Sven Regener
Sven Regener© picture-alliance

22.03.2012Urheberrecht

Sven Regener: "Alles andere ist Subventionstheater"

Der Autor und Musiker Sven Regener sollte im Bayerischen Rundfunk eigentlich nur ein kurzes Statement zum Urheberrecht abgeben. Daraus wurde mehr: ein wunderbarer Ausbruch, ein glasklares Plädoyer für das Urheberrecht.

"Ein Geschäftsmodell, das darauf beruht, dass die Leute, die die Inhalte liefern, nichts bekommen, das ist kein Geschäftsmodell, das ist Scheiße", sagt Regener. Er sei stolz darauf, dass seine Fans für seine Musik bezahlen, alles andere wäre Straßenmusik oder Subventionstheater, sagt Regener, dessen Band "Element of Crime" auf YouTube nicht vertreten ist. Und, ein schönes Bild: Die Leute könnten sich ihre Lieder ja von Kim Schmitz vorsingen lassen, so Regener in seiner Erregung.

Hier geht's zu Regeners Wutrede.

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26 Kommentar/e

  1. Raventhird

    22.03.2012 14:14h

    Gähn, da kaut jemand anno 2012 wirklich noch die ganze “Alle, die was am Urheberrecht ändern wollen, wollen alles umsonst, Youtube ist böse, die GEMA vertritt Musikerinteressen”-Leier wieder. Und jemand beklagt das Schicksal der Indie-Labels, dessen Band seit Beginn bei immer wieder verschiedenen Ablegern des größten Plattenkonzerns der Welt unter Vertrag ist.
    Achja, und er beklagt die Klagewut von Apple & Co., die vor allem deshalb so großen Einfluss im Musikbereich haben, weil die großen Plattenfirmen zu sehr selbst damit beschäftigt waren, Leute zu verklagen, als dass sie noch Zeit gehabt hätten, zukunftsfähige Geschäftsmodelle und Verkaufsplattformen zu entwickeln.

    Blast from the past nennt man das wohl.

    Hat aber einige ziemlich lustige Hirnfürze zustande gebracht, mein persönliches Highlight:

    “Jede Mark, die wir verdienen, bekommen wir von Leuten, die sagen “Ja, dieses Lied ist mir 99 Cent wert”. Das ist die Idee, die Rock’n'Roll groß gemacht hat.”

    :D

  2. Helmut von Berg

    22.03.2012 15:02h www.publishersforum.de

    Warum, um alles in der Welt, springt das Börsenblatt so ungebremst auf unbedachte Äußerungen, nur weil sie halbwegs dem zu entsprechend scheinen, was diskussionswürdige Linie des Verbandes (oder doch nur seiner Führung?) ist?
    Unter der sagenhaften Rubrik ›Recht‹ wird eine ›Wutrede‹ zitiert, die zahlreiche Ungereimtheiten aneinanderreiht. Für was soll das bitte gut sein?
    Wer halbwegs seine Sinne beisammen hat, weiß, dass ›Leute, die die Inhalte liefern‹, davon leben können sollen.
    Der feine Unterschied, der sich in die Diskussion langsam einschleicht, ist der zwischen Urhebern und Verwertern, wobei letztere mit ihrem Geschäftsgebaren in der Kritik stehen. Die Kritik wird oft genug in $$ und €€ belegt, weshalb man sich dringend mit ihr konstruktiv beschäftigen sollte.
    Sven Regener zu lesen, macht deutlich mehr Spaß, als ihm zuzuhören. Schade eigentlich.

  3. Claudia Paul

    22.03.2012 15:22h

    Sven Regener hat einfach einmal seine Meinung gesagt. Und die kam von Herzen. Man muss nicht genauso denken, man kann es aber. Und mir hat es Spaß gemacht, ihm zuzuhören. Das war echt, authentisch und wütend. Mehr davon!

  4. Helmut von Berg

    22.03.2012 15:37h www.publishersforum.de

    Natürlich soll er seine Meinung sagen können, und er darf auch mal toben, kein Problem. Journalisten müssen sich nur klar sein, was sie sich selbst schuldig sind, finde ich.
    ›Mehr davon‹ in allen Ehren, aber schauen Sie mal auf buchreport unter der Überschrift Lorenz Borsche nach, was dabei herauskommt.

