Rechteschutz von E-Books − Umfrage des Projekt SiDiM

Unverwechselbare Textmarkierungen − die Lösung?

Wie können elektronsiche Texte vor unkontrollierter Verbereitung geschützt werden? Im Projekt SiDiM, an dem sich auch die MVB beteiligt, wurde ein Textwasserzeichen entwickelt, mit dem etwa E-Books individualisiert werden können. Per Umfrage sollen nun Verlagsmitarbeiter, Autoren oder Literaturagenten die neue Markierung bewerten − die Antworten werden bis Ende Juni erbeten.

Die MVB arbeitet zusammen mit dem Fraunhofer Institut, der Universität Darmstadt und weiteren Partnern der Branche am gemeinsamen Projekt SiDiM (Sichere Dokumente durch individuelle Markierung), bei dem auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft neue Schutzmechanismen (in Form eines Wasserzeichens) für digitale Dokumente entwickelt werden sollen. Damit sollen vor allem E-Books vor unkontrollierter Verbreitung sowie die Rechteinhaber an den Inhalten geschützt werden, teilt die MVB in ihrem Aufruf zur Teilnahme an der Umfrage mit.

Eine Lösung ist aus Sicht der SiDiM-Partner die Individualisierung der Dokumente durch sichtbare und unsichtbare Markierungen − um einzelne Kopien unterscheidbar zu machen. "Ein Benutzer wird so zu einem verantwortungsvollen Umgang mit seiner Kopie angehalten und vor illegaler Weitergabe abgeschreckt", so die MVB, "da die Kopien anhand der Markierung auf ihn zurückverfolgt werden können." Diesen Schutz will SiDiM auf der Basis von Digitalen Wasserzeichen zu realisieren. Gleichzeitig sollen Kunden aber auch ein benutzerfreundliches Produkt erhalten und nicht durch komplizierte Schutzmaßnahmen vom Kauf abgehalten werden.

Textuelle Wasserzeichen als Lösung?

Vor diesem Hintergrund wurde im SiDiM-Projekt das sogenannte textuelle Wasserzeichen entwickelt: Hierbei werden E-Books individualisiert, indem textliche Änderungen am Originaltext vorgenommen werden, die für den Benutzer nicht zu erkennen sein sollen. Dementsprechend erhalte jeder Benutzer − ohne wahrnehmbaren Unterschied − ein völlig individuelles E-Book. Zudem lasse sich diese Individualisierung automatisiert in eine Vertriebsumgebung integrieren.

Zur Umfrage

"Sie können uns bei der Evaluierung dieses neu entwickelten Wasserzeichens unterstützen, indem Sie sich an unserer Umfrage beteiligen", heißt es im SiDiM-Aufruf. Dabei können in einem PDF, das wir unten angehängt haben, 15 kurze Textbeispiele − jeweils im Original und mit Wasserzeichen-Markierung − bewertet werden.

Das Umfrage-PDF:

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18 Kommentar/e

Diskutieren Sie mit ...

  • Gerrit Imsieke

    Gerrit Imsieke

    Das Evaluierungs-PDF scheint vor allem der Evaluierung der Wasserzeichen im PDF (und nicht im EPUB) zu dienen. In PDFs lassen sich aber viel einfacher individuelle Daten hineinmodulieren als in den Text HTML-basierter E-Books.

    Neben der Anforderung, dass Leser die individuell aufmodulierten Informationen nicht als störend empfinden sollen, ist eine Hauptanforderung and Wasserzeichen-Verfahren, dass diese Informationen robust sein sollen gegenüber Modifikationen.

    Da man gegen technisch versierte Profis ohnehin nicht viel unternehmen kann, ist vor allem Robustheit gegenüber Modifikationen mit Standardtools gefragt: Ausdrucken in ein neues PDF im Falle des PDFs oder Import/Neukonvertierung z.B. in Calibre. Wenn die Wasserzeichen solche Operationen, die fast jeder Endkunde durchführen kann, nicht überstehen, sind sie nicht viel wert.

