Kommentar

Plagiate: Die falsche Haltung

Der Fall Guttenberg ist kein zweiter Fall Hegemann – auch wenn in beiden Plagiatsfällen das Urheberrecht verletzt wurde. Ein Kommentar von Börsenblatt-Redakteur Michael Roesler-Graichen.

Michael Roesler-Graichen

Michael Roesler-Graichen © Nicole Hoehne

War es bei Hegemanns "Axolotl" noch vertretbar, über künstlerische Freiheit, literarische Montagetechniken und Intertextualität zu diskutieren, so verbietet sich dies in der Diskussion um Guttenbergs Dissertation. Denn hier wurde in großem Stil – in einer­ Mischung aus Akribie (1 300 Fußnoten) und Schludrigkeit (unausgewiesene Zitate) – ein Text buchstäblich zusammengekleis­tert. Das mag die Mehrheit der ­Bevölkerung entschuldigen, zumal nicht seine Qualifikation als wissenschaftlicher Assistent gefragt war, wie Angela Merkel betont. Aber es muss befremden, wenn einer­ Regierungschefin nicht bewusst ist, dass durch das Verhalten ihres Ministers nicht nur persönliches Ansehen, sondern auch der Ruf der Wissenschaft und der Universitäten beschädigt wird.

Mit dem Bekenntnis zum Wissenschaftsstandort Deutschland und zur "Bildungsrepublik" ist diese Haltung jedenfalls nicht vereinbar. Und sie führt auch die Arbeit der Verlage, die zusammengeklaubtes Material unwissentlich als Qualifikationsschrift verkaufen, ad absurdum. Der Schritt von Duncker & Humblot, den Verkauf des Buchs einzustellen, war zwingend und honorig. Die Hemdsärmeligkeit, mit der in Teilen der Öffentlichkeit über den Fall debattiert wird, zeigt, wie wenig man die Integrität von Wissenschaft und wissenschaftlichem Publizieren schätzt. Das infiziert auch das Wissenssystem selbst.

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10 Kommentar/e

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  • Klaus Kowalke

    Klaus Kowalke

    Sehr geehrter Herr Roesler-Graichen,

    Ihren Kommentar stimme ich voll und ganz zu! Ich würde mich wirklich freuen, wenn auch der Börsenverein diese Meinung bzw. Haltung gegenüber der Bundesregierung und insbesondere gegenüber Frau Merkel zum Ausdruck bringen würde. -

    Sollte die Bundesregierung und explizit das Bundesjustizministerium weiterhin Herrn zu Guttenberg "Rückendeckung" geben, so wäre dies, ach was, so ist dies ein Skandal erster Güte für unsere Branche! -

    Wir alle müssen auf die Werte von geistigen Eigentum hinweisen und diese auch verteidigen.

  • saguenay

    saguenay

    "Die falsche Haltung", nun so kann man guten Gewissens auch diesen Kommentar subsumieren. Wenn Guttenbergs Patchwork-Dissertation diesen zu Recht ins Schlingern bringt, so sollte gleiches auch für den literarischen "Roadkill" gelten, der Verlag und Kopistin einen nicht unbeträchtlichen urheberrechtlich geschützten Geldsegen beschert hat. Oder kann jedermann sich jetzt nach Belieben an dem Buch der Hegefrau frei bedienen?

    Ich gehe davon aus, dass der Ullstein Verlag in diesem Fall in Sachen "literarische Montagetechniken" einen überaus traditionellen Standpunkt vertritt, insofern also die Ausreden in Sachen Hegemannscher Kopiertechniken genauso faul sind wie die argumentativen Windungen des Verteidigungsministers.

