Antiquariat
28.08.2010Antiquariat
Wer ist Kistenschieber?
Im Duden kommt "Kistenschieber" nicht vor, lediglich "kistenweise". Der Begriff stammt jedenfalls aus einem anderen Handelsbereich: als Kistenschieber bezeichnet(e) man die großen PC-Discounter: keine kompetente Beratung und kein Service, statt dessen Einheitsgeräte aus der Kiste (oder sind die Rechner selbst die Kisten?).
Seit wann "Kistenschieber" – mehr oder weniger verächtlich – für Teile des Gebrauchtbuchhandels verwendet wird, ist nicht klar. Belege aus der Vor-Internet-Zeit ließen sich vielleicht beibringen (aus dem Umfeld der Bücher-, Floh- und Trödelmärkte). Eine terminologische Verschärfung tritt jedoch erst vor etwa zehn Jahren ein: das Internet hat viele neue Konkurrenten angezogen, darunter auch eine Generation reiner "Internet-Antiquare", die das Selbstverständnis des Antiquariatshandels infrage stellt. Dabei geht es nicht nur um eine Arbeitsweise oder bevorzugte Behältnisse für den Transport, sondern um die Berührung von fremden Sphären: "AntiquarSeyn" hat etwas mit "Gesittung, Artung zu tun. Sitzen & Sinnen statt Wirken & Wägen!" (Otto W. Plocher, http://twitter.com/owplocher/status/22265936339).
Gebrauchtbuchramscher und Edelantiquare
Zu welchen Missverständnissen so eine Haltung führt, das beschreibt Wolfgang Keller in einem 2005 erschienenen Pamphlet "ZVAB suckz!" mit diesem Bonmot: "Antiquare nennen sich stolz Antiquare und andere Antiquare verächtlich kistenschiebende Gebrauchtbuchramscher, die wiederum gereizt von rosinenpickenden Edelantiquaren sprechen." Das trifft den Kern. Und Keller fährt ebenso treffend fort: "Egal, wie die wechselseitige Bezeichnung ausfällt, Bücher kommen und gehen."
Der Konflikt zwischen "echtem" Antiquariat auf der einen Seite und dem florierenden Gebrauchtbuchhandel auf der anderen kratzt an der Identität des Berufsstands, und es nützt wenig, wenn tüchtige "Kistenschieber" irgendwann Ambitionen entwickeln, lernen und Kontakte in die Welt des Antiquariats knüpfen. Newcomer werden im Antiquariat grundsätzlich skeptisch beäugt, und wer fragt, auf welcher Seite er steht, hat sich die Antwort selbst gegeben.
bb

1. RF Meyer 28.08.2010 09:31h http://www.meyerbuch.com/
Verächtlich sind Leute, die etwas anderes scheinen möchten, als sie sind, denn sie müssen sich verstellen. Zum einen ist deren Fassade, ohne die es nicht geht, selbst im täglichen Leben, Krampf, zum anderen kann man sich mit denen nicht unterhalten, ohne sich entweder über deren Gebaren lustig zu machen – oder ins Fettnäpfchen zu treten.
Wenn ich Wörter wie „Gesittung, Artung“ lese, wird mir schlecht. Das ist Geschwurbel vom Ärgsten und sagt nichts aus, was im täglichen Dasein Bestand hätte.
Ein „Kistenschieber“, der sein Handwerk versteht und nebenher ein Hobby betreibt, das seinen Geist nicht verrotten läßt, ist in Ordnung.
Ein „Antiquar“, der bloß auf die Tageskasse guckt und abends vor der Glotze versickert, ist nicht in Ordnung.
Für mich persönlich (sic! damit es nicht zu Mißverständnissen führt) liegt der Unterschied zwischen Antiquar und Gebrauchtbuchhändler zum einen im Handelsgegenstand, zum anderen in der Liebe zum Einzelstück, vulgo: der Bibliophilie, die notwendigerweise tiefere Kenntnisse über ihr Liebesobjekt erfordert. Und bitte, NB, ich bewerte dies Objekt nicht, dem einen ist eine Hure Muse, dem anderen eine Marquise (gibt’s die noch?).