    Und da hätte ich bei EPUB Zweifel, wie man die Wasserzeichen in deren Textinhalt kodieren kann (sie alternativ ins Titelbild hineinzurechnen, zählt nicht, denn das Titelbild wäre bei einer Weitergabe verzichtbar). Mir fiele folgende Ansätze ein: Per Modulation von Whitespace oder von CSS-Farbwerten, durch willkürliches Einfügen von spans, etc. Zu allen diesen Operationen lässt sich aber ein Tool konzipieren, das alle solche Modifikationen ohne Abstriche bei der Darstellung ausputzt und so das Wasserzeichen zerstört. Als Calibre-Plugin ausgeliefert, würde es Konsumenten in die Lage versetzen, fast ohne technisches Know-how die Nachvollziehbarkeit illegaler Weitergabe wirksam zu verhindern.

    Man kann die Konsumenten natürlich verunsichern und anführen, dass die Informationen auf vielfältige Weise kodiert sind, so dass man nicht sicher sein kann, dass das Calibre-Plugin auch alles zuverlässig entfernt. Aber es würde sich schnell herumsprechen, ob es zuverlässig funktioniert. Außerdem kann man solche Verunsicherung nur schüren, wenn die Details des Verfahrens geheim sind. Der Wert von solchen Verfahren, die „Security through Obscurity“ erzielen wollen, ist jedoch umstritten [1].

    Nun könnte man an die Konsumenten appellieren, das Wasserzeichen doch bitteschön intakt zu lassen. Stattdessen könnte man aber auch mit wahrscheinlich ähnlich hoher Erfolgsquote an die Konsumenten appellieren, von illegaler Weitergabe abzusehen.

    Ich würde gerne mehr zu den technischen Details des Verfahrens im Hinblick auf EPUB-Wasserzeichen erfahren. Einstweilen nehme ich an, dass solche Verfahren einfach nicht robust genug sind.

    [1] http://de.wikipedia.org/wiki/Security_through_obsc urity

  • Lorenz Borsche

    Lorenz Borsche

    Der Vorkommentator hat recht. Darüberhinaus genügte ein Abgleich mehrerer Kopien miteinander alle Markierungen zu finden und zu neutralisieren. Quasi eine Umkehrung der Software, mit der so erfolgreich Plagiate gesucht und bekämpft werden.

    Das ist alles leider vergebliche Liebesmüh' - ein bequemer Zugang wie bei iTunes und die Menschen kaufen ehrlich.

    LG LB

  • RS

    RS

    Reine Textmanipulation wie das Umstellen von Aufzählungen, das willkürliche Trennen zusammengesetzter Worte oder das sinnähnliche Umformulieren berühren sicher auch das Urheberrecht des Autors und dürfte im Belletristikbereich nicht machbar sein.

  • Lorenz Borsche

    Lorenz Borsche

    Und nach Betrachten des PDFs: zunächst hatte ich feine grammatikalische Unsauberkeiten vermutet: ... verfolgten ihn ein Augenpaar... : aber weia, der Fehler kommt beidseitig vor. Ein plumpes nicht/un (sichtbar / denkbar) plus Zeilenumbruchsunterschiede, nach dem zweiten Beispiel habe ich abgebrochen.
    Und wie gesagt: eine Vergleichssoftware findet das sofort. Darüberhinaus ist die Anzahl rein textlicher Variationsmöglichkeiten doch arg beschränkt

  • Michael

    Michael

    Hört doch endlich auf, in jedem Kunden einen potentiellen Raubkopierer zu sehen! Das einzig gute Mittel gegen Raubkopien ist es, die Benutzbarkeit und Verfügbarkeit von eBooks legal genau so attraktiv oder sogar besser zu machen als die illegalen Kopien. Mir ist es doch viel zu viel Aufwand, im Netz nach illegaler Musik zu suchen, wenn ich in iTunes mit einem Klick schnell das Gewünschte verfügbar habe.
    Und ausserdem: wer ein eBook illegal ins Netz stellen will wird das ganz sicher nicht mit seiner personalisierten Kopie tun. Der geht nämlich anonym in den Buchladen, kauft sich das Buch mit Bargeld und legt es daheim ganz schön auf den Scanner und macht ein 1a eBook draus, das niemand nirgendwohin zurück verfolgen kann. Also, warum gängelt Ihr den ehrlichen Kunden, der dies durch den Kauf Eures eBooks bewiesen hat, mit immer noch abstruserem DRM?

  • BF

    BF

    Wie soll man fehlerhafte Texte bewerten? Zum Beispiel bei Text 1: „Der Staub den er aufwirbelte […]“ Auf beiden Seiten fehlt ein Komma; ich kann mir nicht vorstellen, daß es auch im Original fehlt.