    Dem öffentlichen Diskurs "Hemdsärmligkeit" zu attestieren, gleichermassen aber selbst die Ärmel bis zum argumentativen Bizeps hochzukrempeln und den kommerziell erfolgreichen Klau als "vertretbar" zu bezeichnen, lässt die Frage aufkommen, wie heilig denn der Buchbranche selbst das Urheberrecht ist. Die Überlegung, dass der eine mehr und die andere weniger geklaut hat, ist letztlich irrelevant, ausser man ist bereit, für ein Urheberrecht light einzutreten (copylight sozusagen), das dem einen halbwegs erlaubt, was dem anderen verboten ist.

    Dass ein beträchtlicher Teil der Öffentlichkeit dem Dottore Guttenberg sein Vergehen als Kavaliersdelikt durchgehen lässt, ist weniger ein Indiz für einen Mangel an Vertrauen in die Integrität des wissenschaftlichen Publizierens, sondern eher ein Hinweis darauf, dass der Wert gewisser akademischer Schwellenqualifikationen durchaus zynisch-nüchtern eingeschätzt wird.

    Letztlich gelten für wissenschaftliches Publizieren und kommerzielles Bublitzieren die gleichen Regeln, und wenn man bereit ist, beim einen ein Auge zuzudrücken, sollte man davon absehen, dem anderen ein blaues Auge zu verpassen.

  • franz wanner

    franz wanner

    "zynisch-nüchtern" ist das Stichwort!
    Ich kenne weder noch und kann also "Ausmaße" nicht abschätzen, weiss aber, jeder von aus hat mit durchaus fremden Bestandteilen eine einzigartige "Stimmung" in seinem Wohnzimmer geschaffen. Das bleibt Eigenes.
    Und da ist der Unterschied, wenn es nicht um Stimmung geht. Eine akademische Würde folgt der wissenschaftlichen Einzigartigkeit, wodurch diese und nur diese bewertet wird. Dazu reichte notfalls das Vorwort zur Anthologie des Fremden. Kann ich für den konkreten Fall nicht beurteilen - bliebe nach Abzug aller Fremdtexte nix substantiell Eigenes gehörte Guttenbergs Arbeit sowieso auf den Mist...
    Aber geht die Aufgeblasenheit der Diskussion nicht eigentlich um was ganz anderes? Um Geld und Neid? Verkauft über den Werbeträger Reputation?
    Richtig, es geht um die Pfründe und nicht um Verbreitung einer guten Sache.
    Der Klau zum eigenen Nutzen ist immer bös.
    Ich persönlich kann da den aus der Wundertüte verteilten akademischen Grad besser verkraften als den Nimbus des kreativen Schriftstellers. Wissenschaftliche Erkenntnisse werden alle zwei Jahre überholt, eine gute Geschichte bleibt ewig.

  • Wolfgang Tischer

    Wolfgang Tischer

    Sehr geehrter Herr Roesler-Graichen,

    vielen Dank für diese erstaunlich präzise Festlegung und den klaren Kommentar.

    Es ist an der Zeit, dass sich der Börsenverein mit ähnlichem Tenor an die Bundeskanzlerin richtet und die Entlassung von Herrn Guttenberg fordert.

    Wenn Kampagnen der letzten Jahre wie "Kopieren ist keine Kunst" oder "Raubkopierer sind Verbrecher" mehr waren, als bloßes Lobbygeklingle, muss dies erfolgen.

    Wenn es darum geht, in der Bevölkerung das Bewusstsein zu schärfen, dass geistige Arbeit etwas Wert ist, dann kann es sich dieses Land nicht erlauben, dass ein Abschreiber und Plagiator Minister ist.

    Gerade die hohe Popularität Guttenbergs nach dieser Sache, die er euphemistisch als "handwerkliche Fehler" abtut zeigt, wie wenig diese Kampagnen genutzt haben und wie sehr "Abschreiben" als Kavaliersdelikt gesehen wird.

    Jetzt wäre es an der Zeit, dass der Börsenverein ein Signal setzt und dies nicht hinnimmt.

    Schweigen ist feige!

