E-Book-Markt Deutschland

Tolino bedrängt Amazons Spitzenplatz

Die Chancen, Amazons Expansion im deutschen E-Book-Markt zu stoppen, haben sich nach der gemeinsamen Tolino-Initiative großer Online-Buchhändler und der Telekom deutlich verbessert. Amazons Marktanteil bei E-Books lag nach "FAZ"-Informationen im Jahr 2012 bei 41 Prozent (Quelle: GfK). Auf Platz 2 folgte Thalia.de mit immerhin 14 Prozent. VON ROE

Weltbild kommt laut "FAZ" / GfK im E-Book-Geschäft des Gesamtjahrs 2012 auf 13 Prozent Umsatzanteil, iTunes (Apple) auf 10, Buecher.der auf fünf, ebook.de (vormals: libri.de) auf vier, Hugendubel.de auf zwei Prozent. Je ein Prozent verbuchen die Plattformen bol.de und buch.de. (Sonstige: neun Prozent).

Im vierten Quartal 2012 hatten sich die Anteile noch einmal leicht verschoben: Amazon kam auf 46 Prozent, Weltbild auf 15, Thalia auf 12 und ebook.de auf zehn Prozent (Angaben laut "FAZ").

Rechnet man die Anteile der Tolino-Partner, denen sich laut Weltbild-Chef Carel Halff auch Buecher.de anschließt, zusammen, kommt man auf einen geschätzten Marktanteil von etwa 35 Prozent. Die Differenz zu Amazon läge dann nur noch im einstelligen Prozent-Bereich (bezogen auf das Gesamtjahr 2012).

Wenn das Tolino-Konzept die Kunden im deutschsprachigen Raum überzeugt, könnte im E-Book-Markt zumindest annähernd eine Parität zwischen Amazon und dem Tolino-Anbieterkonsortium hergestellt werden.

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38 Kommentar/e

Diskutieren Sie mit ...

  • A. Riese

    A. Riese

    Hm, wenn Amazon im vierten Quartal 2012 auf 46% Marktanteil kommt und die "Tolino-Gruppe" auf geschätzte 35% kommt, dann ist die Differenz 11%. Und 11 ist nicht einstellig. Oder irre ich mich!?!

  • Der Überraschte

    Der Überraschte

    "Tolino bedrängt Amazons Spitzenplatz"........ jetzt schon? Das Teil ist doch im Markt noch nicht einmal gestartet!?!
    Das ging ja schnell....

  • Redaktion

    Redaktion

    @ A. Riese: "einstellig" in bezug auf das Gesamtjahr 2012; die 35 Prozent beziehen sich ebenfalls auf das Gesamtjahr; die Rechnung für das vierte Quartal wäre unvollständig, weil nicht alle Werte vorliegen

  • Durchschnittsleser

    Durchschnittsleser

    Was ich vermisse: Wo bietet Tolino einen echten Mehrwert gegnüber Amazon?

  • peterle

    peterle

    Wo bietet Tolino einen echten Mehrwert gegnüber Amazon

    Ist 30 Euro billiger als der vergleichbare Kindle Paperwhite
    Nutzt den üblichen ePub Standard, man kann alle beim dt. Buchhandel gekauften ePub Titel in die Cloud laden und auf dem Gerät lesen.
    Es gibt über 10.000 Telekom Hotspots (z.B. auch im ICE), über die man ausserhalb des WLAN zuhause oder im Cafe kostenlos ins Internet kommt
    Man kann damit auch im Internet surfen, wenngleich ungewohnt in schwarz-weiß

  • gesell

    gesell

    irgendwie vermisse ich immer noch ein statement von libreka dazu. und ich verstehe anteilsrechnungen nicht von produkten, die erst in 3 tagen überhaupt auf dem markt sein sollen. daß tolinchen den kindle bedrängt, heißt ja wohl, daß alle kindle-besitzer für den tolino ihre e-books noch einmal kaufen (da tolino kindle-inkompatibel ist) - oder der trend geht zum zweitlesegerät. wenn da noch mehr anbieter kommen, hat man bald ein regal voll mit readern. sieht sicher auch schön aus...

  • franz wanner

    franz wanner

    Es geht um Marktanteile in einem wachsenden Marktsegment. Gut, wenn es Wettbewerb gibt.