2. krämer 28.08.2010 20:53h
In einer soliden Berufsausbildung im *Handwerk* gibt es 3 Jahre Lehrzeit, 3 Jahre Gesellenzeit, und 3 Jahre Meisterzeit. Als Beweis der Meisterschaft kann ein Tischler ein Möbelstück fertigen.
Wie sieht es demgegeüber im Handel aus. Einmal ist das Image des Handels kein gutes. Worin besteht die eigentliche Leistung eines Händlers, und was ist ein Meister im Handel, gegenüber dem Lehrling.
Im Gegensatz zum Handwerk steht beim Handel in der öffentlichen Wahrnehmung der Gewinnaspekt im Vordergrund, ein Meister ist der Händler, der überaus große Gewinne macht, ein erfolgreicher Geschäftsmann also, der es versteht, seine Geschäftspartner zu übervorteilen.
Gegenüber dieser schiefen Wahrnehmung kann man verschiedenes geltend machen. Z.B. könnte man alternativ zur Gewinngröße das Kriterium der Warenqualität, die ein Händler anbieten kann, anwenden.
Demnach unterscheidet sich dann ein Antiquar von einem Kistenschieber durch die Ware, die er im Angebot hat (inkl. adäquater Beschreibung usw.), und die Fähigkeit, solche Ware laufend anzukaufen.
Bibliophilie ist auch ein Kriterium, sicher. Allerdings ich persönlich verstehe nicht, wie Sammler ticken, die auf Erstausgaben und dergleichen aus sind, ohne sich für den Inhalt, was in den Büchern geschrieben steht, zu interessieren.
3. krämer 28.08.2010 22:05h
Ein weiterer Aspekt ist, daß das klassische Antiquariat eine Assoziation mit dem Bildungsbürgertum hat.
Wenn wir eine ordentliche Attacke fahren wollten, gegen die Großantiquare, dann würde sie auf diesen Punkt gehen. Wie steht es mit der Bildung.
Bildung beruht, abgesehen von dem persönlichen Umgang, auf überaus fleißiger Lektüre, und in diesem Sinne stimme ich überein mit dem Statement:
"Gesittung, Artung zu tun. Sitzen & Sinnen statt Wirken & Wägen!" (Otto W. Plocher), d.h. Muße, Muße zu lesen und eigene Gedanken entwickeln.
Jedem, der Freizeit hat, steht das offen.
Bildung ist lesen.
4. mw203 28.08.2010 22:40h
Ein Kistenschieber unterscheidet sich von einem Antiquar z.B. dadurch, dass er versucht, für ein zufälligerweise vergriffenes und momentan auf keiner Plattform angebotenes Fischer-Taschenbuch 60 Euro zu erpressen und gleichzeitig bereit ist, unverzüglich auf 2,48 herunterzugehen sobald eines für 2,49 eingestellt wird. Ein Kistenschieber versucht ... sagen wir: für ein fleckiges Exemplar der Erstausgabe von Thomas Bernhards "Alte Meister" (mit Anstreichungen) 16 Euro zu bekommen.
Überflüssig zu sagen: Kistenschieber tummeln sich in beiden Lagern. Ebenso Antiquare.
5. H. Erlemann 29.08.2010 00:55h
Der Futterneid und die Abgrenzung zwischen "rosinenpickenden Edelantiquaren" und "kistenschiebenden Gebrauchsbuchramschern" scheint mir mehr ein innerdeutsches Problem zu sein, weil ein über Generationen gewachsenes und tradiertes demokratisches Bewußtsein fehlt und immer noch auf das alte Stände-Klassen-System rekurriert wird.
Während meines Aufenthaltes, 1987-2001, in den demokratisch-oligarchisch ausgerichteten Niederlanden, habe ich eigentlich andere Erfahrungen gemacht.
