Sortiment
27.03.2011Die Sonntagsfrage: René Kohl
Macht das Sortiment etwas falsch im E-Book-Geschäft?
Ich finde schon. Und was noch unglücklicher ist – es wiederholt einen bereits einmal gemachten Fehler: Es hält sich raus. Schon zu Beginn des Internethandels schaffte es der deutsche Buchhandel, seine Pole Position (jahrhundertealte Katalogkompetenz, beste Warenkenntnis, engste Kundennähe) gegenüber krassesten Außenseitern leidenschaftslos, kampflos und, da technikfeindlich aus Überzeugung, ausgesprochen lustlos dreinzugeben.
Nun, zehn Jahre und mindestens zehn verlorene Prozent Umsatzanteile später (und, noch schlimmer, zehn Jahre nicht erworbenen Wissens später), geht es also in die nächste Runde: Wer hat die Nase vorn im Rennen um den Verkauf von E-Books? Diesmal präsentiert sich der Buchhandel: ahnungslos, ideenlos und wiederum lustlos.
Stattdessen üben wir uns im Handel mit Yoga-Matten und Kuschelkissen, Espresso und Aromakerzen.
Ohne Gegenwehr, ohne Sortimenterstolz, ohne Kaufmannsehre sehen wir tatenlos zu, wie Datenbankspezialisten und Suchmaschinenprogrammierer die neue digitale Bücherwelt organisieren, in der dann als Top-Titel "Elena - Ein Leben für Pferde/epub" (http://www.e-buchkatalog.de/) angeboten werden, oder "KMU im Wandel: Mehrwert im mittelständischen Unternehmen durch Implementierung eines Beschaffungscontrolling" (PagePlace.de).
Was tun? Das Feld räumen? Den Beruf wechseln? Oder sich endlich besinnen auf all das, was uns ausmacht, und dazulernen, was uns fehlt?!
Die Verlage haben sich in den letzten Jahren viel draufgeschafft und wissen nun, wie das Verlegen von digitalen Büchern geht. Libreka! als Aggregator mag hierbei künftig eine gute, dienende Rolle für große wie für kleine Verlage spielen. Der Ball liegt jetzt im Feld der Buchhändler: Wer, wenn nicht wir, sollte der beste und kompetenteste Ratgeber sein, wenn es um brauchbare, pfiffig angereicherte, leicht zu ladende E-Books, praktische Lesegeräte, um die Empfehlung zu Print oder digital geht.
Also: Wollen wir die digitalen Bibliotheken von morgen verkaufen, oder doch eher Heizdecken…?


1. Leser 27.03.2011 09:58h
Der stationäre Handel verkauft Waren, die man anfassen kann. E-Books sind Dateien. Die zieht man aus dem Netz - wahrscheinlich illegal, weil alles, was digitalisiert ist, sowieso in dem Moment geklaut ist, in dem es hochgeladen wird. Kapiert es endlich: Um Dateien aus dem Netz zu ziehen, braucht man keinen Buchhandel. Oder meinen Sie ernsthaft, irgendwer latscht in Buchhandlung, um sich da eine Datei herunterladen zu lassen?
2. 2.Leser 27.03.2011 15:28h
Der stationäre Handel verkauft Waren, die man anfassen kann? Mitnichten !
Ich war letzte Woche bei Thalia in Hamburg und wollte einen e-book Reader kaufen. Da hat man zwar 6 Oyos aufgebaut, von denen aber 5 verwelkt mit einem frozen screens kläglich auf einem Präsentationsständer vegetieren, unappetitlich mit fettigen Fingerspuren von Kundenhand, an den Rändern schon gelblich verfärbt. Der Sony-Reader ist weggeschlossen hinter Plastik, der zweite Sony-Reader fehlt, nur sein zurückgelassenes Stromkabel zeigt noch an, dass er mal da war. In den wichtigsten Fragen nach lesbaren oder bearbeitbaren Formaten und Geräteunterschieden kann keine Beratung stattfinden, niemand weiß bescheid, man könne aber am nächsten Tag telefonisch...
Also weiter zu Heymann. Dort hat man einen Reader auf Nachfrage hinter einem Verkaufstresen als Bückware gebunkert. Niemand weiß, wie er bedient wird und was er kann. Die Akkus sind leer, sodass man nicht einmal das Start-Menu aufrufen und selbst etwas herausfinden kann.
Die Buchhandels-"Fachkraft" beteuert, dass die "Schulung" schon über ein Jahr her sei und es sich dabei noch um das Vorgängergerät gehandelt habe, man könne aber nächste Woche telefonisch...
übrigens: Aromakerzen hatte man...
und ich habe einen Kindle bei Amazon bestellt.
3. Ralf Schiering 27.03.2011 15:38h
Hartes Einschätzung von René Kohl mit der Frage, die zum Nachdenken und Agieren Anstoß geben sollte: "Wer, wenn nicht wir, ...". Technische Angebote sind vorhanden, Nedienwirksamkeit gibt es gratis (siehe Bericht zu eBooks zur Leipziger Buchmesse) und - da bin ich mir sicher - LeserInnen suchen Informationen und Orientierung. Und da spielen Inhalte und Umgang mit einer anderen Darreichungform von Literatur eine wichtige Rolle. Buchhandlungen haben noch die Chance hier als Partner für LeserInnen aufzutreten.
Richtig, lieber Vorkommentator, dafür begibt man sich nicht unbedingt in die Buchhandlung und schon gar nicht zum Download für ein Buch. Dennoch kann ich Reader dort anfassen, mich damit vetraut machen zusammen mit meinem bisherigem Partner für Literatur: Der Buchhandlung.
4. Roman Heuberger 27.03.2011 19:08h www.antiquariat-heuberger.de
Letzte Woche fragte in meinem Antiquariat ein Kunde ernsthaft nach gebrauchten E-Books.
Meinem Hinweis, daß ich mich aus Gewohnheit nachwievor den gedruckten Büchern widme und mir als gelernter und ausschließlicher Antiquar das Medium E-Book eher fremd sei, wurde entschieden widersprochen. Das gedruckte Buch sei doch eher ein Auslaufmodell und in spätestens 30 Jahren ohnehin vom Markt.
Nun, mag sein, aber dann bin über 90 und vielleicht habe ich dann noch ein paar gedruckte Antiquitäten aus dem Jahr 2000 im Regal und freu' mich darüber.
Und wer weiß, was es bis dahin an weiteren Medien geben wird, die uns die Literatur näherbringen können. Vielleicht Zettels Traum als Implantat an den Thalamus angeschlossen? Ein Albtraum!
5. H. Kraft 27.03.2011 19:27h
@ 4.) Roman Heuberger
Vielen Dank für Ihren sehr guten Kommentar und Ihren
Einsatz für das Buch in seiner haptischen Form.
Das gedruckte Buch wird überleben.
H. Kraft, München
6. Johannes 27.03.2011 21:04h http://www.lesen.net
Gelungener Kommentar, weniger gelungene Kommentare zum Kommentar (andererseits wiederum auch eine Bestätigung der These zum Status Quo von Herrn Kohl).
Ciao
Johannes
7. Susanne Martin 27.03.2011 22:49h http://www.schiller-buch.de
Danke für diesen Kommentar. Ich stimme absolut zu. Und ich erlebe immer wieder, daß wir in der Buchhandlung Gesprächspartner sein können, daß wir die Anlaufstelle für diejenigen sind, die sich dem Thema annähern, die sich erst mal informieren wollen und die auch über ihre Unsicherheit und Zweifel reden wollen. Dann Readermodelle zeigen zu können, darauf hinweisen zu können, daß bei uns im Laden und auf der Website digital gekauft werden kann, das gehört für mich einfach zu unserer Beratungskompetenz dazu und wird durchaus geschätzt.
