Gastspiel

Gefährliche Treue

Warum der Buchhandel eine Metadatenbank braucht, um gegen Amazon bestehen zu können. Von Dieter Dausien.

Als ich 1975 meine Ausbildung zum Buchhändler begann, da war das Wissen über lieferbare Bücher noch in grünes Kunstleder gebunden. Ich erinnere mich gut, wie unser Bibliografie-Lehrer Herr Dr. Hodes davon schwärmte, welch epochale Errungenschaft es war, den gesamten deutschsprachigen Buchmarkt über einen einzigen Katalog zu erschließen.

Diese Zeiten sind längst vorbei. Heute gilt es, diesen epochalen Schritt auf den Webseiten des Buchhandels nachzuvollziehen. Seit Mitte der 90er Jahre stehen die Daten des VLB unter www.buchhandel.de öffentlich abrufbar im Internet, das Bibliografier-Monopol für den Handel ist Geschichte. Mit der Zeit haben das die Buchkäufer mitbekommen und nehmen der Buchhandlung vor Ort zunehmend die Recherche-Arbeit ab, in welcher Qualität auch immer. Heute allerdings ist die Standard-Informationsquelle der meisten Buchkäufer nicht mehr die Buchhandlung und auch nicht eine Institution der Buchbranche, sondern ein, wenn auch bestens sortierter, Gemischtwarenhändler mit seinem Online-Angebot.

Wenn man mit Kollegen über dieses Thema spricht, wird immer wieder gern die Situation beschworen, in der ein Kunde mit einem kleinen Ausdruck in den Laden kommt, diesen der Buchhändlerin unter die Nase hält, um das darauf aufgeführte Werk zu bestellen, und siehe, der Zettel verrät deutlich seine Herkunft: die Amazon-Website. Man freut sich über die Treue des Kunden und hat das Gefühl, dem großen Bruder ein kleines Schnippchen geschlagen zu haben. Doch die Fortdauer des Treueverhältnisses ist durch den hervorragenden Service von Amazon extrem bedroht.

Wenn das Sortiment auch nur annähernd gegen Amazon bestehen will, ist es eine Notwendigkeit, dass es seine Kompetenz endlich auch online abbilden kann. Der Status quo ist bekanntlich so, dass sich der Buchhändler entscheiden muss: Entweder er nutzt eine Barsortimentsdatenbank – mit den bekannten Vorteilen: ausgezeichnete Datenqualität, essenzielle Nebensortimente wie DVDs, Musiktitel oder Nonbooks sowie eine Vielzahl fremdsprachiger Titel. Und mit dem Nachteil, nur ein Drittel der verfügbaren deutschsprachigen Verlagsproduktion zeigen zu können. Oder er bietet mit der VLB-Datenbank die Vollständigkeit des deutschsprachigen Buchmarkts, jedoch unter Aufgabe der genannten Vorteile der Barsortimente. Von der leider nach wie vor beklagenswerten Datenqualität des VLB einmal abgesehen.

Der einzige Weg aus diesem Dilemma ist eine gemeinsame Metadatenbank, die aus VLB- und Barsortimensdaten generiert wird. Andere relevante Datenbanken könnten hinzukommen, wie Fachzeitschriftenkatalog oder die Bestände ausländischer Barsortimente. Je nach Barsortiments- und Sortimentszuschnitt könnten die von der Buchhandlung gewählten Datenbestände gemischt, priorisiert und auf ihrer Website dem Kunden angeboten werden. Titel, die ein Barsortiment nicht (mehr) führt, würden nicht sofort als "Nicht lieferbar" angezeigt, sondern würden zunächst in den Datenbeständen des zweiten Barsortiments beziehungsweise des VLB gesucht und gegebenenfalls gefunden.

Das Beispiel des stets lieferbaren, bei den Barsortimenten jedoch zeitweise ausgelisteten WWF-Buchs unterstreicht die missliche Abhängigkeit der Sortimente von der Angebotspolitik ihres Barsortiments. Mit der Metadatenbank wäre es überdies möglich, zu zeigen, was Amazon nicht abbilden kann: Buchbesprechungen des Sortiments, Haustitel der Buchhandlung, Lesungen und vieles mehr.