Bei größeren Ankäufen war es eigentlich eine Selbstverständlichkeit, daß der zum Ankauf eingeladene Antiquar gleich 1- 2 Kollegen zur Besichtigung und Bewertung einer Bibliothek mitbrachte, allerdings unter der Voraussetzung der Erstauswahl "sogenannter Edelware". An Streitigkeiten kann ich mich eigentlich nicht erinnern. Die Symbiose zwischen "Edelantiquar, Gebrauchtbuchhändler und Kistenschieber" hat eigentlich immer ohne große Probleme geklappt. So waren alle glücklich: Der Verkäufer und die Käufer.
Voraussetzung war allerdings immer, daß alle als "Handelaar met tweedehands boeken" bei der "Kamer van Koophandel" eingeschrieben waren. Nicht gewerbliche Händler wurden nicht eingeladen.
Dieses Verfahren ist auch in Deutschland möglich, aber nur mit langjährigen Freunden (-innen).
6. Otto W. Plocher 29.08.2010 08:40h
Meine Herren, vor allem @1 Kollege Meyer,
der Tweet mit "Gesittung & Artung" war nun, das hätten Sie sich ja wohl als humorbegabter Mensch denken können, in der Wortwahl nicht ganz wörtlich zu nehmen (wie ca. 50% des dort von mir geschriebenen Parodie und Satire ist), denn die beiden Begriffe stehen ja durchaus in einer verdächtigen sprachgeschichtlichen Tradition, die eben - ein wenig verschwurbelt ist und auch von unguten Kräften zu wenig edlen Zwecken mißbraucht wurde. Ich meine mich zu erinnern, daß Heidegger, als er mit seinen badischen Bauern im Herrgottswinkel saß und über seine Berufung nach Berlin grübelte (die er aus Antiurbanismus ablehnte) von Gesittung & Artung dahlte.
Sitzen & Sinnen contra Wägen & Wirken stammt allerdings von H.D. Hüsch, der damit die Titel seiner Schullesebücher wiedergab und sich eindeutig auf die Seite des Sitzens & Sinnens schlug - ist eben eine Typenfrage, was man bevorzugt, das Dionysische oder das Apollinische. Bin Herrn Krämers Auffassung, das Kultur Arbeit und Studium bedeutet, und das jede Stunde, die ich dem Alltagsgeschäft dafür abringe, einst Früchte tragen wird, und würde auch als einen Unterschied zwischen Kistenschieber & Antiquar die Entwicklungungsfäigkeit, den Willen zur Emanation, sehen: Mehr Kenntnisse, bessere Ware, Hebung des Gesamtniveaus (NB: der Unwille hierzu ist ja leider nur allzu oft erkennbar). Schoben wir nicht alle einst Kisten / doch bleibts nicht unser aller Profession auf Ewigkeit.
Gruß OW Plocher
7. bookmarathon 29.08.2010 13:40h
Herr Biester, der Namen Kistenschieber, benutzt als verächtliche Ausdruckweise für Gebrauchtbuchhändler, zeigt doch nur mit welcher Arroganz einige wenige sich über andere stellen wollen.
Ich will sicher nicht nachfragen, wie einige s.g. Edelantiquare zustande gekommen sind. Nur lässt sich mit Sicherheit sagen, dass einige der Herren sich den "Titel" Antiquar erkauft haben, und sich erst dann auch über Jahre eingearbeitet haben. Wieviel Geld dabei vernichtet wurde spielt wohl keine Rolle, da bei einigen schon genug Kapital durch "richtige Jobs" verdient wurde. Einige Antiquariate waren reine Abschreibungsobjekte und andere Antiquare würden auch nach 20 Jahren nicht selbstständig arbeiten können, wenn ihre Frauen sie nicht aushalten würden. Andere verkaufen im Netz ganz schlimmes Zeug. Kein Wunder, sie haben den Wandel der Zeit nicht wirklich mitbekommen. Diese bleiben dann auch häufig auf der Strecke. (Gebrauchtbuchhändler mit Müll im Programm, überleben in der Regel das erste Jahr nicht.)