8. Thomas Knip 28.03.2011 00:03h http://www.die-ebook-manufaktur.de
Beim Thema eBooks kann der stationäre (Einzel-)Buchhandel nur durch den qualifizierten (!) Verkauf von Lesegeräten punkten.
Die Lektüre kaufen sich die Leser dann normalerweise bei den gängigen Online-Shops.
Der Buchhandel muss sich von der Vorstellung verabschieden, er sei für die Online-Verkäufe von eBook-Literatur eine relevante Anlaufstelle.
Bei Apple und Amazon lassen sich ausreichend große Leseproben von Titeln kostenlos herunterladen. Empfehlungshilfen sorgen dafür, dass dem Leser weitere Werke vorgeschlagen werden.
Wozu also tatsächlich noch die Beratung eines Buchhändlers? Und das ist nicht rhetorisch gemeint.
Der Buchhandel kann also nur in dem Bereich Fuß fassen, den interessanterweise die "üblichen Verdächtigen" sträflich vernachlässigen - eine ausführliche, kompetente, interessierte und interessiert machenden Präsentation der einzig tangiblen Artikel in diesem Bereich: der Lesegeräte selbst.
Und zwar verschiedene Modelle mit einer ausreichend großen Zahl an Testgeräten, einem entspannenden Leseumfeld und einer Einrichtungshilfe für neue Kunden.
Vorbereitet sein kann nur, wer sich auch tatsächlich vorbereitet.
9. Diskette 28.03.2011 00:11h
Also bei uns bekommt man schon eine kompetente Beratung und man kann die Geräte ausprobieren. Sicher lädt niemand (ok, Kunden die unsicher sind mit dem Medium Computer) IN einer Buchhandlung ein E-Book herunter.
Ich stehe dem ganzen irgendwie geteilt gegenüber. Ich bin niemand, der Angst vor neuer Technik hat und durchaus die Vorteile der Sache sieht. Es wird eine "Ergänzung" zum gedruckten Buch sein, das auch seine Vorteile hat und immer Liebhaber haben wird.
Auf der anderen Seite werde ich wehmütig, wenn ich sehe, was mit meinem Beruf wird. Ob ich (Mitte 40) noch damit in die Rente gehe, dass ich Bücher verkaufe? Toll, wenn man in einer Buchhandlung gut beraten wird, technische Probleme aus dem Weg geräumt werden und der Kunde dann das Gerät und die Bücher auf einer preiswerteren Plattform im Internet bestellt...Aber ich kann sicher auch quer in einem Küchenshop einsteigen oder im Elektromarkt... ;-) - man übt ja jetzt schon mit dem Nonbooksortiment.
Ach ja....nach dem Sieg der CD ist die LP ja auch wieder im Kommen.... :-)
Ach und gefragt wurde ich auch schon, warum die Bücher denn trotzdem soooo teuer wären, wo die doch nicht gedruckt werden müssen und man sicher im Internet umsonst herunterladen kann.
10. edition Kullmann - Marcus Kullmann 28.03.2011 10:54h www.editionkullmann.de
Wie relativ gering das Interesse der "Büchermenschen" an eBooks & Co. ist zeigt die Meldung, das der Fachkongress "Elektrisiert!", welchen der Mediacampus Frankfurt angeboten hatte, aufgrund mangelnder Anmeldungen nicht stattfinden konnte. Das ist schade und bedenklich zugleich, da gerade eine solche Tagung als Plattform für eine Auseinandersetzung und Vertiefung mit diesem Thema sehr geeignet gewesen wäre.
11. Dirk Niewöhner 28.03.2011 11:01h www.kottmann24.de
Vor einigen Tagen las ich folgenden Kommentar von Herrn Kohl auf boersenblatt.net:
[...] Wir haben seit der Markteinführung im Oktober den von Libri angebotenen Acer Lumi Read ca. 30 mal verkauft.
Der Clou des Geschäftes: Wir werden an den Download-Umsätzen beteiligt, wenn Kunden den vorkonfektionierten Libri-Shop zum Downloaden nutzen.[...]
[...] Verdienen Sie beim Verkauf des Geräts in Ihrer Buchhandlung - und dann weiter an jedem E-Book, das Ihr Kunde auf dem Acer LumiRead kauft."
Uns liegt bislang eine Abrechnung aus dem Februar vor:
Unsere Provisionserlöse also aus Downloads von Oktober 2010 bis Ende Januar 2011):
Aus Einstieg über unsere Domain (vorkonfektioniert):
Aus VK bis 12 EUR: Netto-Umsätze 13,42 EUR, 5% Provision = 0,80 EUR.
Einstieg über libri.de
Aus VK bis 999,99 EUR: 27,28 EUR, 2,5% Provision = 0,81 EUR.
Gesamtertrag bis Ende Januar 2011: 1,61 EUR.
Dazu kommen unsere Erträge aus dem Verkauf des Acer: Erlös: 5% vom LP
abz. ca. 3% Warenbezugskosten vom LP
3% Warenabgabekosten vom LP
3,5% Kosten für Kreditkartenzahlung vom LP
5% Kosten Werbung je verkauftem Gerät vom LP, also je Gerät ca. -10% (ohne Personalkosten usw.),
in EUR haben wir ca.17 EUR je Gerät draufgezahlt.
Was haben wir falsch gemacht? [...]
Das habe ich verstanden, deckt es sich doch mit meinen Erfahrungen und denen einiger Kollegen. Darüber hinaus scheint mich - als Buchhändler - niemand als Vertriebspartner zu wollen. Zumindest nicht zu diskussionsfähigen Konditionen. Vielmehr soll ich mich mit dem unrentablen Verkauf von Readern herumschlagen, gelte nach den Kommentaren und Artikeln der letzten Wochen (siehe Buchhandelsfachmedien) als technikfeindlicher Vollidiot, der mal wieder seine Chance verpaßt. Natürlich hätte ich alle Möglichkeiten gehabt, schon vor Jahren ins Internet-Geschäft einzusteigen. Wäre ja ganz einfach gewesen und hätte so gut wie nichts gekostet...
Wenn sich ein Lieferant / Hersteller um mich bemüht, mir interessante Artikel, Deko, Endkundewerbung und vernünftige Konditionen bietet - wie es die Verlage für das gedruckte Buch übrigens gut und gerne machen - bin ich dabei. Auch, wenn es sich um eine Yoga-Matte handeln sollte.
12. Hans-Ewald 28.03.2011 11:22h
@ Dirk Niewöhner
Sie haben Recht, was die Erlöse für das Sortiment angeht. Von eBooks kann kein Buchhändler leben. Das Problem für den Buchhändler ist nur: In den nächsten Jahren wird der Marktanteil für eBooks zunehmen. Gleichzeitig wird die Anzahl gedruckter Bücher abnehmen, da die Kosten für elektronische Bücher geringer werden (von Remissionen mal gar nicht zu reden). Wenn ein Buch in Zukunft aus Kosten- und Gewinnmaximierungsgründen vom Verlag nur noch elektronisch hergsetellt wird, geht dem Sortiment dieses Buch verloren. Passiert das in hohem Maße, was zu erwarten ist, geht dem Sortiment somit schleichend aber nachhaltig die Existenzgrundlage verloren. Die Folgen brauche ich wohl nicht expliziz zu erläutern!
