libreka!-Blog

17.02.2010

Der Literaturskandal

Deutschland hat einen neuen Literaturskandal. Das zeigt der Trubel, für den der Fall Helene Hegemann seit letzter Woche sorgt. Die junge begabte Autorin hat Teile ihres Romans "Axolotl Roadkill" von einem Berliner Blogger abgeschrieben.

In der Diskussion (unter anderem): Das Urheberrecht in Zeiten des Internets. Die Autorin fordert in ihrer Rechtfertigung zum Plagiatsvorwurf die Anerkennung des "Rechts zum Kopieren" als eine "übliche Vorgehensweise dieses Jahrzehnts". Wie viel Verantwortung eine junge Autorin übernehmen kann, die so selbstverständlich mit der "Sharing"-Kultur des Internets aufgewachsen ist, fragt auch der Verlag.

Unter dem Strich zeigt dieser Fall also vor allem, welches Ausmaß die neue Copy- und Paste-Kultur im Internet annehmen kann - und welche Auswirkung sie auf die Wahrnehmung des Urheberrechts im Internetzeitalter hat. Das Fazit: In Zukunft werden die Verlage und ihre Lektoren noch stärker in die Pflicht genommen: Sie werden ganz genau hinschauen und alle Möglichkeiten nutzen müssen, um Urheberrechtsverletzungen zu verhindern. Langfristig wird man der Copy- und Paste-Kultur nur mit gleichen Mitteln begegnen können – mit der Recherche im Internet. Und das heißt zwangsläufig auch mit der Recherche in libreka!.

2 Kommentar/e

1. Patrick Gabler 17.02.2010 14:27h http://www.experienze.com/

'Sharing-Kultur'?
Man braucht viel Fantasie um das Vorgehen von Helene Hegemann mit dem Sharing-Gedanken zu erklären...

Werfen Sie bitte einen Blick auf Creative Commons oder vergleichbare Lizenzen. Hier soll der Autor selbst darüber bestimmen, wie sein Werk genutzt wird. Der Autor muss üblicherweise genannt werden, außer der Urheber bestimmt selbst etwas anderes. Stellt das Werk z.B. unter eine Public-Domain-Lizenz.

Auch eine Veränderung oder die kommerzielle Verwertung muss eindeutig eingeräumt und deren Bedingungen beachtet werden. Falls nicht, soll der Urheber selbstverständlich um Erlaubnis gefragt werden.

Da Autorin und Verlag so angetan von der 'Sharing-Kultur' sind, kann man dies auch als Aufruf verstehen, sich das Werk im Internet herunter zu laden!?

2. hansi 17.02.2010 22:41h

Die Dreistigkeit der Hegemann und des Ullstein Verlages die sich damit zu rechtfertigen versuchen, dass dies halt so ist in der "Sharing-Kultur" ist eine Unverschämtheit sonders gleichen und keinen Deut besser als die ganzen Machenschaften von Apple, Google und Konsorten.
Schlimm finde ich auch, dass die Leipziger Buchmesse die Nominierung nicht zurück nimmt. Eine Diskussion über das Thema ist trotzdem dringend geboten. Doch dafür vielleicht auch noch einen Preis zu erhalten würde ja gerade zu zum klauen auffordern. Ich erinnere mich noch genau an die Zeiten der Raubdrucke und wie die Verlage dagegen mit allen Mitteln vorgingen und heute soll es dafür Preise geben. Gute Nacht Kultur kann man da nur sagen.

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