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30.08.2010Aktueller AGOF Branchenbericht Spezial Bücher
Mehr als jeder zweite Onliner interessiert sich für Bücher
Sowohl bei der Online-Recherche als auch beim Online-Kauf der Internetnutzer stehen Bücher unter den 59 im Rahmen der internet facts untersuchten Produkten an Platz eins. Was das Internet als Vertriebsplattform für die Buchbranche besonders attraktiv macht, ist das hohe Aktivierungspotenzial des Netzes bei Büchern. Sichtbar wird dieses durch die Online-Conversion-Rate – das Verhältnis von Online-Informationssuchenden zu Online-Informationssuchenden UND Online-Käufern. Bei Büchern beträgt die Online-Conversion-Rate 68,7 Prozent, d.h. mehr als zwei Drittel der Personen, die sich online über Bücher informiert haben werden auch zu Online-Käufern.
Die online anzutreffenden Potenziale für die Buchbranche zeichnen sich durch einen leicht überdurchschnittlichen Frauenanteil von 50,4 Prozent aus. Mit 73,4 Prozent zählen knapp drei Viertel der bücheraffinen User zu der werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen und knapp ein Drittel (32 Prozent) verfügt über ein Haushaltsnettoeinkommen von monatlich über 3.000 Euro.
Mehr zum Thema lesen Sie im kommenden Börsenblatt Heft 35, das am 2. September erscheint.



1. H. Kraft 30.08.2010 12:37h
Trotz dieser Buchkäufe über das Internet sollte die stationäre Buchhandlung und auch das Ladenantiquariat nicht vergessen werden. Es ist gut, wenn eventuell da beides genutzt wird. Es kommt immer auf das jeweilige Umfeld (Stadt usw.) an und was nun im Internet zum Sammelgebiet angeboten wird. Buchhandel, Antiquariat, Flohmärkte und Internet: Dies ist alles abhängig vom guten Angebot. Im Internet sind dann auch von Bedeutung die Zustandsbeschreibungen der dort angebotenen Bücher und Graphiken. Jeder Sammler/Sammlerin kann also auf verschiedenen Ebenen das Sammler- oder auch Finderglück ausprobieren. Interessant ist auch das hier genannte Haushaltseinkommen von über 3000 Euro netto im Monat. Nicht zu vergessen sind die unterschiedlichen Buchpreise. Im Buchhandel ist der feste Ladenpreis verankert. Im Antiquariat, bei Flohmärkten, im Internet und bei anderen Plattformen sieht es anders aus. Somit bleibt es dem Buchliebhaber überlassen, welche Strategie er beim eigenen Ankauf und Stöbern nutzen möchte. Er hat letztendlich die freie Auswahl. Insgesamt gesehen sind wir noch nicht über die Finanzkrise hinweg. Es bleiben also nach vorne noch manche Dinge abzuwarten.
H. Kraft, München
2. J. Heller 30.08.2010 21:32h
Es wäre schön, wenn Versand- und stationäres Geschäft der einzelnen Anbieter stärker miteinander verknüpft würde. Sicher, es ist schwierig gegen große Buchversender im Netz anzugehen. Aber Kunden, die man im Laden hat, ließen sich schonmal ebenfalls an sein Online-Angebot binden. - Wenn man die gleichen Bücher bei seinem Buchhändler vor Ort kaufen kann, wie bei Amazon, dann bestellt man sie auch auf dessen Plattform.
Eine Verknüpfung mit Libri oder Buchkatalog finde ich dabei nur so ungünstig.
Es ließe sich auch - mit entsprechender Verknüpfung von Online-Datenbank und eigener Warenwirtschaft - ein brauchbarer eigener Katalog aufbauen, mit dem man auch den Vorrats-Bestand und den Bestell-Bestand seines stationären Ladens abbilden kann und entsprechend Versand- und stationäres Geschäft koppeln kann.
Mir erscheint es nur so, dass immer noch die Möglichkeiten - die gerade durch die Entwicklung freier Software geschaffen wurden und durch die Bündelung von Kräften in entsprechenden Gemeinschaften verschiedener Sortimenter geschaffen werden können - ungenutzt bleiben und mit Schwellenängsten besetzt sind.
