Zwischenbuchhandel

Im Gespäch: Pascal Zimmer, Börsenblatt-Redakteurin Sabrina Gab, Per Dalheimer (v.li.)Im Gespäch: Pascal Zimmer, Börsenblatt-Redakteurin Sabrina Gab, Per Dalheimer (v.li.)© Monique Wüstenhagen

Per DalheimerPer Dalheimer© Monique Wüstenhagen

Pascal ZimmerPascal Zimmer© Monique Wüstenhagen

03.09.2010Interview mit Pascal Zimmer und Per Dalheimer auf der IFA

"Der Buchhändler steht an erster Stelle"

Bereits gestern, einen Tag vor der Elektronikmesse IFA in Berlin, haben Libri und Libri.de eine Mitteilung zum neuen E-Book-Shop für Buchhändler und zur Kooperation mit dem E-Reader Acer LumiRead verschickt. boersenblatt.net hat sich mit Libri-Geschäftsführer Pascal Zimmer und Per Dalheimer, Geschäftsführer von Libri.de, heute zum Start der IFA in Berlin über das neue Angebot des Großhändlers unterhalten.

Der Kampf um die besten Plätze im E-Book-Markt wird immer härter, gerade hat auch Media Control angekündigt, eine eigene Plattform aufbauen zu wollen. Mit welchen Gefühlen schauen Sie auf das Treiben? 
Pascal Zimmer: Dass mehr Wettbewerber denn je Kurs auf den Markt für digitale Inhalte nehmen, beunruhigt uns überhaupt nicht. Konkurrenz wird es immer geben – ohnehin ist unser Modell einmalig.  

Was zeichnet Ihr Angebot aus?
Zimmer: Die Anbindung des Buchhandels. Bei uns bekommen Buchhändler alles aus einer Hand – das macht es für sie deutlich einfacher, in dieses Feld einzusteigen.

So ähnlich argumentierten Sie bereits zur Frankfurter Buchmesse 2008, als Sie die Kooperation mit Thalia und Sony verkündet haben. Was wird nun anders?
Zimmer: Der wichtigste Unterschied für Endkunden dürfte sein, dass sie nun, mit dem E-Reader von Acer in der Hand, sehr einfach und ohne zusätzlich irgendetwas zu installieren, auf den E-Book-Shop des Buchhändlers zugreifen können.

Ist der E-Reader von Acer ausschließlich im Buchhandel zu haben – oder gibt es ihn auch bei Saturn& Co.?
Per Dalheimer: Das entscheidet Acer, nicht wir. Nichtsdestotrotz: Der Buchhandel steht hier an erster Stelle. Er kann das Produkt jetzt als erster in den Markt bringen und verkaufen. Diese Chance sollte er nutzen.

Was wird aus der Kooperation mit Sony und Thalia?
Zimmer: Sony hat seinen Stand direkt hier nebenan, das können Sie gern auch symbolisch sehen. Wir sind Großhändler – und haben immer schon mehrere Geräte geführt. Grundsätzlich geht unsere Zusammenarbeit mit Sony also weiter.

Und mit Thalia?
Zimmer: Da möchten wir nicht vorgreifen – die Präsentation findet morgen statt.

Wird Ihr neuerlicher Versuch, den E-Book-Markt in Schwung zu bringen, mehr Erfolg im Sortiment haben? Wie viele Buchhandlungen werden, nach Ihrer Schätzung, mitmachen?
Dalheimer: Da muss man abwarten. Seit gestern können Buchhändler bestellen, die Auslieferung der E-Reader beginnt dann zur Frankfurter Buchmesse. Und das wird dann für uns, mit Blick auf den Buchhandel, auch der wichtigere Termin. Auf der IFA sind wir jetzt sozusagen vorab, um schon einmal Leser und Käufer zu informieren – und zu begeistern. Mit anderen Worten: Hier in Berlin wärmen wir für den Buchhandel den Markt schon einmal auf.

Interview: Sabrina Gab

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Schlagworte:
IFA, E-Reader

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3 Kommentar/e

1. Hartwig Schulte-loh 03.09.2010 16:15h

Wenn Aldi ( oder wer auch immer ) sich entscheidet den Reader für 1 € zu verkaufen, kann kaum ( bis auf Thalia ) ein Buchhändler mithalten. Der Buchhandel bereitet die Markteinführung vor(Imagetransfer) und wenn es Geld zu verdienen gibt, halten andere die Hände auf.

2. Susanne Martin 03.09.2010 18:35h http://www.schiller-buch.de

Ich bin froh, daß Libri sich Gedanken darum macht, wie das stationäre Sortiment am E - Book Geschäft partizipieren kann! Mir erscheint das Angebot ein Schritt in die richtige Richtung zu sein. Und selbst wenn wir mehr Konkurrenz auch in anderen Branchen haben, die Readerentwicklung stetig fortschreitet - letztlich liegt es auch an uns, wie wir unsere KundInnen dazu animieren, auch E - Books bei uns zu kaufen!

3. Thomas Knip 05.09.2010 02:21h http://www.story2go.de

Lesegeräte zu verkaufen ist der erste Schritt. An diesem kann der Buchhandel partizipieren, obwohl er für viele E-Book-Kunden nicht die erste Anlaufstelle ist, sondern günstige Shops im Internet.
Die Art und Weise, wie z.B. Thalia die Lesegeräte derzeit häufig noch (de)platziert, kann ich nicht gerade als anregend bezeichnen. Stiefmütterlich präsentierte Artikel werden auch vom Kunden stiefmütterlich behandelt.

Der zweite Schritt - der Verkauf der E-Books - wird am Buchhandel völlig vorbeigehen. Oder inwieweit will Libri hier noch Buchhändler beteiligen? Es geht doch niemand ernsthaft davon aus, dass man jemals eine Kundenbindung beim "digitalen Buchhändler um die Ecke" erreicht, also jeder Buchhändler seinen Online-Shop für E-Books eröffnen kann oder wird.

Vom Verkauf digitaler Romane wird Libri zu 100% selbst profitieren. Legitim, aber Buchhändler sollten sich bewusst machen, wo sie in der digitalen Nahrungskette stehen.

Für Libri steht Libri an erster Stelle.

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