Hauptversammlung - Vorstandswahl

Fünf neue Vorstandsmitglieder für den Börsenverein

Die Buchhändler und Verleger in Deutschland haben ab Herbst 2013 einen neuen Vorsteher: Der Tübinger Buchhändler Heinrich Riethmüller (ganz rechts im Bild) ist heute beim Mitgliedertreffen in Berlin mit 296 von 327 Stimmen an die Spitze des Börsenvereins gewählt worden.

Mit dem Geschäftsführer der Buchhandlung Osiander führt damit nach längerer Pause wieder ein Buchhändler den Verband. Riethmüller übernimmt das Amt nach der Frankfurter Buchmesse im Oktober vom Berliner Verleger Gottfried Honnefelder, der sieben Jahre lang Vorsteher war.

Der Buchhändler kennt die Vorstandsarbeit gut: Von 2007 bis 2012 gehörte er dem Gremium bereits als Vorsitzender des Sortimenter-Ausschusses an.

Außerdem besetzten die Mitglieder turnusgemäß vier weitere Vorstandspositionen neu. Die Wahlergebnisse im Detail (bei 327 gültigen Stimmen, davon 149 Briefwahl-Stimmen):

  • Matthias Heinrich (286 Stimmen, gewählt als Schatzmeister, Brockhaus Commission)
  • Detlef Büttner (267 Stimmen, Lehmanns Media)
  • Rudolf Frankl (268 Stimmen, Deutscher Taschenbuch Verlag)
  • Claudia Reitter (257 Stimmen, Verlagsgruppe Random House)

Alle fünf neuen Vorstandsmitglieder haben wir bei der Bekanntgabe der Kandidatur ausführlich vorgestellt. Mehr dazu finden Sie hier.

Der Vorstand setzt sich darüber hinaus aus den Vorsitzenden der drei Fachausschüsse zusammen (2012 gewählt: Buchhändler Thomas Wrensch, Verleger Matthias Ulmer, Zwischenbuchhändler Stefan Könemann). Darüber hinaus entsenden die Landesverbände einen Vertreter in den Vorstand.

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14 Kommentar/e

Diskutieren Sie mit ...

  • H. Kraft

    H. Kraft

    Mit dem neu gewählten Vorsteher, Herrn Buchhändler Riethmüller, gewinnt der Buchhandel in Deutschland wieder eine neue Zielvorgabe mit guten Ideen und der Börsenverein eine breitere Effektivität in der gesamten Buchbranche.
    Möge es vor allem gelingen weiterhin die Preisbindung für Bücher zu erhalten und das Lesen, trotz E-Books und anderer Medien, zu fördern. Vor allem junge Menschen sollten gerade durch die Buchhandlungen an Bücher wieder mehr herangeführt werden.
    H. Kraft

  • Guido Latz

    Guido Latz

    Darf ich Sie einmal etwas fragen? Was, glauben Sie, machen Kunden mit eBooks? Anhören? Ein eBook ist genau so ein Buch, wie ein Hardcover oder ein Taschenbuch. Mir ist "egal", ob ein Buchhändler bei mir direkt ein Buch bestellt, er es übers Barsortiment ordert - oder ob der Kunde zieht das eBook bei Amazon kauft. Es ist immer derselbe Text, egal, ob der Kunde die HC-, die Paperback- oder die eBook-Version kauft und liest. Ob der junge Mensch die gedruckte Version beim Buchhändler kauft, oder die digitale Version beim Online-Händler seiner Wahl, diese überlasse ich ihm.

  • Georg M.

    Georg M.

    Bitte diesen Bericht nicht für Pro % Kontrag E-Book, bzw. Amazon missbrauchen.
    BITTE!

  • R.Haasis

    R.Haasis

    Mir fehlen die Worte ...
    Ein Börsenvereinsvorstand der zu einer Buchhändlerfamilie gehört, die zur Zeit mit Ihrem Filialwesen - teilweise große Neueröffnungen in unmittelbarer Nähe bisher bestehender traditionsreicher Buchhandlungen in verscheidenen Kleinstädten Südwestdeutschlands - einen unglaublichen Verdrängungswettbewerb betreibt ..... ? Und auch noch von so vielen gewählt ? Wo waren da die Stimmen der Buchhändler kleiner unabhängiger Sortimente ?

