10.06.2011Buchtage Berlin 2011
Video-Statements zur Buchwelt 2025
Jens Marquardt (Schweitzer Fachinformationen), Viola Taube (Viola Taube Buchhandlung), Dr. Robert Galitz (Dölling & Galitz Verlag), Dr. Klaus Driever (Verlagsgruppe Weltbild) und Antje Kriegenherdt (libri.de) äußern sich zu den Themen Verringerung des stationären Sortiments um bis zu 31 Prozent, weniger Absatz der Verlage übers Sortiment und Zunahme des Paid-Content.
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1. H. Kraft 11.06.2011 19:16h
Bei allen Diskussionen um diese neuen 55 Thesen kann man auch diese Thesen ganz anders gewichten.
Das heißt: Man sollte sich wieder auf das ureigenste Medium der Buchhandlung im Verkauf, also dem Buch, widmen.
Dies wäre schön und gut, wenn nicht da die anderen zusätzlichen Medien existieren, die ja dem Buch so gerade in letzter Zeit ständig in die Quere kommen.
Für den Buchhändler gibt es jetzt den einen Weg des Schwimmens auf allen gangbaren Linien oder sich selbst einen Mittelweg suchen.
Letztendlich wäre es fatal und auch traurig, wenn der Buchhändler sich mit seinem Angebot der Bücher an den Rand gedrängt würde.
Auch der Buchhändler sollte in der weiter wachsenden medialen Welt eine Chance haben.
Dafür gilt es sich einzusetzen und auch den kulturellen Wert der Bücher nicht zu vergessen.
H. Kraft, München
2. Roman Jansen-Winkeln 13.06.2011 17:23h
Salut Herr Kraft,
jetzt habe ich den Punkt nicht verstanden: Ist das ein Credo für den Buchhändler als Vermittler von Holz mit Klebstoff und Inhalt oder für den Buchhändler, der geschriebene Inhalte vermittelt, ganz gleich, auf welchem Medium sie dargereicht werden?
Roman Jansen-Winkeln, Saarbrücken
3. H. Kraft 13.06.2011 18:20h
@ 2.) Roman Jansen-Winkeln
Sehr geehrter Herr Jansen-Winkeln,
besten Dank für Ihren Kommentar.
Ich meine das geschriebene Buch in seiner haptischen Form mit verfassten Inhalten, welches der Buchhändler in seiner Buchhandlung anbietet.
Schade, dass diese ,55 Thesen` nicht mehr Echo zu einer Diskussion hervorrufen.
Trotz aller dieser negativen Vorzeichen, sollte noch etwas Hoffnung und Zuversicht in der Buchbranche vorhanden sein.
Ich finde es in dieser Form nicht gut, wenn so in den Zeitraum bis zum Jahr 2025 hineingedacht wird.
Es kommt doch immer darauf an, was die einzelne Buchhandlung aus diesem großen medialen Angebot macht und wo da die Schwerpunkte gesetzt werden.
Mancher Buchhändler ist da überfordert und es wäre mal gut, wenn die Überproduktion der Verlage in manchen Sparten heruntergefahren würde.
In unserer Medienwelt werden vor allem junge Menschen, die ja auch Leser/Leserinnen sind, mit Computer, Handy und Walkman und anderen Infos geradezu im übertragenen Sinn zugedeckt.
Für Eltern ist es heute schwer, da einen sinnvollen Weg zu finden.
In der Erziehung zum Lesen kommt dem Elternhaus, den Schulen und Bibliotheken eine große Aufgabe zu.
Zum Schluß möchte ich noch anführen, dass wir in unserem Land einen großen Analphabetismus haben.
Das heißt: Nach einer Studie der Universität Hamburg gibt es
in Deutschland 7,5 Millionen Menschen, die nicht
lesen und schreiben können.
Da sind also noch viele Dinge zu lösen.
Bei allen Errungenschaften in unserer Zeit sollten doch die Fragen und Probleme mit Weitsicht, Geduld und Vernunft angegangen werden.
Dazu müssen die Grenzen auch erkannt werden.
H. Kraft, München
4. Frithjof Klepp 14.06.2011 10:48h
Bitte nächstesmal die Köpfe nicht abschneiden und die Firmen richtig schreiben (Schweitzer Fachirnformation).
5. Frithjof Klepp 14.06.2011 12:23h
wer im Glaushaus... es heißt natürlich "Schweitzer Fachinformationen"
6. Redaktion 14.06.2011 12:25h
Unternehmensname in der Bauchbinde wird noch angepasst - danke für den Hinweis. Das mit den Köpfen wird schon schwieriger ... bis zu den BTB 2012 klappt es dann.
7. Hans-Udo 14.06.2011 14:25h
@ H. Kraft 11.06.2011 19:16h
Guten Tag Herr Kraft,
leider vergessen Sie bei Ihrem Gedanken "Man sollte sich wieder auf das ureigenste Medium der Buchhandlung im Verkauf, also dem Buch, widmen."
den Umstand, dass eine Buchhandlung vom Buchverkauf allein heute nicht mehr leben kann. Dazu läßt sich mit Büchern zuwenig Geld verdienen.
D.h., um anfallende Kosten wie Miete, Gehälter, Wareneinsatz, Betriebskosten, Unternehmerlohn etc. zu erwirtschaften (andere Aspekte wie Steuern usw einmal weggelassen), sind Buchhändler auf ein starkes Zusatzsortiment angwiesen, welches einen satten Teil zum Umsatz beiträgt. Die Buchhandlung, welche ihre Kosten ausschließlich mit dem Schöngeistigen erwirtschaftet gehört wohl (leider) der Vergangenheit an.
Zudem dürfte die Buchbranche zukünftig stark an Nachwuchsmangel leiden, da viele junge, ausbildungsfähige Menschen den Beruf des Buchhändlers aufgrund der mangelnden Zukunfts- und Verdienstperspektiven nicht ergreifen. Und ohne gutes Fachpersonal ist es, gerade für kleine Buchhandlungen schwer, Bücher zu verkaufen....
8. H. Kraft 14.06.2011 22:38h
@ Hans-Udo
Vielen Dank für Ihre Ausführungen, die ich nur bestätigen kann.
Ich hoffe, dass sich in Sachen Ausbildung und in anderen Dingen noch etwas bewegen wird.
Wichtig ist trotz dieser großen medialen Welt, dass uns das geschriebene Buch in seiner haptischen Form erhalten bleibt.
Noch eine letzte Frage an Sie: Wie stehen Sie zu diesen
,55 Thesen`?
Diese kommenden Veränderungen sind ja auf einen Zeitraum bis zum Jahr 2025 für die gesamte Buchbranche angelegt.
Sind diese hier beschriebenen Fakten eine Utopie?
Oder ist es die kommende knallharte Wirklichkeit?
H. Kraft, München