. Damit ist die Bedienung ebenfalls freudig cool affengeil oder einfach befreiend genial intuitiv gegenüber die anspruchsvolle reale Maus bzw. die nervige Touchpad-Steuerung. Mein Motto: Lasst die Finger vom Multitouch und vom blendenden iPAD sowie so:)