13. A. Huber 28.03.2011 12:00h www.LuuBooks.de
Herr René Kohl, ich konnt leider nicht heraus finden, ob Sie ebenfalls selbstständig sind und sich damit überhaupt qualifizieren um solche Fragen aufzuwerfen?
Schreiben können Sie natürlich so viel Sie möchten, nur wen interessiert es, den Buchhändler anscheinend weniger.
Herr René Kohl, ich konnte leider nicht heraus finden, ob Sie ebenfalls selbstständig sind und sich damit überhaupt qualifizieren um solche Fragen aufzuwerfen?
Schreiben können Sie natürlich so viel Sie möchten, nur wen interessiert es, den Buchhändler anscheinend weniger. Vielleicht haben Sie es in Ihren doch noch recht jungen Lebensjahren schon vergessen oder wissen es noch gar nicht, das Gleiche hat man den Buchhändlern mit dem Einstieg ins Internet + eShops vor fast 10 Jahren schon einmal empfohlen. Da wurden nicht nur massenweise munter-sinnlos mitunter 5-stellige Summen verbraten für dieses scheinbare Geschäft. Bei KNV, Umbreit oder Libri sich nen Shop besorgt, der auch noch zusätzlich schön-happige 60,- Euro + Mwst. und mehr Monatsgebühren kostet.
Und die Performance junger Herr René Kohl?
Ich würde mal sagen so 50-100 Besucher im Monat, aber eher weniger und einige wenige sicherlich mehr. So rechnen sich dann unsere großen Barsortimenter scheinbar freundlich-gesinnt hoch und erreichen dann durchaus zusammen genommen über alle angeschlossenen Shops vielleicht sogar einige 1.000 Besucher am Tag. Da muss aber deswegen noch kein einziger Internetsurfer etwas gekauft haben. Mir konnte auf Anfrage keiner der 3 Barsortimenter sagen, welche Umsätze im Schnitt drin sind, von wegen, dass man mir wenigstens die Anzahl der verkauften Artikel hätte sagen wollen oder nicht dürfen?
Dass alle großen Marktbegleiter um AMAZON meilenweit von dessen Umsätzen weg sind, muss daher nicht mehr weiter erläutert werden. Kann in der Bibliothek vom Börsenblatt jederzeit nachgelesen werden. Warum dann wiederum Geld verbraten, für Digitales?
Jetzt wo sich das Einkaufen im Internet mittlerweile teilweise durchgesetzt hat auf fast alle Branchen, dann nochmals nen virtuellen Hype nachrennen, der eh nur Internet gehandelt werden kann.
Oder möchten Sie Herr Kohl vielleicht mal kurz erklären, wie man die bessere Beratung für ein eBook anbieten könnte, so dass es der geschätzte Kunde dann im Buchladen kauft?
Vorher geht ein Kamel durchs Nadelöhr, dieser sog. Hype, den im Großen & Ganzen ja nur AMAZON voran treibt um sich auch gleich noch ne ganze Logistikkette einzusparen, wo angeblich diese am Buch nix mehr verdienen.
Es ist mittlerweile wieder eine Rückbesinnung eingetreten, die gerade kleinere Buchhandlungen wieder Mut machen können. Beratung ist wieder gefragt und die großen Buchhandelsketten hatten erstmals seit vielen Jahren einiges weniger an Kundschaft in den letzten Monaten im Jahr 2010 zu konstatieren.
14. Frithjof Klepp 28.03.2011 12:32h
Seite 1 bei google/ Suche "René Kohl"
http://www.kohlibri.de/
gegründet 1998...
15. Stefan Holzhauer 28.03.2011 15:17h http://phantanews.de
Alles Lamentieren über die bösen eBooks hilft doch nichts, liebe Buchhändler. Kommen werden die so oder so (ich nutze das Medium in Form von ePubs bereits hochzufrieden seit Jahren, nur leider kommen die eBücher fast ausschließlich aus den USA, weil hierzulande Fehlanzeige)
Ich würde meinen lokalen Buchhändler aber gern dadurch unterstützen, wenn meine eBook-Käufe explizit ihm zugeschrieben werden würden - es kann doch nicht wirklich schwer sein, das auf libri, libreka und Co. zu realisieren? Gut, ich entschuldige mich in aller Form dafür, dass ich "libreka" gesagt habe. :) Dass Amazon da nicht mitspielen wird ist klar - und kein Wunder.
DAS wäre eine Aktion, mit der man als aktiver und auf Kundenzufriedenheit Wert legender Buchhändler Umsätze und Feedback erhalten könnte. Dass die großen Plattformen auch des Buchhandels diese Vorgehensweise offenbar nicht wollen kann man dem eBook kaum vorwerfen. Daran sollten die Buchhändler dringend arbeiten.
Ich sehe durchaus, dass es den Wunsch des Kunden geben könnte, direkt im Laden ein eBook auf seinen eReader zu transferieren, beispielsweise nachdem er sich die Papierversion angesehen hat. Die technischen Voraussetzungen sollten zu schaffen sein, auch wenn das höchst überflüssige DRM hier zu Schwierigkeiten führen wird...
16. Michael Dreusicke 28.03.2011 18:34h http://www.paux.de
Einer der Vordenker und Wegweiser, Bernd Sommerfeld (Buchhändler bei Lehmanns), hat in unserer Facebook-Gruppe "eBooks (Berlin)" den Link zu einem Interview mit Tim O'Reilly gepostet:
http://blogs.forbes.com/jonbruner/2011/03/25/tim-oreilly-on-piracy-tinkering-and-the-future-of-the-book/
Dort werden praktisch nur Geschäftsmodelle durchdacht, die den (klassischen) Buchhandel überspringen. Das ist kein Zufall ;-)
Die Digitalisierung kann nicht rückgängig gemacht werden. Daher muss das "Prinzip Buchhandel" neu erschaffen werden, so wie es z.B. Fritjof Klepp vorbereitet.
Bei unserem monatlich stattfindenden Stammtisch in Berlin arbeiten wir intensiv an neuen Lösungen (es gibt jede Menge). Wir haben eine straffe Regelung des Rederechts, freuen uns aber immer über weitere Mitdenker.
17. Michael Dreusicke 28.03.2011 18:52h http://www.paux.de
Ach ja, kleiner Nachtrag:
Klasse Artikel, lieber René :)
18. Björn Heußner 29.03.2011 08:26h
wenn ich so einige Buchhändler hier weinen sehe kommen mir die Tränen. Es werden natürlich noch die nächsten Jahrzehnte genug Bäume abgeholzt um sie sich in den Schrank zu stellen, also da glaub ich auch dran da könnt ihr ganz beruhigt sein.
Bei dieser ganzen Diskussion wird meiner Meinung nach vergessen das dass Buch nur ein Trägermedium ist, also für die Information oder Unterhaltung die man erwartet, eine Nebensächlichkeit.
Wenn ich Leute wie Herrn Heuberger lese wird mir einfach nur schlecht, es soll mir keiner kommen Bücher für sich als eine Art Kunst zu betrachten, es geht doch nur ums verkaufen des Physischen Produktes.
Ich finde z.B. Audio Books wesentlich bedenklicher, da man hier von der Information berieselt wird anstatt sie aktiv aufzunehmen, aber die kann man sich neben den Räucherstäbchen ins Regal stellen ;-)
Übrigens sind es gerade Audio Books die häufiger raupkopiert werden, weil sich die Tumbe masse lieber berieseln lässt anstatt aktiv zu lesen.
