Interview mit Gesine von Prittwitz

"Allmählich wird das ein Fulltime-Job"

Sind Buchhändler tatsächlich die Verlierer der Digitalisierung? Wie gehen sie mit den Schreckensszenarien um? Wo sehen sie Risiken, wo Chancen und welche Weichen stellen sie, um zukunftsfähig zu bleiben? Die PR-Spezialistin Gesine von Prittwitz hat eine Reihe mit Buchhändler-Interviews ins Leben gerufen, die für viel Resonanz sorgt. VON FRAGEN: SABINE SCHWIETERT

Ihre Gesprächsreihe Steglitz stellt Buchhändlerinnen und Buchhändler vor ist eingeschlagen wie eine Bombe. Haben Sie damit gerechnet?
Ich war skeptisch. Meines Wissens haben Buchhändler anderes zu tun, als Fragen zu beantworten. Außerdem bin ich mir bewusst, dass nicht alle internetaffin sind, sich womöglich keine rechte Vorstellung von Blogs und deren möglicher Reichweite machen. Umso erfreulicher, dass der Start so fulminant war.

Was hat Sie motiviert, das Thema auf Ihrem Blog zu spielen?
Mein Blog SteglitzMind bemüht sich seit Mai 2012, die Folgen der Digitalisierung für den Buchmarkt und den Literaturbetrieb zu dokumentieren. In kritischen Beiträgen und in Form von Interviews mit Autoren (hier geht es stets darum, wie die befragten Autoren die Entwicklungen infolge der Digitalisierung einschätzen, welche neuen Wege sie nutzen und wo sie Chancen und Risiken sehen) oder mit bibliophilen Bloggern. Es lag auf der Hand, auch Buchhändler und Buchhändlerinnen zu befragen. Ziel der Gespräche ist es, unabhängigen Buchhandlungen eine Möglichkeit zur Selbstdarstellung zu bieten, und die Leser meines Blogs für die Probleme des stationären Buchhandels zu sensibilisieren.

Richtig Wind hat der Gastbeitrag von Stefan Möller in die Diskussion gebracht. Sind weitere Gastbeiträge geplant?
Ja, es sind weitere Gastbeiträge geplant. Und zwar nicht nur vage: Mir liegen bereits sowohl von Buchhändlern und von Buchhandelskunden Zusagen vor.

Welche Buchhändler stehen noch auf Ihrer Interview-Liste?
Viele, so viele, dass eigens eine aufwändige Excelliste eingerichtet wurde. Dass Prinzip der Reihe ist ja, dass sowohl die Gesprächspartner aus dem Sortiment als auch die Leser meines Blogs Buchhandlungen empfehlen, die bei SteglitzMind möglichst ebenfalls Rede und Antwort stehen sollten. Da kam in knapp drei Wochen einiges zusammen – und es wird täglich mehr. Allmählich wird das ein Fulltime-Job, zumal sich nicht alle an das Gebot halten, die Empfehlungen bei SteglitzMind auszusprechen und auf die betreffende Buchhandlung zu verlinken. Das heißt, derzeit sammle ich noch auf allen sozialen Netzwerken ein. Buchhandlungen ohne Link müssen leider rausfallen, diese Recherche kann ich einfach nicht auch noch leisten.

Wann ist das Projekt beendet?
Ich bin inzwischen dazu übergegangen „nur noch“ zwei Porträts wöchentlich zu publizieren; in den ersten 14 Tagen waren es jeweils drei Interviews. Nach dem derzeitigen Stand der Dinge werden wir bis weit in den September hinein auf SteglitzMind Buchhandlungen kennenlernen. Und da mir neben den eingegangenen Beiträgen zudem sehr viele Zusagen vorliegen, dass man nach der Ferienzeit ebenfalls mittun wolle, kann ich mir vorstellen, dass die Reihe über den September hinaus fortgesetzt wird. Schön wäre es jedenfalls.

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