Weltbild-Interessenten fordern mehr Zeit

Teure Zitterpartie

Mindestens zwei international tätige Medienkonzerne sollen laut Medienberichten mit Insolvenzverwalter Arnd Geiwitz bereits Gespräche über den Kauf des gesamten Weltbildkonzerns führen. Die Prüfung kosten nicht nur Nerven – sondern auch viel Geld. Die bayerische Staatsregierung will aushelfen.

Ein weiterer Interessent dürfte Thalia-Investor Advent sein. Welche beiden anderen Investoren an der gesamten Weltbildgruppe Interesse zeigen, ist derzeit unklar. Die Prüfung der Bücher dürfte sich mindestens zwei Monate hinziehen, meldet die „Süddeutsche Zeitung“ in der heutigen Montagsausgabe.

Bereits Ende März enden die Insolvenzgeldzahlungen der Arbeitsagentur an die rund 2.200 Mitarbeiter des insolventen Augsburger Verlagshauses: Wie die „Süddeutsche Zeitung“ vorrechnet, fallen acht Millionen Euro pro Monat an Gehaltskosten an. Drei Monate länger als von Geiwitz zunächst veranschlagt soll sich die Prüfung der Weltbild-Übernahme nach Angaben der Zeitung hinziehen – rund 24 Millionen Euro an Mitarbeiterkosten müsste das Unternehmen demnach auftreiben, um den Geschäftsbetrieb bis dahin aufrecht erhalten zu können. Ob es dann tatsächlich zum Verkauf des gesamten Konzerns kommt, ist unklar. Als wahrscheinlicher gilt die Filetierung und die Herauslösung der Digitalsparte. Hier signalisert etwa Bastei Lübbe Interesse.

Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) sagte am Samstag nach einem Treffen mit Weltbild-Betriebsräten und Verdi: „Wenn Weltbild ein Stück Zeit braucht, dann versuchen wir, das mitzugestalten.“ Bei der Finanzierung Einspringen sollen die Arbeitsagentur, der europäische Sozialfonds, Banken und die Diözesen, die zu den Eigentümern zählen. Diese stehen nach wie vor unter Druck: Durch ihr „Nein“ für die anstehenden Investitionskosten droht vielen der rund 6.300 Mitarbeiter die Arbeitslosigkeit. Die Mitarbeiter fordern weiterhin die Sanierung des Konzerns.

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1 Kommentar/e

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  • Robin

    Robin

    ..."rund 24 Millionen Euro an Mitarbeiterkosten müsste das Unternehmen demnach auftreiben, um den Geschäftsbetrieb bis dahin aufrecht erhalten zu können"...

    Trotzdem der Geschäftsbetrieb angeblich unverändert weiterläuft und täglich verkauft wird, ist offensichtlich schon jetzt abzusehen, dass das Unternehmen über die nächsten Monate hinweg nicht einmal in der Lage ist, aus dem laufenden Betrieb die Löhne zu bezahlen...da werden die Investoren schlange stehen !

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