19. Jörn Brien 29.03.2011 12:01h http://ebook-fieber.de
Ich glaube nicht, dass viele Kunden in den Buchladen kommen, um ein eBook zu kaufen.. Einen eReader vielleicht, aber werden sie dann wiederkommen? Es geht aber auch nicht darum, dass sie physisch im Buchladen erscheinen. Meiner Meinung nach geht es darum, dass der Buchhandel neue Modelle überdenken muss, warum also nicht eine angeschlossene eBook-Download-Plattform, auf der Tipps für gute Bücher gegeben werden?
20. René Kohl 29.03.2011 20:36h www.kohlibri.de
Ich lese aus dieser Debatte gleich mehrere Ansätze, die den Buchhändler vielleicht voran bringen könnten.
Entscheidend ist aus meiner Sicht, daß nicht mal der Ansatz einer buchhändlerischen Strategie erkennbar ist, sich hier einzumischen (aber auch das Nichteinmischen wird nicht strategisch betrieben).
Vielleicht darf ich zwei oder drei Punkte nennen, die man diskutieren könnte:
a) Inhalte
Es ist die komplette Produkt-Palette der Bücher bislang noch nicht ansatzweise mit buchhändlerischem Sachverstand auf sinnvolle eBook-Verwertbarkeit geprüft worden. Das heißt, alles, was zur Zeit entsteht, entsteht, weil die Verlage meinen, dieser oder jener Stoff ist besonders geeignet, zum eBook zu werden (daraus folgt überwiegend eine 1zu1 Konvertierung von Büchern zu eBooks). Kundengespräche vor Ort (die Buchhändler vielleicht persönlicher als die Leute in den Verlagen führen können) sowie inhaltliche Kompetenz der Buchhändler könnten aber helfen herauszufinden, was der geeignete Stoff für eBooks wäre.
Vielleicht braucht der eBook-Markt mehr Kurzgeschichten als Romane, mehr Graphic Novel als Buchstaben, vielleicht mehr Abokonzepte als Einzeltitel?
Natürlich finden die Verlage durch Versuch und Irrtum irgendwann auch so raus, warum das eine geht, das andere nicht, aber warum sollte der Buchhändler dabei nicht mithelfen können?
b) Empfehlungen
Warum sollte ein kundiger Buchhändler nicht bessere Empfehlungen geben können als die Online-Community? Der Buchhändler müßte eigentlich immer vorne sein – er hat doch auch die Community, dazu aber noch seinen Sachverstand.
Aber: Ihm fehlen zur Zeit die Tools, um seine Kompetenz online darzustellen. Hier helfen seit neuestem die schnellen Facebook und Co., aber es wird dringend Zeit, daß die großen Katalog-Anbieter hier Lösungen servieren, die es dem Profi-Buchhändler erlauben, sich auf seine Empfehlungs- und Beratungskompetenz zu konzentrieren. Diese Lösungen sind nach 10 Jahren Online-Buchhandlung immer nicht entwickelt (weil lange Zeit auch nicht entsprechend nachgefragt…)
c) Marketing
Warum gibt es das eBook noch nicht als USB-Stick oder DVD? Zur Zeit werden wohl die ersten entsprechenden Konzepte entwickelt, die den Buchhändler wieder mit ins Boot nehmen.
Die Kunden kaufen ja auch (noch?) Hörbücher und DVDs im Buchladen.
Klar muß und wird es alle Downloads der Welt geben, aber für die Akzeptanz der eBooks wäre es doch ein Riesenschritt, wenn sie im coolen Softpack im Laden angeboten würden; sobald sie greifbar werden, würde sogar die Preisakzeptanz für die Ware steigen.
Es gäbe noch viel mehr Aspekte zu benennen, und tatsächlich ist überdeutlich, daß der deutsche Buchhandel durch seine Abstinenz auf schmerzhafteste Weise selbst dafür sorgt, daß er beim Thema eBook nicht vorkommt.
Im Moment fällt wahrscheinlich 9 von 10 Befragten zum Thema “Wo würden Sie Ihr eBook kaufen” alles mögliche ein, bloß nicht der klassische Buchhändler...
Da könnte aber doch noch einiges passieren.
21. H. Kraft 29.03.2011 21:42h
Bei allem Für und Wider mit den E-Books usw. kann der stationäre Buchhandel sich ja nicht auf alle Dinge, die in diesem Bereich erscheinen, einrichten. Es wäre vielleicht auch falsch, dass die Kunden, und dies sind ja die Leser/Leserinnen einer Buchhandlung allen diesen angebotenen Trends folgen müssen. E-Books u. a. sind sicher zuerst einmal für jüngere Leser/Leserinnen gedacht. Auch da ist dieses Potenzial noch auszubauen.
Nur sollte jeder Leser und die Leserin, die eine Buchhandlung besuchen, frei entscheiden können, was sie nun kaufen wollen. Es wäre fatal, wenn da nur bestimmte Dinge zum Kauf reizen würden, um die Konjunktur wieder im Buchhandel zu steigern. Dies wäre dann etwa ein Zwang dieser Angebote, wie E-Books zu erwerben.
Der Kunde/die Kundin einer Buchhandlung haben die freie Wahl sich nach ihren Lesewünschen dort auszurichten.
Wenn beides angeboten wird (das haptische Buch zum Lesen und E-Books), dann liegt die Auswahl beim Leser. Nur sollte er sich nach seinem Willen frei entscheiden können, was und welche Schwerpunkte er beim Lesen setzen will. Eine Beratung in der Buchhandlung ist auch gut, nur sollte diese nicht aufgezwungen erscheinen.
Der Mensch gibt dann seine Persönlichkeit auf, wenn er allen Neuerungen, die im täglichen Leben auf ihn einwirken, folgen würde. Er muss auch nachdenken können, was für ihn gut und weniger gut ist. Dazu gehört zu allem seinem Handeln die Vernunft und die richtige Überlegung. Es scheint gerade so, als ob bestimmte Kräfte dabei sind, den Menschen noch abhängiger in den Medien zu machen.
Insgesamt gesehen sollte der Buchhandel und die Buchbranche darauf achten, dass der kulturelle Auftrag in Richtung Buch erhalten bleibt und eben auch in den Buchhandlungen kulturelle Werte wieder mehr vermittelt werden. Es geht dabei auch wieder um die Entdeckung von Schriftstellern, die ja nicht nur, wenn ein runder Geburtstag zu feiern ist (z. B. im Mai Max Frisch) mehr gelesen werden. Es bleibt auch jeder Buchhandlung überlassen, wie und nach welchen Gesichtspunkten sie ihre Bücher und Neuerscheinungen einkaufen möchte. Es wäre jetzt völlig falsch, dass sich die meisten Buchhandlungen nur jetzt gerade auf E-Books einstellen sollten. Eine Bandbreite des Angebots wäre eigentlich besser. Jeder Buchhändler mit einer eigenen Buchhandlung hat ja auch von seinem Geschäft individuelle Vorstellungen. Es wäre etwas daneben, wenn es in Buchhandlungen nur Einheitstrends im Angebot geben würde.
H. Kraft, München
22. Susanne Martin 29.03.2011 21:44h http://www.Schiller-Buch.de
Ja, die buchhändlerische Strategie - wie könnten wir die erarbeiten? Sie wäre so wichtig! Das fängt beim genannten Thema an, dass E-Books noch nicht direkt auf Reader oder andere Datenträger geladen werden können und geht weiter dahin, dass es keine zufriedenstellende Shoplösung für das kleinere, allgemeine Sortiment gibt. Es wäre wünschenswert, dass sich vielleicht doch einmal BuchhändlerInnen zusammentun und gemeinsam darüber nachdenken. Vielleicht beim Buchcamp?