Um eine solche Metadatenbank ins Leben zu rufen, ist eine gemeinsame Anstrengung aller Barsortimente und der MVB notwendig. Erst diese Kombination von Angebotsbreite und buchhändlerischer Kompetenz könnte dem einen Anbieter Paroli bieten, bei dem man fast alles findet: sogar eine gebundene Ausgabe des VLB von 1975 / 76. Bei 30 Euro wäre ich da fast schwach geworden, aus reiner Nostalgie sozusagen.

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13 Kommentar/e

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  • Herwig Stöger

    Herwig Stöger

    Sehr geehrter Herr Dausien,
    Sie haben recht, dass die Buchbranche den Kunden im Web die gleichen Funktionalitäten anbieten können sollte wie grosse Internethändler. Das Zusammenfassen mehrere Quelldatenbanken in einer Meta-Suche ist keine Utopie, sondern lässt sich sogar mit überschaubarem Aufwand realisieren. Ein Beispiel dafür könnte der Karlsruher Verbundkatalog der Bibliotheken sein. Richtig spannend wäre es dann, wenn dem Web-Nutzer bei der Recherche auch die Verfügbarkeit eines Titels vor Ort angezeigt werden könnte. Also in welcher Buchhandlung ist dieser oder jener Titel im Regal, und kann sofort gekauft werden. Dann hätte man auch einen qualitativen Wettbewerbsvorteil im Angebot, nach dem Motto: "Bücher schneller als das Internet erlaubt". Zumindest für den städtischen Bereich könnte die "Macht der Vielen" (= umfassendes Angebot der Buchhändler) für den Kunden ein Argument sein, im Buchhandel zu kaufen. Einen Versuch wäre es vielleicht wert.
    Mit freundlichen Grüßen
    Herwig Stöger

  • René Kohl

    René Kohl

    Wenn von der Metadatenbank die Rede ist, meint das "Meta" ja offenbar zweierlei. Einmal die Informationen rund um das Buch, die früher Bibliographische Angaben genannt wurden und seit einiger Zeit Metadaten heißen, und dann aber offenbar auch ein "Meta" als "über die bisherigen Datenbanken hinausweisend", als Vereinigung mehrerer Datenbanken.

    Dieter Dausien hebt offenbar vor allem auf die zweite Bedeutung der Metadatenbank ab, wenn er den zahlenmäßigen Umfang dieser Datenbank anspricht.
    Der buchhändlerische Zugriff auf möglichst viele Daten ist sicherlich eine notwendige, aber noch nicht hinreichende Bedingung.

    Ohne auch nur die Chance, aus einem ansatzweise ähnlich umfangreichen Produktportfolio auswählen und diese präsentieren zu können, gerät der Buchhandel zwangsläufig ins Hintertreffen.

    Nur kann man eine solche Metadatenbak nicht wirksam angehen, wenn man nicht dann auch die mit dem Angebot verbundenen Verheißungen bedienen kann: Das Anzeigen von Titeln nützt nichts, wenn sie dann nicht besorgt werden können...

    Und: Es nützt auch noch nichts, Herr über den Schatz von 2.000.000 Produktdaten zu sein, wenn man deren Erschließung nicht auch mitorganisiert. Hier kommen wir auf die erste der oben angesprochenen Bedeutungen von Meadaten zurück, und hier stellen sich die für mich genauso relevanten Fragen: Reicht das, was über die Bücher zur Zeit in den gegebeben Datenbanken gesagt wird, aus, um eine vernünftige Erschließung zu gewährleisten?

    Ich meine, nein. Schon die Datensubstanz der aktuellen vorgehaltenen Daten ist deutlich verbesserungsbedürftig und -möglich, wie am VLB besonders, aber auch an den Barsortimentskatalogen, zu sehen ist.

    Darüber hinaus ist aber auch dringend die Breite und der Gegenstand der zur Zeit genutzten Daten zu überarbeiten.