  • franz wanner

    franz wanner

    das menschliche Gemüt ist doch wahrlich verläßlich: Heldenepos, Komödie, Tragödie, Groteske...
    Wenn akademische Leistungsehrung zum Imagewert wird, wackeln moralische Instanzen.
    Der Vorwurf "Feigheit" ist einfach rührend niedlich. Denn worum geht es?
    Um Geistesarmut? Weil fremde Federn als eigenes Pfauenkleid ausgegeben wurden?
    Oder fehlten grundlegender formaler Sachverstand als Grundlage der Eignungsprüfung? = Zulassungskriterien
    geht es um Ehrlichkeit?

    Ein Ministeramt von Ehrlichkeit abhängig zu machen, ist schon wieder witzig. Lieber den ehrlichen Dummkopf als den verlogenen Könner?

    Betrachten wir das Regelwerk: Manche sind zu schwach, die Regeln einzuhalten, andere stark genug Regeln nicht einhalten zu müssen. Der Rest ist Formalie.
    Gibt es eine Regel, die einen moralisch fehlerhaften Minister sanktioniert? Ja, den nächsten Wahlzirkus. Der begünstigt aber den, der am besten lügt...

    Welche Sanktion gibt es eigentlich für das dottore-Zuerkennungsgremium? Haben nicht die Regelwächter eigentlich versagt? Haben die geprüft oder vertraut? Nicht jedes Angebot muß ja gekauft werden.
    Die Lösung wäre doch ein Ehrendoktor, der müßte zu keinem ärztlichen Test.

    Und jetzt Börsenverein: sei mal nicht feige!

  • Roswitha Schäfer-Neubauer

    Roswitha Schäfer-Neubauer

    Mein Sohn und auch ehemalige Kommilitonen von ihm, befinden sich gerade in den letzten Monaten vor dem Abschluß und der Abgabe ihrer Dissertation. Dahinter liegen Jahre der Intensität des Arbeitens und Forschens, der Selbstzweifel, des Verzichts, selbst ein Doktorandenstipendium kann keine Familie ernähren oder Dissertationen werden unterbrochen, um zwischendurch zu jobben, da sitzen Gremien, um über Stipendien zu beschließen, da muß so eine Arbeit, obwohl noch nicht fertig, sozusagen bereits verteidigt werden -im Schnitt dauert so eine Arbeit 4 bis 5 Jahre und dazu noch gelegentlich Lehrtätigkeit - alle leiden zuletzt mit...drücken die Daumen...es geht auch darum, durchzuhalten, Irrwege, die sich eingeschlichten haben, wieder zu korrigieren, weil vor allem Naturwissenschafter gerne etwas genuin Eigenes anbieten möchten, in ihrer Dissertation, die mehr ist, als nur ein schmückender Titel hinterher, sondern auch, zuvor angereichert durch Vorträge auf wissenschaftlichen internationalen, weltweiten Fachkongressen - eine weitere wissenschaftliche Qualifizierung darstellt.

    Es hat da besonders ins Mark getroffen, als der noch amtierende Verteidungsminiser, CSU, in der von der ARD nachmittags live übertragenen Fragestunde im Bundestag denn von sich gab - wie sehr auch seine Familie in den 7 Jahren seiner Doktorarbeit mitgelitten hätte...ja...wann hat er denn "geschrieben", geforscht, gearbeitet..? Er war doch stets "unterwegs" - und beim Vermögen der Familie, wäre es - hätte er tatsächlich an der Doktorarbeit einen eigenen Finger und Gedanken gekrümmt, auch nicht um Darben und existenzielle Bedrohung gegangen, wie hingegen bei einem hohen Prozentsatz deutscher Doktoranden. Weil in diesem Land geistige Arbeit offenbar nichts wert ist, nicht wirklich.