Wenn Herr Kraft schreibt, dass der stationäre Handel nicht vergessen werden darf, stimme ich ihm da zu. Dennoch sehe ich halt, dass gerade der stationäre Handel - und dabei gerade der kleine Nischenhandel - mit einer gewissen Investitionsbereitschaft und Entwicklungslust - beides sehr attraktiv miteinander koppeln, die stationäre Kundschaft binden und etwas mehr noch an übriger Online-Kundschaft dazu gewinnen kann.
Denn die Meldung oben kann ja mehrere Schlussfolgerungen zulassen. Folgt man aber üblichen Angstmeldungen wird in der Regel daraus nur der Schluss gezogen: Oh Gott, wir verlieren immer mehr an Amazon.
Dabei war es noch nie so einfach wie heute, mit verhältnismäßig geringem Aufwand einen eigenen Online-Shop jenseits der Service-Angebote der Buchgroßhändler aufzubauen. Was dann auch der eigenen Lagerhaltung sehr zugute kommen kann.
Wäre schön, wenn das gerade von den kleinen offensiver genutzt werden würde.
3. H. Kraft 30.08.2010 22:43h
Zu 2.)
Sehr geehrter Herr Heller,
zunächst vielen Dank für Ihren Beitrag, über den ich mich sehr gefreut habe. Dieser setzt ganz interessante Aspekte frei, was eben die sogenannte Verbindungsschiene (mal so ausgedrückt) zwischen Kunden im stationären Antiquariat und dann die Verbindung in das Netz betrifft. Es wäre in erster Linie einmal zu überdenken, ob es nicht möglich wäre, wenn im Internet beim eigenen Angebot der antiquarischen Bücher nicht doch ein kleines Bild mit einer Aufnahme vom Ladenantiquariat plaziert werden könnte.
Auf diese Weise wird ein Sammler/Sammlerin im Internet auf das Antiquariat aufmerksam und es ist möglich (davon ist auch auszugehen), dass sich dieser Sammler über einen Anruf in diesem Antiquariat nach den Öffnungszeiten erkundigt und dann sogar das Ladenantiquariat besucht. Deshalb müsste also so eine Angebotsseite im Internet effektiv mit einer Werbung, z. B. Außenansicht und eventuell Innenansicht des Antiquariats, gestaltet werden.
So ein Weg wäre in etwa einzuschlagen. Da bin ich sicher, dass dies gelingen würde und dadurch auch wieder Kunden in das stationäre Ladenantiquariat finden.
Es kommt jetzt nur auf die richtige Umsetzung an.
Mit Ihrer angesagten ,Investitionsbereitschaft und Entwicklungslust` stimme ich Ihnen vollkommen zu.
Ich bin da mehr (vielleicht etwas humorvoll ausgedrückt) der kleine Nachdenker und Sie sind der Praktiker in dieser Sache.
Mit bestem Gruß aus München
und eine gute Zeit
von H. Kraft, München
4. J. Heller 31.08.2010 01:40h
zu 3.)
Sehr geehrter Herr Kraft,
ich denke, das ist durchaus möglich. Ich denke aber auch, man darf sich nicht über den Aufwand hinwegtäuschen. Wobei ich gerade das nicht als Gegenargument ansprechen möchte, sondern viel eher nur als eine Tatsache, die man sich vor Augen führen und dann angehen muss.
Was mir vorschwebt, erscheint dem ein oder anderen womöglich utopisch, oder übersteigt schlicht manches die Vorstellungskraft. Aber ich "brainstorme" mit Ihnen einfach weiter, da es mir scheint, dass Sie ganz gerne sich etwas vorstellen möchten. Ich würde sagen:
Es ist notwendig, ein gutes und stabiles System zu besitzen, dass einem die notwendigen Arbeitsschritte erleichtert. Abnehmen kann es einem kein System.
Das die Entwicklung eines wirklich passenden Systems Geld kostet, ist ebenfalls nicht zu vermeiden, aber die Kosten könnten womöglich gering gehalten werden.
Dazu gehört Kooperation, etwas technische Neugier und die Zusammenarbeit mit OpenSource-Entwicklern.
Kooperation: Es gibt verschiedene Kooperationsmodelle im Buchhandel. Mir ist keines von Buchhändlern bekannt (aber ich habe mich auch schon länger nicht mehr damit befasst), die sich auf der Ebene von Marketing und Technik zusammengeschlossen haben. Marketing, weil selbstverständlich ein Online-Auftritt auch das beinhaltet. Technik, weil ein Online-Auftritt nunmal zuerst auf dem Zusammenspiel von Soft- und Hardware basiert und der Entwicklung von Software.