23. H. Kraft 29.03.2011 22:20h
22.) Frau Martin - Schiller-Buchhandlung in Stuttgart
Zu Ihrem Begriff ,buchhändlerische Strategie`:
Da haben Sie ganz richtig angesetzt.
Es geht doch da in erster Linie um die Vermittlung von Inhalten, also textlicher Art.
Welche Kunden stehen E-Books aufgeschlossener gegenüber? Sind es jüngere Leser, oder auch ältere Leser?
Wie verhält es sich mit der Beratung des Kunden/der Kundin in der Buchhandlung? Gibt es schon in Buchhandlungen oder vom Landesverband Schulungen in Richtung E-Books?
Wichtig wäre einmal insgesamt gesehen die Frage:
Was will der stationäre Buchhandel, also das Ladengeschäft in fünf oder zehn Jahren den Lesern als Lesestoff und Leseinhalten anbieten?
Ich meine, das sich kulturelle Werte von Schriftstellern besser in Büchern in ihrer haptischen Form verkaufen lassen. Nur was sind jetzt kulturelle Werte? Da hat wohl jeder, der täglich mit Büchern in einer Buchhandlung umgeht, ganz verschiedene Vorstellungen. Was ist zunächst Kultur? Dies sind doch Fragen, die da auch berücksichtigt werden sollten.
Ein weiterer Gesichtspunkt ist die Bildung an sich.
Das Lesen und der Umgang mit Büchern sollte im Elternhaus, in Schulen und in den Bibliotheken wieder einen besseren Stellenwert bekommen. In Deutschland leben nach einer erst kürzlich veröffentlichten Studie noch eine große Anzahl von Menschen, die überhaupt nicht lesen und schreiben können.
Ich meine, dass wir da nicht zu sehr jetzt mit großen Schritten ausholen sollten, sondern einmal zuerst über individuelle Veränderungen in der jeweiligen Buchhandlung
sprechen sollten. In einer langsamen Entwicklung kann ja da und dort im Ablauf und Aufbau einer ,Strategie in einer Buchhandlung` etwas geändert werden. Dies sollte aber nicht ruckartig geschehen. Notwendig erscheint mir, dass der Freiraum für den Kunden/die Kundin, so etwa das Duchschauen der Regale und das Anlesen eines Buches in einer Leseecke der Buchhandlung, erhalten bleiben sollte.
H. Kraft, München
24. Roman Heuberger 29.03.2011 23:28h www.antiquariat-heuberger.de
Selbstverständlich ist es in Ordnung, wenn Texte welchen Inhalts auch immer über Medien angeboten werden, die sich nicht zwischen zwei Buchdeckeln verbergen. Es gab sie bereits vor vielen Jahrzehnten in Form von Schallplatten, dann Musicassetten ("Hörbücher") usw. Man konnte sozusagen mit geschlossenen Augen lesen. Wenn das Lesen selbst heute auch durch Medien wie das E-Book ermöglicht wird, ist das ja in Ordnung. Ich selbst lese viel Texte via Computerbildschirm, da sehe ich keinen großen Unterschied, außer daß ich meinen 17-Zöller nicht mit mir herumtragen kann (aber darauf besser lese)..
Und wenn der Kunde im Buchladen die gewünschten Texte lieber als E-Book haben will, soll er sie auch kriegen. Nur befindet sich der stationäre Buchhandel im selben Dilemma wie mit dem gedruckten Buch auch. Internethändler wie Amazon & Co. grätschen da kräftig dazwischen incl. eigener Lesegeräte. Sollte der Buchhandel es schaffen, in absehbarer Zeit dem Ladenkunden via "Ladestation" je nach Wahl den gesamten Inhalt des VLB auf das E-Book schaufeln zu können, wäre das toll. Und die Geräte gleich mit anbieten. Und jede noch so kleine Buchhandlung könnte auf diese Weise Millionen Titel auf kleinstem Raum anbieten. Der große Rest des Ladens wäre dann nachwievor den richtigen Büchern vorbehalten. Aber bis dahin scheint noch ein weiter Weg zu sein, wie ich den Kommentaren entnehmen darf.
Ach ja, und noch zu Herrn Heußner in Kommentar 18: auch wenn ihm übel werden sollte bei dem Gedanken, Bücher als "eine Art Kunst" zu sehen. Bücher können gleichzeitig grandiose Kunstwerke sein und die lassen sich oft teurer verkaufen als eine ganze Palette Sony PRS-650. Da findet halt Ästhetik, Haptik und Verkauf in einem statt. Finde ich auch nicht schlecht.
Herr Kohl ist mit seinen Gedanken und Ideen der Zeit weit voraus. Der stationäre Buchhandel, selbst wenn er guten Willens ist, sich neuen Zeitläuften anzupassen, hat es schwer, sich mit der digitalen Form von Büchern auseinander zu setzen, hat er doch bereits genug damit zu tun, sich in seinem gewohnten analogen Umfeld über Wasser zu halten, neben den ihm vor die Nase geknallten Bestsellerlisten auch noch die individuellen Wünsche seiner Ladenkunden zu bedienen ("Haben Sie Lieratur über Strohhüte?") oder gar eigene literarische Vorlieben zu pflegen. Solange Hardware, Software, Verlage etc. nicht in der Lage sind, den Buchhändlern eine sinnvolle, stimmige und bedienerfreundliche Oberfläche zu bieten, bleiben die mit der ganzen momentan noch vorherrschenden Konfusion allein gelassen.
25. Paul 30.03.2011 09:58h
@ H. Kraft
Insgesamt gesehen sollte der Buchhandel und die Buchbranche darauf achten, dass der kulturelle Auftrag in Richtung Buch erhalten bleibt und eben auch in den Buchhandlungen kulturelle Werte wieder mehr vermittelt werden.
-------------------------
In Zeiten, in denen Sendungen wie DSDS, Bauer sucht Frau, Germanys next Top Model usw ein Millionen Publikum anziehen sehe ich den Buchhändler chancenlos in seinem Bemühungen, kulturelle Werte zu vermitteln.
26. Michael Dreusicke 30.03.2011 16:08h http://www.paux.de
Bei der Erarbeitung der buchhändlerischen Strategie sollte eine wichtige Komponente nicht vergessen werden: "eBook" ist zwar digital, aber statisch. Die Darreichungsform von morgen wird mit Sicherheit anders aussehen, nämlich als dynamischer Online-Service. Nur so lässt sich Content einerseits digitalisiert, andererseits unkopierbar veröffentlichen (niemand kann Facebook oder Google "downloaden"). Die Idee von schicken USB-Sticks (vgl. Kommentar Nr. 20 c)) hilft insofern bestenfalls für eine überschaubare Übergangszeit. Die meisten Leser werden innerhalb der kommenden 1-2 Jahre "always on" sein. Daher sollten sich die zu erarbeitenden Geschäftsmodelle an den heutigen Online-Realitäten orientieren, nicht am Datei-basierten ePub-Format. Erfolgversprechender für die Nutzung der buchhändlerischen Kernkompetenzen dürfte der Ansatz sein, die Inhalte-Aufbereitungs- und Beratungskompetenz (vgl. Kommentar Nr. 20 a), b)) in den digitalen Workflow mit einzubringen.
27. René Kohl 30.03.2011 17:51h www.kohlibri.de
Ich bin mir, ehrlich gesagt, auch noch nicht sicher, ob die Idee von eBooks im Booklet eher peinlich oder gar nicht so dumm ist.