    Ein kleines Beispiel: Wir haben auf kohlibri.de schon vor Jahren damit begonnen, Preise und Auszeichnungen zu eigenen Datenbankfeldern zu machen:
    http://www.kohlibri.de/xtcommerce/award.php

    Dieser Umstand erlaubt uns, die Preisträger des Deutschen Jungendliteraturpreises zu filtern und nach Jahrgang der Auszeichnung zu sortieren.

    In den aktuellen Buchdatenbanken tauchen solche Informationen entweder gar nicht auf oder, improvisiert, als Schlagworte.

    Neben der Menge der Daten geht es also auch um die Güte und um die Tiefe und Differenziertheit der Daten, die wir zur Verfügung haben.

    Und wenn alle diese notwendigen Hausaufgaben gemacht sind, kommt erst die ganz spanndende Frage: Wie kann als Buchhändler aus allem genau den richtigen Service für seine Kunden bieten. Der Kunde will ja, wenn er nach etwas recherchiert, nicht alles haben, sondern genau das richtige.

    Was das richtige aber ist, hängt vom Kontext ab, in dem der Kunde sucht.

    Sucht er in einer Kinderbuchhandlung nach "Schlaf", so sucht er wahrscheinlich ein Bilderbuch für 3jährige, das das Thema "Einschlafen" leichtfüßig problematisiert.
    Sucht er bei Lehmans.de, so ist er vielleicht interessierter Laie, der es mal mit was anderem als Baldrian probieren möchte.
    Sucht er bei kohlibri.de, so wünscht er vielleicht den Erzählungsband von Murakami.

    Dabei erwartet der Kunde die Empfehlungen nach Eingabe in die Schnellsuchmaske - ihn interessiert die Detailsuche nicht, und auch nicht die Nutzung anschließender Filter-Checkboxen.

    Er erwartet, daß der Shop ihn versteht und ihm die richtigen Vorschläge macht.

    Aus diesen Beobachtungen leite ich übrigens ab, daß die aktuellen White-Label-Shops, die alle gegenüber allen immer gleich reagieren, unmöglich der Weisheit letzter Schluß sein können.

    Wenn der Kunde sich entscheidet, im Internet zu suchen, hat er bereits den ersten Filte gesetzt: Nicht das Angebot der Vor-Ort-Buchhandlung zu nutzen (weil er ihr Angebot für nicht relevant hält, oder weil sie im Moment der Suche geschlossen hat), sondern die Angebote im Internet.

    Der zweite Filter ist jetzt die Wahl der Online-Buchhandlung: Amazon bedeutet: Alles und nichts, das alles aber so gut, daß man einigermaßen schnell zurecht kommt.

    Wenn er stattdesse zur Webseite der Buchhandlung vor Ort oder zur Online-Fachbuchhandlung geht, dann, weil er dort etwas anderes erwartet, andere Vorfilter, eine andere Vorauswahl (zum Beispiel eine andere Katalogtiefe oder andere Toptitel in den Trefferlisten), als sie ihm vermutlich von Amazon geboten wird.

    Die Metadaten, die wir künftig brauchen, müssen also differenziert genug sein, um entsprechende Shop-Differenzierungen darzustellen. Und sie müssen umfangreich genug sein, um dem Kunden den Eindruck der Vollständigkeit zu geben.

    Frank Sambeth von Random House brachte diese Gedanken vor wenigen Tagen auf die knappe Formel "Metadaten verkaufen Bücher".

    In diesem Sinne verstehe ich meinen Kommentar als Ergänzung zu Dieter Dausiens richtiger Feststellung.

  • Merfelle

    Merfelle

    Eine Metadatenbank und ein Ausbau der Online-Kompetenz im Buchhandel ist alles richtig und gut. Allerdings liegt eines der Hauptprobleme des Buchhandels m.E. in der fehlenden "Marke" begründet. Der Buchhandel hat es bisher nicht geschafft, sich im Internet als Marke zu etablieren. Wer z.B. etwas im Web sucht, denkt an Google. Wer mit Freunden kontakten will, denkt an Facebook, wer schnell informieren möchte, denkt an Twitter. Und wer ans lesen und an Bücher denkt, denkt eben häufig zuerst an Amazon. Neben allem Ausbau von Datenbanken und Online-Kompetenzen muss der Buchhandel auch daran arbeiten, sich als "Marke für Bücher" in den Köpfen zu etablieren.

