Thema HöRBUCH / DVD 2010
Verlagsempfehlungen zum Thema Hörbuch / DVD 2010
15.02.2010DVD-Geschäft
Der Buchhandel lässt es flimmern
Laut GfK Panel Services Deutschland wurden 2009 sechs Prozent mehr Silberscheiben verkauft als im Vorjahr; in gleicher Höhe stiegen auch die Umsätze. Insgesamt 46 Millionen Euro haben die Deutschen für DVDs im Buchhandel ausgegeben, so viel wie noch nie.
Die Ursachen für diesen Anstieg sind vielschichtig. Erstens setzen große wie kleine Buchhandlungen verstärkt auf Zusatzsortimente; zweitens hat sich der Rauch, der nach der Insolvenz des Mediengroßhändlers TMI aufgestiegen war, mittlerweile verzogen; und drittens richten Filmanbieter ihre Programme und ihren Service mehr denn je an den Wünschen ihrer Zielgruppe aus – Buchhändler und
-käufer gehören da fest dazu. Zum Beispiel Studio Hamburg: "Als DVD-Anbieter muss man sich auf den Buchhandel einstellen, nicht umgekehrt", sagt Key-Account-Managerin Kathrin Tiemann; man schaue schon vorab genau, welche Titel sich für den Vertriebskanal eignen würden, arbeite mit unverbindlichen Preisempfehlungen (anstatt mit Händlerabgabepreisen) und gebe buchhandelsübliche Rabatte. Außerdem verschickt Studio Hamburg seit 2009 spezielle Kataloge für den Buchhandel. Tiemann: "Wir versuchen, das Sortiment so individuell wie möglich zu bedienen, weil wir glauben, dass wir hier genau unsere Zielgruppe treffen." Das vorläufige Happy End: Tiemann zufolge erwirtschaftet die NDR-Tochter mittlerweile rund 30 Prozent ihrer Umsätze über den Buchhandel.
Bei anderen Anbietern mag die Quote niedriger sein. Doch die Strategie, Buchhändlern auf Augenhöhe zu begegnen, verfolgen selbst große Anbieter wie Twentieth Century Fox Home Entertainment. Key-Account-Manager Alexander Här: "Von den rund 1 600 Titeln, die wir haben, eignet sich mehr als ein Viertel für den Buchhandel – Tendenz steigend." Der Start der Reihe Cine Project bringe klare Erfolge. Am Ziel angekommen, sieht Här die DVD im Buchhandel aber noch nicht. "Derzeit kratzen wir noch an der Oberfläche. Filme kommen im Buchhandel auf einen Marktanteil von etwa einem Prozent, doch da sind ohne Weiteres auch fünf oder zehn Prozent drin."
Aber wie lange dauert es, bis dieses Ziel in greifbare Nähe rückt? Und lässt es sich überhaupt erreichen? Fest steht, dass der Buchhandel von den Filmanbietern heftig umworben wird: Innerhalb des Bundesverbands Audiovisuelle Medien (BVV) bündeln sie ihre Kräfte in einer Projektgruppe, die, wie Här sagt, an neuen Konzepten und Kooperationen arbeite – auch das dürfte eine Ursache für den Umsatzanstieg sein.
Dass sich dieses Engagement auszahlt, lässt sich vor allem im Zwischenbuchhandel beobachten, bei KNV und Umbreit: Das Barsortiment KNV hat derzeit mehr als 25.000 DVDs auf Lager; das Unternehmen bietet Buchhändlern individuelle Unterstützung bei der Sortimentsgestaltung, informiert sie alle zwei Monate zudem per Newsletter, hat gemeinsam mit dem BVV einen Prospekt für Endkunden und einen DVD-Katalog entwickelt (KNV-Einkaufsleiter Markus Fels: "Die 10 000 Exemplare waren sofort vergriffen; im Sommer erscheint er deshalb in doppelter Auflage."). Umbreit legte 2009 ebenfalls einen Katalog vor; er ist komplett in Eigenregie entstanden und soll nun zweimal im Jahr eine Schneise durch das Dickicht des DVD-Marktes schlagen. Die Vorauswahl umfasst 300 Titel – an Lager hat Umbreit mittlerweile 7 000 (2008: 5.000).
Würden sie damit nicht den Geist der Zeit treffen, sprich: Umsatz machen, hätten die Barsortimente ihr Angebot sicher längst wieder zurückgefahren. Fazit: Zwischen dem Buchhandel und der Filmwirtschaft kriselt es zuweilen, etwa wenn es um die Margen geht. Aber die Beziehung hält.
Tamara Weise
- 16.01.2011
- Themen-Special: Hörbuch / DVD 2010
- 12.02.2010
- Bestsellerliste: DVD-Charts neu im Börsenblatt
- 04.02.2010
- Bestsellerliste: Düstere Stoffe erobern die Buchcharts
- 28.10.2009
- Film / DVD: Wiedersehen mit Kommissar Trimmel: 100 "Tatort"-Folgen auf DVD
- 24.09.2009
- Film / DVD: "Brigitte" und Studio Hamburg starten Film-Edition