    Der Start in diesen Wettbewerb ist schwer und teuer. Interessant wird die Haltung der Verlage sein, denn der Kunde hat sich schon entschieden: für das eBook.
    Entscheiden werden aber die Autoren, ob sie neben dem Lektorat und dem Marketing noch "Verlag" brauchen werden und wieviel sie dafür zu zahlen bereit sind und welche Angebote der Markt offeriert.
    Warten wir das ab. Noch scheint Amazon "entwickelter", neben dem Vertrieb auch die Verlagswelt zu revolutionieren.



  • Vielleserin

    Vielleserin

    Warten wir's mal in Ruhe ab. Ich würde es allen Beteilgten ja gönnen, habe aber so meine Zweifel. Ich für meinen Teil genieße die vielen, vielen Klassiker und Exoten bei Amazon zum kostenlosen Download, um endlich mal die Bücher zu lesen, die ich immer schon lesen wollte, aber nur umständllich im Antiquariat gefunden habe.Diese findet man bei allen anderen nur in ganz kleinen Häppchen.
    Mir ist das U-Ebook einfach viel zu teuer, hier ziehe ich dann die gedruckte, unwesentlich teurere Version vor und gebe sie nach einmaligem Lesen einfach weiter an interessierte Freunde.
    Und jetzt warte ich erst einmal die MArkteinführung in Ruhe ab.

  • Toll!

    Toll!

    Jetzt also entstehen die glorreichen 7 des Buchhandels (wenn es auch noch keine 7 sind...). Die Anti-Amazon-Front steht. In der ersten Reihe: Weltbild, Hugendubel, Thalia... Vorreiter für einen freien und vielfältigen Buchhandel, immer gern in der Branche gesehen. Ganz neue Bündnisse tun sich auf, Herr Busch dürfte damit (neben Carel Halff) heißer Anwärter für den Posten des Börsenverein-Vorstehers sein! Wer weiß, vielleicht steigt ja Advent bald im Börsenverein ein?! Dass man das noch erleben darf!

  • René Kohl

    René Kohl

    Aber es kann nur einen Yul Brynner geben...

  • Toll!

    Toll!

    @René Kohl: In der Tat - da scheitern selbst Halff und Busch. :-D

  • H. Kraft

    H. Kraft

    Wenn man dies so verfolgt, bleibt eben dann bei den Lesern/innen der Wunsch langsam nach einem Buch (also in haptischer Form) weg und es werden dann nur noch E-Reader usw. gekauft und noch Buchtexte über Amazon in einem kostenlosen Download heruntergeladen.
    Für so einen Kauf in einer Buchhandlung werden auf längere Sicht keine gelernten Buchhändler/innen mehr benötigt. Dazu brauche ich doch kein literarisches Fachwissen. Und man muss sich jetzt auch nicht zu sehr wundern, wenn kleinere Buchhandlungen eben dann geschlossen werden, denn viele Medien sind ja auch über das Internet zu vertreiben ( Texte herunterzuladen usw). Und dafür fällt dann der stationäre Buchhandel doch weg, wenn man dieses Szenario hier noch stärker ausbaut.
    So verkleinert sich mit der Zeit die Buchbranche, weil der Handel in seinen Bedürfnissen und Zwecken immer dem Wandel unterworfen ist und oft müssen es ja auch immer die neuesten Trends sein, denen viele Menschen hinterher rennen. Und dies auch nur, dass sie heute möglichst in vielen Bereichen mitreden können.
    Es wäre doch bedauerlich, wenn das Buch auf Vorlauf gesehen, nur noch einen geringen Zuspruch bekommen würde. Ein Buch in der Hand zu haben und darin langsam zu lesen, ist sicher ein anderes Gefühl, als einen Buchtext in einem E-Reader-Gerät abzulesen.
    Manche Fragen, z. B. nach dem Leseverhalten usw., bleiben sicher nach vorne offen. Doch jeder Leser/in könnte sich manche Fragen hier selber einmal stellen (was er lesen möchte und was er bevorzugen will (Buch oder E-Reader u. a.).
    Die Werte in ihrem ursprünglichen kulturellen Sinne gibt es leider nicht mehr. Die Umstrukturierung geht weiter und wer dies nicht will, wird als ein Außenseiter gesehen.
    H. Kraft


  • Mehrlich Heinz

    Mehrlich Heinz

    Hallo!
    Selten so gelacht! Amazon und Apple iBooks sind perfekt.
    E-Reader mit Schwarz-Weiss-Darstellung sind auf dem absteigenden Ast. Die lieblose Darstellung des Produkts tut ein Übriges. Ich wüsste wirklich nicht weshalb ich dieses Angebot nutzen sollte. Bald werden ausgewachsene Android-Tablet-PCs dieses Preissegment erreichen.