Stellt man sich vor, dass sich mehrere Buchhandelskollegen zu einem Kooperationsmodell, oder nennen wir es einen Verein, zusammenschließen - das kann regional oder überregional sein, der gemeinsam Entwickler bezahlt, eine brauchbare Softwarelösung für ihre Belange zu entwickeln, lassen sich schonmal die Kosten teilen und damit ein gemeinsamer Nutzen produzieren.
Technische Neugier und Zusammenarbeit mit Opensource-Entwicklern: Ich bin generell kein Freund davon, für Software-Lizenzen Geld zu bezahlen ohne Gewährleistung auf die reibungslose Funktionsweise der Programme. Für mich sind die direkten Dienstleistungen eines Software-Entwicklers und eines System-Administrators klar nachvollziehbare und wertvolle Güter, die es wert sind bezahlt zu werden. Man bezahlt den Entwickler für die Leistung, dass ein Programm, dass man benötigt entwickelt wird. Man bezahlt den Administrator dafür, dass das System läuft.
Nutzt man dabei die Möglichkeiten, die einem durch die Entwicklergemeinde von OpenSource-Projekten geboten werden - nutzt also die Entwicklung freier Software und sorgt für ihre Weiterentwicklung - schafft man zumindest das Potenzial, dass die einmal entwickelte Software - je interessanter sie wird, von der Entwicklergemeinde weiter entwickelt wird, ohne dass man noch etwas dafür bezahlen muss. Einfach, weil dann alle etwas davon haben.
Es gibt bereits eine Vielzahl von OpenSource-Produkten, die für die von uns angedachten Zwecke nutzbar sind. Es geht vor allem um ihre Kombination.
Der leichteste und auch günstigste Weg ist dann, gleich auf Linux das System, das entstehen soll aufzusetzen.
Es gibt hervorragende Möglichkeiten, beispielsweise mit der Linux-Distribution Debian (stable) eine auf die Wünsche eines Sortimenters oder Antiquars abgestimmte Paketsammlung zusammen zu stellen, mit der man prinzipiell in einem Abwasch ein komplettes Netzwerk für ein geschlossenes Warenwirtschaftssystem im Laden installieren und konfigurieren kann. (So etwas ist ausgesprochen wichtig, damit Schwellenängste ausgesprochen niedrig gehalten werden.)
Was entwickelt werden müsste, wäre ein geschlossenes, am besten modularisiertes Warenwirtschaftssystem (WWS), mit dem die jeweiligen Notwendigkeiten von Sortimentern und Antiquaren erledigt werden könnten. Es gab zumindest bereits Projekte freier Warenwirtschaftssysteme, es gab auch ein Projekt, für das WWS in einer Buchhandlung (allerdings im ausländischen Buchmarkt).
Um das Projekt allerdings interessant genug zu gestalten, sollte es flexibel sein. Daher modularisiert, damit jeder das System für sich zusammenstellen kann, dass er braucht. Es gibt Grundgemeinsamkeiten, auf die dann Spezialisierungen aufgesetzt werden können.
Es kann aber auch sein, dass die zumindest früher existenten Projekte auch Grundlage für eine Neuentwicklung sein könnten.
Ich persönlich habe meine ganz eigenes Verständnis von Benutzerfreundlichkeit - mein Lieblings-WWS war das Libri-WWS aus den 90ern, das noch auf DOS aufsetzte. In einem "Verein" interessierter Buchhändler, die so ein Projekt vorantreiben wollen, könnte man eine Wunschliste entwerfen, was das System können müsste, welche Spezialitäten man bräuchte, welche Anforderungen man an die Bedienbarkeit stellt und diese Wunschliste dann möglichen Entwicklern als Vorgaben geben. Dann wissen die, wie das System sich verhalten soll und können relativ einfach ein entsprechendes System bauen.
Denn: Simpel gesprochen ist ein WWS nichts weiter, als eine Datenbank-Anwendung. Eine Datenbank, die dafür gut geeignet sein kann heißt PostgreSQL. Die gibt es schon. Man müsste demnach ein Programm bauen, dass so aussieht, wie die Auftraggeber es sich wünschen und das im Hintergrund vor allem mit dem Datenbankprogramm zusammenarbeitet.
