Thema HöRBUCH / DVD 2010
Verlagsempfehlungen zum Thema Hörbuch / DVD 2010
15.02.2010Statements
Hörbuch 2010: Problemzonen- und Lösungen
Qualität macht allen mehr Spaß
"Qualität lohnt sich, weil es zum Anspruch des Buchhandels passt, gute Hörbücher zu verkaufen. Und weil es der Kunde genießt, gute Hörbücher zu hören. Als wenn das nicht schon Grund genug wäre, bringt Qualität auch noch mehr Umsatz. Vor allem Käufer mit Hör-Erfahrung honorieren professionell gemachte Produktionen und wissen, dass diese Güteklasse zumindest in der Erstauswertung nicht zum Dumpingpreis zu haben ist. Ein aktuelles Beispiel aus unserem Verlag: 8 000 verkaufte Exemplare der O-Ton-Edition 'Lyrikstimmen' zum Preis von 49,95 Euro."
Claudia Baumhöver, Der Hörverlag, München
Lizenzgebühren explodieren
"Für die wenigen Spitzentitel, die nicht sowieso an konzerneigene Hörbuchverlage gehen, werden mittlerweile astronomische fünfstellige Beiträge gezahlt. Auf vielen B-Stoffen bleiben die Lizenzgeber dagegen sitzen. Viele Hörbuchverlage beschränken ihre Lizenzeinkäufe und suchen nach anderen Wegen, um ihr Programm zu füllen. Immer mehr Verlage entwickeln Konzepte, die nur im Hörbuch funktionieren und machen sich so – zumindest zum Teil – von Buchlizenzen unabhängig."
Katja Krause, Der Audio Verlag, Berlin
Ungenutztes Potenzial im Sortiment
"Der stationäre Buchhandel bleibt weit unter seinen Möglichkeiten. Alle Hörbuchverlage investieren hier besonders viel Energie und Ressourcen, in Verlagsvertreter, Vorschauen, Mailings etc. Dennoch ist das Hörbuch nach wie vor ein absolutes Nischenprodukt im Buchhandel – wirklich erstaunlich, angesichts der Nähe zum Buch. Offenbar wird das Potenzial immer noch unterschätzt, Audiobooks werden unzureichend präsentiert und / oder personell nicht so betreut, wie es nötig wäre. Von diesem Versäumnis profitieren besonders die Online-Händler."
Thomas Gruppe, Radioropa, Daun / Vulkaneifel
iPad schiebt Downloadmarkt an
"Die Downloadzahlen bei Hörbüchern werden wachsen – gerade auch im Hinblick auf die technischen Neuerungen der Tablet-Books. Das iPad wird dem gesamten Downloadmarkt einen gehörigen Schub geben. Noch besteht die Zielgruppe zum großen Teil aus Hörbuch-Hörern, die auch physische Hörbücher kaufen. Wir erreichen darüber hinaus aber auch eine Zielgruppe, die vorher noch nie Audiobooks gehört hat und erst über den Downloadbereich auf das Medium aufmerksam geworden ist. Diese Gruppe wird zunehmen."
Marc Sieper, Lübbe Audio, Köln
Baustelle Backlist
"Die Bereitschaft zum profitablen Arbeiten mit der Backlist ist nicht überall vorhanden. Während der Backlist-Anteil im Sortiment kontinuierlich sinkt, wächst er im Tonträgermarkt. Ein erstaunlicher Trend, denn dort herrscht warenwirtschaftliche 'Einkaufsautomatik', niemand geht hier sentimental an das Hörbuch heran. Die Regale befüllen sich quasi von selbst nach rein kaufmännischen Kriterien. Und ausgerechnet in diesem unterkühlten Umfeld blüht unsere Backlist."
Kilian Kissling, Argon, Berlin
Transparenz dank "Taschenhörbuch"
"Schnäppchen-, Sonder-, Jubiläumspreise – das versteht doch kein Kunde. Wir haben Transparenz geschaffen und uns für unsere Zweitverwertungen an den Begriffen des Buchmarkts orientiert. Das 'Taschenhörbuch' hat unsere Backlist wiederbelebt – und darf gern von Kollegen kopiert werden."
Peter Bosnic, Steinbach sprechende Bücher, Schwäbisch Hall
Entdeckung der Nebenmärkte
"Im sogenannten Nebenmarkt, der nach und nach auch von den Hörbuchverlagen entdeckt wird, die dem Sortiment 'die Treue geschworen' hatten, liegt großes Potenzial. Dies jedoch nur, weil die Kundenströme anders fließen, als es dem Buchhandel gefällt. Andererseits sind die Margen oft kleiner und das Remissionsrisiko höher. Jeder Verlag, der auf Qualität setzt, sieht seine Hörbücher am liebsten im Sortiment. Daher bleibt der Buchhandel auch in Zukunft der Vertriebsweg Nummer eins."
Thomas Bernik, Audio Media Verlag, München
Zeichen setzen gegen Internetpiraterie
"Ich war viele Jahre Gast auf Podien zum Thema Internetpiraterie. Wissen Sie was? Ich habe keine Lust mehr über das Thema zu reden. Ich möchte mit meinem kleinen, engagierten Team Hörbücher veröffentlichen, für das Zuhören begeistern. Es macht keinen Spaß, Anbieter von illegalen Audiodateien unserer Produktionen anwaltlich verfolgen und ab-mahnen zu lassen. Aber es ist derzeit die einzige Möglichkeit, ein Zeichen zu setzen und damit zumindest ein Bewusstsein für das Urheberrecht zu schaffen."
Johannes Stricker, Hörbuch Hamburg, Hamburg
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