  • Galbadon

    Galbadon

    Warten wir doch einmal ab, bevor wir den Tolino gleich zum Kindle-Killer hochstilisieren. Wohlgemerkt: Es scheint ein gutes Gerät zu sein und es ist sicherlich nicht falsch, dies anzubieten. Aber s gibt ja auch andere EPUB-Reader Anbieter. Ob es die Hardware allein bringt, mag bezweifelt werden, eher Service im Buchhandel und ein gute Verkaufsplattform und das alternative Geschäftsmodell eines offenen Ökosystems.

    Weil immer soviel Wert auf Cloud und Kauf direkt über den Reader gelegt wird: gibt es denn verlässliche Daten, wie viel Prozent der Kunden direkt über den Reader kaufen? Jeder E-Leser, den ich kenne, ob Amazon, ob EPUB, kauft seine E-Bücher am PC und verwaltet sie auch dort. Wäre dies Verhalten bei einem Großteil der Kunden vertreten, dann wäre es nicht zielführend, einen großen Teil der Ressourcen für das Lesegerät einzusetzen, das ist dann wurscht. Und wie ist es mit Cloud-Lesen. Gibt es wirklich Leute, die auf E-Ink Geräten lesen und dann zum Lesen auf Computer oder Smartphone wechseln. Das kenne ich allenfalls von den Tablet-Nutzern, die aber eine andere Zielgruppe sind. Wäre interessant, hier einmal verlässlich Zahlen zu bekommen.
    Übrigens, wenn die EPUB-Leute mal auf ihr hartes DRM verzichten würden, dann könnten auch Kindle-Nutzer EPUBs konvertieren und lesen, also könnte der Buchhandel durchaus Amazon Marktanteile wegnehmen.

  • Klaus Wrede

    Klaus Wrede

    Der Tolino scheint mir tatsächlich Vorteile gegenüber dem Kindle zu haben und zwar sowohl für Kunden, Verlage und auch für Buchhändler, selbst wenn letztere nicht zur Allianz der Initiatoren gehören. Immerhin hat der Tolino nämlich einen Browser und ist damit (im Gegensatz zum Kindle) wirklich offen. Ein Browser macht auf einem E-Ink-Gerät zwar nicht viel Spass, aber eine interessante Option bietet sich für Titel, die als Bundle von gedrucktem Buch und E-Book angeboten werden. Denn der Kunde, der im Buchhandel gekauft hat, kann einfach im Webbrowser des Tolino die Seite aufrufen, von der aus er sein E-Book kostenlos herunter laden kann. Wenn ich das richtig verstehe, kann ein solches E-Book dann sogar in der Telekom-Cloud abgelegt werden.
    Die hier geschilderte Option ist für Verlage interessant, weil sie damit die sogenannten "Ökosysteme" umgehen können, in denen nur der Plattform-Betreiber (Amazon, Apple etc.) die Kundenbeziehung hält und die Preise diktieren kann. Die Übertragung von E-Books unter Umgehung des Amazon-Shop ist zwar prinzipiell auch beim Kindle möglich, aber viel umständlicher. Insofern ist vielleicht der Browser der größte Wettbewerbsvorteil des Tolino.

  • branchenkenner

    branchenkenner

    In der Tat sollte ein weiterer e-reader, allen Features zum Trotz, keine große Euphorie mehr auslösen. Dafür sorgt die eingeschränkte Nutzbarkeit dieser Geräte, die in Zeiten von Alleskönner-Smartphones und Tablets einfach keinen technologischen, massenkompatiblen Durchbruch darstellt.
    Zudem haben die großen Tablet-Hersteller alle schon ein Patent für ein umschaltbares Display - TFT auf Digital Ink - in der Schublade, was den Readern in spätestens 2 bis 3 Jahren endgültig das Licht ausblasen wird.