    Und doch müßte eigentlich diese Universität geschlossen werden. Die sich offensichtlich hat blenden lassen, von dem Geld der Familie, die ja auch spendet für die Uni, und-so-weiter und es müssen auch die CSU-Verflechtungen der Universität Bayreuth endlich einmal genau unter die Lupe genommen werden .

    Kann eine Universität eigentlich geschlossen werden?
    Ein Gedanke, über den man auch einmal nachdenken sollte.

    Zurücktreten sollte vor allem die sogenannte Bildungsministerin Schavann und auch die sogenannte Bundeskanzlerin, die wissenschaftliche Arbeit als "Assistentum" abge-kanzel-t hat und Frau Schavann wie meistens stumm nur daherschauend.

    Persönlich habe ich erleben müssen, in Sachen Urheberrecht, dass auch deutsche Gerichte sich kaufen lassen, wenn es darum geht, ob einer "kleinen" Film-Autorin, in jenem Fall war ich es selbst, das gesamte Filmmaterial von der von ihr beauftragten Produktionsfirma geklaut und weiterverkauft wird, weil ein anderer das Material unbedingt haben will, und statt des 2-fachen-Drehtages-Satzes 'à 500 Euro - also 1.000 Euro - dann 10.000 Euro geboten erhält, und das Material verkauft.
    Weil es sich um eine Produktionsfirma handelte, die auch für die ARD und insbesondere den Hessischen Rundfunk tätig war und ist - und meine Anwälte mir nicht vorab gesagt hatten, dass sie auch die Anwälte des Hessischen Rundfunks sind - wurde Unrecht zu "Recht" - indem den Dieben geglaubt wurde, ohne nachzufragen, was Aufgabe des Landgerichts Frankfurt/Main gewesen wäre -
    wieso kriegt eine angebliche "Werksvertrags-Regisseurin" (ich) denn einen Vorschuß auf eine Video-Kopie, wenn ich nicht die Urheberin des Films bin - eine "Workshop-Regisseurin" hätte doch lediglich ein Honorar erhalten, und nicht die Produktionsfirma angemietet.

    Das Gericht (Die Pressekammer) hat auch keinen "Vertrag" sehen wollen, der ja auch nicht existierte, weil es meine Arbeit war - hätte sein sollen, hätte werden sollen...und schlug die Angelegenheit nieder. Ich erhielt keinen Schadensersatz, kein Schmerzensgeld und auch nicht mein Filmmaterial zurück.

    Als dann das Oberlandesgericht Frankfurt/Main zynisch urteilte, ich war da bereits mit einem Ausbruch von Krebs zusammengebrochen über all dem Stress und der Unglaublichkeit des Geschehens - ebenfalls die Klage abzuweisen,da "ich" keinen anständigen Vertrag mit der Produktionsfirma gemacht hätte -

    da war mein sowieso als Journalistin schon immer erschütterter Glaube in die deutsce Rechtsprechung vollends "im Eimer", wie man auf Hessisch sagt.

    Auch meine Anzeige wegen Parteien-Betrugs der HR-Anwälte, die nur eines im Sinn hatten, mich als ihre Mandantin verlieren zu lassen, damit der HR nicht ins Gerede käme, ich hätte nämlich wg. einer echten Zensur bei der Hessenschau klagen können, was ich gar nicht vor hatte - sondern, ich wollte bloß nicht mehr für den Sender arbeiten,sondern als nun "ganz freie Filmerin" -
    das erste Stück, vetrauend auf eine freie Prod.Firma des HR, ansässig in FFM-Niederrad - wurde dann zu meiner kompletten existenziellen Niederlage - ich konnte nirgends liefern.