  5. wettbewerber

    22.03.2012 16:08h

    Regener hat vollkommen Recht...egal wo er seine Musik veröffentlicht. Und: Er darf sogar seine Meinung sagen, egal wo er veröffentlicht!

    "Der feine Unterschied, der sich in die Diskussion langsam einschleicht, ist der zwischen Urhebern und Verwertern"
    Das diese Leute es einfach nicht raffen wollen ... Wenn ein Musiker oder Autor mit einem Verlag vulgo: "Verwerter" einen Vertrag schließt dann ist das nur seine und des Verlages Angelegenheit. Wenn dieser Musiker oder Autor nun eine Vereinbarung mit dem Verlag trifft, die dem Verlag Rechte einräumt und der Autor/Musiker dafür Geld bekommt.... dann geht das weder Herrn Ravendingens noch Herrn Tal noch irgendeinen Piraten der Welt auch nur das Geringste an. Dieser Autor/Musker gibt nun aber Rechte an seinem alleinigen Eigentum (als Urheber) zur Verwertung ab. Und wenn der Autor beschließt dieses SEIN Eigentum einem verlag zu übertragen, dann hat er eben entschieden sein Werk NICHT irgendwelchen alles-für-Lau-haben-Wollen Leuten zu überlassen ....und dann ist es halt eben so, dass wer diese rechte des Autors/Musikers/Verwerters verletzt dafür büßen muß. Zahlen muß ... VIEL ZAHLEN muß .. auch STRAFE zahlen muß...
    so ist es und so soll es ein ....

    "Das Recht auf Eigentum ist nach Artikel 17 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte von 1948 ein Menschenrecht.[1] Die Eigentumsgarantie ist nach Art. 14 des Grundgesetzes ein elementares Grundrecht und wird auch von Artikel 17 der EU-Grundrechtecharta geschützt." (Quelle: wikipedia)

    Ja, es gibt die Möglichkeit der Enteignung (und dass ist es was die alles Umsonst-Piraten im kern verlangen) .. aber eine Enteignung nur weil einige Internet User das wollen ..oder weil es viele illegalen downloads gibt, würde sicherlich in Karlsruhe keinen Bestand haben.

    Also: illegale downloads bekämpofen ...mit allen Mitteln

  6. Jerzovskaja

    22.03.2012 16:35h

    Klasse Kommentar von Seven Regener!
    Allerdings rege ich mich über den Deutschen Börsenverein auf, der dieses gute und erstaunlich differenzierte Statement zur Wichtigkeit des Urheberrechtsschutzes hier scheinbar in eigener Sache zitiert.
    Denn der gleiche Börsenverein ist ja auch für ACTA, und damit für eine riesige Kontrollmaschinerie, welche letztlich den Einzelnen überwacht im Auftrag der Technologiekonzerne, die mittlerweile die neuen Medienkonzerne geworden sind.
    Für die konsequente Durchsetzung der starken europäischen Urheberrechte (ich darf als Urheber selber bestimmen, welche Inhalt ich kostenlos freigebe und welche nicht, und ich werde an Gewinnen mitbeteiligt, die die wenigen grossen Medientgiganten wie Apple, Facebook, Google, etc.mittels ihrer Strukturen auf dem Buckel der Autoren einfahren, etc.) brauche ich ACTA nicht, sondern eine konsequente Rechtssprechung im Auftrag des Gesetzes! ACTA ist ein hirnrissiges Begehren.
    Leider ist ja der Börsenverein schon bei Google Books und anderen Urheberrechtsproblemen nur ein hilfloser Statist, der schwerfällig und überfordert wirkt.
    Da gibt es weitere aktuelle und dringende Problematiken um Urheberschaft als solche, um die sich die Vertreter der grossen Autoren- und Fachverbänd (Börsenverein, Gema, Pro Litteris, etc.) nicht kümmern, da sie letztlich sich nur für Werke interessieren, die Geld einspielen und die exklusiv auf alten Marktmodellen fussen.
    Urheber und Autoren von Werken werden von diesen in sich erstarrenden Systemen nicht mehr ausreichend vertreten, da ihre Modelle auf dem Markt physisch erwerbbarer Güter fussen. Diese Systeme, die sich momentan alle zuerst einmal selber am Leben erhalten wollen und wichtige Fragen verschlafen oder auf den falschen Zug setzen, wirken in der Urheberrechtsfrage sehr hilflos und erfolglos, unter anderem auch weil der in Ihnen stark vertretene Zwischen- und Endhandel letztlich nicht für den konsequenten Schutz der individuellen Autoren- und Urheberschaft wirkt aus Angst vor Umsatzeinbussen. Patentrechte sind derweilen komischerweise unbestritten.
    Wo sind die Ideen und Strukturen, die Autorenschaft auch in der neuen Zeit bezahlen, ob die Autoren nun ihre Lizenzen exklusiv verkaufen oder unlimitiert freigeben? (Software-Entwickler oder Wikipedia-Autoren zum Beispiel, die ihre Werke frei zur Verfügung stellen, brauchen den Urheberrechtsschutz ja ebenfalls, damit nicht einfach Konzerme diese Werke missbräuchlich patentieren können.)
    Der einzige breit anerkannte und funktionierende Ansatz liegt im Urheberrecht europäischer Prägung.
    Dieser Zwickmühle, dass die anglo-amerikanischen Technologiegiganten das europäische Urheberrecht schwächen wollen, weil es hier nicht wie in Amerika möglich ist, die Urheberschaft an einen Konzern abzutreten, und dass ebendiese Konzerne gleichzeitig die grössten Konkurrenten der Europäer am Markt sind (Amazon, etc.) gilt es mit Findigkeit und konsequenter Verfechtung der Urheberrechte zu begegnen. Leider ist Europa auch hier nicht konsequent.
    Hoch lebe Sven Regener, der die Diskussion antritt.
    Eine Diskussion um Urheberrechte, die letztlich die Arbeit des Künstler bezahlen sollen, und jene, die sie vertreten.
    The old Industry is dead, ob es uns passt oder nicht.
    Ich hoffe derweil immer noch, der Börsenverein erfindet sich neu.
    Es grüsst, Jerzovskaja