Für mich ist ein Antiquar jemand, der seinen Job von der Picke an gelernt hat. Viele der "ECHTEN" Antiquare haben als Kistenschieber begonnen, denn irgendwie musste ja auch gelernt werden, welche Ware läuft usw.
Einer meiner besten Freunde, ein Antiquar, hat seit 30 Jahren jede Form von Bücher sortiert, hat geschleppt und hat seinen Job gelernt. Ein Typ der mir nicht jeden Tag sagen muss was für ein toller Hecht er ist. Denn das weiß ich selbst, denn bei seinem Kerngeschäft, dem antiquarischen Buch, kann ich nicht wirklich mitreden. Dieser Antiquar hat 30 Jahrelang gearbeitet, hat zig tausende Kartons von Bücher geschleppt, hat Billigmist bearbeitet und Bücher die Preise von Kleinwagen haben. Und dieser Mann hat keine Nobelvilla, fährt keinen Ferrari, hat keinen echten Beckmann an der Wand hängen oder andere super tolle Statussymbole. 30 Jahre ein grundsolider interlektuelle Arbeiter. Ein Freund für mich, ein Antiquar und ein wandelndes Lexikon. Und ich habe ihn noch nie erlebt, dass er über Kistenschieber und ähnliches böse gesprochen hat. Die Ausnahme? Nein, sicher nicht, denn viele Antiquare haben ein Lebenlang gearbeitet und kämpfen auch heute. Wenn dem nicht so wäre, dann gäbe es diesen Thread überhaupt nicht.
Ich würde mir wirklich wünschen, dass einige der Neureichen Quereinsteiger mal ein paar mehr Erfahrungen machen würden. Und selbst von denen mag ich einen echt gern, auch wenn der vom Gebrauchtbuchhandel NULL Ahnung hat. Aber er hat Ahnung von der Kunst, der Wertigkeit der Kultur usw. Und ich habe selten einen Antiquar erlebt, der bei uns einen so guten Eindruck hinterlassen hat. (Na ja, ist der Freund eines Freundes, womit ich nur bestätigt werde, dass ich gute Freunde habe.)
Mein Gebiet sind die Bücher die eine ISBN haben. Da weiß ich, was ich tue. Aber bei antiquarischen Büchern dauert die Bearbeitung nicht nur länger, sondern oft komme ich an meine Grenzen weil mir einfach das Wissen fehlt. Macht aber nichts, jetzt beginnt die schöne Zeit der Weinlese, Zwiebelkuchen und "Neuen Süßen", und ich bin mir sicher, dass mein befreundeter Antiquar mich sehr gern besuchen wird.
Und es sicher kein betreutes Wohnen wenn ich mit einem Antiquar etwas zusammen mache, denn bei der ISBN-Ware und der Technik usw. brauche ich mich nicht zu verstecken. Wir lernen von einander und haben sicher Spas.
Ich glaube übrigens, dass der Konflikt zwischen Gebrauchtbuchhändlern und Antiquaren nur von wenigen frustrierten angeheizt wird. Und ich mag einige Antiquare einfach nicht, weil mir die Arroganz auf die Nerven geht und ich einfach Klasse Typen aus der Branche kenne. Da muss ich mich nicht mit menschlichen Totalausfällen beschäftigen. Insgesamt sitze ich auch lieber abends mit unserem Metzger und einem schönen Bier in der Hand vorm Schopf und betrachten den Sonnenuntergang, als mit irgendwelchen Möchtgerninterlektuellen ein Columbusei zu pellen.
Im übrigen finde ich das Foto eine Lachnummer. Ich kenne keinen der seine leeren Kisten so stapeln würde. Soetwas kommt einfach, wenn jemand von etwas schreibt, was er offenbar nicht kennt. Eine gewisse Erdung wäre da nicht schlecht, und ein Besuch bei einem Gebrauchtbuchhändler in Frankfurt wäre sicher mal eine interessante Erfahrung für Herrn Biester.
Das ist wohl der Unterschied, Herr Biester: Wir sehen uns die Arbeitsweisen von Antiquaren an, während einige Edelantiquar völlig die Bodenhaftung verloren haben. Aber genau deswegen funktioniert mein Job. Wie gesagt, ich verkaufe die Ware, die Antiquare nicht wollten!!!
