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Frank Höhne ist einer der Frank Höhne ist einer der "Freunde" aus dem Bildband "Freunde von Freunden"© für alle Fotos: Distanz Verlag

"Freunde von Freunden – Berlin", Distanz Verlag Berlin, November 2011, gebunden, 336 S., 39,90 Euro

Ines Colmorgen und Andre WystInes Colmorgen und Andre Wyst

Peter RauePeter Raue

20.01.2012Leselust

Prachträume und Rumpelecken

Reportage statt Inszenierung: Das Coffeetable-Buch "Freunde von Freunden" zeigt Wohnen, wie es wirklich ist. Ein Beitrag von Christoph Keese.

Internet-Propheten haben das Buch oft totgesagt. Ein Irrtum. Je virtueller die Welt wird, desto mehr wünschen sich Menschen das Fassbare. Eindrucksvoll zeigt dies ein Bildband aus dem Berliner Distanz Verlag des Werbeunternehmers und Kunstsammlers Christian Boros.

"Freunde von Freunden" ist das Buch zur Website eines Internet-Projekts, das Mitte 2009 an den Start ging und Maßstäbe setzte. Nach Idee, Inhalt und Form gehört es zu den interessantesten Büchern der Saison. Ein kleiner Kreis von Autoren stellt seine engsten Freunde und deren Freunde vor, die Freunde von Freunden, und zeigt in Bildern und kurzen Texten, wie sie arbeiten, wohnen und leben.

Es entsteht ein privater Blick in Wohnungen, der um vieles echter und lebendiger wirkt als bei gewöhnlichen Büchern zur Innenarchitektur. So sind die Bewohner nicht einfach aus ihren Wohnungen verschwunden, sondern tauchen in den Bildern auf. Sie diskutieren, frühstücken, baden, flirten, raufen sich die Haare, lungern auf dem Sofa.

Die kühlen, absichtlich leicht überbelichteten Fotos zeigen die Prachträume ebenso wie die Rumpelecken: das alte Klavier mit der kaputten Lampe vor dem zerknitterten Vorhang, die alte Jane-Birkin-LP samt Aschenbecher im Regal. Das streng geometrische, im Tempo geschickt wechselnde Layout löst Szenen fast wie beim Film in Totale, Halbtotale und Nahaufnahme auf und schafft es damit, Geschichten zu erzählen.

Dieses Buch flößt dem Genre der Wohn-Bildbände endlich neues Leben ein, indem es an manchen Stellen Leben zeigt, wie es wirklich ist. Reportage statt Inszenierung - davon möchte man mehr sehen.

Christoph KeeseChristoph Keese© picture alliance / ZB

Christoph Keese, Journalist (Berliner Zeitung, FTD, WamS), Buchautor und Blogger (www.presseschauder.de), arbeitet als Verlagsmanager bei Axel Springer
Schlagworte:
Distanz Verlag

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1 Kommentar/e

1. Renate Rothe 22.01.2012 17:14h www.kunstundbuch.com

An einem eindrucksvollen Bildband demonstriert und mit einem einzigen Satz auf den Punkt gebracht : Je virtueller die Welt wird, desto mehr wünschen die Menschen sich das Fassbare!
Glückwunsch, Herr Keese, damit haben Sie dem Thema "Buch" in der Gesellschaft die Wichtigkeit gegeben, die es m.E. verdient

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