Thema KARRIERE

Verlagsempfehlungen zum Thema Karriere

Annette C. Anton, Programmleiterin Verlag bei CampusAnnette C. Anton, Programmleiterin Verlag bei Campus© privat

19.08.2010Interview

"Wir glauben nicht mehr an Reihen"

Der Autor als Freund und Berater – mit diesem Konzept geht der Campus Verlag neue Wege. Persönlichkeit tritt an die Stelle von Themenreihen. Annette C. Anton, Programmleiterin bei Campus, über Trends bei Karrierebüchern.

Hat die Finanzkrise dem Thema Karriere eine neue Richtung gegeben?
Da hat sich auf jeden Fall etwas getan. Viele Leute haben die Krise zur beruflichen Neuorientierung genutzt. Arbeiten heißt nicht mehr nur, Schritt für Schritt die Karriereleiter zu erklimmen. Heute haben Erfüllung und Zufriedenheit ein viel höheres Gewicht. Der Trend geht dahin, die Berufung zum Beruf zu machen. Bücher wie "Finde den Job, der dich glücklich macht" von Angelika Gulder sind bei uns Dauerbrenner.

Welche Autoren kommen bei den Lesern an?
Authentizität und Nähe spielen eine wichtige Rolle. In Umfragen haben wir festgestellt: Auch bei Karrierefragen hört man mehr auf Freunde als auf Autoritäten. Wir versuchen Autoren zu finden, mit denen sich die Leser identifizieren können. Nach dem Motto: Der Autor ist dein bester Freund und der kennt sich auch noch aus. Ein gutes Beispiel ist Beate Westphal. Die Berliner Autorin hat sich mit einem Talentcafé in Berlin selbstständig gemacht. Jetzt zeigt sie anderen Leuten, wie man seinen Traum verwirklicht.

Muss es also nicht mehr der Business-Guru aus den USA sein?
Der Trend geht hin zu jungen, immer öfter auch deutschen Autoren. Nicht der Status ist wichtig, sondern die persönliche Erfahrung, die Autoren glaubhaft vermitteln. Jedes Buch steht für sich, genau wie jeder Charakter einzigartig ist. Deshalb glauben wir auch nicht mehr an Reihen. Außer bei unseren sehr erfolgreichen Bewerbungsbüchern von Püttjer /Schnierda verfolgen wir dieses Konzept nicht mehr.

Welche Rolle spielt das Internet?
Der Online-Handel wächst sehr substanziell. Momentan liegt er bei 20 Prozent. Vor fünf Jahren, als ich hier anfing, lang der Anteil noch bei zwölf Prozent.

Und das Geschäft mit E-Books?
Der E-Book-Verkauf bewegt sich noch im ganz kleinen Bereich. Aber: Die Downloadzahlen haben sich im Vergleich zum Vorjahr vervierfacht. Bei den Apps starten wir jetzt richtig durch. Sicher ist: Der Kunde will nicht die 1:1-Umsetzung des Print-Buchs.

Interview: Sandra Schüssel

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Schlagworte:
Campus, Karriere

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