Literarisches Leben
28.09.2012Joanne K. Rowling: Erstverkaufstag
Ein Hype, der die Kasse leise klingeln lässt
Eine Liverezension von Nora Gantenbrink und Sebastian Hammelehle zu Rowlings "Ein plötzlicher Todesfall" brachte der "Spiegel" ("Hype, aber nicht Buch des Herbstes"); einen Kritiker-Liveticker in "Die Welt" verfasste Richard Kämmerlings.
"Kein Hype, nirgends" titelt etwa die "Frankfurter Allgemeine Zeitung", die über den Verkaufsstart und Erwartungen in Großbritannien, Italien, China, Frankreich und Russland schreibt. In Frankreich kommt die Übersetzung erst am 28. September, in China und Russland noch später, auf den Markt.
Auch die "Frankfurter Rundschau" sah keinen Anstrum auf das Rowling-Buch. Vor den Buchläden hätten sich, anders als bei "Harry Potter", gestern keine Schlangen gebildet. Viele Sortimenter hätten den Roman, der in großer Stückzahl geordert worden sei, aber "prominent im Eingangsbereich" platziert.
Eine Vermutung in den Medien: das Geheimhaltungs-Konzept des Verlags sei nicht aufgegangen. "Eine derartige Geheimniskrämerei betreibe man sonst höchstens vor einer Geburt im britischen Königshaus", zitiert die "Süddeutsche Zeitung" in ihrem Beitrag zur PR-Strategie des Verlags "Wenn Stille alles sagt" eine britische Journalistin. In einem weiteren Artikel der Zeitung – "Fetter Einkauf" – wird über Startauflage und Erwartungen im Buchhandel berichtet.
Ging es bei den oben genannten Artikeln hauptsächlich um den Verkaufsstart des Buches, so fasst etwa das "Hamburger Abendblatt" erste Kritiken zusammen. Der Zeitung zufolge spalte Rowlings Roman die Kritiker. Das britische Branchenmagazin "The Bookseller" schreibt: "It is an important book that could speak to many communities, and not just in Britain" – aber es sei kein "Harry Potter". Wie gut sich "Ein plötzlicher Tod" (The Casual Vacancy) verkaufen werde, sei jedoch nicht abzusehen.
Mit einer ersten Rezension wartet unter anderem die "New York Times" auf: "Darkness and Death, No Magic to Help". Das Werk sei definitiv kein Kinderbuch.
- 26.09.2012
- TV-Kampagne: Werbespot zu Rowlings neuem Roman
- 26.07.2012
- Ein plötzlicher Todesfall: Berkel liest Rowling
- 11.07.2012
- Verlage: Rowlings Neuer bekennt Farbe

1. Stefan Wendel - autorenberatung.net 28.09.2012 16:04h www.autorenberatung.net
Hat wirklich jemand ernsthaft damit gerechnet, dass ein Roman für Erwachsene von J.K. Rowling Schlangen vor den Buchhandlungen auslösen würde? Statt sich darüber zu freuen, dass wieder einmal ein gedrucktes Buch (aussterbende Spezies!) im Fokus des medialen Interesses steht (Spiegel, Stern usw.), wird schon wieder bloß herumgemäkelt, obwohl das Buch erst wenige Stunden auf dem Markt ist. Ich wette: Andere Branchen wären längst im Freudentaumel allein wegen so viel Beachtung eines neuen, bestens verkäuflichen "Produkts". Und Hut ab vor J.K. Rowling, die sich nicht verleiten ließ, nahtlos an ihren Kinderbuch-Erfolg anzuknüpfen, was ihr (und anderen!) jede Menge Millionen mit Sicherheit mehr beschert hätte. Meinen Ex-Kollegen bei Carlsen ein großes Kompliment für die logistische Leistung, die hinter so einer Erstauslieferung steht. Allein dafür habt Ihr den Champagner verdient, den Joachim Kaufmann in Aussicht gestellt hat.
2. Patrick Musial 30.09.2012 16:16h
Vielleicht wäre etwas weniger Hype besser gewesen? Angesichts der mauen Nachfrage muten die Sperrfrist und fehlende Vorab-Exemplare etwas übertrieben an. Uns fällt es zudem leichter, ein Buch zu verkaufen, dass wir vorher auch gelesen haben.
