Sortiment
31.03.2010Stellungnahme von Liza Marklund
"Gerade im deutschsprachigen Raum habe ich sehr gute Erfahrungen mit den Buchhändlern gemacht"
"Meine deutsche Verlegerin Siv Bublitz von Ullstein hat mir erzählt, dass Zitate von mir in der FAZ einige Buchhändler verärgert haben. Als sie mir die Sätze übersetzte, wurde mir klar, dass ich mich höchst ungeschickt ausgedrückt habe. Das Zitat wurde aus dem Zusammenhang eines Gesprächs herausgelöst, und so wie es sich jetzt anhört, habe ich es gewiss nicht gemeint. Gerade im deutschsprachigen Raum habe ich sehr gute Erfahrungen mit den Buchhändlern gemacht; es liegt mir fern, sie durch missverständliche Äußerungen vor den Kopf zu stoßen. In den letzten zehn Jahren war ich zu über hundert Lesungen und Signierstunden in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Es waren tolle Veranstaltungen, aber den deutschen Buchmarkt kenne ich natürlich längst nicht so gut wie den schwedischen oder den amerikanischen. Siv hat mir noch einmal genau erklärt, welche Rolle die kleineren und mittleren Sortimenter in Deutschland spielen, dass sie ihre Kunden oft persönlich kennen, Bücher aktiv empfehlen und viel zum Erfolg eines Titels beitragen. Offensichtlich gibt es im deutschsprachigen Raum eine andere Buchhandelskultur als in vielen anderen Ländern. Das ist sicher ein Grund, warum der deutschsprachige Buchmarkt im internationalen Vergleich sehr stark ist. In diesem Zusammenhang ergibt auch die Ladenpreisbindung einen anderen Sinn.Mir ist klar, dass der Erfolg meiner Bücher in Deutschland in hohem Maß dem persönlichen Engagement einzelner Buchhändler zu verdanken ist, die meine Romane mögen und empfehlen. Ich bitte um Entschuldigung, wenn ich durch meine ungeschickte Formulierung Menschen gekränkt habe, die sich für gute Bücher einsetzen. Das ist nicht meine Absicht. Im Gegenteil: Ich finde es großartig, dass der Buchhandel in den deutschsprachigen Ländern so eine hohe Qualität hat. Und ich möchte die Gelegenheit nutzen, mich bei allen Buchhändlern herzlich zu bedanken, die sich für meine Bücher stark gemacht haben. Viele von ihnen habe ich schon persönlich kennengelernt, und ich freue mich auf neue Begegnungen bei meiner nächsten Lesereise im kommenden Jahr."
- 30.03.2010
- Sortiment: Boykottaufruf gegen Liza Marklund


1. Unwichtig 31.03.2010 15:04h
Ein Statement nach dem Motto "jetzt rudern wir aber mal ganz schnell kräftig zurück sonst könnte das finanzielle Folgen haben"... Frau Marklund (die ich bisher immer gerne gelesen habe) will also nach über 100 Lesungen noch nichts davon gemerkt haben wie engagiert die Buchhändler in Deutschland bei der Sache sind. Traurig das.
2. Manfred Böckl 31.03.2010 15:20h www.manfred-boeckl-schriftsteller.de
Ihre unsäglichen Äußerungen über die kleinen Buchhandlungen und die Preisbindung hat Frau Marklund in ihrer Erklärung nicht zurückgenommen. Das finde ich sehr bezeichnend, und der Boykott ihrer Bücher sollte fortgeführt werden. Und was Frau Bublitz von Ullstein angeht: Schon wieder eine Autorin (nach der Hegedingsda), für die sie sich entschuldigen muß. Irgendwie auch ein Armutszeugnis ...
3. Andrea Kamphuis 31.03.2010 15:37h http://www.science-texts.de
Was Liz Marklund "gewiss nicht gemeint" hat, wissen wir nun. Aber was hat sie *wohl* gemeint? Irgendwelche Sätze, in denen "Buchpreisbindung", "kleine Buchhändler" und "verschwinden" vorkommen, wird sie doch gesagt haben; andernfalls hätte Hannes Hintermeier ein Problem.