  • Branchenkenner

    Branchenkenner

    Die waren damit beschäftigt sich wegen Amazon zu erzürnen.

  • Lorenz Borsche

    Lorenz Borsche

    Zitat: "Wo waren da die Stimmen der Buchhändler kleiner unabhängiger Sortimente ?"

    Wozu? Der Wahlausschuss hatte 5 Kandidaten ausgeguckt für 5 Posten. Schon die eigene Stimme hätte jedem Kandidaten die Wahl garantiert. Wenn es nichts zu wählen gibt, warum sollte man da wählen gehen?

    Aber natürlich hätte es was zu wählen gegeben: Beitragserhöhung ja oder nein. Die Zahlen dazu: 4 Cent mehr je 100 € für die kleinsten Buchhändler, 0,5 Cent mehr für Osiander. Oder auch so: 65 Cent statt bislang 61 Cent für die Kleinen, 3,5 Cent statt 3 für Osiander. Und 1,2 statt 1 Cent für z.B. Hugendubel/DBH - jeweils pro 100 Euro.

    Da hätte sich der neue Vorsteher profilieren und beweisen können, daß er ein Herz für die Kleinen hat. Er hat genauso für die ungerechte Erhöhung gestimmt, wie selbst kleine Mitglieder im Saal - und leider auch auf dem Podium.

    Was kostet der Erhalt der Preisbindung, des reduzierten MWSt-Satzes und die Förderung des Kulturgutes Buch? Denn die "Großen" begründen doch ihre Mini-Beitragstarife immer so: Wir sind so groß, wir brauchen weder die Rechtsabteilung noch den anderen Schnickschnack, den der Börsenverein anbietet, das machen wir alles selber.

    Aber wohl nicht die Lobby-Arbeit für die Preisbindung, oder? Wo wäre Thalia ohne Preisbindung? Da, wo Borders gelandet ist?

    Nehmen wir den einen Hugendubel-Cent je 100 € als Meßlatte. Wenn *der* kostendeckend ist für das, was allen Marktteilnehmern gegen Raubtiere wie amazon das Überleben einigermaßen sichert, nämlich Erhalt der Preisbindung, des reduzierten MWSt-Satzes und die Förderung des Kulturgutes Buch, dann würde das bei 10 Mrd Euro Umsatz cum grano salis zu 1,5 Mio € Beiträgen für Bundes- und Landesverbände führen (10 Mrd VK mal 1 Cent plus 5 Mrd Verlagsumsätze mal 1 Cent = 1,5 Mio).

    *Wer* glaubt, daß die Lobbyarbeit für die Preisbindung und den reduzierten MWSt-Satz und die vielfältigen Förderaktionen (Welttag des Buchs, Literatur- und andere Preise, etc.pp) mit 1,5 von insgesamt 9 Mio € Etat des BV und der LVs bezahlt werden können?

    Niemand glaubt das. Mit 4,5 Mio (50% des Gesamt-Etats BV/LV) wären wir sicher schon näher dran. Das erfordert dann aber 3 Cent je 100 € - für alle und gleich, denn alle sichern damit ihre Umsätze, die großen und die kleinen Umsätze.

    Hugendubel/DBH müsste dann 150.000 statt 50.000 bezahlen. Bei einem Umsatz von weit über 500 Mio kann der Unterschied zwischen 3,03% oder 3,00% zu versteuerndem Gewinn nicht die Frage nach Leben oder Sterben sein. Für einen mittleren Filialisten wie Osiander wäre das genau dasselbe wie vorher: 15.000 €.

    Bei einem kleinen Mitglied der 100.000 Euro-Klasse würde sich aber der Beitrag glatt halbieren: statt vorher 61 Cent jetzt nur noch die Hälfte, für alles, was *nicht* "Preisbindung & Kulturförderung" ist, plus die 3 Cent (genau für das ebengenannte), also 34,5 Cent. Aus einem Jahresbeitrag von ca. 600 Euro würden knapp 350 - das Jubeln von 1.600 Mitgliedern wäre dem Vorstand sicher. Und die Mitgliederflucht könnte gestoppt werden, das Anwerbung neuer Mitglieder wäre deutlich erleichtert.