    Bei Text 2 gibt es auf beiden Seiten ein schließendes und ein öffnendes Anführungszeichen, und zwar genau in dieser Reihenfolge. Wenn zugehörige Teile ausgelassen wurden, sollte man diese auch markieren.

    Bei Text 7 fehlt ebenfalls ein wichtiges Komma.

    Es fängt aber bereits mit der Anrede an: Die falsche Verwendung von Partizipien, noch dazu derart substantiviert, daß man Singular und Plural erst durch Zurückspringen unterscheiden kann.

    Das hat mehr Charakter einer mittelmäßigen Schularbeit als den einer ernsthaften Untersuchung.

  • Gerrit Imsieke

    Gerrit Imsieke

    Habe jetzt erst bemerkt, dass tatsächlich der Text geändert wurde. Da muss ich Vorrednern beipflichten: kaum ein Autor würde inhaltlichen Änderungen nach dem Imprimatur zustimmen.

    Allein im Zusammenhang mit urheberrechtlich geschützten Inhalten auf eine solche Idee zu kommen, erscheint mir weit hergeholt. Aber sie in einem öffentlich geförderten Projekt umzusetzen, dann doch recht verwegen.

    Was die begrenzte Zahl an Variationsmöglichkeiten angeht, lassen sich schon durch 10 Stellen mit jeweils zwei Formulierungsalternativen über 1000 unterschiedliche Werke generieren. Wobei die eindeutige Zuordenbarkeit zu einem Käufer schon wieder dahin wäre, wenn ein Gegen-Plugin auch nur eine dieser Stellen ändert. Wahrscheinlich genügen in der Tat 2–3 erworbene Versionen, um die wesentlichen Abweichungen festzustellen und daraus eine nicht mehr rückverfolgbare Version zu generieren.

    Ich überlege, ob man vielleicht dann doch einfach nur den Namen und/oder die Mailadresse des Kunden in das gekaufte Exemplar reinrendert und deutlich macht, dass alle rechtmäßig erworbenen E-Books diese Information enthalten müssen?

    Dann könnten Nutzer den Namen mit Calibre suchen&ersetzen und das Buch sich so „aneigenen“.

    Also doch fairer (d.h. vom Endkunden als fair empfundener) Preis und keinerlei Schutzmaßnahmen?

    Lehrbuchverlage sind hier wohl zu Recht besorgt, ob dann nicht die meisten Studenten sich ein Exemplar teilen würden und so den Lehrbuchmarkt mangels Refinanzierbarkeit aussterben lassen.

    Man kann versuchen, dem dadurch zu begegnen, dass die Hochschulbibliotheken stellvertretend für die Studierenden Abonnements bei den Verlagen abschließen, so wie für Fachzeitschriften.

    Aber das sprengt möglicherweise den Rahmen dieser ursprünglich technischen Diskussion.

    Ich als Konsument kann nur sagen, dass der Langzeitwert der E-Books durch hartes DRM nach meinem Empfinden stark geschmälert wird und dass ich u.a. deswegen einen Rabatt von lediglich 15% gegenüber Print für nicht gerechtfertigt halte.

    Soziales DRM, das eine Hemmschwelle gegen unbedachte Weitergabe darstellt, akzeptiere ich jedoch grundsätzlich.

    Aber wenn es verbunden wäre mit textuellen Änderungen, hätte ich (und schon gar der Urheber) wohl doch ein noch grundsätzlicheres Problem damit.

    Im Hinblick auf einen möglichen Weiterverkauf des E-Books wäre der Wert natürlich durch einen eingebrannten Nutzernamen durchaus geschmälert. Da stellt sich die Frage, was man erwirbt: ein nicht übertragbares persönliches Nutzungsrecht oder das Recht, die erworbene Datei weiterzuveräußern? Wenn ersteres, dann muss der Preis deutlich niedriger sein als beim physischen Buch.

    Wenn man der Ansicht ist, dass der Weiterverkauf von nicht an ein physisches Medium gebunden Digitaldaten grundsätzliche problematisch ist, dann sollte man evtl. darüber nachdenken, den Digitalkunden von vornherein nur ein Nutzungsrecht zu verkaufen, das zeitlich begrenzt sein kann oder Teil einer Flatrate. Dann verlöre auch die Fokussierung auf das ISBN-fähige Artefakt seine Berechtigung, die Buchpreisbinung etc.