  • Sabine Lipan

    Sabine Lipan

    Hierzu einmal ein Kommentar von einer Autorin:
    So eine Metadatenbank ist eine wunderbare Idee! Als Kinderbuchautorin, die außer bei großen Verlagen auch bei kleineren, unbekannteren oder auch im Selbstverlag veröffentlicht, kenne ich die Probleme einmal von der anderen Seite. Ohne die VLB-Datenbank lautet die Auskunft gegenüber dem Kunden bei den großen Buchhandelsketten dann nämlich schnell: "Das Buch gibt es nicht" oder "Das Buch ist nicht lieferbar" - was ja definitiv nicht stimmt! Eine Metadatenbank würde hier dem Buchhandel nützen, den kleinen Verlagen, den Autoren und vor allem auch den Kunden! Ich hoffe, diese Idee greift jemand tatkräftig auf!!!

  • Erwin König

    Erwin König

    ... und wenn der Buchhandel es dann auch noch schaffen würde mit einem zentralen Einkaufsgutschein (organisiert vom MVB) in allen Super- und Verbrauchermärkten dieser Republik zu hängen dann wäre dies noch ein weiter Schritt zu dieser hervoragenden Idee.

  • Michael Vogelbacher

    Michael Vogelbacher

    Lieber Herr Dausien,ich habe heute im Börsenblatt den Satz von Ihnen gefunden: “Von der leider nach wie vor beklagenswerten Datenqualität des VLB einmal abgesehen“. Ich finde dieser sehr pauschalisierte Satz wird dem VLB ins seiner heutigen Umsetzung mit etablierten Qualitätsroutinen nicht gerecht. Sicher ist die Qualität eines praktisch vollständigen Katalogs, der von den Verlagen direkt gespeist wird immer weiter zu verbessern. Genau diesen Anspruch haben wir hier bei der MVB. Aber wir haben auch schon viele erfolgreiche Schritte in diese Richtung unternommen, seien es Normierungen zusammen mit den BS bei der ONIX Meldung, seien es Plausibilitätsprüfungen und Validierungen bei gemeldeten Titeln, sei es der immer wieder gesuchte Kontakt zu den VA zur Lieferung von Lieferbarkeitsinformationen oder auch die aus meiner Sicht gelungene Umsetzung der Preisreferenzdatenbank.Ich lade deshalb gerne  jeden in unserer Branche ein, seien es Verlage, Sortimenter oder der Zwischenbuchhandel gemeinsam mit uns die Datenqualität des VLB WEITER zu verbessern. Wir als Dienstleister der Branche werden dazu nämlich, gerade beim VLB, immer auf ihre Hilfe angewiesen sein. Ich hoffe also auf Ihre Unterstützung und verbleibe mitbesten Grüßen nach Hanau Michael Vogelbacher

  • Matthias Ulmer

    Matthias Ulmer

    Es lässt sich sicher an konkreten Beispielen fehlerhafter Datensätze viel konstruktiver Arbeiten. Wenn die Sortimenter sagen, die Daten sind schlecht, die Verlage sagen, die Daten sind gut und die MVB sagt, die Daten waren noch nie besser, dann bringt uns das ja nicht weiter. Die Kritik des Sortiments an der Datenqualität kann man doch sehr einfach aufgreifen, indem eine Liste mit 50 fehlerhaften Datensätzen erstellt wird und dann geprüft wird, warum da Fehler sind und wie sie vermieden werden können. Wenn keine 50 gefunden werden können oder die Fehler sich im Bereich der Petitessen befinden, dann ist das Problem schon gelöst. In allen anderen Fällen weiß man dann wenigstens, was zu verbessern ist.