Dazu sollte selbstverständlich auch ein mit dem WWS gekoppeltes Kassenprogramm gebaut werden.
Natürlich muss es auch mit anderen Datenbanken interagieren können. Beispielsweise sollte es in der Lage sein, die Online-Kataloge der Buchgroßhändler abzufragen etc. Und es sollte in der Lage sein, den Haus-Katalog für den Webauftritt zu exportieren.
Aber all das - ist zwar mit Arbeit verbunden - aber keine Hexerei.
Freie Webshop-Anwendungen gibt es bereits. Genauso wie freie Content-Management-Systeme. Soweit das notwendig ist, müssen Schnittstellen zwischen den existenten Programmen und dem zu entwickelnden WWS geschrieben werden.
Alles was dabei entwickelt wird, sollte unter der Bedingung entwickelt werden, dass es stets freie Software bleiben soll. Denn dann, wenn das Projekt interessant bleibt und sehr brauchbar ist - kann die Weiterentwicklung auch ein Selbstläufer werden.
Der Vorteil ist dann nicht nur, dass die bloße Software frei verfügbar ist. Sie kann - und sollte - auch so gebaut werden, dass man sie auf immer der leistungsschwächsten Hardware flüssig läuft. Dort spart man dann nämlich auch eine ganze Menge. Weder ein Kassen-PC muss sonderlich schnell sein, wenn auf ihm nur die Kassenanwendung läuft, noch ein PC im Laden auf dem das WWS für die Dispo und die Kundenbestellungen etc. läuft. Leistungsfähig muss der Server sein und sicherlich auch nicht gerade uralt der Rechner im Büro.
Der langsame Rechner von heute ist der schnelle Rechner von gestern. Und viele Anwendungen laufen darauf immer noch schnell. Nur die Programme werden immer leistungshungriger. In Wirklichkeit braucht man in der Anschaffung gar nicht so viel Geld ausgeben - weil die Rechner für Datenbankanwendungen schon längst viel zu leistungsfähig sind - und spart auch weiter im Verbrauch. (Ein schwächerer Rechner braucht ein schwächeres Netzteil und verbraucht weniger Strom. Das rechnet sich mit der Zeit.)
Außerdem hat man vielleicht noch die alten Schätzchen und kann sie weiter hervorragend nutzen.
Hat man also seine Mitstreiter gefunden, die so ein Projekt unterstützen und ist sich im Klaren, was man will, kann man sich Entwickler suchen, die das Linux-Projekt in die Tat umsetzen. Auch ganz klassisch über eine Ausschreibung.
Träumen wir weiter:
Die Software ist existent, die Schnittstellen mit bereits bestehenden Projekten für Webanwendungen etc. laufen, das ganze wurde in einer angepassten Debian-Version auf CD zur komfortablen Installation zusammengepackt (Debian bloß deswegen, weil Debian stable eines der robustesten und stabilst laufenden Linux-Distributionen ist, auf Kosten absoluter Aktualität, die aber auch nicht benötigt wird, da wir ja gerade nicht die neueste Hardware benutzen wollen und weil es eben so hervorragend an persnliche Wünsche anpassbar ist) dann wird das System bei uns eingerichtet.
Wir am Besten mal wieder eine Zwischeninventur machen, unsere Bestände einpflegen, und damit den Webauftritt füttern.
Hier sollte also eine Verbindung in zwei Richtungen eingerichtet sein. Ich kann nicht nur den Titelkatalog einpflegen, sondern auch meine Bestände. Damit kann ich online melden "Am Lager" oder "Besorgung". (Solche Aufgaben lassen sich gerade unter Linux dann auch mit wenig Aufwand automatisieren.) Vom Webshop muss gemeldet an das WWS gemeldet werden: "Bestellung zu diesem und jenem Titel eingegangen."
Dann muss am besten auch automatisiert im WWS hinterlegt werden, welcher Titel vom Lager ans Abholfach gebucht werden muss und für welche Titel eine Bestellung beim Barsortiment ausgelöst werden muss. (Ich denke natürlich jetzt erstmal als Sortimenter. Aber auch für Antiquare werden da bestimmt ähnliche Funktionen interessant sein.)