    Mir wird in diesem Moment bewusst, auf wessen Plattform ich diesen Kommentar schreibe und ziehe es vor, diese Diskussion hier nicht zu vertiefen ;)

  • Thomas Fischer

    Thomas Fischer

    Hände weg vom Text!

    Wir geben uns alles Fachverlag alle Mühe, das die Fachtexte auch in digitaler Form zitierbar bleiben (DOI etc.) und dann kommt ein Automat daher und stellt im Namen des Verlages die Texte um?

    Das ist weder mit dem Urheberrecht noch mit fachlich sauberem Zitieren zu vereinbaren. An Lyrik und Prosa mag ich hier nicht denken.

  • B.W.

    B.W.

    Bei Veränderungen im Text wird es zu massiven Protesten von Seiten der Autoren kommen, da in das Urheberrecht eingegriffen wird:
    § 14 Entstellung des Werkes
    Der Urheber hat das Recht, eine Entstellung oder eine andere Beeinträchtigung seines Werkes zu verbieten, die geeignet ist, seine berechtigten geistigen oder persönlichen Interessen am Werk zu gefährden.

  • Galbadon

    Galbadon

    Das Evaluierungs-Formular ist ziemlich läppisch und folgt der zeitgenössischen sozialwissenschaftlichen Tradition, Umfragen so zu formulieren, dass das gewünschte Ergebnis herauskommt. Das angestrebte Verfahren kann schon dadurch unterlaufen werden, dass zusätzliche Änderungen eingefügt werden - und dazu braucht es nicht mal Calibre-Plugins.
    Ganz verhindern wird man Raubkopien nicht können, das ist der Preis der Technologie. E-Bücher benötigen soziale Akzeptanz - und genau das wird nicht geboten. Auch in der neuen E-Buch Broschüre wird ja darauf hingewiesen, dass nur Lizenzen verkauft werden, ohne weitere Rechte - absurd, weil das natürlich nur mit einem sehr niedriegem Preis gerechtfertigt wäre. Und der geneigte Kunde fragt auch sofort, ab denn Lizenzen der Preisbindung unterliegen können - ein schönes Eigentor.
    Kopierschutz beginnt jedenfalls in den Köpfen und nicht in den Texten

  • Petra van Cronenburg

    Petra van Cronenburg

    Textmanipulation als angeblicher Schutz fürs Urheberrecht? Wie lustig ist das denn? Mit der Wertschätzung vor dem Werk der Autoren scheint es bei dieser Idee nicht weit her zu sein.
    Ich sehe schon die künftigen Amazon-Bewertungen vor mir: "Die Autorin kann sich noch nicht mal für eine Schreibweise entscheiden, was für ein Müll, schenkt ihr einen Duden."

    Meine E-Books gibt es übrigens aus Prinzip DRM-frei.
    Ich glaube, dass einfache Zugänglichkeit, bequemes Hantieren und kundenfreundliches Einkaufen zu normalen Preisen der beste Schutz vor Piraterie sind.

  • Peter Hellinger

    Peter Hellinger

    Manipulation ist völlig undenkbar! Das Verfahren kommt ja aus dem Audio-Wasserzeichen. Während ein um ein paar Hertz veränderter Ton in der Klangfülle einer Aufnahme auch geübten Ohren kaum auffallen dürfte (vor allem da digitale Musik sowieso aus generierten Tönen besteht) ist doch bei Text jeder einzelne Buchstabe wichtig und Änderungen fallen doch sofort stark auf. Was vielleicht für einen Roman noch erduldbar wäre, geht z. B. für Lyrik, bei der es ja ganz genau auf das Wort ankommt, ganz und gar nicht.

    Der beste Schutz vor Raubkopien ist einfacher Zugang und ein vernünftiger Preis. Daran muss gearbeitet werden.

    Aus meinem Verlag wird es kein E-Book mit DRM geben.

  • Fran Kee

    Fran Kee

    Zitat aus der Verlinkung:
    > Ein Benutzer wird so zu einem verantwortungsvollen
    > Umgang mit seiner Kopie angehalten und vor
    > illegaler Weitergabe abgeschreckt

    Schicker Corporate-Speak für: heimliches Verwanzen.

    Zu den "weiteren Partnern" des SiDim gehört wie in der Skizze zu sehen dann auch gleich mal eine Abmahnkanzlei: "Notos". Könnte man mal erwähnen. Private Partnership vom Feinsten.