Fakt ist: Solche Produkte könnten die Buchhändler sofort verkaufen, im Handling könnte es sich anfühlen wie Hörbücher oder DVDs verkaufen, man könnte beraten sortieren, eBooks im Laden präsentieren und demonstrieren.
Die Abrechnungsfragen wären deutlich einfacher
Der Kunde hätte was in der Hand für sein Geld.
Die Fragen: Kann ich das auch auf mehreren Geräten abspielen usw. würden sich von selbst beantworten.
Und kann eine solche DVD nicht auch Einstieg in einen "dynamischen Online-Service" sein?
Ich weiß, daß es in den USA anders läuft, aber ich weiß nicht, wie sehr dies mit schwächerem Buchhandel / längeren Lieferwegen / stärkerem Amazon / keiner Preisbindung zu tun haben könnte.
Immerhin könnte man fragen:
Warum laufen die Hörbücher (noch) über den Laden?
»Die Deutschen haben im 2010 2,7 Millionen Hörbücher auf ihre PCs geladen – ein Plus von 18 Prozent. Jedes siebte Hörbuch wird inzwischen über das das Internet verkauft.«
http://www.mp3werk.de/news/hoerbuch-downloads-im-abo-am-beliebtesten_29792.html
Im Umkehrschluß: 85% als "Hardware", oder?
Und bei DVDs:
76 Mio Einheiten in den ersten 3 Quartalen 2010, davon 2 Mio als Download (und der Rest wiederum als DVD...)
http://www.computerbase.de/news/allgemein/studien/2010/november/zahl-der-blu-rays-und-film-downloads-steigt-deutlich/
Vielleicht ist es auch nur eine Übergangsidee, aber nennen wir den Übergang doch mal 5 Jahre.
In dieser Zeit führen die Buchhändler die eBooks mit ein und basteln derweil an ihren eigenen (dezentralen) Download-Plattformen...
Ich weiß, daß diese Idee nicht gerade auf der Linie der existierenden Download-Plattformen liegt, die bislang am meisten Tempo machen, aber ist sie deswegen falsch?
Ich warte gerne auf Widerspruch.
28. Markus Groß 31.03.2011 07:46h
@25 Zitat: "In Zeiten, in denen Sendungen wie DSDS, Bauer sucht Frau, Germanys next Top Model usw ein Millionen Publikum anziehen sehe ich den Buchhändler chancenlos in seinem Bemühungen, kulturelle Werte zu vermitteln"
Naja ..und gleichzeitig verkaufen wir Buchhändler Sarrazins, Justin Bieber und Esoterika aller Art ... was oft, mit Einschränkungen, (bei mir gabs Sarrazin NUR wenn ein Kunde ausdrücklich bestellt hat), aus wirtschaftlichen Gründen auch so sein muß.
Die 'Vermittlung kultureller Werte' geschieht also vor allem da, wo der/die BuchhändlerIn darüber hinaus Angebote macht. Die sehr von der einzelnen Person abhängen. Ich möchte Vielfalt zeigen, provozieren, Themen ansprechen, einen (auch durchaus politischen) Standpunkt darstellen .. und einfach Alternativen bieten.
Aber einen 'kulturellen Auftrag' ? Von wem habe ich den, wer entscheidet ob ich dem entspreche? Welche kulturellen Werte ... und was, wenn der Nachbarbuchhändler ganz andere Werte vermitteln will ...
29. Stefan Holzhauer 31.03.2011 10:25h http://phantanews.de
Das Anbieten von einzelnen eBooks auf Datenträgern wie beispielsweise DVDs ist so abstrus, dass ich es kaum fassen kann.
Insbesondere auch aus ökologischer Sicht: warum soll ich Plastik und Metall samt Booklet für eine Datei verschwenden, die zudem noch nur einen Bruchteil des Mediums ausnutzt? Das ist doch reine Müllgenerierung. Und eine Selbsttäuschung. Ich kaufe doch kein physikalisches Medium, wenn ich stattdessen ohne Aufwand eine Datei im Web beziehen kann?
Deutlich sinnvoller erscheinen mir "eBook-Tankstellen", mittels denen ich mein eBook "mal eben" im Laden auf meinen eReader oder einen Datenträger kopieren kann.
Klar: die Regel wird diese Art des eBook-Kaufs nicht werden, aber bei vergleichsweise geringem Aufwand kann eine zusätzliche Einnahmequelle geschaffen werden.
Was die Beratungskompetenz angeht: ich habe viel zu oft den Eindruck, dass mich in Buchhandlungen schnell umgeschulte Fleischereifachverkäuferinnen beraten sollen - und das nicht können. Insbesondere längst im Mainstream angekommene Themen wie SF oder Phantastik allgemein sorgen allerdings auch bei ausgebildeten "Beratern" in Buchhandlungen nur für Stirnrunzeln, von Sachkenntnis keine Ahnung und das Angebot beschränkt sichauf Harry Potter und Vampirschmonzetten. Da ist der Vorschlagsmechanismus von Amazon fachlich deutlich fundierter...
Ich habe mich früher stundenlang in Buchhandlungen herumgedrückt - heutzutage bin ich bei jedem Besuch frustriert.
Eine "kulturelle Aufgabe" mag vielleicht zu konstruieren sein, mir wäre deutlich mehr damit gedient, wenn ich in der Buchhandlung die Bücher bekommen würde, die ich gerne hätte, nicht die, die der Buchhändler für anspruchsvolle und lesenswerte Kost hält. Da das nicht der Fall ist kaufe ich über Amazon gedruckte Bücher oder direkt in den USA eBooks.
Die "eBook-Tankstelle" hat sich natürlich in dem Moment erledigt, in dem wir alle "always on" sind, wäre aber was für die Übergangszeit. Diskutieren hilft aber nicht, es muss gemacht werden, denn es wartet niemand darauf, dass die Diskussion beendet ist und endlich Taten folgen.
30. René Kohl 31.03.2011 12:03h www.kohlibri.de
@ Stefan Holzhauer
Klingt ja zunächst vernünftig.
Aber Gegenfragen:
»Warum soll ich Plastik und Metall samt Booklet für eine Datei verschwenden, die zudem noch nur einen Bruchteil des Mediums ausnutzt? «
Warum wird Plastik und Metall aber seit Jahren für Hörbücher und Film-DVDs verschwendet?
Vielleicht noch eine weitere Gegenfrage: Wäre die Markteinführung des Formats "Hörbuch" auch ohne die Unterstützung des (Buch-)Handels gelungen?
»Und eine Selbsttäuschung. Ich kaufe doch kein physikalisches Medium, wenn ich stattdessen ohne Aufwand eine Datei im Web beziehen kann?«
Wenn ich im Laden stehe und ein eBook als DVD angeboten bekomme, ist dieses Produkt mir dann nicht plötzlich näher, kaufbarer, als das Online-Produkt?
Warum werden die allermeisten Hörbücher, die wir heute hören, als physische Produkte gekauft? Es kann sie doch auch jeder aus dem Netz laden...
Ist nicht eine Ursache: Weil sie im Laden stehen und mich ein Booklet anlacht? Weil ein Verlag sein Label draufsetzt, ein Booklet mir Zusatzinformationen gibt?
Was wissen wir vom deutschen eBook-Käufer? Ist er näher am "e" oder näher am "book"?
31. René Kohl 31.03.2011 14:15h www.kohlibri.de
Wer will, kann ja auf dem Buchcamp weiterdiskutieren (wenn unser Veranstaltungsvorschlag angenommen wird).