    In dieser Zeitspanne zumindest ist das Angebot von Tolino und aller gut vernetzten und hochkompatiblen ebook-Anbieter aber durchaus ein ehrenwerter Mitstreiter.
    Die entscheidenden Argumente:
    Die Breite und Tiefe des Kataloges, die sicher um Längen besser als bei Amazon ist und die relativ offene Plattform bzw. Geräte-Kompatibilität, die in unseren Zeiten, wo am besten alles in der Cloud landet und überall und auf jedem Gerät nutzbar sein soll, den entscheidenen Mehrwert gegenüber dem Modell von Amazon darstellt.

    Letztenendes wird es der User entscheiden und weniger der Leser ...

  • Nina

    Nina

    Ich frage mich immer, was ihr mit Euren Tablets habt. Die Dinger sind zum Lesen doch viel zu schwer. Und wieso soll ich 180 Euro und mehr ausgeben, wenn ich ein gutes Gerät für 100 Euro bekomme, wenn ich damit doch ohnehin nur lesen will.

    Ich verstehe auch das Beschreien des Untergangs des Abendlandes nicht. Guckt Euch mal in der Bloggerwelt um. Das sind zumeist junge Leute, die sehr technikaffin sind. Die lesen natürlich auf dem Kobo, Sony, Kindle, etc. - aber die kaufen auch zu hauf Bücher. Vor allen Dingen gebundene Titel.

    Das TB-Segment wird sicherlich nach und nach ein bisschen wegbrechen, aber gerade im Hardcover-Bereich sehe ich das Problem bisher gar nicht, weil die wenigsten sich z.B. für 1-2 Euro Ersparnis einen teuren HC-Titel auf das Gerät laden.

  • Dustin

    Dustin

    @ Nina

    "Ich verstehe auch das Beschreien des Untergangs des Abendlandes nicht."

    Das Abendland geht (noch) nicht unter. Dafür aber der Buchhandel :-)
    Spaß beiseite. Die eReader werden sich einen gehörigen Teil des Buchmarkts abknapsen. In Folge wird der Print-Umsatz zurückgehen. Die Folge: Mehr und mehr Buchhandlungen werden schließen, weil sie weniger Print verkaufen. Das e-Geschäft lohnt sich für das stationäre Sortiment nicht. Davon kann man kein Ladengeschäft betreiben.

  • branchenkenner

    branchenkenner

    Sein wir doch mal ehrlich: Das ebook-Geschäft lohnt sich doch hierzulande für niemanden so richtig, zumindest den harten Zahlen in der Bilanz zufolge.

    Es melde sich die Buchhandlung, die mit dem Verkauf von Readern mehr als 5% ihrer Grundkosten (Miete, Löhne, Ware) finanziert.
    Es melde sich der Verlag, der mit dem reinen ebook-Umsatz mehr als 5% seiner Ausgaben für Lektorat, Presse, Werbung und Marketing bezahlen kann.

    Sowohl für Buchhandlungen als auch Verlage ist es entweder ein reines Kundenbindungsinstrument und/oder ein Prestige-Projekt.

    Die entscheidenden Zahlen bei der ganzen Diskussion sind nämlich nicht die 30 oder 40% Marktanteil, sondern die nach wie vor mageren 2% Anteil am Gesamtumsatz.

    Finanziert werden die Investitionen in die Aufbereitung des Contents, in die Vertriebslogistik und in die Entwicklung der Lesegeräte nach wie vor über den Umsatz mit physischen Medien. Und gerade wenn man die Reader dann auch noch zu solchen konkurrenzfähigen Preisen abgibt und 15 von 20 e-book-Bestsellern weniger als 10 Euro kosten, kann sich das doch gar nicht lohnen, zumindest nicht wenn man nicht wie Amazon im Weltmarkt über die schiere Masse den Umsatz generiert.

    Und genau deswegen glaube ich auch, dass gerade die Reader für unsere Branche den "bottleneck" darstellen und mittelfristig eine technologische Sackgasse sind.
    Da können noch so viele "Blogger" einen Reader bevorzugen, die kommenden, in höchstem Maße technikaffinen Generationen werden andere Ansprüche an die Geräte stellen.
    Und dann sollte der Buchhandel vorbereitet sein und sich nicht einmal mehr durch seinen unvorbereiteten Auftritt und sein technologisches Niveau als antiquierte Branche outen. Dies und nichts anderes hat Amazon erst groß gemacht.

