Verdi vs. Amazon

Der Tarifwunsch geht nicht in Erfüllung

Sechs Tage haben Amazon-Mitarbeiter in den Versandzentren Leipzig und Bad Hersfeld gestreikt, aber ihr Ziel bleibt offenbar nach wie vor in weiter Ferne: Medienberichten zufolge zeigt sich Amazon eisern und will sich den Tarifforderungen auch weiterhin nicht beugen.

"Es wird immer so hingestellt, als sei ein Tarifvertrag alternativlos, aber das ist nicht so", zitiert dpa Amazon-Sprecher Stefan Rupp. "Wir lernen jeden Tag dazu und hören auf unsere Mitarbeiter." Solange allerdings Verdi auf einen Tarifvertrag nach den Bedingungen des Einzelhandels poche, fehle hier jede Basis für ein Gespräch.

Als aussichtslos stuft die Gewerkschaft Verdi ihren Kampf um Tarif-Abschluss auf Einzelhandelsniveau dennoch nicht ein. Nach dem Weihnachtgeschäft werde Bilanz gezogen, meldet die dpa - dann überlege man weiter. Immerhin eines habe man jedenfalls erreicht, gratuliert sich Verdi gegenüber der Nachrichtenagentur: Es sei gelungen, Unruhe in die Abläufe zu bringen.

Insgesamt beteiligten sich laut der Gewerkschaft Verdi täglich rund 1.100 Mitarbeiter an der Aktion, am vergangenen Samstag sollen es etwa 650 gewesen sein.

Schlagworte:

Mehr zum Thema

5 Kommentar/e

Diskutieren Sie mit ...

  • peter&paul

    peter&paul

    aha, das ist also verdis ziel, unruhe zu stiften! und dabei andere dienstleister und die verbraucher quasi in geiselhaft zu nehmen.
    dieser nachstehende artikel bestätigt nachdrücklich, dass verdi wohl amazon eher vorrangig zur eigenen imagepflege benutzt:
    http://www.focus.de/politik/deutschland/online-ver sandhandel-ueberraschende-image-hilfe-fuer-amazon_ id_3500782.html
    frohe weihnachten @all

  • Hansel

    Hansel

    Natürlich ist es ein bisschen weit hergeholt, dass Packer nach dem Einzelhandel-Tarifvertrag bezahlt werden sollen.

    Aber ich denke, darum geht es eigenlich gar nicht in erster Linie, sondern Verdi will ernst genommen werden von einem US-Unternehmen, das zwar wohl "Gespräche" mit Verdi führt, aber - um Gottes Willen - keine "Verhandlungen".

    Weil Gewerkschaften sind ja für ein Ami-Unternehmen des Teufels und eine irgendwie geartete Tarifbindung ein Graus. Daher wird das Ganze so schnell keine Ergebnisse zeitigen, denke ich...

  • Dieter Dausien

    Dieter Dausien

    @peter&paul:

    Das ist bei Streiks so üblich, dass Dritte in "Mitleidenschaft" gezogen werden. Wenn keiner was von einem Streik merkt, dann kann er auch nichts bringen. "Geiselhaft" ist in diesem Zusammenhang ein Unsinn³ und zynisch gegenüber allen Geiseln.

    @ Hansel:

    Nach meinen Informationen geht es nicht um "Einzelhandelstarif für Packer", sondern um den Tarif für den Einzel- und *Versand*handel. Und ein Versandhandel ist amazon nach meinem Wissen schon. Und kein Logistik-(=Transport-)unternehmen.

    Aber klar: Irgendwie müssen der tolle Service und die hohen Kosten ja gegenfinanziert werden. Und da müssen eben alle ran, die Packer, die Spediteure und die Hersteller und Verlage. Der Kude ist König. Und amazon Kaiser.

  • Georg M.

    Georg M.

    @ 2 und 3

    Der Zwischenbuchhandel in Deutschland zahlt nach Großhandelstarif.
    Wenn sich Amazon diesem Tarif anschließt verlieren sie einen Wettbewerbsvorteil.

  • Harry

    Harry

    Verdi verkraftet es nicht, dass die große Mehrheit der Amazon Beschäftigten kein Verdi-Mitglied ist. Der Streik war für Verdi ein gewaltiger Rohrkrepierer.

    Was ich allerdings noch viel verwerflicher finde, sind die Lügen, die Verdi der Öffentlichkeit auftischt. Bestes Beispiel war die angebliche Entlassung befristet angestellter Aushilfskräfte, angeblich kurz vor Weihnachten. Natürlich wusste Verdi, dass dies eine glatte Lüge war.

    Was soll man von einem Verein halten, der so dreist lügt?

    • ...

      Informationen zum Kommentieren

      Bitte kommentieren Sie zur Sache. Aggressive, polemische und beleidigende Kommentare werden nicht veröffentlicht. Wir werden Ihren Kommentar so schnell wie möglich freischalten. Hier lesen Sie unsere Netiquette.

    • ...
      Mein Kommentar

      Bitte kommentieren Sie zur Sache. Aggressive, polemische und beleidigende Kommentare werden nicht veröffentlicht. Wir werden Ihren Kommentar so schnell wie möglich freischalten. Hier lesen Sie unsere Netiquette.

      Ihr Profilbild können Sie über den externen Dienst Gravatar einbinden.

      (E-Mail wird nicht veröffentlicht)
      CAPTCHA image
      Wenn Sie die Buchstabenkombination nicht entziffern können, erhalten Sie durch Klick auf die Buchstaben eine neue Kombination.

      * Pflichtfeld

    Bildergalerien

    Video

    nach oben