Am 8. Mai auf dem mediacampus frankfurt.
Themenvorschlag:
eBooks und das stationäre Sortiment
eBooks gibt es im Internet - man holt sie sich logischerweise von den großen Plattformen. Klar. eBooks beim Buchhändler? Das gibt's doch gar nicht...
Unsere Thesen: eBooks brauchen (auch) buchhändlerische Vermittlung, sie verkaufen sich offensichtlich nicht von alleine, das Sortiment ist bisher nicht in die Vermarktung der eBooks eingebunden, dies liegt auch am mangelnden Engagement des Handels.
Wir wollen diskutieren:
* Braucht das Sortiment eBooks?
* Brauchen die eBooks das Sortiment?
* Falls beides ja, wie kann der Sortimentsbuchhandel das eBook-Geschäft befördern.
* Welche digitalen Geschäftsmodelle können die Kundennähe und Kompetenz des stationären Buchhändlers miteinbinden?
* Sind lokale (vor-Ort-) Geschäftsmodelle für den Vertrieb von eBooks denkbar?
René Kohl, kohl@kohlibri.de und Susanne Martin, info@schiller-buch.de
32. Stefan Holzhauer 31.03.2011 17:09h http://phantanews.de
@René Kohl:
"Warum wird Plastik und Metall aber seit Jahren für Hörbücher und Film-DVDs verschwendet?"
Weiß ich auch nicht. :o)
Aber mal im Ernst: Man kann zum einen die Medien nicht miteinander vergleichen (es gibt noch immer keinen brauchbaren Service, um Filme in angemessener Qualität online zu erwerben und herunter zu laden - DVD und BluRay haben hier echte Vorteile wie z.B. mehrere Tonspuren, bessere Qualität und Zusatzfeatures). Zum anderen füllen Filme und Hörbücher ihre Medien vollständig aus. Ein einzelnes eBook hat als gepackte XHTML-Datei eine größe von - sagen wir mal grobe Hausnummern - 250 bis 500k. Auf eine einseitige DVD passen 4.5 Gigabyte, da würde sich das eBook ganz schön klein und einsam fühlen... ;o)
Wenn ich im Laden stehe seh ich mir kein Booklet eines eBooks auf DVD an, ich sehe mir vielleicht die Druckversion an, blättere darin und entscheide mich dann für einen Kauf (egal ob Papier oder Datei) oder dagegen.
Hörbücher werden deswegen nicht online als Datei erworben, weil diese nach wie vor tot-ge-DRM-t sind und weil die vorhandenen Plattformen und die zugehörigen DRM-Software-Krücken bedienerische Katastrophen sind. Wer schon einmal versucht hat, beispielsweise über Audible ein Hörbuch zu kaufen, der weiß wovon ich spreche. Ich verweise auf einschlägige Tests des Heise-Verlags, die meine Erfahrungen bestätigen. Wenn ich das Hörbuch ann noch nicht mal auf allen meinen Geräten wiedergeben kann, weil die das verwendete DRM nicht unterstützen, dann sehe ich keinen Grund, Hörbücher online als Datei zu erwerben sondern kaufe lieber eine CD.
Ich denke nicht, dass der Vergleich eBook mit deutlich unterschiedlichen Medien hier einen Sinn macht, da die Voraussetzungen deutlich andere sind.
33. René Kohl 31.03.2011 17:54h www.kohlibri.de
@ Stefan Holzhauer
OK: klein und einsam sollte sich niemand fühlen; das ist Ihr Punkt ;)
Zu Ihren Hörbuch-Download-Anmerkungen: Da sind wir ja zum Glück bei den eBook-Plattformen seit Jahren gut bedient; einfachste Nutzerführung, problemloseste Download-Erfahrungen, und das DRM wurde ja zum Glück von vorneherein abgeschafft... ;)
Im Ernst: Wenn das das Hauptargument ist, spricht es im Moment eher für die CD (wenn nicht DVD), oder?
34. Stefan Holzhauer 01.04.2011 11:13h http://phantanews.de
@René Kohl
Hm, irgendwie ging es aber doch beim Thema primär um Verkäufe am POS, oder? :)
Korrekt ist natürlich dass die "großen" Verkaufsportale für eBooks in Deutschland bedienerische Unverschämtheiten sind und eher als "Verkaufsverhinderungsplattformen" bezeichnet werde sollten.
Ich kaufe fast ausschließlich eBooks ohne DRM, die von "kleinen" Anbietern mit Special-Interest-Material zur Verfügung gestellt werde. Und - nein, ich spreche nicht von Tauschbörsen.
Allerdings sehe ich auch hier den Vorteil der CD nicht, auch darauf muss nach Wunsch der Branche das eBook dann mit DRM "geschützt" sein, das Übertragen auf ein Lesegerät wird dann kaum einfacher sein als beim Download, oder?
Dieser ganze DRM-Schmonzes ist doch eine Selbstvera...lberung der Branche. Bestraft nur den ehrlichen Kunden: kann in Sekunden geknackt werden und damit finden Bestseller eh ihren Weg ins Netz, nur der Käufer muss sich mit den untauglichen DRM-Mechanismen herumschlagen.
Wie wäre denn die Abgabe auf einem Medium wie SD-Karte (oder USB-Stick)? Solche mit vergleichsweise kleinen Speicherkapazitäten sollten insbesondere in größeren Mengen (zentral) für Peanuts einzukaufen sein und die hätten den unschätzbaren Vorteil, dass der Kunde sie auch anderweitig nutzen kann, im Gegensatz zur nicht wiederbeschreibbaren CD/DVD.
Wäre vielleicht auch ein Zusatzgeschäft: "möchten Sie ein größeres Speichermedium dazu?" :)
35. Bettina Gähle 01.04.2011 18:00h www.gaehle-beratung.de
Ein Vorkommentator schrieb sinngemäß, Herr Kohl sei seiner Zeit weit voraus.
Bitte?!
René Kohl ist "up to date"!!
Seit Jahren, vielen Jahren redet der stationäre Buchhandel nun schon über dieses Thema- und redet- und denkt- will nicht- will doch- oder lieber doch nicht...?!
Und an vielen, zum Glück nicht allen!, ist der Zug längst vorbeigefahren.
Manch einer würde sich wundern, wenn er heutzutage ein Studium beginnen würde..., ohne Neue Medien läuft da bis hin zu den Klausuren/Prüfungen so gut wie nichts mehr.
Das gedruckte Buch wird sicherlich nicht sterben, aber alles, das zu den Neuen Medien zählt (und das sind nicht nur eBooks) gehört ebenfalls schon längst zum (Berufs-)Alltag!
36. René Kohl 01.04.2011 18:19h www.kohlibri.de
Der Betriebsberater Matthias Schwenk prognostiziert heute im Buchreport unter den Überschrift »Warum Buchhändler bei E-Books (doch) auf verlorenem Posten stehen«:
»E-Books sind das Ende des klassischen Buchhandels, wenn sie sich erst einmal auf breiter Front durchgesetzt haben werden. Die entscheidende Frage für den deutschen Buchmarkt lautet diesbezüglich deshalb nicht mehr „ob“, sondern nur noch „wann“.