    Deswegen sage ich:
    ebook-Plattformen, Netzwerke, Reader, alles gut und schön. Aber ruhig schon mal einen Schritt weiter denken. Umsätze, die das langfristige Überleben sichern werden, lassen sich nicht durch das überhastete Aufspringen auf beliebige, unkontrolliert dahinrasende Züge, erwirtschaften.

    Ein gut gemachter Büchertisch und eine starke Verlagsvorschau bringen da derzeit immer noch mehr. Und was die Zukunft bringt, das entscheidet nicht die Zeit ... das entscheiden wir.

  • Michael Schwaig

    Michael Schwaig

    Gibts den tolino shine eigentlich auch mit Kollegenrabatt? ;)

  • Gemüseeintopf

    Gemüseeintopf

    @ branchenkenner - Thread # 19

    Ich glaube, Sie unterschätzen die Dynamik der elektronischen Entwicklung. In 3 Jahren werden neue Smartphones, Tablets, eReader usw. zu kaufen sein, die im Vergleich zu den heutigen eine nochmals verbesserte Lesequalität aufweisen (siehe die Entwicklung im Bereich OLED-Materials). Im Zuge dieser verbesserten Entwicklung der Lesegeräte und Möglichkeiten (wer weiß, vielleicht kann man in 5 Jahren eBooks auf dem Fernseher lesen. Bequem vom Sofa aus) wird auch der Markt für eBooks quasi zwangsläufig "mitgezogen". D.h. im Umkehrschluß der Markt für Print schrumpft und damit die Lebensgrundlage für den Buchhandel. Und wenn der elektronsiche Markt wächst, wachsen auch die Spannen...

  • branchenkenner

    branchenkenner

    @ 21. Gemüseeintopf:

    Ich unterschätze das keineswegs, im Gegenteil. Die von Ihnen angesprochene OLED-Technologie ist in der Tat schon sehr weit und ebooks kann man mit ein wenig Fachkenntnis und entsprechender Peripherie im Wohnzimmer auch jetzt schon auf dem Fernseher lesen (sofern man das will).
    Ich denke aber nicht, dass der Markt so einfach mitgezogen wird, wie Sie es ausdrücken. Ich glaube vielmehr, dass der Markt von den Mitspielern "geschoben" werden muss. Das ist eben der Unterschied zu einem Markt, dessen Wettbewerbsstruktur in erster Linie durch die Buchpreisbindung reguliert wird.

    Und wer wie gesagt in technologischer Hinsicht nicht konkurrenzfähig ist, sobald der break even zum Massenmarkt erreicht wird, landet auf dem Hosenboden unweigerlich, Spanne hin oder her.
    Man denke nur an die IT-Blase der letzten Jahre, die zahlreiche Unternehmen wie IBM, HP oder Nokia von heute auf morgen in schwere Krisen gestürzt hat.

    Ihre Aussage bezüglich der Lebensgrundlage für den klassischen Buchhandel hingegen stimmt. Wir sind hierzulande nunmal Filet-Esser und schneiden gern alles drumherum weg. So wird es auch mit dem Buchhandel sein, der in der Übergangsphase bis zum Erreichen der profitablen Spannen mit ebooks zwangsläufig "kostenbereinigt" werden muss. Davon sind aber nicht nur Buchhändler betroffen, sondern auch zahlreiche andere Mitspieler wie freie Vertreter, Verlagsauslieferungen, Druckdienstleister, und, und und.

    Aber um es nochmals zu sagen, das Ganze ist keineswegs eine self fulfilling prophecy. Fragen Sie mal bei Apple.

  • Nina

    Nina

    Mir ist das hier viel zu theoretisch. Nennen Sie mir bitte einen Vielleser, der einen Roman am Fernseher lesen würde? So was ist doch nur was für Technik-Freaks, die auch eine Nacht für das neue Iphone anstehen. Damit lockt man doch keinen wirklichen Leser hinterm Ofen hervor.

    Die Leute, die viel lesen und viele Bücher kaufen, haben einen Ebook-Reader um Platz und ein bisschen Kosten zu sparen.Die Bücher sollen gut zu lesen sein, also augenfreundlich (Fernseher?????), das Gerät sollte überall greifbar sein und die meisten möchten selbst entscheiden dürfen, wo sie ein Buch kaufen und womit sie es lesen.

