Börsenverein

Geisteswissenschaften International: 28 Werke ausgezeichnet

Der Börsenverein, die Fritz Thyssen Stiftung, die VG WORT und das Auswärtige Amt zeichnen in diesem Frühjahr insgesamt 28 herausragende geistes- und sozialwissenschaftliche Werke aus. Erstmals verliehen wurde der Preis zur Förderung exzellenter geistes- und sozialwissenschaftlicher Publikationen.

Die ersten Preisträger sind Willibald Sauerländer für „Der katholische Rubens. Heilige und Märtyrer“ (C.H. Beck Verlag) und Günter Blamberger für „Heinrich von Kleist. Biographie“ (S. Fischer Verlag).  

Begründung der Jury:

 Günter Blamberger: Heinrich von Kleist. Biographie (S. Fischer Verlag):
„Günter Blambergers Biographie zeichnet sich durch eine enge Verknüpfung der Lebensgeschichte Kleists an das historische Umfeld aus. Vor dem Hintergrund der Napoleonischen Kriege gelingt es dem Autor überzeugend, das Schreiben Kleists stets als Ergebnis unmittelbaren Erlebens darzustellen. Durch Blambergers außerordentlich sorgfältige Interpretation ist die vorliegende Biographie ein zentraler Beitrag zum Verständnis des deutschen Romantikers, insbesondere für den englischen Sprachraum.“
 
Willibald Sauerländer: Der katholische Rubens (C.H. Beck Verlag):
„Der katholische Rubens ist ein epochales Buch: Mit stilistischer Brillanz und großer Kennerschaft leistet es nichts weniger als eine Rekontextualisierung von Rubens Malerei. Der Leser sieht die wichtigsten Werke des Barocks dadurch mit neuen Augen – als die bildgewaltige Gegenoffensive zum calvinistischen Bildersturm.“
 
Mit der Preissumme von insgesamt 300.000 Euro wird die Übersetzung der Titel ins Englische finanziert. Ziel der Auszeichnung ist die stärkere internationale Verbreitung deutscher Forschungsergebnisse in den Sozial- und Geisteswissenschaften sowie die Förderung deutschsprachiger Erstpublikationen. Die Zahl der in den englischen Sprachraum vergebenen Lizenzen soll so dauerhaft erhöht werden.
 
Die weiteren ausgezeichneten Titel sind:
 
·         Theodor W. Adorno; Ortland, Eberhard (Hg.): Nachgelassene Schriften. Abteilung IV: Vorlesungen               Band 3: Ästhetik (1958/59) (Suhrkamp Verlag)
·         Anita Albus: Im Licht der Finsternis. Über Proust (S. Fischer Verlag)
·         Peter Berger: Füttern, Speisen und Verschlingen. (LIT Verlag)
·         Gunnar Decker: Hermann Hesse (Carl Hanser Verlag)
·         Hartmann, Martin: Die Praxis des Vertrauens (Suhrkamp Verlag)
·         Alexander Klose: Das Container-Prinzip (mareverlag)
·         Beate Kohler-Koch; Christine Quittkat: Die Entzauberung partizipativer Demokratie. Zur Rolle der Zivilgesellschaft bei der Demokratisierung von EU Governance (Campus Verlag)
·         Stephan Meder: lus non scriptum - Traditionen privater Rechtsetzung (Mohr Siebeck)
·         Heinrich Meier: Über das Glück des philosophischen Lebens. Reflexionen zu Rousseaus Rêveries in zwei Büchern (C.H. Beck)
·         Christoph Mick: Kriegserfahrungen in einer multiethnischen Stadt: Lemberg 1914-1947 (Harrassowitz Verlag)
·         Alexander Nützenadel: Die Stunde der Ökonomen. Wissenschaft, Politik und Expertenkultur in der Bundesrepublik 1949–1974 (Vandenhoeck & Ruprecht)
·         Dominik Perler: Transformation der Gefühle. Philosophische Emotionstheorien 1270-1670 (S. Fischer Verlag)
·         Annelie Ramsbrock: Korrigierte Körper (Wallstein Verlag)
·         Juliane Rebentisch: Die Kunst der Freiheit. Zur Dialektik demokratischer Existenz (Suhrkamp Verlag)
·         Jan Rehmann: Max Weber: Modernisierung als passive Revolution. Kontextstudien zu Politik, Philosophie und Religion im Übergang zum Fordismus (Argument Verlag)
·         Christoph Ribbat: Flackernde Moderne. Die Geschichte des Neonlichts (Franz Steiner Verlag)
·         Irene Schneider: Der Islam und die Frauen (C. H. Beck)
·         Wilfried F. Schoeller: Döblin. Eine Biographie (Carl Hanser Verlag)
·         Robert Spruytenburg: Das LaSalle-Quartett. Gespräche mit Walter Levin (edition text + kritik im Richard Boorberg Verlag)
·         Philipp  Ther: Die dunkle Seite der Nationalstaaten. "Ethnische Säuberungen" im modernen Europa (Vandenhoeck & Ruprecht)
·         Reiner Tosstorff: Profintern: Die Rote Gewerkschaftsinternationale 1920-1937 (Ferdinand Schöningh)
·         Joachim von Puttkamer: Ostmitteleuropa im 19. und 20. Jahrhundert (Oldenbourg Wissenschaftsverlag)
·         Janina Wellmann: Die Form des Werdens (Wallstein Verlag)
·         Michael Zeuske: Simon Bolivar. Befreier Südamerikas - Geschichte und Mythos (Rotbuch Verlag)
·         Alexander Ziem: Frames und sprachliches Wissen (Walter de Gruyter)
·         Alexander Zinn: “Das Glück kam immer zu mir“. Das Überleben eines Homosexuellen im Dritten     Reich (Campus Verlag)
 
Neben dem Juryvorsitzenden Prof. Dr. Dieter Langewiesche (Universität Tübingen, emeritiert) gehören der Jury an: Prof. Dr. Luca Giuliani (Wissenschaftskolleg zu Berlin), Prof. Dr. Hans Günter Hockerts (Universität München, emeritiert), Dr. Jörn Laakmann (Wissenschaftliche Buchgemeinschaft), Prof. Dr. Claus Pias (Universität Lüneburg), Prof. Dr. Klaus Reichert (Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung), Prof. Dr. Wilfried F. Schoeller (Honorarprofessor Universität Bremen), Prof. Dr. Günter Silberer (Universität Göttingen, emeritiert), Dr. Thomas Sparr (Suhrkamp Verlag) und Dr. Julia Voss (Frankfurter Allgemeine Zeitung).

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1 Kommentar/e

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  • Christina Müller

    Christina Müller

    Sehe ich das richtig, dass mit Wilfried F. Schoeller einer der ausgezeichneten Autoren selbst in der Jury sitzt? Wie kann das sein? Gleiches gilt für Herrn Sparr aus dem Suhrkamp Verlag, aus dessen Programm ein Buch ausgezeichnet wurde. Nennt sich das eine unabhängige Jury?

    • ...

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