    Man stelle sich vor, die Bundes-Steuern würde nach den Regeln des BÖV erhoben, Großverdiener Ackermann bekäme Mengenrabatt und müsste von seinem 6 Mio Gehalt nur 0,5% bezahlen, eine Buchhändlerin aber "Mindermengen"zuschlag: 30%. Und dann würde uns Herr Schäuble eine Erhöhung vorschlagen. Begründung: die Bevölkerungszahl sei ja rückläufig, da müsse man leider die Steuern erhöhen. Und die vorgeschlagene "relative" Erhöhung solle nur milde 10% bei der Buchhändlerin, aber das dreifache, nämlich unglaubliche 30% bei Herrn Ackermann betragen, auf daß endlich mehr Gerechtigkeit einziehe.

    Ergebnis: die Buchhändlerin zahlt tatsächlich dann von ihrem schmalen Gehalt 33%, Herr Ackermann zwar nominal eine vielfaches, aber mit 0,65% seines Gesamteinkommens immer noch so gut wie nichts, was er irgendwie spüren würde.

    Was ist ungerechter, vorher oder nachher? Könnte die Union mit einem solchen Programm die Wahl gewinnen? Der Börsenverein hat es mit dieser Sorte von Ungerechtigkeit geschafft. Wie macht man das? Und wie nennt man die Darstellung, die uns vorgaukelt, die o.a. 10/30 Regelung (6%:18%, nennen Sie es wie Sie wollen) sei ein "Abmilderung der historisch gewachsenen relativen Beitragsmehrbelastung" der Kleinen?

    Die beschlossene Beitragserhöhung belastet die Kleinen ABSOLUT mit 4 Cent, die Großen mit 0,2 Cent. Sie verschärft damit Beitrags-UN-gerechtigkeit, die nicht 'historisch" und vorgeblich ganz von alleine gewachsen ist, sondern deren Geschichte von Menschen geschrieben wurde, das vorläufig letzte Kapitel auf den Buchtagen 2013.

  • EhemaligerBuchhändler

    EhemaligerBuchhändler

    Nur die dümmsten Kälber wählen ihre Metzger selber...

  • Dieter Dausien

    Dieter Dausien

    Herr Borsche,

    mit Ihrem Steuervergleich liegen Sie mal wieder voll daneben. Der Unterschied ist nämlich: Die Bürger sind zur Steuerzahlung verpflichtet, die Mitgliedschaft im Börsenverein aber ist frewillig. Wenn man also analog zum Steuersystem die Großen prozentual stärker belasten würde als die Kleinen, dann kämen dabei für die Großen astronomische Beiträge heraus. Das liegt daran, dass die Umsatzgrößenordnungen in der Branche vermutlich noch weiter auseinanderklaffen als die wahrlich nicht geringen Einkommensunterschiede in der Bevölkerung. Ich will Ihnen das einmal vorrechnen:

    Thalia macht in Deutschland vielleicht 800 Mio. Euro Umsatz, die Kleinsten 100.000. Wenn man noch nicht mal eine Progression, wie im Steuersystem ansetzen würde, sondern den Beitrag linear auf 0,1 % festsetzte, dann würde der ganz Kleine nur noch einen Mini-Beitrag von 100 Euro zahlen, für Thalia würden 800.000 Euro fällig.

    Herr Borsche, glauben Sie wirklich, das wäre Herrn Busch die Mitgliedschaft wert? Nein, eine solche Gebühr würde vermutlich den umgehenden Austritt der "Großen" nach sich ziehen. Und wenn sie nicht austräten, dann würde sich der Börsenverein völlig in die Abhängigkeit von wenigen Großzahlern begeben. Ein juristisches Vorgehen z.B. gegen die Gutscheinpraxis von buch.de (Thalia) wäre dann kaum noch vorstellbar.

    Wenn der Verband von der Breite seiner Mitglieder finanziert werden soll, dann ist also eine gewisse Degression unumgänglich. Wie die genau aussieht, das ist natürlich eine Frage, die diskutiert werden kann und muss.

    Vor ein paar Jahren war ich in der Arbeitsgruppe Beiträge und Mitglieder, in der es um die neue Gebührenordnung ging. Ich hätte damals gerne die Degression abgeschwächt. M.E. wäre ein fester Sockelbeitrag in Verbindung mit einer schwächeren Degression die beste Lösung gewesen. Diesen Vorschlag hat Herr Busch damals als sozialistisch "geehrt", leider konnte ich mein Modell dennoch nicht durchsetzen.