  7. Jerzovskaja

    22.03.2012 16:42h

    Und hier noch die Kurzversion: Es lebe das Urheberrecht. ACTA möge nie Wirklichkeit werden, denn es ist ein Monster, das letztlich der Sache des Urheberrechts schadet.

  8. ralfp

    22.03.2012 17:06h

    in Ergänzung zum zuvor gesagten dieser offene Brief von Nilz (Bokelberg) an Sven Regner:
    http://www.qlod.org/weltfrieden/?p=1832&fb_source=message

  9. Raventhird

    22.03.2012 17:12h

    ".und dann ist es halt eben so, dass wer diese rechte des Autors/Musikers/Verwerters verletzt dafür büßen muß. Zahlen muß ... VIEL ZAHLEN muß .. auch STRAFE zahlen muß...
    so ist es und so soll es ein ...."

    super argument, es war schon immer so, also ist es richtig, und soll gefälligst auch so bleiben. wen interessiert da schon das internet und die kulturelle revolution, die es mit sich bringt... die soll gefälligst dortbleiben, wo sie herkommt xD

    "die alles Umsonst-Piraten"

    wer soll das sein? filesharer? mitglieder der piratenpartei? kim schmitz? jeder schüler / jugendliche der westlichen welt?
    du wirfst hier mit komplett diffusen kampfbegriffen auf bild-niveau um dich, zitierst zusammenhangslos ein paar paragraphen und glaubst allen ernstes, das wäre dann sowas wie eine meinung? *kicher*

  10. Alain Abrivard

    22.03.2012 17:51h

    @ Raventhird:

    Wer alles kleinschreibt, sollte sich grundsätzlich nicht zu Themen wie Kunst, Kultur und Bildung äußern.

  11. Volker

    22.03.2012 19:35h

    Jawoll, Sven Regener. Und genauso ist es. Luftnummern wie google und Co verwenden das Eigentum und die Ideen anderer, um damit Werbende um deren Geld zu erleichtern. Jeder, der bei Google bucht, zahlt pro Klick, pro Schaltung oder wie auch immer. Nur die, die den Content liefern, gehen leer aus. Dafür ist dann google mehr wert, als wirkliche Unternehmen wie z.B. Siemens. brave new world...Am schönsten war der Hinweis auf die Piraten. Alles soll umsonst sein, aber die eigenen Produkte natürlich nicht... Das Internet, die Digitalisierung und deren Plünderer ruinieren Kreative, seien es Schriftsteller, Musiker oder andere, die davon leben müssen. Und wenn diese dann mal kurz anmerken, daß es ihr Eigentum, ihre Leistung ist, dann sind sie natürlich von gestern. @Raventhird: geh mit den Piraten spielen.

