Literarisches Leben

Der Virenschleuder-Preis und die Frankfurter Buchmesse kooperierenDer Virenschleuder-Preis und die Frankfurter Buchmesse kooperieren

12.10.2012Social Media

Virenschleuderpreis für Hanser und Binooki

Hanser-Verleger Michael Krüger twittert nicht und meidet Facebook. Trotzdem wollte er sein Team in Sachen Social Media unterstützen. Mit Erfolg.

Frauke Vollmer, Hanser VerlagFrauke Vollmer, Hanser Verlag© Tobias Bohm

Die monatliche Youtube-Serie "Michael Krüger spricht" siegte beim diesjährigen Virenschleuderpreis in der Kategorie "Marketing-Strategien".  Frauke Vollmer, die bei Hanser für den Bereich Social Media zuständig ist, hat die Kampage im Marketing-Team des Verlags entwickelt. "Authentizität war uns wichtig", so Vollmer, "wir wollten Michael Krüger so darstellen, wie wir ihn täglich im Verlag erleben." Die Video-Statements zu aktuellen Verlagsthemen werden nicht geschnitten oder nachbearbeitet.

Inci Bürhaniye und Selma Wels, binooki VerlagInci Bürhaniye und Selma Wels, binooki Verlag© Tobias Bohm

Binooki, ein junger Verlag aus Berlin, veröffentlicht türkische Gegenwartsliteratur auf Deutsch. Die beiden Schwestern haben die Jury mit einem literarischen Foto-Contest überzeugt und erhielten die Auszeichnung in der Kategorie "Marketing-Maßnahmen". Der Verlag habe es geschafft, in kurzer Zeit und mit geringen Mitteln eine hohe Aufmerksamkeit für sein Programm zu schaffen.

In diesem Jahr wurden 53 Marketingkampagnen und -konzepte beim Virenschleuderpreis eingereicht. Zu den Teilnehmern gehörten Verlage, Buchhandlungen, Agenturen und Einzelpersonen.  "Das Niveau war höher als im vergangenen Jahr, die Kampagen sind zunehmend konzeptgetrieben", resümmiert Leander Wattig, Berater und Betreiber der Website "Ich mach was mit Büchern". Zusammen mit Carsten Raimann, Mitarbeiter beim E-Book-Shop Kobo und Blogger ("Books & Brains") richtet er den Preis dieses Jahr zum zweiten Mal aus. Bei der Auswahl der Gewinner schauten sich die beiden Juroren das Aufwand-/Nutzenverhältnis der Marketingmaßnahme genau an. Geprüft wurden alle Konzepte, die es über eine öffentliche Abstimmung auf die Shortlist geschafft hatten. 

Für die nächste Runde sind einige Konzeptänderungen angedacht: Zum einen sollen Marketing-Kampagnen ohne Beschränkung auf "social" eingereicht werden können. "Social Media ist mittlerweile ein selbstverständlicher Teil von Marketing-Kampangen, so dass eine Trennung in zwei Welten nicht mehr sinnvoll wäre, meint Leander Wattig. Zum anderen soll der Wettbewerb auch anderen Kreativbranchen offen stehen. 

Alle Einreichungen sind auf der Site des Virenschleuderpreises detailliert beschrieben und können als Best-Practice-Beispiele genutzt werden.

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4 Kommentar/e

1. Michael 13.10.2012 00:55h

Ich finde, in der Branche wird viel zu oft irgendwelchen Socialmedia-Schaumschlägereien nachgelaufen. Als hätte man Angst was zu verpassen, so dass man jede mögliche Aktion, die "was mit Internet" und Social Media zu tun hat, mitmacht.

Was für eine Bedeutung hat dieser Preis? Was bringt er? Oder ist er vielleicht doch nur eine Karriereförderungsmaßnahme für die Veranstalter des Preises, weil sie sich einer prominenten Platzierung ihrer Meldungen in den Branchenmedien sicher sein können?

2. Frank Krings 13.10.2012 16:38h https://twitter.com/frank_krings

@Michael: Letzteres wäre ja auch einen Virenschleuderpreis wert. ;-)

3. Sabrina Hofmann 15.10.2012 13:52h

Andererseits passiert online nun einmal immer mehr - nachgewiesener Weise. Da ist es nur logisch, dass Marketing und Werbung immer mehr zu den digitalen Medien wandern, oder? Ist ja nicht nur Verlagswesen... Eigentlich machen es doch alle so. Und wenn man an das junge Publikum heran kommen will kommt man um die "Sozialen Medien" eben nicht mehr herum... auch wenn ich ehrlich gesagt von Twitter und Facebook selbst nicht so viel halte, aber damit bin ich in meiner Altersklasse eher Teiler einer kleinen Minderheit... XD

4. Leander Wattig 16.10.2012 02:09h http://leanderwattig.de

@Michael: Der Virenschleuder-Preis macht erfolgreiches Marketing sichtbar und bringt so den Erfahrungsaustausch voran. Das ist ein Mehrwert, den viele Leute wertschätzen.

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