    All die Beweise, das Gericht hat sie nicht angeschaut.
    Das zum Thema "Urheberrecht" in Deutschland...und zu geistigem und kreativem Eigentum - ich hatte einen Film machen wollen - "Woodstock im Westerwald" - ein Dorf, bezahlt von einem Fabrikanten, der mir mit seinem Geld dann meine Ideen und mein Filmmaterial abjagte, war ein Wochenende lang "Musk live" - von Schülerband bis Jazz-Bands aus Frankfurt/Main...und ich fand das so toll,als eine "Privatinitiative von Kulturförderung", wie ich dachte, das ich dies filmisch unbedingt unterstützen wollte. Später machte dann dieser Fabrikant aus Daubhausen mit meinem Filmmaterial als Video Werbung für das nächste Festival.

  • Roswitha Schäfer-Neubauer

    Roswitha Schäfer-Neubauer

    P.S. Korrektur - es war noch zu DM-Zeiten, kurz vor der Jahrtausendwende. Und die feinen Anwälte, Sozietät Graf von Westphalen, Frankfurt/Main hatte mir ja "vorher" nicht verraten, dass sie zugleich die Anwälte des HR waren, dem ich ja gar nichts "wollte" - beim Hörfunk war ich zweimal für namhafte Autorenpreise vorgeschlagen worden und habe dort meine besten Features etc. geschrieben, nein, es war die HESSENSCHAU, die mich zuletzt in einem nicht einmal vorstellbaren Ausmaß zensiert hatte, gravierende Änderungen an einer HESSENSCHAU-Reportage, nach bereits zuvor erfolger Abnahme - ohne mich bei den "'Änderungen" durch einen offenbar späteren Redakteur um Erlaubnis zu bitten. Der gravierendste Eingriff - der Austausch meiner Stimme durch eine Nachrichtensprecherin, also eine komplett neue Mischung, wodurch...die Klangfarbe des Films (Hintergründe über den Selbstmord einer alevitischen Asylbewerberin kurz vor ihrem 18. Geburtstag - sie hatte befürchtet, sie werde dann wohl abgeschoben) komplett veränderte wurde - eine Distanz erhielt, und zudem zwei wichtige Szenen wurden herausgeschnitten. Beim dritten Cut verweigerte die wunderbare Cutterin ihre Arbeit mit der Begründung - "Dann ist ja der gesamte Film sinnlos!"

    Jedenfalls diese feinen Anwälte waren sich nicht zu schade, mir hinterher, nach dann überlebtem und überstandenen Krebs mir eine Rechnung über 5.000 DM zu schicken und verlangten dann einen Offenbarungseid, weil ich das Geld nicht hatte. Ich war zwei Jahre krankgeschrieben und danach erst einmal arbeitslos gemeldet - "Offenbarungseid oder Gefängnis" - ich habe den genauen Wortlaut vergessen - "Haftantrag" -
    ja, so durfte ich denn auch noch einen Offenbarungseid ablegen...aber das hat mir nach allem, was ich durchgemacht hatte, dann eigentlich auch schon fast nichts mehr ausgemacht.

    Und wie gesagt, die Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Frankfurt/Main, als mir der Betrug an mir über die IG-Medien dann mitgeteilt worden war, zuvor nur die Warnung - "Lassen Sie die Finger davon, Sie werden auf jeden Fall verlieren!" - wurde nicht weiter verfolgt. Überhaupt nicht verfolgt.

  • Roswitha Schäfer-Neubauer

    Roswitha Schäfer-Neubauer

    http://www.youtube.com/watch?v=S-fs6VBPTxc

    "Ma liberté"....de Georges Moustaki...lasst Lieder sprechen, de temps en temps...

    Et merci - für diese Plattform...mon dieu...!!
    Wie von Steinen befreit...

    Es war übrigens der millionenschwere Geschäftsführer von "schwa-medico" in Daubhausen/Ehringshausen, der meinte, sich an den Ideen einer kleinen, enthusiastischen Filme-Macherin bereichern zu müssen, sich ihrer bedienen zu müssen, sie dafür ihrer Existenz berauben zu müssen...Sonderbar, oder...? Gab es noch andere Gründe..? Etwa, die Musiker nicht wirklich bekannt werden zu lassen, um sie billig einkaufen zu können.