    Ich kaufe jedenfalls z.B. die CDs von Element of Crime und die Bücher von Sven Regener, weil der tatsächlich was im Hirn hat und seine Ideen in der Tat ihr Geld wert sind.
    In der Industrie gibt es negative Preise für Plagiate, ist es gang und gäbe, Marken-Piraterie anzuprangern und deren Produkte zu vernichten. Aber alles, was digitalisierbar ist, das kann umsonst und ohne Reue verwendet, kopiert und ausgebeutet werden.

    Es ist genau, wie Sven Regener gesagt hat: Diese Mentalität ist der Tod der Kreativität. Es ist dringend erforderlich, hier gegenzusteuern. Im Sinne all derer, die Spaß an den geistigen Leistungen anderer haben.

    Wie sagte er so schön? ...ist keine Geschäftsidee, das ist Scheisse. Dem ist nichts hinzuzufügen!

  12. Raventhird

    23.03.2012 09:14h

    "Wer alles kleinschreibt, sollte sich grundsätzlich nicht zu Themen wie Kunst, Kultur und Bildung äußern."

    ...sprach es der alain, seines zeichens selbsternannter hüter von kunst & kultur.

    (wer sich an rechtschreibung aufhängt beweist, dass er keine argumente hat - forumuliert er dann auch noch derart herablassend wie alain ist klar, wes geistes kind er ist: ein troll :)

  13. Raventhird

    23.03.2012 09:41h

    Schnappt ihr hier eigentlich auch mal nach Luft oder lest mal kurz, was ihr da zusammenkritzelt?

    "Und genauso ist es. Luftnummern wie google und Co verwenden das Eigentum und die Ideen anderer, um damit Werbende um deren Geld zu erleichtern"

    Nein, in Wahrheit ist es Google, die den "Anderen" die Besucher kostenlos vorbeischickt.

    "Dafür ist dann google mehr wert, als wirkliche Unternehmen wie z.B. Siemens."

    Haha, warum denn jetzt Siemens? Tu doch nicht so scheinheilig. Die "wirklichen" Unternehmen haben nunmal das Internet verschlafen - Google nicht, jetzt hast du die Quittung, Angebot und Nachfrage. Problem?

    "Am schönsten war der Hinweis auf die Piraten. Alles soll umsonst sein, aber die eigenen Produkte natürlich nicht.."

    Alles soll umsonst sein? Belege das doch mal (kannst du natürlich nicht - es ist ein Strohmann).

    " Das Internet, die Digitalisierung und deren Plünderer ruinieren Kreative, seien es Schriftsteller, Musiker oder andere, die davon leben müssen."

    Das Internet bietet Millionen Kreativen gratis Plattformen um genau ihr gewünschtes Publikum zu erreichen. Das Internet ist ein Paradies für Kreative, zudem sind sie unabhängig von den faulen und ideologieverblendeten Verlegern (siehe Leserschaft vom Boersenblatt).
    Auch die haben natürlich das Internet verschlafen, sind jetzt hysterisch am japsen und spielen sich als die Bewahrer von Musik und Kunst auf, ohne die es all unsere Lieblingslieder nicht gegeben hätte - gequirlter Unsinn :)

    "@Raventhird: geh mit den Piraten spielen. "

    Weißt du was ein Argument ist? Das ist wenn man auf eine Aussage eingeht und seine Meinung mit Beispielen und Fakten untermauert. Bist du in der Lage, sowas zu formulieren?

    "Ich kaufe jedenfalls z.B. die CDs von Element of Crime und die Bücher von Sven Regener, weil der tatsächlich was im Hirn hat und seine Ideen in der Tat ihr Geld wert sind."

    Soso, das tust du also. Meinst du mit "ihr Geld wert" jetzt die 99 Cent pro Lied auf musicload, von denen nichtmal 100% beim Künstler abkommen? Du musst ein "echter" Musikliebhaber sein :)

    "Aber alles, was digitalisierbar ist, das kann umsonst und ohne Reue verwendet, kopiert und ausgebeutet werden."