3. Patrick Musial 30.09.2012 16:19h
Wahrscheinlich aber wird das Buch trotzdem auf die Spiegel-Bestseller-Liste gelogen.
4. Ulrich Dombrowsky 30.09.2012 17:12h www.dombrolit.de
Genau, so wie auch dieses Wulff-Machwerk. Wir haben gerade mal zwei Stück von Rowling verkauft, bewerben es aber auch nicht sonderlich. Wir machen unsere Bestseller selbst: 110 Exemplare Glückskind von Steven Uhly in fünf Wochen. Ein Autor den kaum einer kennt, ein Buch das gerade erst erschienen ist; aber unsere Begeisterung schlägt hohe Wellen und ein solches Buch lässt sich wundervoll verkaufen. Ulrich Dombrowsky (Buchhandlung Dombrowsky, Regensburg)
5. Andreas Séché 30.09.2012 17:42h www.andreas-seche.de
Diesen liebenswerten und engagierten Buchhandel, der seine Bestseller selbst macht - den gibt es, aber leider viel zu selten. Vielleicht interessiert Sie dazu der aktuelle Beitrag hier im Börsenblatt-Blog.
6. westley 01.10.2012 17:49h
Wenn ich die Kommentare 2, 3 und 4 lese, klappt mir echt die Kinnlade auf den Schreibtisch. Wie schon Herr Wendel in Beitrag 1 sagt - da haben wir endlich mal richtig große Schlagzeilen rund ums Buch, nicht nur verschämte kleine Beiträge in Feuilleton, und dann wird gemeckert! Es ist echt der Oberhammer! Diese Buchschlagzeilen nützen der Branche mehr als so mache lieb gemeinte Branchenmarketingaktion unseres Verbandes. Ich will ja nicht sagen, dass man alles Zeugs verkaufen muss, was zwischen zwei Buchdeckeln klebt (Stichwort Frau Wulff), man darf schon gerne etwas abwägen - aber wer bei Hype-Büchern aus Prinzip mal diese versteckt ins Regal vergräbt, der treibt einen gewiss nicht kleinen Teil seiner Kunden zu Amazon. Gratuliere. aber macht ja nichts, dann kann man wieder schön über Amazon meckern...
7. MisterLG 04.10.2012 09:17h
Natürlich ist es gut, wenn ein Buch so in der Öffentlichkeit steht, aber ich will mal ehrlich sein.
Ich lese und schreibe (wenn es nichts redaktionelles ist) nicht mehr so viel wie früher. Auf den Todesfall bin ich nur aufmerksam geworden, weil ich einige Newsletter übers Schreiben bekomme, und ein oder zwei mal im Monat auf diverse Seiten reinschaue. Ich habe das erste Mal darüber gelesen, als es um die Strafen für ein zu frühes Auspacken, etc. ging.
Als ich das zweite mal davon hörte, wusste ich auf Anhieb nicht mal mehr, von wem das Buch ist. Dann habe ich einige Kritiken darüber gelesen, und entschieden, dass ich nichts verpasst habe.
Ansonsten wäre das Buch aber komplett an mir vorbei gegangen. Ich lese keine Zeitung mehr (Tagesschau Online reicht mir, denn Gebühren zahle ich sowieso und Zeitungen kann man nicht essen), das Werbefernsehen erreicht mich nur bei Stern-TV und WWM, und ich wohne bzw. arbeite auch nicht in einer Großstadt, wo man mal eben am Buchladen vorbeiläuft. Im meinem Umfeld scheint das Buch auch niemand zu kennen.
So groß scheint der Wirbel dann doch nicht gewesen zu sein, den man um dieses Buch gemacht hat.
8. Cameron 13.10.2012 07:25h
Nagut dann mach ich mal den Ersten, der einen Kommentar hinterle4dft.Ich kann auch nur beste4tigen das es eine sehr schf6ne Hochzeit war und das ihr beide die Glfccklichsten Menschen in diseem Augenblick wart, denke das sieht jeder der sich die Bilder anschaut. Ich kf6nnte hier jetzt noch was von Wfcnschen ffcr die Zukunft schreiben, denke aber ihr widft schon was ich euch wfcnsche. Und ich mudf jetzt erstmal den Flitterwochenartikel lesen und die Bilder anschauen.Tobi