    Digitale Weitergaben könnte man auch schon durch verdoppelte Leerzeichen hier und da eindeutig markieren. Auch ohne -pardon- eher dünnbrettbohrige Forschung mit ein bisschen Parsing und "text forks". Unwahrscheinlich, daß ein Autor mit etwas mehr "Whitespace" ein großes Problem hat. Weitaus schwieriger an der Entwicklung eines Geschäftsmodels für eine neue, möglichst lukrative Abmahnwelle. Und nur darum geht es hier doch, oder? Kohle machen mit Laienerpressung.


    Der Käufer eines digitalen Werks ist für seine Verbreitung übrigens nicht unbedingt haftbar zu machen. Selbst nach den (irre bizarren) Regeln der Störerhaftung nicht. Nur weil vom jemandens geklautem Laptop/Backuplatte/gehackten Cloud-Drive/etc. Daten gegen seinen Willen im Netz veröffentlicht werden… was kann der dafür? "Warez"-Freunde dürften schon heute kaum Dinge verbreiten, die sie persönlich gekauft haben. Es ist ja nicht so, daß man nicht auch ohne pseudo-Forschungstamm heute schon die eine oder andere customer ID in die Metadaten (oder auch den Stream) von Musik und Filmen pappen könnte. Dann doch lieber über fake Accounts, Prepay-Kreditkarten oder eben von o.g. von Dritten.


    Vermutlich ist das den Abmahnanwälten ziemlich egal: Das Geile am reichlich paralegalen (einzigartig-deutschen) Abmahnerpressungswesen ist ja, daß man’s völlig legal ja einfach mal probieren kann:

    Ein paar böse Worte, ein paar juristisch klingend wilde Drohungen (bewusst und arglistig gegen totale juristische Laien) und schwupps ist die Erklärung inkl. horrender “Kosten” unwiderruflich unterschrieben! Plus ein paar Groschen für den Autor... Prost.

    Faires Verfahren, Schuldfeststellung, "amtlicher Richter"?
    Wozu, ist das hier etwa ein Rechtsstaat?

    Übrigens maßgeblich aufgebaut von Brigitte “Abmahnqueen” Zypries (SPD) unter rot-grün, die jetzt in Peer’s Horrorkabinett ausgerechnet für “Verbraucher-schutz” zuständig sein soll… Wobei die schwarz-gelben Anwaltsparteien dieses "kreative" Industrie natürlich auch nach Kräften weiter gefördert haben.

  • Hilke-Gesa Bußmann

    Hilke-Gesa Bußmann

    Ich als Autorin kann sagen: Ich werde in keinem Fall zulassen, dass solche oder ähnliche Veränderungen in meinem Text durchgeführt werden. Damit wird die schriftstellerische Arbeit untergraben und das ein absolutes No-Go! Der Autor steht an erster Stelle der Buchproduktion - man sollte doch wohl kaum glauben, dass man ihm sowas "antun" kann.
    Weiter ist auch nicht auszudenken, was das für Zitate bedeutet. x verschiedene Versionen eines Textes führen zu einer Unmöglichkeit des Zitierens. Wie soll das funktionieren? Und überhaupt: Gibt es im Generellen nicht Probleme, x verschiedene "Auflagen" eines Textes zu haben?

    Ich bin ehrlich erschüttert, dass über so etwas überhaupt nachgedacht wird. Selbst die Art und Weise der Evaluierung zeigt: das ist nicht 2013. Ein PDF auszufüllen, um es wieder zu verschicken, klingt eher danach, möglichst wenig Rückmeldung bekommen zu wollen.

    So nicht, meine Lieben. So nicht.

  • Caroline

    Caroline

    "Stille Post" für E-Books – wirklich ein brillanter Plan! Wird sich insbesondere bei Lyrik bewähren.

  • Ein Ebooker

    Ein Ebooker

    Soviel Aufwand und Verstümmelung wegen was denn, bitte?

    Ich oute mich mal als jemand, der seit Jahren digitale Bücher "produziert". Meine und unsere Intension war und ist es immer noch, dass wir Bücher, die es nicht mehr zu kaufen gibt, scannen, Korrektur lesen und dann als PDF, doc, rtf und neuerdings eben auch als epub und mobi verteilen.

    Aktuelle Bücher waren und sind für uns tabu, in den Zeiten ohne Retails in digitaler Form der Verlage, haben wir solche Ausgaben eventuell gescannt, aber sie hatten eine Verteil-Schonfrist von 2 Jahren, diskussionslos eingehalten.