    Herr Borsche, das Betrübliche an Ihrem Wirken ist, dass Sie durchaus berechtigte Kritikpunkte herausgreifen, dann aber in Ihrer unsäglichen moralinsauren Manier mit Polemik und falschen Argumenten selbst diskreditieren. Damit schaden Sie den Themen, die Sie angeblich voranbringen wollen.

  • Heinzi

    Heinzi

    ich bin Herrn Borsche für seinen Steuervergleich dankbar. Und dankbar bin ich auch für seinen Satz "Was kostet der Erhalt der Preisbindung, des reduzierten MWSt-Satzes und die Förderung des Kulturgutes Buch?".
    Und dann wünsche ich mir für die nächsten Buchtage eine Präsentation von Herrn Borsch mit der Berechnung von Centbeträgen zum Thema "Wie sieht die Einnahmesituation des Börsenvereins aus, wenn alle Ebuch-Mitglieder, die nicht im Börsenverein sind, dort auch Mitgliedsbeiträge bezahlen würden?"
    Wenn ich Herrn Borsches Präsentation richtig deute, sind etwa 400 Ebuch-Buchhandlungen Mitglied im Börsenverein, wenn ich die Ebuch-Homepage richtig deute, sind 600 Buchhandlungen Mitglied bei der Ebuch. Was ist mit der Differenz von 200 Buchhandlungen? Herr Borsche kann das sicherlich besser durchrechnen als ich und er hat auch mehr Energie in solchen Dingen.
    Also: runter vom Trittbrett, rein in den Börsenverein!
    By the way: mit Ihren dann 600 Stimmen hätten Sie ganz alleine einen der Ihren zum Vorsteher wählen können!

  • Lorenz Borsche

    Lorenz Borsche

    Astronomie und Sozialismus (@Dausien und @Heinzi)

    Lieber Herr Dausien, ich weiß ja, daß vielen Menschen der Umgang mit Relationen nicht so leicht fällt. Wenn man nicht wirklich sattelfest ist, sollte man vielleicht auf wertende Begriffe wie "astronomisch" verzichten. Für Sie, Herr Dausien, ist eine Summe von 800.000 Euro 'astronomisch'. Für Hilmar Kopper waren 25 Millionen Euro nur " Peanuts". Kopper meinte nämlich "in Relation" zum Gesamtschade von 2,5 Milliarden Euro - und diese Relation war damals 1:100. Bei Thalia wären selbst 800.000 Euro Beitrag nur ein Promille, also 1:1000. Wie würde Hilmar Kopper das wohl nennen? Pippi-Peanuts?

    Bleiben wir aber realistisch. Ihre Zahl von 800 Mio für Thalia ist wohl richtig, Ihre Idee von 800.000 Euro Thalia Beitrag dagegen völlig überzogen.

    Nehmen wir 3 Cent je 100 Euro als festen Sockel zum Erhalt der Preisbindung - denn das zahlt Osiander, der sicher keine anderen Dienstleistungen des BÖV in Anspruch nimmt, aber, wie wir alle, für den Erhalt der Preisbindung und der "Kulturförderung" seine Beiträge bezahlt.

    Das sind ganze 0,3 Promille! (1 Euro = 1%, 10 Cent = 1 Promille, 1 Cent = 0,1 Promille). Nehmen wir weiterhin einfache Zahlen: Etat des BÖV und der Landesverbände: 10 Mio Euro. Umsatz der Branche: 10 Mrd Euro. Umsatz der Verlage: 5 Mrd Euro. Daraus ergäben sich bei 3 Cent/100 € oder 0,3 Promille vom Umsatz 3+1,5 = 4,5 Mio Euro "Pflicht"beiträge für den Erhalt der Preisbindung und der vielfältigen Werbung für das Kulturgut Buch.

    Pflicht insofern, als wir das zu einer moralischen Pflicht erheben müssten, die jeder bezahlen soll, der mit (preisgebundenen) Büchern handelt. Das wäre damit auch die halbe Miete für den Verband!