So ein geschlossenes System erfordert natürlich, dass vielleicht eine Stunde vor Ladenöffnung bereits einer die Online-Bestellungen tatsächlich vom Lagerregal ins Abholfach legt. Die notwendigen externen Bestellungen können ja bereit automatisch ausgelöst worden sein.
Ich finde es eben wichtig, dass Online-Bestellungen auch für das Lager vor Ort möglich sind. Denn erst dann lässt sich wirklich interessant mit der Lagerhaltung verfahren. Ich denke, dass ist für einen Antiquar besonders interessant. Aber eben auch für Sortimenter. Ich fand es immer ausgesprochen doof, wenn man Online-Bestellungen - im Kooperationsmodell mit Libri - aufnimmt und so auch Barsortiments-Bestellungen auslöst, obwohl der Titel vor Ort war. (Das ist zwar lange her, aber ich kann mir vorstellen, dass das bei manchen immer noch so ist, da ja häufig Web-Auftritte trotzdem an Libri gekoppelt sind.)
Und wenn man so ein System hat, tja, dann können Sie natürlich auch Bilddaten mit hochspielen. Alles hängt am Fassungsvermögen Ihrer Festplatten. Bloß, sie müssten die Bücher dann bei der Lageraufnahme selbst fotografieren. -> Wenn man von vornherein weiß, welche Aufgaben erfüllt werden sollen, kann man das so einrichten. Sind Fotos beim Buch hinterlegt, wird es entsprechend im Online-Katalog dargestellt.
Sie können die Wege auch recht kurz halten. Um die technischen Möglichkeiten weiter zu führen. Ich kenne die Konditionen jetzt nicht. Aber nur von den Möglichkeiten her: Über die Fritz!Box und dem entsprechenden Anbieter, können sie mit einer Flat ins Netz. Sie können einen Rechner als Webserver einrichten. Mit der Fritz!Box fällt sehr vieles leicht, auch über beispielsweise DynDNS.org Ihren Webauftritt im Laden zu pflegen und im Internet darzustellen. Dann sparen sie sich auch die Kosten für die Server-Miete.
Alles, an diesem "Braingestorme" hat natürlich dann den Haken, dass Sie selbstverständlich auch potentielle technische Probleme vor Ort haben und wenn sie die nicht selber lösen können, jemand brauchen, der ihnen dabei hilft. Daher sage ich ja, für Software-Lizenzen zahlen gefällt mir nicht, für nachvollziehbare Dienstleistung zu zahlen, aber sehr wohl.
Ein weiterer Vorteil aber, alles vor Ort zu haben ist auch, dass gerade die Schnittstelle zwischen Webshop und WWS sehr problemlos zu realisieren ist, weil es ja im Haus-Netzwerk bleibt.
....
Tja, das sind verhältnismäßig grob umrissen, Möglichkeiten, die ich sehe. Natürlich kann man das gleiche auch mit bereits vorhandenen kommerziellen Windows-Programmen erreichen.
Vielleicht muss man sogar nicht mal viel mehr Geld ausgeben. Allerdings hat meine vorgeschlagene Lösung den großen Vorteil, dass man etwas wirklich auf seine Bedürfnisse zugeschnittenes erhält, die Software einen dann kein Geld mehr kostet, da weder das Betriebssystem, noch die übrige verwendete Software Geld kostet (man hat auch wesentlich weniger, eigentlich immer noch keine Virenprobleme und kann das System gut gegen Angriffe absichern).
Und dann können Sie auch wirklich alles machen, was sie sich wünschen damit, solange es Entwickler gibt, die es schreiben und sie einen Plan haben, was sie wollen - und nicht beratungsresistent sind. Es kann auch Dinge geben, die nicht so leicht zu realisieren sind. Aber wenn sie (und ihre potentiellen Vereinsmitglieder) eine klare Vorstellung haben, was sie MACHEN wollen und Entwickler suchen, mit denen Sie dann im Gespräch konkret besprechen können, wie es umgesetzt werden kann - dann wird das langfristig die günstigste und eleganteste und damit auch angenehmste Variante sein. Da sie damit die ganzen Arbeitsschritte, die notwendig sind, ziemlich gut organisieren können.
....