    Würde ein Buch so viel wiegen und Platz wegnehmen wie ein Staubkorn würden wir uns alle überhaupt nicht über diese Problematik unterhalten, denn die meisten Leser schätzen auch heute noch das richtige Buch mit Papier und Geruch und überhaupt.

    Von daher, ich finde, wir diskutieren schon wieder viel zu sehr am Publikum vorbei und machen die Sache komplizierter als es ist.

    Der Tolino ist eine super Sache und macht den Leser von amazon unabhängig. Das man demnächst das neueste ebook auch auf der Herdplatte lesen kann, ist vielleicht hübsch, interessiert aber doch eigentlich nicht wirklich.

  • Galbadaon

    Galbadaon

    Die Nina hat ja so recht. Ein Tablet mag vielseitiger sein, mit einem Siebenzöller kann man auch recht gut lesen, aber bei meine zehnstündigen Zugfahrten bin ich froh, einen Reader dabei zu haben, dem nicht gleich der Saft ausgeht. Und was die Zukunft bringt ... wer weiß es schon.
    Bei der ganzen Diskussion wird eine wichtige Zielgruppe vergessen, die aber künftig immer größeres Gewicht bekommen wird: die der Alten. E-Reader mit ihrem leichten Gewicht, leichten Bedienbarkeit und mittlerweile auch Beleuchtung, mit den großen Ladezyklen sind ideal für altgewordene Leser. Und ich kenne einige, die wirklich gerne so einen Reader, auch und gerade im Altenheim, nutzen würden - wenn, ja wenn, Ihnen der Buchhändler den Service der Beratung (gibt es den Titel) und des Überspielens der Dateien abnehmen würde. So aber...

  • Alfons Schuhbeck

    Alfons Schuhbeck

    "Das man demnächst das neueste ebook auch auf der Herdplatte lesen kann, ist vielleicht hübsch, interessiert aber doch eigentlich nicht wirklich."

    Von wegen, für Kochbücher ist das eine echte Marktlücke! ;-)

  • Nina

    Nina

    @Alfons - MIST - hätte ich mir das mal vorher patentieren lassen! :-)

    @Galbadaon - wir verkaufen auch sehr viele ebook-Reader an ältere Leute. Das individuelle Einstellen der Schriftgröße ist ein klarer Vorteil eines Readers. Dazu muss man nicht mal alt sein. Nach einem arbeitsreichen Tag, wenn die Augen schmerzen, ist es auch für jüngere Leute mal schön, die Schrift etwas größer zu stellen.

    Was die Beratung und den Service des Überspielens angeht. Würde der Buchhändler was daran verdienen, würde er das sicherlich tun.

    Momentan gibt es dazu aber noch keine Lösung und irgendwie hat man doch als Buchhändler, der Reader verkauft das Gefühl, man schaufelt sich sein ein eigenes Grab. Klar, man hat das Gerät verkauft und für den Moment den Umsatz. Die Ebooks werden dann aber online gekauft.

    Und nein, sagt mir bitte nicht, ihr würdet in eine Buchhandlung gehen, wenn ihr die ebooks auch dort kaufen könntet. Das macht doch gerade bei den WLAN Geräten kein Mensch mehr.

  • Chance

    Chance

    Ich verstehe die Aufregung wirklich nur zum Teil.
    Fakt ist doch, wie ja auch schon z.B. @Galbadaon gepostet hat, daß es für die Reader Zielgruppen gibt, die das Gerät zwar gerne nutzen möchten, dafür aber nach wie vor Hilfestellung und Beratung dankbar annehmen. Letztlich entscheiden die Kunden, ob sie E-Reader und Ebooks nutzen oder Print. Oder beides. Klar schaffen sich die Geräte nebst Angeboten an Titeln auch ein Stück weit ihren Markt, aber letztlich hat nur der Erfolg, der dem Kunden das anbietet, was er braucht oder zumindestens meint zu brauchen. Jammern hilft nix, Kreativität ist gefragt. Also: Was kann der stationäre Buchhandel rund um die "neue" Technologie anbieten? Wie kann man das vorhandene Know How zum Wohle des Kunden und damit der eigenen Buchhandlung einsetzen?

  • Georg M.

    Georg M.