    Quasi eine Mitgliedschaft 'light', ohne Börsenblatt, ohne Seminare, ohne alles drumherum, was der BÖV sonst noch so anbietet, wie z.B. die Ausgaben für eine Statistik, die Tom Schwörer von Campus weder haben noch zweimal bezahlen will. Nichts als der Erhalt der puren Notwendigkeiten, die Herr Busch mindestens so dringend braucht, wie die Kleinkleckersdorfer Bücherstube. Können Sie dem zustimmen? Und auch, daß es auf Überlebens-Notwendigkeiten keinen Rabatt geben kann?

    Diese Beiträge ergäben dann 240.000 Euro für Thalia, 15.000 für Osiander und 30 Euro für die kleinen 100.000 Euro Buchhändler. Auch wenn Sie es nicht glauben, Herr Dausien: das sind jedesmal genau 0,3 Promille und damit nur 1/100 dessen, was jeder Betrieb als *Gewinn* erwirtschaften sollte (3%). 1:100? Kopper würde sagen: Peanuts.

    Und das gilt für Thalia genau wie für den Mini-Buchhändler. Bitte fragen Sie doch Herrn Busch beim nächstenmal, was er daran sozialistisch findet? Das ist ein wunderbares Schlagwort, um eine völlig gerechte Forderung abzubügeln. Und in dieser Hinsicht genauso falsch wie Ihr 'moralinsauer'. Was, Herr Dausien, ist denn an der Forderung nach gleicher Belastung für alle 'moralinsauer'? Finden Sie es 'sozialistisch', daß Herr Busch genausoviel Benzinsteuer bezahlt wie Sie? Warum bekommt der arme Mann, der sicher einen Spritsäufer fährt und das viele hunderttausend Kilometer im Jahr, denn keine Mengenrabatt? Also ehrlich, das ist ja richtig 'sozialistisch' ;-)))

    Also: die Verteidung der Preisbindung muss allen gleichviel wert sein, und 0,3 Promille vom Umsatz oder auch 1/100tel des Jahresgewinns, das sollte es allen wert sein, dem Bertelsmann genau wie dem Mini-Verlag, dem Thalia genau wie der Bücherstube.

    Am schönsten wäre das in Form einer Quellensteuer, die der Verlag direkt aufs (preisgebundene) Produkt aufschlägt und direkt an den Verband abführt. Dann würde ein durchschnittliches 15 Euro Buch, von dem Herr Voerster sprach, 0,5 Cent mehr kosten. Was? Nur ein halber Cent? Ja, genau. Bei Thalia - oder bei Ihnen im Laden, Herr Dausien. Damit wir weiterhin Preisbindung und reduzierte Mehrwertsteuer haben, den Friedenspreis verleihen können und ähnliches mehr. Und das würde dem BÖV schon mal die Hälfte der Einnahmen sichern.

    Tja, so ist das in Wahrhheit mit den Relationen.

    Ich könnte jetzt Ihre Argumentation mit ähnlich wertenden Begriffen belegen - aber das führt uns doch nicht wirklich weiter. Genau deshalb habe ich in Berlin in meiner Präsentation auf jeglichen wertenden Begriff verzichtet und nur die nackten Zahlen sprechen lassen. Und auch darauf verzichtet zu versuchen, mit roher Stimmengewalt durchzusetzen, was uns in den Folgejahren immer wieder vorgehalten worden wäre.

    Unsere Buchhändler, Herr Dausien, waren einmütig und ohne Gegenstimme davon überzeugt, daß man für eventuell nötige Beitragsmehreinnahmen des BÖV zunächst mal das Beitragssystem gerechter gestalten muss, es gab noch nicht mal Enthaltungen. Wenn die Vorstandsriege des Verbands das nicht wahrnehmen will, dann düpiert sie genau die Mitglieder, mit deren stetiger Abwanderung sie die Beitragserhöhung rechtfertigt, und sägt genau so an dem Ast auf dem sie sitzt.

    Und wenn wir die anderen Hälfte, die derzeit im BÖV und LVs benötigt werden (4,5 Mio Euro), genauso degressiv verteilen, wie bisher, dann läge die Beitragsgruppe 1 bei vielleicht 350 Euro - statt wie bisher bei ca. 600 Euro.