So, Träumerei zu Ende. Vielleicht regt sie ein bisschen was davon an. Ich kann mir gerade für den Nischen-Buchhandel, für kleine und unabhängige Läden vorstellen, dass so etwas sehr hilfreich sein kann. Denn gerade auch in der Nische lassen sich Webshops wie stationäre Läden gegen den Einheitsbrei abgrenzen. Und ich kann mir vorstellen, dass gerade im Internet die Nutzer immer mehr auf Nischen anspringen, weil es so viel breite Masse gibt.
Ach ja, da noch ein Tipp, falls Sie zumindest mit Spaß das ganze lesen konnten, selbst wenn es Ihnen dann vielleicht zu groß erscheint:
Sie werden bestimmt nach dieser Idee dynamische Webseiten verwenden. Ein Content-Management-System - also wieder ein Datenbanksystem im Internet, mit dem Sie Inhalte recht komfortabel in einer Maske eingeben, die dann in dynamischen Webseiten entsprechend dem Klickverhalten des Online-Kunden dargestellt werden - kann den Nachteil haben, dass die Inhalte von den Suchmaschinen-Robotern nicht abgerufen werden können (da sie kein Klickverhalten an den Tag legen). So verhindert man natürlich, dass vielleicht ein möglicher Kunde auf für ihn interessante Inhalte stößt. Zumindest war das vor gut 7 Jahren so, als ich mal damit zu tun hatte.
Da gibt es Tricks zu, die man mit möglichen Entwicklern besprechen müsste. Allerdings weiß ich nicht, ob die alle von Google gerne gesehen werden. Muss man sich informieren.
Und wie gesagt, sie werden sicherlich auch Möglichkeiten finden, mit anderen kommerziellen Tools ähnliches zu erreichen. Ich denke nur, dass es dann nie so rund laufen wird und die sehr praktische Verknüpfung von lokalem und online-Datenbestand nicht so reibungslos funktionieren wird.
5. H. Kraft 31.08.2010 10:34h
zu 4.)
Sehr geehrter Herr Heller,
besten Dank für Ihre ausführlichen Darlegungen, die ja sehr eingehend waren.
Ich dachte mir nur in etwa, dass jeweils an die Angebote im Internet von demjenigen, der Bücher dort verkaufen möchte, ein kleines Foto seines Geschäftes, z. B. in der linken Ecke oben, plaziert wird. Mit JPEG müsste dies vielleicht einzustellen sein.
So etwas würde genügen, um manche Besteller vom Internet wieder auf das Ladenantiquariat aufmerksam zu machen.
Im Beitrag steht im ersten Satz, dass sich 29,10 Millionen Internetnutzer für Bücher interessieren. Dies ist doch eine große Anzahl. Auf der anderen Seite ist es auch so, dass viel zu viele Titel in das Internet gestellt werden. Da sind auch sicher Ladenhüter dabei. Da sollte irgendwie besser sortiert werden. Vielleicht werden da einmal von anderer Seite Grenzen gezogen werden.
Erstaunlich ist für mich, Herr Heller, wie Sie da schon ein richtiges System aufgebaut haben. Wie schon geschrieben, ging es mir um in etwa es einfach auszudrücken, um zwei Schienen: Ladenantiquariat und im Hintergrund eine Möglichkeit der Einstellung mancher Bücher im Internet. Dabei dachte ich mir als Werbung für das Geschäft eine kleine Ansicht (Außen- oder Innenansicht) auf dieser Plattform, wo die Bücher angeboten werden. So stellte ich mir dies vor.
Zu beachten wäre noch gewesen, dass ein Antiquariat nicht hunderte oder tausende Titel von antiquarischen Büchern in das Internet stellen sollte. So ein Durchschauen bereitet keinem Sammler Freude. Auch da könnte das Wort ,Maß halten, oder das rechte Maß finden` gelten. Aber dies bleibt jedem Anbieter selber überlassen, wie er so sich seine Internetseiten gestaltet. Da funke ich nicht hinein.
Es wird die Zeit zeigen, wo die Trends liegen werden. Alles bleibt abzuwarten und die Entwicklungen sind nach vorne offen. Zudem haben Sie auch die Kostenfrage angesprochen. Auch dies ist zu berücksichtigen.
Ich denke, dass die Entscheidungen für die Zukunft jedes Ladenantiquariat und die Anbieter von Büchern im Netz für sich selber zu treffen haben.