    Kann es das? Ist das jetzt eigentlich deine Meinung? Oder reihst du nur einen Strohmann nach dem anderen aneinander? Mit wem redest du überhaupt

    "Es ist genau, wie Sven Regener gesagt hat: Diese Mentalität ist der Tod der Kreativität."

    Wer Kreativität an Finanzen koppelt, hat nichts verstanden und ist wahrscheinlich zahlendrehender BWLer der von den Künsten keine Ahnung hat. Kreativität wird es immer geben, auch wenn die Verlage pleite gehen. Sie winden sich halt noch und entwerfen daher Horrorgeschichten von einer Welt ohne Musik - hahnebüchene Panikmache, man schaue einfach mal in eine Fußgängerzone in einer deutschen Großstadt seiner Wahl.

    "Wie sagte er so schön? ...ist keine Geschäftsidee, das ist Scheisse. Dem ist nichts hinzuzufügen!"

    ...ist kein Argument, das ist Rumgepöbel auf Bild-Niveau. Dem ist nichts hinzuzufügen!

  14. Sebastian Dederichs

    23.03.2012 15:24h

    Ich habe mir den Kommentar von Sven Regener jetzt mehrmals angehört, aber leider finde Ich immer noch kein Argument, sondern nur einen Mann, der die Neuen Medien anscheinen verschlafen hat und Sie jetzt verteufelt.

    Ich möchte hier mal drei Argumente rausgreifen, die einfach falsch sind:

    1. Es gibt keine Indie-Labels mehr ...

    Quatsch. Es gibt genügend kleine Labels, die mit Ihren Bands, die Sie vertreten großen Erfolg haben, z.b. Nuclear Blast.

    2. Die Jugend hat keine eigene Musik

    Quatsch, Quatsch. Herr Regener haben Sie schonmal etwas von HipHop gehört? Der ist noch keine 50 Jahre alt, genau so wenig wie die Bands Van Canto oder Casper, die gerade erst am Anfang Ihrer Karriere stehen.

    3. Die Piratenpartei will das Urheberrecht kippen

    Quatsch, Quatsch, Quatsch. Hier nachzulesen:
    http://www.piratenpartei.de/politik/wissensgesellschaft/urheberrecht/
    Die Piratenpartei möchte, das das Urheberrecht, welches auf die heutige Zeit einfach nicht mehr anwendbar ist, modernisiert wird. Und es ist ein Fakt, das der Bedarf absolut da ist!

    Ebenfalls fordert Herr Regener, das Youtube, die ja zum bösen, bösen Google-Konzern gehören, für jeden Klick eines Musikvideos etwas zahlen. Erstmal, warum? Weil Youtube mit "User Generated Content" Geld verdient? YT selber hat nicht ein einziges Video hochgeladen, sondern NUR die User.

    Dann stellt sich die Frage, was ein Musikvideo ist. Ist es ein offizielles Musikvideo, das vom Label der Band hochgeladen wird, um die Band zu promoten? Ist es ein privates Video von einem Konzert, was man hochlädt? Ist es ein Video von einer Schlägerei auf einer Party, wo im Hintergrund ein Song von Michael Jackson läuft?

    Ich als Buchhändler bin natürlich keineswegs gegen das Urheberrecht. Aber Ich bin ebenfalls der Meinung, das es eines neuen Gesetzes bedarf, das die Lebensumstände, wie Sie heute nunmal herrschen, mit einbezieht.

    So, das war es erst einmal von mir ...

  15. Albert

    23.03.2012 18:22h

    Sehr entehrter Herr Regener,

    mit einer Mischung aus Belustigung und Empörung musste ich Ihre Suada gegen Urheberrechtsverletzer und Piraten im Bayerischen Rundfunk zur Kenntnis nehmen.

    Sie fühlen sich also "ins Gesicht gepinkelt", wenn sich irregeleitete Musikliebhabende ihre Machwerke ohne angemessene Geldstrafe herunterladen? Wahrscheinlich würden Sie auch für Leute, die wie früher Kassettenmitschnitte am Radio aufgenommen oder für Freunde eine LP oder CD überspielt haben, die härtestmögliche Bestrafung fordern, weil Sie sich um die süßen Früchte Ihrer ach so harten Arbeit betrogen sehen? Ach Gottchen, dann sollten Sie das Musikmachen doch bitte bleiben lassen, wenn es Ihnen keinen Spaß macht, und das Schreiben und Interviewgeben gleich auch.