    Deshalb jetzt @Heinzi:

    Die eBuch selbst zahlt mit ca, 20.000 Euro Beitrag jetzt schon mehr als Osiander (15.000) - dazu kommen noch die Einzelbeiträge der 400 eBuch/BÖV-Mitglieder von 330.000 Euro. Und damit bei 100 Mio Umsatz nicht etwa 0,3 Promille, sondern mehr als das Zehnfache: 3 Promille!

    Lieber Heinzi, angesichts solcher Zahlen würde ich mich unglaubwürdig machen, wenn ich die Schwächsten der Kette jetzt auch noch auffordern sollte, einen leider völlig überhöhten Beitrag nach Frankfurt abzuführen - wo man ihre Anliegen volkommen mißachtet.

    Und was Ihr Argument mit den Stimmen angeht: Wenn wir versucht hätten, die Stimmvertretungen zu organisieren, hätten wir Buchhändler nach Berlin karren müssen (s.a. Blogbeitrag von Frau Bergmann), die jeweils ihre und 6 andere Stimmen vertreten hätten. 55 mal Hotel, Reisekosten und Ausfallgeld für Ersatz im Laden, das hätte mindestens 11.000 Euro gekostet. Für die eBuch sind das durchaus keine Peanuts. Ausserdem hätte Frankfurt das mitbekommen, und wir hätten in Berlin einer ganz anderen Stimmgewalt gegenüber gesessen. Das können Sie leicht an den Zahlen ablesen: dies Jahr gab's nichts wirklich zu wählen und die eBuch hat auch keine Stimmen organisiert, da genügen dann auch 179 Stimmen im Saal. Wenn Sie das mit den Vorjahren vergleichen - weniger als die Hälfte. Ja, Politik ist nicht ganz so einfach, wie sich ein Fritzchen oder Heinzi das vielleicht vorstellt ;-)

    P.S.: Der Chef einer anderen Verbundgruppe mailt mir gerade:

    "Die in meinen Augen gerade im Blick auf unsere Mitglieder (aller Verbünde) wichtige Frage der Beitragsstaffelung, die unbedingt weiterhin zu diskutieren ist, darf nicht durch negative Emotionalität diskreditiert werden. Ich bin erschrocken, wenn ich den Kommentar im Börsenblatt online von Herrn Dausien lese."

    Ich strecke Ihnen die Hand aus, Herr Dausien und setze auf einen groben Klotz eben *keinen* groben Keil. Tun Sie es auch und wir können wunderbar über die Sache "streiten". Und mal ganz ehrlich: Sie haben Herrn Busch das 'sozialistisch' durchgehen lassen? Das muss Sie doch geärgert haben? *lach*

  • DieBuchhaendlerin

    DieBuchhaendlerin

    Einem Verband, der die zahlungskräftigen Mitglieder auf Kosten der kleinsten Mitglieder schont, werden auf Dauer die kleineren Mitglieder entweder weglaufen oder wegsterben. Kein Wort wurde von den werten und wahrscheinlich sehr gut bezahlten Herren in Berlin zum Thema Mitgliederschwund verloren. Das die anwesenden Mitglieder dennoch für eine Beitragserhöhung gestimmt haben, zeigt nur deren Paralyse. Und wenn ein Kollege hier meint, eine gerechte Beitragsstaffel würde die Grossen zum Austreten bewegen, dann frage ich mich ernsthaft, was das für ein Verband ist und es ist ein Grund mehr, sich zu fragen, ob man als kleiner Buchhändler oder Verleger hier noch richtig ist.
    Auch ein Herr Borsche wird unter diesen Umständen seine Mitglieder nicht dazu bewegen können, diesem Verband beizutreten.

  • Dieter Dausien

    Dieter Dausien

    Schade, Herr Borsche, dass Sie auf meine beiden Argumente gar nicht eingegangen sind:

    1. Denken Sie wirklich, Thalia (mal als Beispiel genannt) würde eine Beitragssteigerung von jetzt ca. 57.000 auf mehrere Hunderttausend Euro (Ihre genannten 240.000 sollten ja nur der Sockel sein) akzeptieren und im Verband bleiben? Oder Klett, um mal einen Verlag zu nennen? Es gibt nämlich nicht nur die Filialisten, sondern auch noch große Zahler bei den Verlagen, die bei einer entsprechenden Belastung ebenfalls über die Sinnhaftigkeit ihres Verbandsverbleibs nachdenken werden.

