18.02.2010
Alptraum „keine Freizeit“
Solche oder ähnliche Situationen sind wahrscheinlich den meisten Buchhändler-Azubis aus eigener Erfahrung bekannt. Wer hat bei diesen Samstagschichten und unregelmäßigen Arbeitszeiten nicht das Gefühl, Freunde, Hobbys und Freizeitaktivitäten hinten anstellen zu müssen. So ergeht es mir zumindest. Zu Stoßzeiten wie beispielsweise während der Weihnachtszeit kam es durchaus schon mal vor, dass meine Freunde kurz davor standen, eine Vermisstenanzeige aufzugeben und sich via Telefon oder E-Mail nach letzten Lebenszeichen meinerseits erkundigten.Hatte man vor der Ausbildung die Gewissheit jeden Donnerstag seine Trainingsklamotten in die Sporttasche packen und mit seinen Vereinskameraden einem Ball hinterher rennen zu können, so muss man jetzt Glück haben, vielleicht einmal im Monat an diesem Wochentag Frühschicht zu haben und rechtzeitig zum Treffen zu kommen. Außerdem fällt es mir auch schwer, aufgrund der unterschiedlichen Arbeitszeiten einen gewissen Rhythmus in meinen Alltag zu bekommen. Auch diverse Dinge wie Berichtsheft schreiben oder Wohnung putzen sollten doch erledigt und irgendwo zwischen Arbeit, Freunde und Hobbys untergebracht werden.
Wie sieht das bei Euch aus? Seid Ihr auch der Meinung, dass es unfair ist, dass wir Buchhändler dieses Manko unseres Berufes in Kauf nehmen müssen? Gibt es eine Möglichkeit unsere Freizeit und unseren Alltag besser zu organisieren und eine Balance zwischen Job und Freizeit herzustellen? Habt Ihr vielleicht Tipps und Ideen, wie man dies erreichen kann?


1. Andreas Foth 21.02.2010 21:24h
In diesem Blog wird über das verstaubte Image des Buchhändlers gejammert. Kein Wunder, wenn man solche Beiträge liest. Anfang 20 und Du musst um 21 Uhr in's Bett, wenn Du am nächsten Tag um 9 arbeiten musst? Bis Mitternacht ist doch allemal drin und wenn es später wird - dann muss man halt bissel kämpfen den Samstag über.
Zu den festen Terminen - sowas wird meiner Erfahrung nach doch berücksichtigt. Es wollen ja nicht alle am gleichen Tag abends was machen. (Übrigens - das Sporttraining dauert doch auch mal bis nach 21 Uhr?).
Und unfair? Ich weiß nicht - man weiß ja vorher, dass Buchhandel Einzelhandel ist und sich die Öffnungszeiten eher verlängern. Und verglichen mit REWE oder Kaufland sind wir mit Öffnungszeiten bis 20 Uhr ohnehin gut dran.
2. Nico 25.02.2010 19:47h
sei froh das du es so einfach hast! zum beginn meiner ausbildung im einzelhandel (Lebensmittelgeschäft) musste ich die hälfte meines privalebens aufgeben. verbringe 12h pro tag bei der arbeit und nach feierabend ist nicht mehr drin als den menschlichen bedürfnissen nachzugehen. willkommen im berufsleben!
3. H. Kraft 27.02.2010 16:23h
Zur Ausbildung und zum Beruf des Buch-
händlers/Buchhändlerin gehört nun einmal
Einsatz und Idealismus.
Ich könnte mir aber denken, dass es in
den Buchhandlungen auch für die Samstage
einen sogenannten Schichtdienst gibt, d. h.
das man nicht an jedem Samstag
in der Buchhandlung tätig ist.
Es wird vielleicht an den Samstagen gewechselt.
Es kommt auch immer darauf an, in welcher
Buchhandlung man nun beschäftigt ist.
Ist es eine kleinere Buchhandlung?
Ist ei eine Großstadtbuchhandlung und liegt
die Buchhandlung in einer Lauf- oder
Fußgängerzone?
Solche Faktoren müssen da berücksichtigt
werden.
Auch kommt es immer zur persönlichen
Einstellung zu seinem Beruf an und in der
Ausbildungszeit gehört einfach Idealismus,
Freude und Einsatzbereitschaft dazu.
In vielen Buchhandlungen gibt es sicher ein
monatliches Gespräch zwischen dem Chef/der
Chefin und den Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen.
Da könnte so etwas auch zur Sprache kommen.
Der Beruf des Buchhändlers/Buchhänderlin
sollte doch schon Freude bereiten.
Es wäre schade, wenn das Ausbildungsziel
nicht erreicht wird und junge Menschen nur
Angst vor dem Tag in der Buchhandlung und
der Fachklasse der Berufsschule haben würden.
In der ,Hektik unserer Tage` kann auch viel
kaputt gehen.
Also weiterhin Mut, Freude und Glück.
H. Kraft, München
4. Thomas 09.10.2010 22:10h http://discountbroker-vergleich.de
Was soll ich dazu sagen, um 9:00 Uhr im Laden zu stehen, klingt für mich jetzt nicht so wahnsinnig schlimm. Wenn Du Bäcker wärst und jammern würdest, dass Du um 4:30 in der Backstube stehen musst. Ja dann, würde ich das verstehen. Dafür müsstest Du aber doch an einem Wochentag auch mal frei haben, oder?
5. S.Steiner 15.10.2010 14:35h
Ich weiß von welchen Schwierigkeiten du redest, denke aber auch, dass man Berufs- und Arbeitsleben sehr gut miteinander in Einklang bringen kann. Stoßzeiten wie das Weihnachts- oder Schulbuchgeschäft muss man einfach akzeptieren, ebenso wie Spät- und Wochenenddienst. Glücklicherweise hat sich bei mir mittlerweile alles so eingerenkt, dass ich sehr zufrieden bin. Meine Arbeitszeiten folgen zwar einem sehr unregelmäßigem Rhythmus, aber mit der Zeit habe ich mich sehr gut damit arrangiert. Und wenn man dann noch die Hausarbeit etc. gut über die Woche verteilt, bleibt am Wochenende immer Zeit zum Abschalten, ob mit oder ohne Freunden. Zwar hat sich mein Privatleben in der Richtung auch stark verändert, aber umso schöner ist es, wenn man dann doch wieder einer Verabredung nachgehen kann.