    Auch der Titel des Festivals war bereits geklaut -
    "Good Vibrations".....

    liebe Grüsse aus Berlin
    Roswitha

  • Leser

    Leser

    ein Dank an Frau Schäfer-Neubauer, die elegant den Bogen von der großen Politik zum ihr widerfahrenen Unrecht schwingt.
    So ist alles mit allem verbunden.
    Nur: was hat der gute Moustaki damit zu tun?

  • Uwe Kampmann

    Uwe Kampmann

    Wie ich meine Doktorarbeit klaute. Acht Jahre Schule hatten mir gelangt. Meine Lehre als Metzger brach ich nach zwei Jahren ab. Ich hatte es nicht mehr ertragen können, arme Schweine umzubringen. Zuerst überlegte ich, Nachfolger des Nebelmörders von Soho zu werden, immerhin wäre ich ohne großen Arbeitsaufwand damit berühmt geworden, nur hätte ich dann unerkannt im Untergrund leben müssen oder eingesperrt im Knast. Beides konnte mich nicht befriedigen. Ich wollte berühmt, anerkannt und reich werden und dann las ich von copy and paste. Erst dachte ich, das das eine englische Kopie eines italienischen Menüs sei, bis ich erkannte, was damit gemeint war.
    Ich setzte mich an meinen PC und warf das Netz nach Thailand aus. Bum Ki Mun, es dauerte nicht lange und ich hatte einen dicken Fisch an der Angel. Hatte ich die drei Worte Bum Ki Mun erfunden und gedacht, das könnte Thailändisch sein, so fragte mich Google ob ich Ban Ki-moon meinen würde. Ich schaltete sofort um und bummmm, da hatte ich ihn, in koreanischem Alphabet, mit chinesischen Schriftzeichen, in revidierter Romanisierung als Ban Gi-mun dazu auch noch als Pan Kimun. Klar, daraus konnte ich was machen. Eigentlich stand schon alles bei Wikipedia. Ich musste nur kleine Änderungen hinzufügen.

    Der erste Satz war: "Ban studierte an der Staatlichen Universität Seoul und erhielt 1970 den Bachelor-Grad in International Relations." Ich merkte sofort, das macht mir Freude. Ich begann an meiner Doktorarbeit zu schreiben und lies den ersten Satz wie folgt erscheinen: " Der junge Ban bewies sich als fleißiger Schüler und fand Gefallen daran, die Staatliche Universität Seoul von innen zu besuchen wo er 1970 Jahre nach Christus das Diplom erhielt, mit dem er sich in militärische, wirtschaftliche und kulturelle Beziehungen anderer Länder einmischen konnte, damit legte er den Grundstein um Präsident der Vereinten Nationen zu werden." Schon mein erster Satz gefiel mir. Das war ein vorzeigbarer Ansatz, nicht einfach Multiple-Choice oder Richtig-Falsch Antworten, nein, jeder Satz gefeilt und gedrechselt. Mit Bescheidenheit konnte ich feststellen, ich beherrschte das wissenschaftliche Handwerk. Noch bin ich nicht beim letzten Satz meiner Doktorarbeit über Ban Ki Moon angelangt, aber wenn ich irgendwo auf einer Party herumstehen und so ganz nebenbei erwähne, das ich an meiner Doktorarbeit schreibe, so hört sich das auch schon gut. Auf jede Fall bin ich damit schon ein Dr. midi, die Verbindung zur Medizin ist damit schon in der Nähe, immerhin habe ich zwei Jahre als Metzger gelernt, das Grundlagenstudium habe ich damit hinter mir. Frau Baronin machen Sie bitte den Oberkörper frei, ich möchte mir einmal ihre Rippchen ansehen. Hört sich doch gut an - oder ? Hätte ich mein Leben auf der Uni verplempern sollen ?

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