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David PearsonDavid Pearson

04.09.2013Workshop mit David Pearson

Alter Wein in neuen Schläuchen

David Pearson versteht sich wie nur wenige auf die Kunst, Klassikern ein neues, zeitgemäßes Gewand zu verpassen. Wie das geht? Im Herbst kommt der preisgekrönte Penguin-Designer, der inzwischen selbst unter die Verleger gegangen ist, für einen Workshop nach Berlin. 

Von Büchern und deren Gestaltung war David Pearson (Jahrgang 1978) schon fasziniert, als er noch nicht lesen konnte: Bereits im zarten Kindesalter sortierte er die Penguin-Bücherbox „Modern Short Stories“ im elterlichen Bücherregal nach Farben und Ziffern. Dass er 2002, nur einen Tag nach seinem Grafikdesign-Abschluss am renommierten Londoner Central Saint Martins (CSM), im Typo-Department von Penguin Books anheuerte, ist wohl kein Zufall.

Als seine Abteilung nur fünf Monate später abgewickelt wurde, angelte ihn Art Director Jim Stoddard fürs Cover-Design: Learning by doing war angesagt. Rasch begriff Pearson, dass man auch im stressigsten Konzern-Arbeitsumfeld eine Menge Freiheiten hat. „Als junger Gestalter landen oft eher experimentelle Projekte auf deinem Schreibtisch, an die keine großen Verkaufserwartungen geknüpft sind.“ Der Rest ist beinahe schon Geschichte: In den folgenden Jahren entwickelte Pearson das Gestaltungskonzept (auch ökonomisch) erfolgreicher Reihen wie „Penguin Great Ideas“, „Penguin Great Loves“, „Penguin Great Journeys“ oder „Pocket Penguins“. Bereits 2007 wählte der „Guardian“ das Multi-Talent unter die „Top 50“ des britischen Designs.

Eigentlich hätte der rasch zu Ruhm Gekommene nun in aller Ruhe auf die Rente zusteuern können – doch nach fünf Jahren Angestellten-Dasein brach Pearson zu neuen Ufern auf. Er machte sich selbständig. Neben Arbeiten für Penguin, Picador oder den kleinen Pariser Verlag Zulma nahm Pearson nun auch Jobs außerhalb der Buchbranche an: Plattencover, Markenführung, Firmen-ID’s. Zu seinen neuen Kunden gehörte etwa der Filmregisseur Ridley Scott. „Mit solchen Projekten lässt sich vielleicht mehr Geld verdienen“, gestand er in einem Interview, „sie führen einen jedoch vom eigentlichen Gestaltungsprozess weg.“ Buchdesign und Covergestaltung bleiben seine große Leidenschaft.

2008 gründete Pearson gemeinsam mit Jonathan Jackson White’s Books, einen kleinen Verlag, den beide neben ihren anderen Aktivitäten führen: Dort erscheinen Neu-Editionen von rechtefreien Klassikern wie Jane Austen, Charles Dickens oder William Shakespeare - aufwändig hergestellt, von bekannten Künstlern illustriert, zu erschwinglichen Preisen, vertrieben nicht nur über den Buchhandel, sondern auch in Geschenkeläden und kleinen Galerien. Für Pearson eine Art Nagelprobe: Wie kann sich das gedruckte Buch in digitalen Zeiten behaupten, wenn jeder, der mag, einen Text publizieren kann?  

Alter Wein in neuen Schläuchen? Wie sich altbekannte Inhalte – jenseits simpler „Aufhübschung“ – nicht nur fashionable, sondern auch profitabel gestalten lassen, ob  Cover-Redesign tatsächlich leicht verdientes Geld verheißt – das kann man sich nun vom Meister persönlich erklären lassen. Mitte Oktober holt der Gestalten Verlag David Pearson, den Mann mit dem Händchen für schicke Buch-Serien, zu einem zweitägigen Workshop nach Berlin. 

 

Money for Old Rope – Book Cover Redesign

Workshop mit David Pearson

14.-15. Oktober, Gestalten Space, Sophienstraße 21

http://news.gestalten.com/event/money-old-rope-book-cover-redesign

 

 

 

nk

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