    Irgendwann teilte sich die sogenannte Scene dann.....einige machten Comics, die es so gut wie gar nicht digital gibt (auch heute noch nicht), andere machten weiter digitale Bücher. Heute ist es leider so, dass tagaktuell Neuerscheinungen geripped zum Download erscheinen, das ist NICHT die Ebookscene, das sind in Wahrheit nur 3-5 Einzelpersonen, die das in großem Stil und sehr aggressiv betreiben. Einer von ihnen (ich denke, jeder weiss, wer gemeint ist) versucht es unter dem Deckmantel von Spenden und als Robin Hood der Buchliebhaber....dahinter steckt allerdings ein sehr ausgeklügeltes System der Bereicherung.

    Dieses im Artikel beschriebene Kopierschutzprogramm bewirkt genau gar nichts, es ist weder rechtlich einwandfrei (Urheberrecht), noch lässt sich ein "Täter" einwandfrei zuordnen, man kann davon ausgehen, dass diese Ebooks anonym gekauft werden, diese Möglichkeit gibt es nach wie vor und genau darum sind alle diese Versuche zum Scheitern verurteilt.

    Warum schreibe ich hier überhaupt? Mir geht es einfach auf die Nerven, dass alle von uns in einen Topf geschmissen werden und es letztlich ehrliche Kunden auszubaden haben, noch schlimmer, wie hier zu sehen, Autoren, deren Texte verhunzt werden. Ich selbst habe dank digitaler, illegaler Comics inzwischen weit mehr als 3000€ für Totbaumcomics ausgegeben, nicht, um sie zu scannen, sondern um sie zu besitzen, ähnliches, nur nicht ganz so hoch, trifft auch auf viele Bücher der Belletristik zu. Ohne diese Scans hätte ich mir die niemals gekauft, einfach, weil ich nicht mal wusste, dass es sie überhaupt gibt. Einmal angefixt, bin ich nun Stammkunde in einem lokalen Comicshop und lasse dort ein Heidengeld für Novitäten. So wie mir geht es einigen.....

    Ein Tip (oder besser mehrere): tut Gutes und redet drüber, macht Werbung da, wo ihr neue Kunden erreicht, nicht die, die sowieso eure Kunden sind. Geht endlich mal gezielt gegen Spiegelbest vor (oops, jetzt hab ich den Namen doch gesagt) und zu guter Letzt, hört endlich auf, eure ehrliche Kunden zu gängeln....macht attraktive Angebote und die Leute werden dafür bezahlen, die Musikindustrie hats doch vorgemacht. Besser gut geklaut, als schlecht selbst gemacht....

    Wir brauchen euch, auch wenn es sich wie ein Widerspruch anhört, aber wir wollen, dass es auch weiterhin gute Neuheiten gibt, wir brauchen Verlage, erst recht im Comicbereich, da sieht es finanziell bei den meisten gar nicht gut aus. So viele Serien bleiben unvollendet, weil es sich für Verlage schlicht nicht lohnt weiter zu machen, das ist gar nicht gut.

    so...und nun Feuer frei....schliesslich bin ich der Böse...

  • Thomas Diehl

    Thomas Diehl

    Wenn der Börsenverein unbedingt belegen will, dass es den Verlagen keineswegs um Literatur, sondern um Geld geht, möge er so weitermachen. Eine solche Respektlosigkeit vor der Leistung der Autoren habe ich selten gesehen.

  • Techflaws

    Techflaws

    "Ich überlege, ob man vielleicht dann doch einfach nur den Namen und/oder die Mailadresse des Kunden in das gekaufte Exemplar reinrendert und deutlich macht, dass alle rechtmäßig erworbenen E-Books diese Information enthalten müssen? "

    Müssen? Nach welchem Gesetz? Und wie will man das durchsetzen, noch dazu gegen die Kunden?

    "Soziales DRM, das eine Hemmschwelle gegen unbedachte Weitergabe darstellt, akzeptiere ich jedoch grundsätzlich. "

    Die Masse der Kunden logischerweise nicht, weil es für sie ja - wie sämtliche Formen des DRM - null Nutzen hat.

    Bin immer wieder erstaunt, mit welcher Leichtigkeit sich die Verwerter ins Knie schießen. Erstaunlich auch, dass man so verzweifelt ist (wieso eigentlich?) und sich jedes Schlangenöl andrehen lässt.

    • ...

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