    Wer Mukke nur wegen der Kohle macht, ist in meinen Augen ein armes Würstchen, für das ich einerseits Mitleid, andererseits Verachtung empfinde.

    Grußlos,
    usw.

    PS: Wieviel zahlen Sie eigentlich an Lars von Trier, bei dem Sie ihren Bandnamen geklaut haben?

  16. Albert

    23.03.2012 18:54h

    Wenn inzwischen auf Joghurtdeckeln und co. kostenlose Song-Downloads angeboten werden muss sich keiner wundern, dass Musik als solche in den Köpfen der Jugend keinen Wert mehr hat. Sie bekommen die Aussage, dass ein Joghurt mehr Wert hat als Musik ja praktisch um die Ohren gehauen. Schuld an der "Misere" ist einzig und allein die Musikindustrie selbst, die wieder einmal die technologische Entwicklung unterschätzt hat. Man hätte kostenpflichtige MP3-Downloads auch schon in den 90ern anbieten und bewerben können hat dies aber ganz bewusst nicht getan und erst viele Jahre zu spät reagiert statt jemals zu agieren. Dass das Internet auch Möglichkeiten und Chancen bietet und nicht nur Piraterie ist leider selbst heute noch nicht in allen Köpfen angekommen. Stichwort: Musikvideos bei Youtube und Sperrungen. Warum sperren die eigentlich nicht Videos bei VIVA oder MTV oder im Radio? Kommt mir nicht mit der GEMA, das ist Unsinn. Hier wird den Künstlern kostenlose PR untersagt und somit auch auf eigene Einnamen verzichtet... Hauptsache man kann jammern. Böses böses Internet.

  17. Bert

    23.03.2012 22:15h

    @Raventhird
    Deine Kreativität erschöpft sich darin, andere Leute anzupöbeln. Du läßt nicht locker, weil Du immer das letzte Wort behalten mußt. Du bist ein Rechthaber und hast scheinbar viel Zeit. Mach was draus. Werd´ erwachsen.

  18. Raventhird

    24.03.2012 13:40h

    Erwachsen im Sinne davon, pauschal immer Recht zu haben, ganz egal was für Argumente kommen? Also so wie du? Nee danke.

    btw: erkennst du die Ironie daran, dass du mir Pöbeleien und letztes-Wort-haben unterstellst? Lies nochmal deinen Beitrag und denke scharf nach (sind ja nur 2 Zeilchen, das kriegst du hin!).

  19. René Kohl

    25.03.2012 01:55h www.kohlibri.de

    Ich verstehe Sven Regner ganz gut. Er sagt doch erst mal nur, daß er findet, daß es sein Recht ist, daß seine Musik nicht kostenlos von überall und jedermann rumgesendet werden kann, daß man ihn fragen möge und ihm Geld dafür geben.
    Wenn Lana del Rey und ihr Management finden, daß es für sie wichtig ist, erst mal ein Youtube-Wunder zu werden, bevor sie Geld verdienen können, ist es auch ok.
    Für beide Strategegien gibt es doch Plattformen.
    Und die Konsumenten haben doch genauso die Wahl: Sie können sich Umsonst-Angebote holen, wenn sie kein Geld ausgeben wollen. Und wenn sie etwas ganz bestimmtes haben wollen, können/müssen sie es eventuell kaufen. Wo ist das Problem?
    Sind es die Labels oder die GEMA, die Künstlern verbieten, ihre Sachen umsonst zu verbreiten, wie Deichkind behauptet? http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,820703,00.html Das wäre wirklich ein Problem...

    @Albert: Ihren Gedanken zur Musik und dem Geld kann ich nicht richtig verstehen. Meinen Sie es so, wie mein Religionslehrer früher, der den Gedanken so zusammenfaßte: "Dein Lohn ist, daß Du darfst..."?
    So in dem Sinne, daß sich der Künstler an seinem Talent erfreuen solle, mit er gesegnet ist, und sich dann aber jeglicher Ansprüche zu enthalten habe?

    Oder so wie in dem munteren Liedchen "Fröhlich sein und singen"?
    Fröhlich sein und singen,
    Stolz das rote Halstuch tragen,
    Andern Freude bringen,
    Ja, das lieben wir.
    Hallo, hört ihr die Fanfaren,
    Hört ihr unsre Lieder?
    Das sind wir!
    Fröhlich sein und singen,
    Ja, das lieben wir!

