FAQ

Brauchen E-Books Register?

Sind Register in E-Books überflüssig? Kann die in E-Readern angebotene Volltextsuche Register ersetzen? Diese Fragen beantwortet Jochen Fassbender, Koordinator des Deutsches Netzwerks der Indexer (DNI).

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Jochen Fassbender © privat

Ob E-Book-Register nötig sind, kommt – wie auch im Printbereich – auf das Genre an, aber für Ratgeber, Sachbücher, Fachbücher, wissenschaftliche Werke, Schulbücher, technische Anleitungen und Nachschlagewerke – kurzum für den nichtbelletristischen Bereich ist die glasklare Antwort: Ja! Nur weil ein Werk in einem anderen Medium steckt, bedeutet das nicht, dass die Auffindbarkeit der Inhalte vernachlässigt werden kann.

Nun werden Zweifler einwerfen, dass E-Reader und Apps in der Regel über eine Volltext-Suchoption verfügen, mit der man hervorragend seine Suchwörter auffinden könne. Dies ist eine naive Sichtweise, denn eine Suche kann leicht Dutzende oder gar Hunderte Treffer ergeben, und an jeder Stelle muss der jeweilige Zusammenhang erst einmal angelesen werden. Haben Leser und Nutzer, die zum Beispiel aus einem Fachbuch effizient ihr Wissen erweitern oder in einer Anleitung möglichst schnell genaue Details finden wollen, die Zeit für derartige Suchen, die ja bei jeder neuen Fragestellung durchgeführt werden muss? Und wie viele relevante Textstellen bleiben durch eine andere Wortwahl seitens der Autoren unauffindbar?

Die Textsuche ist eine nette Ergänzung, kann aber nicht die Funktionen eines guten und detaillierten Registers übernehmen. Nur ein solches kann den Weg zu wesentlichen Textpassagen zeigen, Synonyme abfangen und Kontexte aufzeigen. Gute Registererstellung ist daher auch im Medium E-Book eine Voraussetzung für gute Auffindbarkeit der Inhalte. Die derzeitige Praxis zeigt jedoch, dass E-Book-Register wie ihre Printgeschwister oft von noch mangelhafter Qualität sind, und die Möglichkeiten des neuen Mediums gar nicht ausschöpfen.

Der weltweit größte Indexer-Fachverband, die American Society for Indexing (ASI), hat eine Arbeitsgruppe gebildet, die sich mit den technischen Optionen, möglichen Standards und den Unterschieden von E-Book-Registern zur konventionellen Registererstellung befasst und in die Fachdiskussion der Branche einbringt.

Jochen Fassbender

 

Veranstaltungshinweis
Die Fachgruppe Deutsches Netzwerk der Indexer (DNI) wird in einem Diskussionsforum auf der Frankfurter Buchmesse wichtige Aspekte beleuchten, die E-Books für die Nutzung und Gestaltung von Registern bieten. Zeit: 13. Oktober, 17 bis 18 Uhr, Halle 4.1, Raum Good Will.

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