    Ich lese so ca. 25 Krimis/Romane im Jahr, ob ich damit ein Vielleser bin oder nicht... keine Ahnung.

    Was mich zu einem Reader bringen könnte:

    - der Reader muss gut sein...
    - ein System unabhängig von Amazon
    - jederzeit Zugriff auf die von mir gekauften E-Books
    - Erhalt dieser E-Books bei Gerätewechsel
    - Einkauf bei allen Verlagen

    UND

    Ich möchte Bundles haben. Ich habe halt auch gerne mal das gedruckte Buch in der Hand. Also auch Kauf in der Buchhandlung.
    Hier will ich aber nicht von Thalia oder Hugendubel abhängig sein, die Buchhandlungen gefallen mir nicht so.

  • Buchhändlerin

    Buchhändlerin

    "....erst wenn die letzte Buchhandlung geschlossen ...wenn die letzte Lektorin/Werbeleiterin/Vertriebsleiterin das Licht im Verlag ausgemacht hat...,werdet ihr alle merken, dass niemand mehr da ist, der Bücher professionell lektoriert, bewirbt, vertreibt, auswählt, empfiehlt und verkauft....!

  • Galbadon

    Galbadon

    @ Nina

    Einspruch, euer Gnaden! Tatsächlich kaufe ich meine E-Bücher beim ansässigen Buchhändler, der einen sehr guten Internet-Shop anbietet. Was ich nämlich nach wie vor gerne mache, ist in Buchhandlungen stöbern - und dann kaufe ich da auch, wenn der Händler den Service bietet, z. B., mir zu sagen, ob ein Buch als E-Buch erschienen ist oder noch erscheinen wird. Der mir auch Geschenkkarten verkauft, die ich an andere E-Leser weitergeben kann. Und natürlich verdient auch der Buchhändler daran, allerdings steht dann der Service viel weiter im Vordergrund als heutzutage üblich.
    Ich würde mir, außer im Notfall, schon aus Sicherheitsgründen kein Buch über den E-Reader und W-Lan kaufen, aber wer das will, kann dies beim händlereigenen Hotspot im Händlershop gerne tun. Es ist gewissermaßen die Rückkehr zu den Ursprüngen des Buchhandels, nämlich der Service rund ums (E)-Buch und nicht nur das halblebige "nehms´e doch das Buch, ist im Spiegel auf Platz 1" Service.

  • tolino_team

    tolino_team

    @Vielleserin:
    Urheberrechtsfreie Klassiker gibt es beileibe nicht nur von Amazon. Wer diesbezüglich einen Titel in einem tolino-Shop vermisst, findet sie überall im Internet (und der tolino hat einen Browser!). Mit Calibre u.ä. lassen sich übrigens auch Bücher aus dem Kindle Format (mobi) in ePubs konvertieren, sofern kein Kopierschutz (azw) besteht.

    @Mehrlich Heinz:
    Einspruch: Für das Lesen längerer Texte (Bücher) bleibt die Schwarz-Weiss-Darstellung eines eReader aus Sicht der meisten Nutzer unübertroffen. Tablets eignen sich eher für die bebilderte Zeitschriftenlektüre und für sehr gelegentliches Buchlesen. Denn Tablets haben eine sehr reflektierende Oberfläche und sind nicht geeignet für das Lesen bei Sonnenlicht. Viele empfinden sie als zu schwer und unhandlich. Außerdem halten ihre Akkus nur einen Bruchteil so lange wie der eines eReader. Übrigens gibt es eine Studie von PWC, die das bestätigt: ”Die Ergebnisse der Studie bestätigen unsere These, dass Tablets an digitale Bücher heranführen und Vielleser dann zum spezialisierten Gerät greifen”, konstatiert Werner Ballhaus, Leiter des Bereichs Technologie, Medien und Telekommunikation bei PwC. (Quelle: http://ebook-fieber.de/e-reader/tablet-besitzer-vi elleser-kaufen-zusatzlichen-ereader/)

  • Tolino shine.... lika a diamond

    Tolino shine.... lika a diamond

    @ Buchhändlerin

    "werdet ihr alle merken, dass niemand mehr da ist, der Bücher professionell lektoriert, bewirbt, vertreibt, auswählt, empfiehlt und verkauft....!"