  • René Kohl

    René Kohl

    @ Ulmer

    OK, ich fange mal an.
    Platz 1 SPIEGEL Bestsellerliste Belletristik
    Nele Neuhaus
    Böser Wolf

    Ich vermisse auf buchhandel.de einen Hinweis auf die Reihe Bodenstein und Kirchhoff
    (bei KNV: Bodenstein und Kirchhoff Nr.6 )

    Die Schlagworte heißen Kriminalroman, Taunus, Gegenwart, Mord, Spannung,
    auch hier wäre Platz für die Schlagworte Bodenstein und Kirchhoff (ich weiß, das sind keine Schlagworte im Sinne der Schlagwortsystematik, aber im Sinne der Kunden...)

    Seitenangabe ca. (?) 480 (wieso ca.)

    Bei Ullstein heißt es gebunden mit Schutzumschlag, der Schutzumschlag fehlt im VLB

    Der Verlag heißt auf buchhandel.de Ullstein Buchverlage, andernorts Ullstein Hardcover oder Ullstein HC

    Bei Ullstein gibt es einen Link zu "Vorab lesen" = Leseprobe, bei buchhandel.de nicht.

    Bei Libri gibt es ein Bild aus dem Inhalt

    kein Hinweis auf die Sprache (vermutlich Deutsch)

    kein Gewicht (709 Gramm)

    keine Formatangaben (22 x 14,6 x 4,6 cm)

    bei Buchkatalog gibt es eine Rezension, bei Ullstein.de gibt es vier Rezensionen

    Ullstein zeigt ein Autorenfoto

    Ullstein zeigt einen Link zur Autorinnen-Webseite
    buchhandel.de verweist im Titeldetail nicht darauf, daß es auch ein eBook gibt

    Schön ist, daß bei buchhandel.de ein Trailer eingebunden ist...

    Amazon weiß außerdem noch:
    Es gibt ein eBook und ein ein Hörbuch
    Es haben 131 Kunden ihre Meinung gesagt und im Schnitt 4,5 Sternchen vergeben

    Amazon kennt 53 Treffer zu Nele Neuhaus, buchhandel.de 26 Treffer.

    Die anderen 49 Titel muß aber jemand anders raussuchen...

  • Wolf-Dieter Sonnenburg

    Wolf-Dieter Sonnenburg

    Schon bezeichnend für die Branche: das Thema kommt mal wieder auf den Tisch. Es ist ja wahrhaftig nicht neu. Wann wacht die Branche auf und thematisiert nicht nur, sondern handelt und überwindet die Egoismen der Marktteilnehmer. Oder bleibt es wieder bei - schön, das wir mal wieder darüber gesprochen haben. Es wird dann wohl so gehen wie in der gegenwärtigen Krise der EU. Trippelschritte statt entschlossenem Handeln verschärfen die Probleme.

    Die Meta-Datenbank, wunderbar, wenn sie denn innerhalb eines überschaubaren Zeitraumes zustande käme, ist aber kein Allheilmittel gegen den Druck aus dem Internet, das wäre ein fataler Irrtum. Es wird im Sortiment immer noch mehr reagiert und zuwenig agiert. Nicht warten das der Kunde kommt und konkrete Titel nachfragt, sondern Angebote machen die nicht allein in Stapeln und Regalmetern bestehen. Kunden sind ja viel mehr als die geäußerte Nachfrage - denken wir an die Anmerkung bei Amazon: Kunden, die diesen Artikel gekauft haben, kauften auch - wird oft zusammen gekauft - diese Titel könnten Sie auch interessieren!

  • stationärer Buchhandel

    stationärer Buchhandel

    Lieber Herr Sonnenburg,
    als erfahrene Buchhändlerin weiss ich, was der Kunde wünscht und was ich ihm noch empfehlen kann, das ist
    das A und O des Verkaufs. Individualität, persönliche
    Ansprache und stets wechselnde Schaufenster mit
    guter Dekoration, die niemand anderes hat, das zieht
    die Kunden an und der Satz, das gibt es nicht, den
    gibt es bei mir nicht. Ich bestelle dem Kunden alles, auch
    ein gebrauchtes Buch und nutze alle Datenbanken,
    Recherche gepaart mit Wissen und Kombinationsgabe
    sichert mir den Umsatz - der Kunde weiß, er bekommt
    bei mir eben alles zu fairen Preisen und muß sich nicht
    woanders hin begeben.
    Was wir brauchen ist ein Internetauftritt, der den Buchhandel herausstellt - und nicht nur Datenbanken.
    Daran mangelt es, eine Plattform mit Shopanbindung für
    alle Buchhandlung, vielleicht mit einer Landkarte, wo
    ich als Kunde meine Stadt mit den Läden finde, die ich
    auch online erreichen kann. So verzettelt wie wir sind,
    werden wir weiter an A verlieren.