Die Möglichkeiten, die es gibt, sind aufgezeigt.
Ich danke Ihnen nochmals Herr Heller hier für Ihren ganz persönlichen Einsatz.
Ich möchte es an dieser Stelle bewenden lassen, weil es mir da an der notwendigen Praxis fehlt. Und deshalb will ich auch keinen nochmaligen Kommentar anhängen. Ich bitte um Verständnis. Es waren von mir nur Überlegungen von einem Zusammenfluss Ladenantiquariat und Netz. Mehr eigentlich nicht.
H. Kraft, München
6. J. Heller 31.08.2010 19:56h
Lieber Herr Kraft,
aber gerne doch. Ich dachte mir schon, dass ich vermutlich mit meinen Ausführungen zu erschlagend bin. Ich denke mir eben nur, dass ein Webauftritt ohne Bestell-Funktion nicht zielführend und nicht zuende gedacht ist. Und meine konkreten "Überlegungen von einem Zusammenfluss von Laden[geschäft] und Netz" gehen eben ein bisschen weiter.
Aber das hängt auch mit dem eigenen Kundenkreis zusammen. Vielleicht ist das Antiquariat auch wirklich so aufgestellt, dass bibliophile Sammler am liebsten vor Ort das Buch in Augenschein nehmen möchten und durch den im Internet ausgestellten Katalog neugierig gemacht werden, vor Ort vorbei zu schauen.
Was sie ansprechen, "nicht die Masse macht's", finde ich vollkommen richtig. Es geht ja um eine Vorauswahl. Wie der Katalog im Netz gefüttert wird, liegt ja gerade in der Entscheidung des jeweiligen Anbieters.
Und so wie der Sortimenter ursprünglich einmal dafür da war, für den Kunden eine Vorauswahl - ein Sortiment - aus dem übergroßen Buchangebot dem Kunden zu präsentieren, so lässt sich das gleiche auch im Netz tun.
Deswegen wäre eine Lösung, wie oben vorgeschlagen, ja gerade dafür geeignet, Nischenläden im Netz präsent zu machen.
Was natürlich im Internet ein Problem ist - gerade des Überangebots wegen - dass Kunden dann sehr gerne bei dem Anbieter bleiben, bei dem sie alles aus einer Hand bekommen. Ein umfangreicher Katalog, mit vielen Treffern, ist gerade für Sortimenter interessant, um im Netz wie vor Ort, Lagerumsatz und Umsatz durch Barsortimentsbestellungen generieren zu können und eben all das anbieten zu können, was Amazon auch an Büchern anbieten kann.
Nur anders als Amazon kann man gerade für den lokalen Markt den besonderen Service anbieten, noch schneller zu sein, bei den Titeln, die man auch führt (s.o.).
Dass für das Antiquariat nicht die gleiche Notwendigkeit besteht, ist auch klar. Ich hoffe zumindest, das der echte Buchantiquariatsmarkt noch immer nicht von Amazon abgedeckt wird. Was auch einen großen Vorteil hat. Weniger Titel bedeuten auch einen geringeren Pflegeaufwand.
Aber gut, es freut mich, dass Sie zumindest - wenn sicherlich auch irritiert - mal so eine Idee zur Kenntnis genommen haben.
Was es für mich allerdings auch zeigt ist - ich hoffe, Sie nehmen mir die Offenheit nicht übel - dass eben scheinbar immer noch die Vorstellung existiert: "Es wird die Zeit zeigen, wo die Trends liegen werden. Alles bleibt abzuwarten und die Entwicklungen sind nach vorne offen."
Ich würde sagen, diese Ansicht ist symptomatisch für den Buchhandel. So hat man nämlich schon vor über 10 Jahren gesprochen. Das ist zwar sympathisch. Aber ganz so langsam entwickelt sich das ganze nicht.
Und damit kommen wir wieder an meinem ersten Kommentar zu diesem Artikel an.
So haben wir das ganze jetzt schön rund gemacht und mehr Kommentare braucht es also auch nicht.
Beste Grüße aus Berlin
Jochen Heller
7. H. Kraft 31.08.2010 23:10h
zu 6.)
Sehr geehrter Herr Heller,
ich bin mit Ihnen da einverstanden.
Besten Dank für Ihre Ausführungen zum Ende
und Ihnen alles Gute nach Berlin aus München
von H. Kraft, München