Interview mit Gabriele Wörner

"Die Männer fragen direkt"

In der Wiesbadener Buchhandlung Vaternahm testet Gabriele Wörner seit Mitte April die eBookCards von Umbreit und Epidu. Wie läuft das Experiment? VON INTERVIEW: KAI MüHLECK

Gabriele Wörner, Buchhandlung Vaternahm, Wiesbaden © Paul Müller

Viele Buchhändler tun sich schwer beim Thema E-Books. Ihre Buchhandlung macht mit bei der Testaktion. Warum?
Keine Frage, wir wollen das E-Book ins Sortiment integrieren. Ein gebundenes Buch ist natürlich viel schöner, aber wenn Kunden E-Books kaufen möchten, dann sollen sie sie bei uns auch bekommen können.
Wo präsentieren Sie in Ihrer Buchhandlung die ebookCards?
Wir zeigen sie an zwei Orten: In unserem Schaufens­ter und in der Nähe des Kassenbereichs in Drehständern. Auf einem Büchertisch neben dem Hardcover platziert, funktioniert die Präsentation aber nicht: Die kleinen Karten mit den Leseproben werden von den Kunden dort als Werbe­material wahrgenommen.

Ihr erstes Urteil zu den Karten?
Gut. Endlich kann man die Frage: »Bekomme ich hier auch E-Books?« mit »Ja« beantworten und dem Kunden gleich etwas in die Hand drücken. Der Umsatz hält sich bisher allerdings noch in Grenzen.

Wie reagieren Ihre Kunden?
Spannend war der Samstag, an dem wir die Karten im Fenster zusammen mit einem E-Reader platziert haben. Wir waren mit dem Dekorieren noch nicht fertig, da kamen die ersten männlichen Kunden in den Laden, steuerten direkt auf uns zu und wollten alles über die ebookCards wissen. Vorher habe ich diese Männer nie bei uns gesehen, jetzt entwickeln sie sich allmählich zu Stammkunden. 

Kristallisiert sich ein Favorit unter den 71 Titeln heraus?
Bei den Karten nicht, aber beim Genre. Am häufigsten wird bei den Krimis zugegriffen.

Was könnte besser werden an den ebookCards?
Das Werbematerial ist nicht gerade ansprechend, aber das ist die Branche ja leider gewöhnt. Gerade die Einzeltitelwerbung landet oft im Papiermüll.

Überzeugt Sie das Modell?
Als eine von mehreren Möglichkeiten für das E-Book: Ja. Zumal man die Bücher in dieser Form auch gut verschenken kann. Wir werden in den nächsten Monaten aber auch unseren neuen Webshop, über den Kunden digitale Bücher herunterladen können, stark kommunizieren.

 

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2 Kommentar/e

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  • Mäxchen

    Mäxchen

    Zitat Frau Wörner:
    "Ein gebundenes Buch ist natürlich viel schöner, aber wenn Kunden E-Books kaufen möchten, dann sollen sie sie bei uns auch bekommen können."
    Wieso ist ein gebundenes Buch per se viel schöner?
    Mit der Einstellung wird das nix, Frau Wörner!

  • Sonja Lehmann

    Sonja Lehmann

    Schön ist doch, daß der Kunde das Angebot bekommt ebooks als Karte zu verschenken. Persönlich findet der Buchhändler vielleicht "normale Bücher schöner". Aber der Buchhändler geht auf die Wünsche des Kunden ein und bietet die ecards an.

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