Und noch an Herrn Krämer:
"..der überaus große Gewinne macht, ein erfolgreicher Geschäftsmann also, der es versteht, seine Geschäftspartner zu übervorteilen."
Nicht jeder der Gewinn macht übervorteilt die Geschäftspartner. Ihre Aussage ist so daneben, dass es sogar unter meiner Würde ist da noch näher drauf einzugehen.
8. RF Meyer 29.08.2010 16:28h
ad 6.
„Alles was Sie twittern, kann und wird bei BöBla gegen Sie verwendet werden.“
Ist mir auch schon passiert, daß ein unglaublich ernsthafter Kollege einen meiner krummgedachten Späße sofort auf seiner Meinungsseite weiterverbraten hat. Es sei ihm verziehen, dem Trockenfisch.
Doch hört der Spaß auf, wenn der Zwitscher seines Kontextes entkleidet, ernstbewaffnet nackt präsentiert vor einem steht, frisch zwischen Wörtern aufgebaut, die ihn nun als Mißverstehensanleitung, sozusagen Gebrauchsanleitung fürs tägliche Mißdeuten umdeuten. Dann gebört er ernstlich behandelt, obwohl eigentlich der Wortsinnverdreher behandelt gehörte.
9. H. Kraft 29.08.2010 20:25h
Zum Thema Kistenschieber:
Dieser Beitrag reizt mich, dass ich mich aus meiner selbst auferlegten Pause kurz melde.
Ich war in meiner Lehrzeit Auspacker und Einpacker (von Büchersendungen, Päckchen und Paketen) und dann später Einpacker und Auspacker von Bücherkisten. Getragen habe ich darunter auch volle Bananenkisten.
Gewisse Dinge gehören im Umgang mit Büchern dazu.
Das Ein- und Auspacken von Büchern führt auch zur Kenntnis der Bücher.
(Dies ist jetzt mein Verstehen zum Kistenschieber. Ich kann mich da aber auch völlig täuschen).
Noch am Rande als Zusatz (freibleibend):
Ich wünsche mir hier bei den Kommentaren weiterhin vor allem Meinungen die sachbezogen sind und niemanden persönlich angreifen. Dies ist nicht mein Stil.
Ich versuchte mich immer bisher sachlich zu Themen zu äußern, denn nur dadurch haben Kommentare einen Sinn und bewahren auch einen gewissen Schreibstil.
Tiefer gehende Fragen an mich persönlich beantworte ich nicht. Es sollte eine Schreibkultur auch hier bei diesen Kommentaren erhalten bleiben. Auch gegen eine Einschiebung einer humorvollen Pointe ist nichts zu sagen.
Zum Schluss noch ein Hinweis auf ein Buch eines
unvergessenen Büchersammlers und Buchkenners, den ich selber kannte - Werner Schweikert (1933 - 2005) -
Werner Schweikert
Kein Leben ohne Bücher
Autobiografische Notizen
Freunde und Familie erinnern sich
Hrsg. von L. Wieser
Wieser Verlag, Klagenfurt 2005
(Das Buch ist im Wieser Verlag zum Preis von 18,80 Euro noch lieferbar).
H. Kraft, München
10. bookmarathon 29.08.2010 20:50h
@9
Oder bei Amazon bestellen, dort sind noch rund 20 Exemplare ab 6 Euro zu bekommen. ISBN 3851295889
11. Markus Gross 30.08.2010 08:10h
Der Begriff 'Kistenschieber' scheint mir nicht der richtige zu sein. Ich jedenfalls schiebe selten Kisten .. wenn ich viel Glück habe, dann rolle ich sie auf einer Sackkarre durchs Lager, meist aber trage, hebe, wuchte, staple ich Kisten.
Mit diesem -hoffentlich wegweisenden - Beitrag wünsche ich einen schönen Tag.