  • peter&paul

    peter&paul

    der artikel von hr. dausien und alle kommentare sind zweifellos richtig; aber letztendlich immer einseitig aus der sicht des "vom internet gebeutelten" buchhändlers. diese probleme, stationärer handel vs. internet, betrifft aber fast alle branchen, der buchhandel ist da nur ein kleines steinchen im großen mosaik der gesamt-einzelandels. und dieser steht eben mit dem internet im wettbewerb. man kann sicherlich partiell, branchenintern, bessere lösungen schaffen, als es sie derzeit gibt. aber damit wird m.e. das grundsatzproblem des einzelhandels an sich, mengenmäßig und zeitlich begrenzte verfügbarkeit von waren, nicht gelöst. wem heutzutage am samstag abend oder mittwoch nacht einfällt, ein bestimmtes produkt, z.b. buch, fernseher, wurstkonserve, socken etc. einkaufen zu wollen, der macht das dann eben im internet, da ist der einzelhandel per se außen vor.

  • Michael Kursiefen

    Michael Kursiefen

    Die Qualität des VLB mit der der Barsortimentskatologe zu vergleichen hinkt. Für die Qualität der Daten im VLB sind zu allererst die an das VLB meldenden Verlage verantwortlich. Wer sich einmal konkret mit der teils desaströsen Datenqualität von ONIX-Daten aus Verlagen im Detail befasst hat, weiß wovon ich spreche. Eine substantiell bessere Qualität, wie zum Beispiel Nielsen sie im englischen Sprachraum anbietet, kann nur durch redaktionelle Bearbeitung der aggregierten Rohdaten erreicht werden oder durch die nicht minder aufwändige Autopsie der Barsortimente. Beides kostet - ja man ahnt es schon - Geld! Das aber passt nicht zusammen mit den Forderungen aus der Branche nach einer für ALLE Marktteilnehmer bezahlbaren wettbewerbsfähigen Metadatenbank. Wer sollte denn diese Kosten tragen - die Verlage, die großen Händler, das Barsortiment? Selbst wenn diese Quadratur des Kreises gelänge, nützen diese Daten im Wettbewerb mit Amazon auch nicht viel, da sie ohne ein entsprechendes Shopsystem und dessen nicht minder teure Vermarktung nicht genutzt werden können, da hat der Kollege aus dem stationären Buchhandel schon Recht. Der Ruf nach einer gemeinsamen Metadatenbank, scheint mir eigentlich mehr der Ruf nach einem neuen zukunftsfähigen Geschäftsmodell zu sein. Fragt sich nur ob das auf Verbandsebene für jeden von uns bewerkstelligt werden kann. Ich habe da Zweifel.

  • Bernd Braunbarth

    Bernd Braunbarth

    Das schlimmste ist, dass ich auch unter Einbeziehung des VLB's täglich ein halbes Dutzend Bücher in den buchhändlerischen Bibliographien nicht finde. Und jeder weiß, wo mein Kunde sucht, wenn ich sage diesen Titel gibt es nicht. Ich freue mich über jeden Autor, der sagt, dass ihm die Listung im VLB wichtig ist. Nur habe ich jetzt mehrfach Autoren kennen gelernt, denen nur noch die Verfügbarkeit bei Amazon wichtig ist. Daneben ist deren Suchengine bei unscharfen Angaben unseren buchhändlerischen Katalogen um Klassen überlegen. Wir brauchen für den stationären Handel eine Buch-Suchmaschine, welche die im Netz verfügbaren Einträge mit unseren traditionellen Katalogen verknüpft und damit vervollständigt. Durch das Netz haben wir Buchhändler unseren Wissenvorsprung verloren.

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