4. Bookgirl 01.04.2010 22:58h
Den deutschsprachigen Lesern wird dieser ganze Rummel relativ egal sein, auch wenn sie evtl. von ihrem Buchhändler darauf angesprochen werden (was man eigentlich vermeiden sollte, denn es betrifft ja nur den Buchhandel und nicht den Kunden). Wer gerne Liza Marklund liest, soll die Bücher auch kaufen können. Bei einem Boykott wird nur der Internethandel profitieren. Wollen wir das wirklich?
5. Markus Groß 02.04.2010 13:50h
@4 bookgirl - mit einer solchen Argumentation wird man immer eine Ausrede finden, KEINEN Standpunkt einzunehmen. Das finde ich falsch! Marklund findet meine Arbeit und meinen Laden als Verkaufsstelle überflüssig. Die Entschuldigung ist wischiwaschi und offensichtlich nachgeschoben als die Folgen sichtbar wurden. Markluind legt auf meine Arbeit keinen Wert. OK. Ich lege keinen Wert darauf, ihre Werke zu verkaufen.
Kunden, die sie bestellen werden beliefert. Aber der Kunde, der einfach mal die Regale lang geht und stöbert, der wird sehr viele andere tolle Autoren finden aber nicht Marklund.
Mit der gleichen Auktion, liebes bookgirl haben Sie bestimmt auch Hegemanns unsägliches Werk trotz copy and paste und trotz offenkundigem fehlendem Unrechtsverstädnnis verkauft. Marklund und Hegemann - beides sind Autorinnen, die meine Arbeit und meinen Lebensunterhalt fundamental angreifen. Da werde ich doch keinen faulen Kompromiß schließen. Noch dazu ist Hegemanns Buch einfach ein schlechtes völlig überschätztes Buch. Ich habe schon überlegt, es als Nicht-Empfehlung ins Fenster zu legen und Kunden vom Kauf abzuraten. Nach dem Plagiatsskandal gönne ich Hegemann und ihrem Verlag nicht einmal diese Negativwerbung.
6. Dieter Dausien 04.04.2010 23:18h www.freiheitsplatz.de
Diese "Entschuldigung" erinnert fatal an Selbstdistanzierungen von Politikern, die zwar die Wirkung ihrer Worte zurücknehmen möchten, nicht aber ihren Inhalt. Welche Meinung hat Frau Marklund denn nun? Sie hält ihre Äußerungen für missverständlich, sagt aber nichts dazu, was sie denn tatsächlich gemeint haben wollte. Ziemlich schwach, was Ullstein ihr da abgerungen (in die Feder diktiert?) hat.
7. Bookgirl 08.04.2010 23:18h
@Markus Groß
Wenn Sie zum großen Liza Marklund-Boykott aufrufen, warum bestellen Sie die Bücher auf Kundenwunsch?
Außerdem hat die Hegemann-Diskussion überhaupt nichts mit dieser Angelegenheit gemeinsam. Frau Marklund hat ziemliches Nichtwissen über den deutschsprachigen Buchhandel demonstriert, aber muss sich jeder Buchhändler jetzt gleich auf den Schlips getreten fühlen?
8. Markus Groß 09.04.2010 13:15h
@bookgirl
Warum msol ich zensieren was meine Kudnen lesen wollen? Ich bestelle auch Hegemann auf Kundenwunsch. Aber ich selbst sehe überhaupt nicht ein, warum ich eigenes Geld investieren soll um Autoren wie Hegemann oder Marklund in meinem Laden zu führen und die damit zu unterstützen.
Hegemann und Marklund schaden beide meinem Geschäft - der Fall Hegemann ist zugegebenermaßen wesentlich krasser.
9. Trullali 14.04.2010 10:37h
Nun sollten wir alle mal erwachsen werden.
Glaubt irgendjemand hier, dass es die Konsumenten interessiert, dass Buchhandlung XY aus Hinterhausen den Titel aus ideologischen Gründen nicht führt?
Aus wenn es viele da draußen einfach nicht glauben wollen: Buchhändler haben keine Bildungsauftrag!!! Wenn ich mir diese Verteidigung des Boykotts so durchlese, denke ich da sprechen genau diese Bildungssnobs, wege derer viele Menschen immer noch Schwellenangst vor Buchhandlungen haben!
Ich kann dazu nur sagen:
1. Was stört es eine Eiche wenn sich ein Schwein an ihr kratzt?
2. Die Bücher machen Umsatz und falls sie alle nicht im geheiligten Buchhändlerland leben, ist es wohl das was Buchhandlungen brauchen.