    Ach was, das lektorieren übernehmen freie Lektoren. Bewerben, vertreiben und verkaufen kann man selber machen oder machen lassen. Und auswählen und empfehlen macht die Crowd im Web.

  • Sabina

    Sabina

    @ Buchhändlerin

    Ich kann diesen "Buchhändler auswählen und empfehlen doch so toll!"-Qautsch nicht mehr hören. Jedes Jahr erscheinen circa 100.000 deutschsprachige Bücher! Hunderttausend!! Selbst wenn Sie jeden Tag 2 Bücher überfliegen, sind Sie überhaupt nicht in der Lage mir etwas zu "empfehlen", was meiner Vorstellung entspricht. Das kann ich schneller und besser haben, wenn ich mich im Internet auf den Verlagsseiten informiere.

    Und selbst wenn die letzte Buchhandlung geschlossen hat, wird es trotzdem Verlage geben und Autoren. Die werden dann halt andere Vertriebswege wählen. Mich erinnert diese ganze Diskussion an meinen Großvater (er war Setzer), der 1970 in Rente ging und sagte: "Bleisatz wird es immer geben! Wie sollen sonst die Bücher gedruckt werden?"

  • Stets freundlicher Buchhändler

    Stets freundlicher Buchhändler

    @ Sabina

    Liebe Frau Sabina, der kompetente Buchhändler von nebenan wäre sogar in der Lage, Ihnen aus 1 Million Neuerscheinungen/Jahr den für Sie 1000%ig passenden Titel zu empfehlen, der Sie restlos glücklich macht. Das ist soz. die Kernkompetenz aller Buchhändler ;-)

  • Petra van Cronenburg

    Petra van Cronenburg

    Das klingt ja nach einer wahrhaftig gefährlichen Killer-Applikation!
    Den Machern stünde es wahrhaft besser an, sich in Sachen PR auf ihr eigenes Produkt und dessen Stärken oder Schwächen zu konzentrieren, als in einem künstlich aufgebauschten Gegnerkampf den Mund zu früh zu voll zu nehmen. Noch können es weder gerät noch Shop mit dem Kindle aufnehmen. Und gegen den ach so bösen Konzern setzt man doch auch nur Konzerne?

    Werbung in Gegnerschaft zu einer Konkurrenz sorgt wie hier zwar für Lachtränen, kommt aber beim Kunden nicht an. Die wollen nämlich wissen, was sie wirklich davon haben.

  • PvC

    PvC

    @tolino_team
    Man kann mit Calibre auch epubs auf den Kindle konvertieren ;-)

  • Bücherbär

    Bücherbär

    @PvC

    Wer will den jetzt noch mit einem Kindle rumlaufen, bei dem Buhmann-Image das amazon zur Zeit hat ;)

    Das Dauert schon noch eine Weile bis wieder die nächste Sau durchs Dorf gejagt wird.

  • Buchhändlerin

    Buchhändlerin

    @ Sabina

    Uns Buchhändlern mit Ausbildung und Berufserfahrung trauen Sie nicht zu, aus den Neuerscheinungen und der Backlist Interessante Bücher für Leser zu finden...das machen Sie nebenbei und informieren sich auf den Verlagsseiten selbst...

    Bitte, sehr gern. Sie finden sicher sehr schnell das Passende für sich.


    Für die anderen Leser öffnen wir sehr gern unsere Buchhandlungen, freuen uns darauf, von Mensch zu Mensch über Bücher, Autoren,Veranstaltungen, das Wetter und 1000 scheinbare Nebensächlichkeiten zu reden.

    Das mag dem Einen gefallen, dem Anderen nicht.
    Wir mögen das.

    Wir sind Buchhändler mit Leidenschaft.
    Und Internet. Und IPhone. Und IPad. Und Facebook. Und Xing. Und vernetzt in der Branche.
    Und nicht von gestern.

    :)


    @ tolino shine...

    "das Lektorat machen freie Lektoren"
    ... so, wie
    die Kollegen freie Übersetzer, die jetzt auch schon kaum davon leben können?

    "Bewerben, vertreiben und verkaufen kann man selber machen oder machen lassen"
    Eben. So wie jetzt also.
    :)

    Ich muss Schluss machen, auf mich wartet ein schönes Buch :)

    Uns allen viel Vergnügen beim Lesen.
    Das ist doch die Hauptsache!













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