    2. Sähen Sie im Falle, Ihre Steigerung wäre durchsetzbar, nicht das Problem der finanziellen Abhängigkeit des Verbandes von wenigen Großzahlern?

    Ihre Quellensteuer-Idee scheint mir auch nicht durchdacht: Wenn Sie den Beitrag auf den Ladenpreis schlagen, dann müsste ja das Buch bei einem Mitgliedsunternehmen mehr kosten als bei einem Nichtmitglied. Außerdem würde dann ja der Kunde den Beitrag zahlen und nicht der Buchhändler. Und wie würden Sie die Nonbook-Umsätze berechnen? Sollen dann auch die Postkartenhersteller an den Börsenverein die "Quellensteuer" abführen? Und wer führte die Beiträge für die Verlage ab? (Die vergessen Sie bei Ihren Argumenten regelmäßig).

    Ich bin, wie schon gesagt, durchaus für eine Änderung in der Beitragsstruktur, sprich: Abschwächung der Degression. Trotzdem sag' ich jetzt nochmal was ganz Fieses: Ein Unternehmen, dem es nicht gut geht, wird auch nicht von 150 Euro Beitragsersparnis gerettet werden. Die Beitragsstruktur ist eine Frage der Gerechtigkeit und der möglichst solidarischen Verteilung der Lasten. Aber keine Frage, die wirklich betriebswirtschaftliche Relevanz für das einzelne Mitgliedsunternehmen hat.

  • Lorenz Borsche

    Lorenz Borsche

    @ Dausien:
    >1. Denken Sie wirklich, Thalia [...] würde eine
    >Beitragssteigerung von jetzt ca. 57.000

    Thalia ist mir mehreren Gesellschaften aktiv und zahlt daher mehr, wieviel weiß ich nicht. Andere wie z.B. die Holtzbrink-Gruppe schlagen ebenfalls den vom BÖV so willfährig eingeführten "Konzernbeitrag aus", der in Wirklichkeit ein Wunsch des damaligen Cornelsen Vertreters im Vorstand war. Und übrigens der eigentliche Grund für den Sturz von Dieter Schormann, der den Konzernbeitrag vehement ablehnte. Sein Nachfolger Honnefelder hat ihn dann als praktisch erste Amtshandlung wenige Monate später durch die Abgeordnetenversammlung gebracht. Und irgendjemand hat ihm, damit er Vorsteher bleiben kann, nicht nur eine Verlagshülle geschenkt (wer, das ist bekannt), sondern vor allem über viele Jahre hinweg mit 6-stelligen Beträgen finanziert, was der Bundesanzeiger ausweist. Dieser Finanzier ist leider unbekannt, daher wissen wir nicht, ob ein Zusammenhang mit dem Konzernbeitrag besteht, der ja bekanntermaßen dem BÖV 200.000 Euro pro Jahr Mindereinahmen beschert, die bei irgendjemandem als "Einsparungen" aufschlagen müssen.

    Zur Erläuterung - was ist der Konzernbeitrag: Nehmen wir an, ein Konzern X mit 500 Mio Umsatz hat 10 Verlags-GmbHs mit je 50 Mio. Dann zahlt er 10 x 15.000 = 150.000. Als "Konzern" zahlt er aber der Degression wegen ca. 50.000 (je nach LV schwankt das stark).

    Im ersten Fall wären das 3 Cent je 100 Euro oder 0,3 Promille, so wie Osiander. Im zweiten eben nur noch 1 Cent oder 0,1 Promille.

    >auf mehrere Hunderttausend Euro
    >(Ihre genannten 240.000 sollten ja nur der Sockel sein)

    Nein. Ab einer gewissen Größe (z.B. Osiander) werden die Services des BÖV für das jeweilige Mitglied irrelevant und es zählt nur noch

    - der Schutz der Urheberrechte (vor allem für Verlage)
    - der Schutz der Preisbindung (für alle)
    - die Bewahrung des reduzierten MWSt-Satzes (für alle)
    - die Förderung und Werbung für das Kulturgut Buch (für alle)

    Mit 0,3 Promille bei allen Umsätzen wären 4,5 Mio Euro Einnahmen gesichert, das sollte für Lobbyarbeit, Rechtabsteilung (600.000) und Kulturschutz (Aktionen etc.pp) ausreichen.

