Erstlesebücher

Lust auf die Welt der Bücher wecken

Wie funktioniert das mit dem Lesenlernen? Rund 60 Buchhändlerinnen spürten am Wochenende beim Praxisseminar der Arbeitsgemeinschaft von Jugendbuchverlagen (avj) in Fulda dieser Frage nach und diskutierten mit Referenten aus Verlagen, Pädagogik und Leseforschung über Erstlesebücher, Schriftspracherwerb und Lesekompetenz. Die wohl wichtigste Erkenntnis: Lesenlernen beginnt längst vor der Schule.

© Perlen Vor Die Augen - Fotolia

Elisabeth von Stechow, Professorin für Erziehungswissenschaft an der Universität Gießen, zeigte anschaulich, wie Kinder Schritt für Schritt lesen lernen, in wie vielen unterschiedlichen Phasen sie sich zunehmend komplexer die Welt der Buchstaben erschließen.

Die wohl wichtigste Erkenntnis: Lesenlernen beginnt längst vor der Schule. Bereits sehr früh entschlüsseln Kinder Bilder in Sprache, lesen später Worte, ohne zunächst die Buchstaben einzeln zu erkennen, oft aus ihrer Umwelt wie Firmenlogos (UHU, ALDI). Früh schon entdecken Kinder die Linearität und Auf- und Abbewegung der Schrift, experimentieren mit Buchstaben, bemerken, dass Schrift etwas mit dem Hintereinandersetzen von Buchstaben zu tun hat, erfinden sich eine „Schrift“. „Kinder brauchen diese Vorerfahrungen“, mahnte von Stechow. „Wenn sie ohne diese Fähigkeiten in die Schule kommen, fehlen ihnen einfach zwei bis drei Jahre.“

 

Vertreter von Verlagen stellten einzelne Erstlesereihen vor, die Kritiker Ralf Schweikart sehr dezidiert miteinander verglich. Bei vielen Reihen stünden die didaktischen Vorgaben deutlich im Vordergrund, das literarische Element komme zu kurz. Thematisch dominierten häufig dieselben Themen wie Piraten , Pferde, Schule, Drachen. Verlage suchten zunehmend nach einem Mehrwert, eben weil die Themen und Preise so ähnlich seien: Obligatorische Fragen, Rätsel etc. Nur sei das genau das, was später in der Schule passiere: „Macht das wirklich Lust zum Lesen?“, so Schweikart. Er konstatierte aber auch eine Trendwende in den Verlagen hin zu einer Verschlankung der einzelnen Lesestufen und durch neue Verlage und deren Angebote Bücher, in denen „weniger die Lesedidaktik, sondern die Lust an guten Geschichten und qualitätvollen Illustrationen im Vordergrund steht.“

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