Image-Profile 2014

Saftige Klatsche für Amazon

Für seinen schlechten Umgang mit den Mitarbeitern und die enthüllten Steuertricksereien wird Amazon ein weiteres Mal öffentlich abgestraft: In der großen Image-Untersuchung des "Manager Magazins" fällt das Unternehmen in der Gesamtwertung von Platz 15 auf 99 zurück. Bertelsmann ist einer der Gewinner.

Den stärksten Ansehensschwund mussten laut "Imageprofile 2014" das Medienhaus Gruner+Jahr, der Elektrogigant Siemens und der Internethändler Amazon verkraften. Das schlechteste Image aller untersuchten Unternehmen besitzt der Billigflieger Ryanair.

Eine besonders harte Klatsche gab es für den Onlinehändler aus Seattle. In der Rubrik Handel hatte Amazon 2012 noch Rang 1 belegt. In der Folgestudie 2014 (die Untersuchung findet alle zwei Jahre statt) landet das Unternehmen nur noch auf Rang 12.

Die Untersuchung bescheinigt dem Unternehmen

  • eine "katastrophale" Mitarbeiterorientierung (271 Punkte; 2012: 565 Punkte)
  • auch beim Thema Nachhaltigkeit ging es steil bergab (405 Punkte; 2012: 564 Punkte)

Zum Schlüssel:

  • Ergebnisse über 800 Punkte sind hervorragend
  • bis 751 Punkte sehr gut
  • bis 701 Punkte noch gut
  • bis 571 Punkte werden in einer Rubrik als schlecht bewertet
  • ein Ergebnis unter 450 Punkten gilt als katastrophal.

"In den Punkten war Amazon bereits in der Voruntersuchung nicht gut, konnte es aber über Punkte wie Finanzierung und Management herausreißen", heißt es dazu vom „Manager Magazin“ aus Hamburg. Für den Imageschaden sind Skandale um die Steuersparpolitik Amazons und die miserable Behandlung der Leiharbeiter sowie die Dauerstreiks für einen Tarifvertrag des Versandhandels und faire Arbeitsbedingungen ursächlich.

Bertelsmann freut sich über Top-Platzierung

Auf der Gewinnerseite steht hingegen Bertelsmann: Das internationale Medienunternehmen hat bei den „Imageprofilen 2014“ den ersten Platz in der Kategorie Medien errungen. Judith Hartmann, Mitglied des Vorstands von Bertelsmann, nahm die Auszeichnung gestern Abend anlässlich der feierlichen „Gala der Sieger“ in Hamburg entgegen, wie Bertelsmann mitteilt. Judith Hartmann freute sich: „Bertelsmann hat im vergangenen Jahr große Fortschritte bei der Umsetzung der neuen Konzernstrategie erzielt, etwa die Fusion von Penguin und Random House zum weltweit größten Buchverlag oder die vollständige Übernahme des Musikrechteunternehmens BMG. Die Aufbruchsstimmung, die bei uns herrscht, wird auch extern wahrgenommen.“

Zur Studie
Die Studie Imageprofile umfasst 181 Unternehmen. Die Auswahl berücksichtigt Unternehmen aus zehn Branchen, darunter sämtliche Dax-Werte und die führenden internationalen Konzerne. Die Umfrage führte Professor Joachim Schwalbach von der Humboldt-Universität zu Berlin im Auftrag des "Manager Magazins" durch. Seit 1986 untersucht das "Manager Magazin", wie hoch das Ansehen der führenden deutschen und internationalen Unternehmen tatsächlich ist. In diesem Jahr beteiligten sich mehr als 3.000 Führungskräfte an der größten und umfangreichsten Studie ihrer Art. Ermittelt wurden sowohl das Gesamtbild der Unternehmen als auch einzelne Image- Faktoren wie Kundenorientierung, Managementqualität oder Nachhaltigkeit.

Ab dem 23. Januar 12 Uhr ist die Untersuchung im E-Paper des „Manager Magazins“ zu lesen. Die Februar-Ausgabe des Magazins liegt ab Freitag am Kiosk.

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