17.10.2011Interview
Speed-Meeting mit Folgen: 8 Minuten, 9 Personaler überzeugt
In welchem Semester sind Sie? Haben Sie schon Schwerpunkte gesetzt?
Ich studiere im 3. Semester Buchwissenschaft und Ökonomie an der Erlanger Universität. Zwar kann ich in der Erlanger Buchwissenschaft kaum Schwerpunkte wählen, dennoch versuche ich durch die Auswahl der Schlüsselqualifikation und Proseminare meinen Schwerpunkt im Bereich „Marketing, Social Media und Neue Medien“ zu setzen. Zusätzlich wähle ich in Ökonomie die Richtung „Strategisches Management“ aus.
Absolut. Ich suche interessante Praktikumsplätze für mich, aber auch Aufträge für die Studenteninitiative LooksIntoBooks. Dadurch, dass ich meinen Gesprächspartnern die Initiative vorstellen konnte, habe ich prima punkten können. Das mit den Praktika dürfte kein Problem sein und Aufträge für LooksIntoBooks gab es auch reichlich.
Wie beurteilen Sie die Gesprächsatmosphäre?
Ziemlich lässig. Oft hat man sich das „Du“ angeboten und eher ungezwungen über Themen gesprochen – sehr toll! So kann man sein Gegenüber richtig kennen lernen und entspannt über Praktikum, Arbeit und Verlagswelt reden.
Haben Sie weitere Karriereangebote der Buchmesse genutzt?
Die Messeführungen von Verlage der Zukunft in Zusammenarbeit mit CLAUS, beispielsweise „Karriere im Vertrieb/Marketing“. Ansonsten jedoch bietet die Buchmesse für offenen Menschen genug Chancen, die Geschicke selbst in die Hand zu nehmen und auf den unzähligen Networking-Partys Kontakte zu knüpfen.
Eine geniale Idee war das – man fragt sich, warum es das erst jetzt gibt! Für den Nachwuchs, der über problematische Einstiegsmöglichkeiten klagt, ist das eine gute Möglichkeit, Kontakte herzustellen und sich zu vermarkten. Engagement und Eigeninitiative sind so oder so unerlässlich, das Speed-Meeting kann dann als eine Art Extrabelohnung angesehen werden.
Was könnte noch verbessert werden?
Eventuell wäre ein kleines Get-together im Anschluss an das Speedmeeting ganz passend. So hätte man die Kontakte außerhalb des 8-Minuten-Rahmens noch etwas vertiefen können. Für mich persönlich wäre ein Tee schön gewesen, da ich aufgrund der typischen Messe-Erkältung wie ein Whiskey-Tester klang und etwas Warmes das schlimmste Krächzen vielleicht gemindert hätte. Aber so klang ich wenigstens wie jemand, der sich mit Herzblut in das Messe-Getummel geschmissen hat, auch nicht schlecht.
Zum Schluss dürfen Sie Danke sagen.
Das Event Speed-Meeting war ein voller Erfolg, toll organisiert und umgesetzt. Ein großes Dankeschön also an die gesamte "Verlage der Zukunft“-Truppe, die sich die Beine abgelaufen hat, damit alles so aalglatt lief!
- 15.08.2011
- Branchennachwuchs: Speed-Meeting auf der Frankfurter Buchmesse


1. katja splichal 17.10.2011 19:38h www.verlagederzukunft.de
Liebe Rebekka, wir freuen uns unheimlich über das tolle Feedback und überlegen jetzt schon, wie wir die nächsten Messen unsicher machen können! *und ich überlege, wie ich dem tollen Orgateam danken kann, dafür, dass sie das in ihrer FREIZEIT so auf die Beine gestellt haben!
2. Christina Müller 18.10.2011 12:51h
Bei allem Respekt, aber dass Verlage dankbar für fast alle sind, die ein möglichst unbezahltes Praktikum bei ihnen machen wollen, ist doch bekannt. Arbeit gibt es immer genug, da gibt es ganz sicher keine Einstiegsprobleme - das Schwierige für die meisten Geisteswissenschaftler ist doch, eine Stelle in der Buchbranche zu bekommen, von der man auch leben kann. Ob das Speeddating diesbezüglich was gebracht hat, würde mich mehr interessieren...
3. Rebekka Kirsch 18.10.2011 14:25h
Das mag schon sein, das Thema "Bezahlung während eines Praktikums" wurde ja schon ausführlich besprochen und auch von Prof. Rautenberg kritisiert. Dennoch ist es für spätere gute Einstiegschancen - mit entsprechender Entlohnung -wichtig, Erfahrung vorweisen zu können - je besser die Erfahrung, desto höher die Chancen. Und manche Verlage nehmen nicht jeden, bieten aber gute Lern- und Weiterbildungsmöglichkeiten an, was es sehr interessant macht.
Hierfür war das Speedmeeting hilfreich um Kontakte zu Verlagen herzustellen, die man sonst kaum hätte machen können. Und ich denke auch, dass diese helfen eine Festanstellung zu erhalten, aber ich war ja in erster Linie auf der Suche nach Praktika.
Schlussendlich ist das Speedmeeting ein sehr großer Schritt in die richtige Richtung, denn ohne wäre man wieder auf sich alleine gestellt.
4. Rebekka Kirsch 12.03.2012 09:39h
Nachtrag:
Auch in Hinsicht fester Stellen, von denen man leben kann, hat das Speeddating etwas gebracht - habe konkret 3 Angebote im Laufe der Zeit als positive "Nachwehen" des Treffens erhalten.
Wie wäre es, wenn man dann endlich mal mit dem Jammern aufhört und den Hintern hochschwingt und etwas Engagement zeigt? Zahlt sich im Ende immer aus, vor allem wenn man es auch mit Freude macht.
5. Natalie Staufer 14.03.2012 13:44h
Frau Kirsch, bitte generalisieren Sie nicht. Nicht jeder, der Schwierigkeiten beim Einstieg in die Buchbranche hat jammert, obwohl er seinen Hintern nicht hoch bekommt, um Sie zu zitieren. Dennoch kann nicht jeder Bewerber eine eigene Initiative vorweisen und sich dazu noch selbstbewusst und eloquent vor unbekannten Menschen verkaufen. Das Problem liegt doch viel eher daran, dass die Personalchefs von vornherein diese Gruppe von Bewerbern bevorzugen und die Introvertierten stets das Nachsehen haben, obwohl sie dasselbe leisten können. Daher wäre es auch toll, wenn man eine andere Netzwerk-/Kontaktplattform errichten könnte, in der auch letztere zu Wort kommen können, ohne in Schweiß und Panik vor einem 8-minütigen Gespräch ausbrechen zu müssen. Das wäre dann auch eine gute Übung für den "Ernstfall".