Markus Groß, Daun
12. Orangenbaum 30.08.2010 09:09h
@9
Sie schreiben: "Das Ein- und Auspacken von Büchern führt auch zur Kenntnis der Bücher."
Demnach würde das mehrfache Ein- und Auspacken von Büchern zu einer Vertiefung des Lernstoffs führen! Das werde ich ausprobieren!
13. Markus Gross 30.08.2010 10:35h
@12 ... aber auch das vielfache aus- und einpacken der üblichen DanellaKonsalikSimmelMLFischerGrisham...Bücher macht jetzt nicht gleich einen belesenen Edel-Antiquar aus Ihnen ...
14. H. Kraft 30.08.2010 14:45h
allgemein gesagt:
Mit dem Ein- und Auspacken kann man sich nur einen
groben Überblick über die Bücher verschaffen. Vielleicht ab und an mal verschiedene Titel merken.
Dann kommt es auch auf die Anzahl der Bücherkisten an, die auszupacken sind.
Wichtig ist auch der Zeitfaktor. Oftmals können noch einige Überraschungen eventuell an seltenen Büchern gefunden werden, wenn die ausgepackten Bücher einmal in Regalen aufgestellt sind und man betrachtet diese dann bei Tageslicht genauer. Danach erfolgt die Kollation, d. h. die Vollständigkeitsprüfung der Bücher. Dabei geht es auch an das Sortieren dieser Bücher. Dies ist ein anderes Thema auf das hier nicht eingegangen werden kann.
H. Kraft, München
15. Markus Gross 30.08.2010 17:51h
@14
..deswegen ist das Leben als gebrauchtbuchhändlerundAntiquar auch so stressig .. man kommt ja zu nix mehr wenn man mal wieder die gerade angekaufte umfangreiche ReadersDigest und KonsalikSimmel Sammlung kollationiert hat ..
16. Rojas 07.09.2010 17:48h
Hallo, sind Kistenschieber die neue Konkurrenz? Falls ja, wiso? Die Lösung der Probleme und das Hauptproblem liegt meiner Ansicht nach in der Antiquariatsführung, die restlos überfordert ist.
Die Antiquariatsführung sehe ich in den Altantiquaren, die mit Spitzenqualität handeln und sich selbst als führend in der Antiquariatsszene begreifen.
Sie gaben, wollen und konnten mit staatlich anerkannter und wirtschaftlicher Unterstützung den Ton angeben und waren Vorbild für den Unterbau der rund 400 deutschen Antiquare.
Denselben Altantiquaren aber zu erklären, wie sie in Wirklichkeit mit gleichbleibender, und damit nachlassender Qualität, auf jeden Fall unrentabel arbeiten, ist nach Auffassung der Unglücklichen der Anfang eines Größenwahns und ein Lanzenkampf gegen Windmühlen, der wahrscheinlich in der gefürchteten Kritik, an der brutalsten Spitzenqualität eines Heribert Tenscher enden wird.
Die Frage ist also, ob eine neue Antiquariatsführung oder ein ultimatives Geschäftskonzept die durch E-Kommerz weg gebrochene mittlere Qualitäts- und Preisware überhaupt auffangen kann. Will man dass überhaupt? Und gibt es die gefürchteten Werte, die über den führenden Altantiquaren stehen? Gehört die Vermittlung eines günstigen, inhaltlich und äußerlich wertvollen Buches zu diesen größten Idealen, und gibt es eine Steigerung davon, im Sinne von jeder gibt was er kann und bekommt was er will und braucht?
Rojas
17. A.Michael 09.09.2010 12:25h
ein bisschen körperliche Betätigung mit Kisten schieben oder heben kann auch dem Edel-Antiquar nicht schaden!
Egal auf welche Bücher man sich spezialisiert hat, das "filtrieren" von Büchern aus der Masse gehört mit Sicherheit für beide Händler zum "Handwerkzeug".
@ Ein „Antiquar“, der bloß auf die Tageskasse guckt und abends vor der Glotze versickert, ist nicht in Ordnung.
Doch: Wenn man davon leben muss und die Tageskasse stimmt, ist auch das gelegentlich OK!