Literarisches Leben
11.02.2010Die besten Bücher des Frühjahrs
15 Nominierungen für den Preis der Leipziger Buchmesse
Kategorie Belletristik:
- Jan Faktor: „Georgs Sorgen um die Vergangenheit oder Im Reich des heiligen Hodensack-Bimbams von Prag“ (Verlag Kiepenheuer & Witsch)
- Helene Hegemann: „Axolotl Roadkill“ (Ullstein Verlag)
- Georg Klein: „Roman unserer Kindheit“ (Rowohlt Verlag)
- Lutz Seiler: „Die Zeitwaage“ (Suhrkamp Verlag)
- Anne Weber: „Luft und Liebe“ (S. Fischer Verlag)
Kategorie Sachbuch/Essayistik:
- Michael Hampe: „Das vollkommene Leben. Vier Meditationen über das Glück“ (Carl Hanser Verlag)
- Steffen Martus: „Die Brüder Grimm. Eine Biographie“ (Rowohlt Berlin Verlag)
- Ulrich Raulff: „Kreis ohne Meister. Stefan Georges Nachleben“ (C.H. Beck)
- Frank Schirrmacher: „Payback: Warum wir im Informationszeitalter gezwungen sind zu tun, was wir nicht tun wollen, und wie wir die Kontrolle über unser Denken zurückgewinnen“ (Blessing Verlag)
- Wolfgang Ullrich: „Raffinierte Kunst. Übung vor Repro-duktionen“ (Verlag Klaus Wagenbach)
Kategorie Übersetzung:
- Ulrich Blumenbach: „Unendlicher Spaß“, aus dem Amerikanischen von Autor David Foster Wallace (Verlag Kiepenheuer & Witsch)
- Christian Hansen: „2666“, aus dem Spanischen von Autor Roberto Bolaño (Carl Hanser Verlag)
- Grete Osterwald: „Waltenberg“, aus dem Französischen von Autor Hédi Kaddour (Eichborn Verlag)
- Rosemarie Tietze: „Anna Karenina“, aus dem Russischen von Autor Lew Tolstoi (Carl Hanser Verlag)
- Hubert Witt: „Wilner Getto 1941-1944: Biographische Aufzeichnungen“, aus dem Jiddischen von Autor Abraham Sutzkever (Ammann Verlag)
Die öffentliche Preisverleihung findet am Donnerstag, den 18. März, 16 Uhr auf der Leipziger Buchmesse statt. Einen akustischen Eindruck vermittelt ab dem 18. Februar das Internetportal www.literaturport.de. Alle nominierten Titel werden hier mit einer Hörprobe vorgestellt.
Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR Figaro), der Bayrische Rundfunk (BR2) und der Südwestrundfunk (SWR2) stellen die Nominierten der Kategorie Belletristik in öffentlichen Veranstaltungen vor, die im Radio übertragen werden. Am 14. Februar sind ab 16 Uhr Anne Weber, Helene Hegemann und Lutz Seiler zu Gast im Lese-Café des Hörfunksenders MDR Figaro. Zwei Wochen später, am 28. Februar, begrüßt Moderator Michael Hametner Georg Klein und Jan Faktor. Der MDR sendet live aus der Leipziger Moritzbastei (Universitäts-straße 9), die Veranstaltung ist öffentlich.
Im Literaturhaus München (Salvatorplatz 1) stellen sich am 2. März die Nominierten der Kategorie Belletristik vor. Es moderieren Gerwig Epkes (SWR2) und Martin Zeyn (BR2). Die Veranstaltung beginnt 20.00 Uhr.
Der Preis der Leipziger Buchmesse wird 2010 zum sechsten Mal verliehen. Die Auszeichnung ehrt herausragende deutschsprachige Neuerscheinungen und Übersetzungen. Dotiert ist er mit insgesamt 45.000 Euro.
Der Jury gehören an: die Vorsitzende Verena Auffermann, Jens Bisky ("Süddeutsche Zeitung"), Ina Hartwig, Kristina Maidt-Zinke ("Süddeutsche Zeitung"), Elmar Krekeler ("Die Welt"), Adam Soboczynski (Die Zeit) und Volker Weidermann ("Frankfurter Allgemeine Zeitung").



1. leser 11.02.2010 11:39h
Ist der Bücher-Jahrgang wirklich so schlecht, dass man die Liste mit geistigem Diebesgut aufpeppen muss?
2. Wie bitte!?! 11.02.2010 11:50h
Ich bin auch entsetzt, dass der Hegemann'sche »Copy & Paste« Roman nominiert wurde. Aber da ich in München lebe, kann ich ja schon ein paar Eier warm stellen, um sie am 2. März mitzubringen.
3. tinius 11.02.2010 14:13h http://tiniaden.twoday.nett
Dieser Preis hat sich mit der Entscheidung, Frau Hegemann zu nominieren, jeder ernsten und wohlwollenden Betrachtung entzogen. Das ist sowohl unverschämt als auch lächerlich. Man halte sich vor Augen : Verlage und Presse gehören zu denen, die das geistige Eigentum vehement für sich fordern und nun jemanden belohnen, der eben dieses Prinzip mißachtet und dann noch das eigene Vorgehen dümmlich - arrogant (und vollkommen substanzlos) verteidigt. Es ist ein Skandal und wirft ein bezeichnendes Licht auf die heutige Verlags - und ! Feuilletonkultur. Wenn man als Leser die Möglichkeit hätte, den Preis zu boykottieren, würde ich eben dazu aufrufen. Da das nicht möglich ist, sollten die anderen in der Kategorie "Belletristik" Nominierten überlegen, ihre Bücher aus dem Wettbewerb zurückzuziehen....
4. Hubert Aspöck 11.02.2010 14:27h
Für die anderen Nominierten ist das ja eine ganz schöne Beleidigung, von der Jury auf eine Stufe mit Frau Hegemann gestellt zu werden.
5. Anna L: 11.02.2010 15:05h
Im Grunde ist die Sache einfach nur noch komisch - die Literaturkritik gibt sich freiwillig der Lächerlichkeit preis.
Zuerst schreibt man Gefälligkeitshymnen, weil man dem Cercle H. freundschaftlich verbunden ist, dann nominiert man noch rasch für einen Preis, weil man ja das Gesicht wahren und darauf beharren muß, daß der Roman ein literarisches Meisterwerk sei.
Gibt es bei Jurys eigentlich auch so etwas wie Befangenheit?
So was altmodisches wie Anstand wohl nicht mehr.
Es ist wirklich die reinste Posse.
6. Markus Groß 17.02.2010 13:14h
Jeder macht sich lächerlich so gut er kann. Nun also die Jury die die Uneinsichtigkeit und Banalität Hegemanns belohnt. Da scheint ganz schön der Kulturfilz zu wuchern.