Fast acht Millionen potenzielle E-Book-Leser

Nur ein Prozent der Deutschen zwischen 14 und 69 Jahren (480.000 Personen) nutzt bisher ein elektronisches Lesegerät für Bücher oder Zeitschriften. 20 Prozent (10,62 Millionen) könnten sich aber die Nutzung eines Readers vorstellen. Dies geht aus der jüngsten Allensbacher Computer- und Technik-Analyse ACTA 2010 hervor. VON ROE

© IfD-Allensbach

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Die jährlich vom Institut für Demoskopie in Allensbach durchgeführte Untersuchung hat sich in diesem Jahr unter anderem mit aktuellen Trends in der Nutzung des (mobilen) Internets, von sozialen Netzwerken, Handys, Smartphones, Tablets und elektronischen Lesegeräten beschäftigt.

Die Einstellung zu elektronischen Lesegeräten unterscheidet sich bei Personen mit ausgeprägtem Bücherinteresse (4,94 Millionen) erheblich von der Einstellung, die man bei Personen ohne ausgeprägtes Bücherinteresse (5,68 Millionen) antrifft. Man kann ganz klar einen geschlechtsspezifischen Unterschied feststellen: 70 Prozent der Männer ohne ausgeprägtes Bücherinteresse könnten sich mit einem E-Reader anfreunden, während es bei Frauen nur 30 Prozent sind. Bei den Buchliebhabern sind die Verhältnisse umgekehrt: Dort sind 63 Prozent der Frauen Lesegeräten gegenüber aufgeschlossen, während es bei Männern nur 37 Prozent sind. In den Altersgruppen zeigen sich ebenfalls deutliche Unterschiede. Bemerkenswert ist, dass bei den 50–69-Jährigen mehr Buchfreunde zu elektronischen Lesegeräten tendieren als die Buchverweigerer.

Technische Avantgarde will sich mit iPads ausrüsten

39 Prozent der Technischen Avantgarde haben einen Tablet PC (wie das iPad) auf dem Wunschzettel – ein Gerät, auf dem aber nicht nur gelesen werden kann. Immerhin käme für 22 Prozent der Gesamtbevölkerung ein iPad-Kauf in Frage; 0,8 Prozent (rund 430.000 Personen) gaben bis zum Ende des Befragungszeitraums im August 2010 an, bereits ein iPad zu besitzen. Der Anteil dürfte auf inzwischen auf etwa 500.000 Besitzer gewachsen sein. Besonders häufig nennen Männer das iPad (58 Prozent) – vor allem, wenn sie unter 30 sind. Berufliche Führungskräfte sind in dieser Gruppe überdurchschnittlich vertreten – ebenso wie die Vertreter der technischen Avantgarde.

Der Anteil der Befragten, für die das Lesen von E-Books in Frage käme, liegt bei 14,5 Prozent – das entspricht 7,85 Millionen Deutschen (bei einer Grundgesamtheit von 54,21 Millionen Befragten. Männer sind E-Book-Lektüre gegenüber positiver eingestellt (15,3 Prozent) als Frauen (13,7 Prozent). Besonders stark vertreten unter den potenziellen E-Book-Lesern sind Männer unter 30 mit höherer Schulbildung – die gleiche Klientel, die auch am häufigsten den Wunsch äußert, ein iPad zu kaufen.

31 Prozent der Befragten nennen das Herunterladen und Lesen von E-Books, wenn sie angeben sollen, was den Reiz des iPads ausmacht. Andere Faktoren wie die Handlichkeit (82 Prozent) oder das kabellose Surfen (72) werden wesentlich häufiger genannt.

Für Ratgeber-, Fach- und Lexikonverlage ist ein weiterer Befund der Studie aufschlussreich. Er zeigt, dass die Nutzung informationsorientierter Internetangebote gegenüber 2007 deutlich zugenommen hat: bei Gesundheitstipps und Informationen über Medikamente um 45 Prozent, bei Informationen zu Computer- und Online-Themen um 37 Prozent und bei Nachschlagewerken um 31 Prozent.

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