    >... akzeptieren und im Verband bleiben?

    Fragen Sie doch Herrn Busch, wie Thalia ohne Preisbindung noch gegen amazon bestehen könnte? Denn genau das ist die Alternative.

    >Ihre Quellensteuer-Idee scheint mir auch nicht durchdacht: Wenn Sie den
    >Beitrag auf den Ladenpreis schlagen, dann müsste ja das Buch bei einem
    >Mitgliedsunternehmen mehr kosten als bei einem Nichtmitglied.

    Nein. Auch wenn das juristisch so nicht ginge, aber bitte mal als Denk-Modell: Vom preisgebundene VK werden 0,3 Promille (0,5 Cent beim 14,99 Euro Buch) direkt vom Verlag an den BÖV abgeführt. Und schon müsste Herr Busch gar nichts mehr bezahlen, denn seine 0,3 Promillle, die 240.000 Euro wären schon in Frankfurt, wenn er die Bücher verkauft.

    Viele Verlage haben in den letzten Jahren die VK-Preise um 4 Cent erhöht (14,95 => 14,99). Da ein halbes Cent wieder herzugeben, sollte nicht schwer fallen. Und bevor Sie das monieren: natürlich wird das halbe Cent VOR der Rabattierung vom VK abgezogen, es zahlen also alle gleichmäßig mit, die Zwischenbuchhändler und die Buchhändler.

    >Trotzdem sag' ich jetzt nochmal was ganz Fieses: Ein Unternehmen, dem
    >es nicht gut geht, wird auch nicht von 150 Euro Beitragsersparnis
    >gerettet werden.

    Lieber Herr Dausien, wieder nicht zu Ende gedacht. Aber trotzdem ein schönes Argument. Für eine 50.000 Euro Buchhandlung sind 150.- Euro sage und schreibe 0,3%. Wenn das bei diesem Umsatz weder rettet noch umgekehrt *weh tut*, was wäre die korrespondierende Summe bei Thalia? Oh, 2,4 Millionen! Nach Ihrer Ansicht (s.o.) würden also 2,4 Mio "Ersparnis" Thalia auch nicht retten, wenn es dem Konzern nicht gut ginge. Na, wenn das so ist, dann sollten doch 240.000 Euro, also ein Zehntel davon *überhaupt* nicht weh tun oder ein Problem sein? Und die 240.000 Euro dürften dann wohl erst recht "keine betriebswirtschaftliche Relevanz" für Thalia haben, nicht wahr? Jetzt angekommen? Und: Was war da jetzt fies?

    Beste Grüße, LB

  • Lorenz Borsche

    Lorenz Borsche

    @Dausien . sorry, vergessen:
    >2. Sähen Sie im Falle, Ihre Steigerung wäre durchsetzbar, nicht das
    >Problem der finanziellen Abhängigkeit des Verbandes von wenigen
    >Großzahlern?

    Wie das Beispiel Konzernbeitrag zeigt, ist diese Abhängigkeit per vorauseilendem Gehorsam längst gängige Praxis. Da würde sich doch nichts ändern. ich erinnere mich gut an zwei völlig verdutzte Menschen, der eine der Geschäftsführer eine sehr großen Hauses, der andere der Bruder des neuen Vorstehers, denen ich die Realität der Beitragsgerechtigkeit mal erläutert habe.

    "Und ich dachte immer *wir* (Großen) finanzieren den Börsenverein" rief der eine aus, während der andere zugabe, daß die Ungleichheit der Verteilung nicht wirklich vernünftig sei.

    Lustigerweise verlieren selbst gestandene Kaufleute bei absoluten Zahlen sofort die Relation aus den Augen. Daß bei gleichen Umsätzen (50 Mio) ein Gruppe von eBuchhändlern realiter 15 mal mehr Beiträge bezahlt als der Filialist Osiander ist ja auch schwer zu verstehen. Die große Menge an kleinen Beitragen (ab 600 Euro aufwärts) addiert sich halt zu 220.000 Euro. Aber 15.000 auf einen Schlag, das findet jeder Kaufmann viel. Obwohl es nur ein winziger Bruchteil der anderen Summe ist.

    • ...

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