(…) In den nächsten 10 Jahren könnte jede zweite Buchhandlung aufgeben müssen. Darüber entscheiden dürfte der Standort: Je besser die Lage, desto eher wird sich ein Betrieb halten können.«
http://www.buchreport.de/blog.htm?p=1325
Die eBuch-Studie 2011 (http://www.boersenverein.de/sixcms/media.php/976/E-Book-Studie_2011.pdf) unterstützt diese These in soweit, als Teile der befragten Buchhändler massive Umsatzverluste im klassischen Sortiment bis 2015 vorhersagen (diejenigen, die eine Meinung zu dieser Frage haben, glauben hälftig, es spiele keine Rolle, die andere Hälfte glaubt, es gibt Umsatzverluste; und von letzteren glauben wiederum fast die Hälfte derjenigen die eine Prognose wagen, dass es um mindestens 10% geht, im Duchschnitt der Umsatzverluste befürchtenden Buchhändler geht es um -16% ).
Fragt man die Sortimenter nach den Umsatzerwartungen bis 2015, so haben 3/4 keine Schätzung, das verbliebene Viertel sagt zu 2/3: Unter 5% Umsatzanteil eBook.
Zusammengefaßt kann man sagen: Von denen, die eine Prognose wagen, glaubt jeder zweite im Schnitt, 16 Umsatz zu verlieren und höchstens 5% (eigentlich sogar noch weniger, da 5% vom verbliebenen Umsatz) zu gewinnen.
Nehmen wir noch eine Zahl eines der großen eBook-Katalog-Betreiber:, gestern in buchreport.de veröffentlicht:
»„Der Buchhändler muss sich stationär und online gut aufstellen“, wirbt Markus Fels, Einkaufsleiter bei KNV, in eigener Sache. Liegt der Anteil des E-Commerce am Gesamtumsatz bei drei von vier von buchreport befragten Buchhändlern unter 4%, müsse das Ziel nach Einschätzung von Jochen Walter (Leiter E-Commerce Solutions bei KN-Digital) künftig bei 5 bis 10% liegen.«
Hier geht es aber, wohlgemerkt, um den Gesamtumsatz online, von dem der eBook-Anteil nur einen kleinen Teil ausmachen; die Verlage glauben laut der oben zitierten Online-Umfrage im Durchschnitt an einen Marktanteil von 16%.
Daraus lassen sich, selbst bei überproportionalem Anteil an eBooks vom eCommerce-Umsatz wohl nicht mehr als ca. 1,5 - 3% maximalem Umsatzanteil von eBooks für das Sortiment ableiten.
Folgt man der These von Herrn Schwenk und den Einschätzungen der skeptischen Sortimenter und der Zielsetzung von KNV, so kann der Schluß nur lauten:
Jeder Buchhändler, der im Moment noch seine Buchhandlung mit der Absicht betreibt, die nächste 15 Jahre davon leben zu wollen (also alle jünger als 50), muß sich (neben der Überprüfung seiner Verkehrslage) mit Hauen und Stechen gegen alles wehren, was nach eBook riecht.
Er sollte, und dies am besten organisiert, alles meiden wie der Teufel das Weihwasser, was die eBook-Entwicklung nur einen Schritt voranbringt.
Er sollte zum Beispiel auf gar keinen Fall in seinem Buchhändler- und Verlegerverband den Betrieb der Plattform libreka! wünschen (es sei denn, man verfolgt das Konzept, dass libreka! eine geeignete Bremse für die Entwicklung des eBooks in Deutschland sein könnte… ;)
Das wäre dann die Strategie: Nicht mitmischen, und langfristig verlieren.
Fragen wir also hier doch mal libreka!: Wie sehen Ihre (konkreten) Projekte aus, den Buchhandel mitzunehmen auf die Reise in die eBook-Welt?
Gibt es Pläne und Visionen, die skeptischen Buchhändler umzustimmen und sie nicht nur die Gefahr sehen zu lassen?
Fragen wir KNV und Libri: Welche Konzepte haben Sie, die Sortimenter mit auf die Reise zu nehmen? Was bieten Ihre neuen Shopsystem für handhabbare Tools, um besonders uns Sortimentern den Verkauf von eBooks leicht zu machen? Wie sehen Ihre Konditionen aus, die Sie für uns gegenüber den Verlagen rausholen? Geht da noch was gegenüber dem Status quo? Der ist momentan nicht geeignet, den Sortimentern Mut zu machen.
Und fragen wir die Verlage: Wenn Sie glauben, künftig 16% Umsatz mit eBooks machen zu können – auf welchen Kanälen wollen Sie diese erreichen? Sehen Sie es auch so, dass diese überwiegend ohne das Sortiment gemacht werden? Und besorgt Sie das? Und wenn ja, an welchen Konzepten stricken Sie zur Zeit, um die Buchhändler miteinzubinden?
Und: Glauben Sie, dass der Handel für Sie bei der Vermarktung von eBooks ein Partner sein kann?
Und wenn nein: Empfinden Sie die Prognosen für eine Sortimentsbereinigung, wie oben geschildert, als problematisch für Ihr Gesamtgeschäft, oder führt diese für Sie nur zu einer Umsatzverschiebung hin zu weniger (größeren) Partnern?
37. Michael Kühnapfel 04.04.2011 15:09h
@ 1 Kunde:
"Oder meinen Sie ernsthaft, irgendwer latscht in Buchhandlung, um sich da eine Datei herunterladen zu lassen?"
Ja. Ich zum Beispiel finde das herumstöbern und anlesen von Büchern im Laden wesentlich angenehmer und zeitsparender als das durchscrollen miserabler Shop-Designs, endloser Listen und das Warten auf das Hochladen von Probe-Seiten. Einmal abgesehen davon, dass das Ansprechen durch die U1 auf den diversen Shop-Seiten noch nicht so funktioniert.
Dann kann ich mich beim Händler noch beraten lassen oder wenigstens nach Erscheinungsterminen fragen. Und dann möchte ich das E-Book tatsächlich kaufen, am besten von der Shop Seite des Buchhändlers meines Vertrauens, wäre auch schön, wenn ich zu Hause eine E-Mail mit Link zur Datei finden würde - oder wenn das Buch schon im Laden aufgespielt wird. Ja, tatsächlich.
Nur - da stellt man fest, der Buchhändler im Ort hat eine eigenen Shop-Seite, bietet E-Books an - hurrah und horridoh! Von wegen, nach der 1. Bestellung landet man beim KNV oder sonst wo. Und so geht es sicher nicht.
Dabei gibt es fürs Sortiment so viele Chancen - etwas die eigene Spezialisierung im E-Buch Shop wiederzugeben, dann weiß ich zum Beispiel, das gibts Fotobücher und nur diese - und muss mich nicht durch 1000 Abfragen und Filter hangeln.
38. Adrian Maleska 19.04.2011 11:27h http://www.fantasybuch.de
Sollte der Buchhandel weiterhin das Thema der Ebooks meiden, werden andere Player das Ruder in diesem Markt übernehmen. Mal schauen, wer sich dann noch von Räucherstäbchenverkäufen übers Wasser halten kann.
39. Klaus der Frierende 06.06.2011 00:13h http://www.heizdecken.com
Interessant ist es doch auch mal zu betrachten, dass Heizdecken (vom Verfasser stellvertretend interessanterweise als das Übel aller digitalen Gerätschaften im Internet gewählt) sich anscheinend (im Gegensatz zu e-Books) vom "Kaffeefahrt-Produkt" zum Internetschlager gemausert haben - so man denn dem Verfasser glaubt. Interessant übrigens ist, dass das Suchvolumen zu e-Books sogar stagniert! (http://www.google.com/insights/search/#q=e-book%2Cheizdecke&cmpt=q) Heizdecken dahingegen sind (und bleiben) nach wie vor ein reinstes Nischenprodukt und vom Suchvolumen (=Interesse der Menschen im Internet) her absolut irrelevant.