    Ihre Verachtung in Ehren, Herr Albert, aber ist der unerlaubte kostenlose Download von Musik ein Zeichen von Achtung oder Verachtung? Das ist mir aus Ihren Äußerungen nicht klar geworden...

  20. Thorben-Finn

    26.03.2012 19:44h

    Der Chef der Band "Element of Crime" findet Musik-Downloads kriminell?

    Putzig.

  21. wettbewerber

    27.03.2012 15:58h

    @20 was an den Ohren ..oder was klingelt da so???

    Regener findet illegale Diebstahls-downloads kriminell ... datt is wenn Leute wie sie und andere Puraten alles für lau wollen ... machen Sie das bei Aldi eigentlich auch so??

  22. Volker

    27.03.2012 16:59h

    @Raventhird: Einfach toll, dieser Diskussionsstil. Ein "Argument" reiht sich an das andere, Fakten werden aus der Hüfte geschossen, Strohmänner überall enttarnt und trotz der Pöbeleien der Ungläubigen hier wird immer stilsicher und fair geschrieben. Und natürlich wird nicht vergessen, all den Trotteln hier den Spiegel vozuhalten. Und für die ganz Blöden werden sogar deren Sätze vorgezählt. Mensch, meine Hochachtung wird dich verfolgen. Tut mir ja leid, daß ich keine Ahnung habe, aber dafür gibt´s ja dich! Also: weiter schön dem Internet huldigen, den Luftblasen nachblubbern und nicht vergessen: mit den Piraten spielen. Und ja, ich weiß: ich habe keinerlei Argumente und Ahnung schon sowieso nicht. Kleiner Tipp für die Berufung: Wie wär´s mit Seminaren für Künstler? Mit den Argumenten zahlen die bestimmt noch dafür, daß man ihren Scheiss überhaupt zur Kenntnis nimmt.

  23. ein Leser

    27.03.2012 17:02h

    illegale Diebstahls-downloads? Gibts denn auch legale Diebstahls-Downloads?

    Die gesamte Diskussion geht doch gar nicht gegen Herrn Regner und seine schaffenden Kollegen, sondern eher gegen die Verwertungsgesellschaften.

    Oder meinen Sie ernsthaft Herr Regner bekommt von den 16-20€ für eine seiner CD´s den Löwenanteil? Wachen Sie auf!

  24. Matthias Ulmer

    27.03.2012 17:31h

    Herr Regner bekommt das, was er vertraglich vereinbart hat. Das findet er ok aber das will er auch. Er will nicht, dass Leute klauen und das Robin Hood-mäßig mit dem Argument rechtfertigen, er würde ja von den bösen Verwertern eh nur einen kleinen Teil bekommen, da könnten sie ihm den auch noch klauen und sich dabei toll vorkommen.
    Ich weiß gar nicht, wieso man sich über so eine Aussage eines Künstlers so aufregen kann?

  25. Thorben-Finn

    28.03.2012 15:43h

    @21 wettbewerber

    Schön, dass Sie erst mal ausfallend werden...
    Meine Kritik richtet sich gegen jemand, der sich den Gestus des Rebellen verpasst und vom Ruch der kriminellen Halbwelt profitieren möchte, sich dann aber gegen die pösen illegalen Dibstahls-download-Raubmordkopierer wendet, soblads ihm an den eigenen Beutel geht. So was finde ich gemeinhin - verlogen.

    (Ausserdem ist Diebstahl die Entwendung einer Sache, und wie bei der Datenkopie das Original entwendet wird, müssen Sie mir nochmal zeigen. Wie wärs mit angemessenen Begrifflichkeiten, statt zu versuchen, mit ziemlich genau definierten, aber falschen Begriffen Stimmung zu machen?)

    Und nochmal danke für die Unterstellungen, ich freue mich immer, sachlich diskutieren zu können.

  26. Volker

    05.04.2012 12:26h

    @Thorben-Finn
    Geh mit den Piraten spielen. Ich bin der coolste User weit und breit und brauche mich einer Made gegenüber nicht zu rechtfertigen. Betet sie gefälligst an, meine unendliche Überlegenheit!

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