Mobile Commerce

Powa Tag gegen Amazon: Der Kampf um den mobilen Kunden

Das Rennen um die Umsätze im Mobile Commerce tritt in eine neue Phase: Mit der Multichannel-Lösung "Powa Tag" des britischen Unternehmens Powa Technologies und der verbesserten Mobile-App von Amazon ist es künftig möglich, fotografierte Artikel im 1-Click-Verfahren zu kaufen. Recherchieren im Netz oder im Online-Shop ist dann überflüssig. VON ROE

Powa Tag, ein Londoner Start-up, das von einem US-Investor mit einem Startkapital von knapp 97 Millionen Dollar (rund 71,6 Millionen Euro) ausgestattet wurde, bereitet derzeit den Launch seiner neuen Multichannel-Lösung Powa Tag in 14 Ländern vor – darunter auch in Deutschland.

Mit Hilfe der Powa-Tag-App wird es nach Unternehmensangaben Kunden möglich sein, den Kauf eines Produkts (zum Beispiel eines Buchs oder einer CD) in weniger als drei Sekunden mit einem Smartphone oder einem Tablet abzuwickeln. Ein Käufer kann den Artikel entweder direkt in einem stationären Geschäft, auf einer Anzeige (in einer Zeitung oder auf einem Citylight), in einem TV- oder Radiospot aufnehmen und sofort kaufen. Dabei genügt es, zum Beispiel das physische Buch oder dessen Abbildung in einer Anzeige zu fotografieren oder in einem Radio-Spot hinterlegte Sound-Bytes aufzuzeichnen.

Wie Powa Technologies auf Anfrage mitteilt, sind beim Kauf eines Produkts Händlerdaten sowie Bezahldaten des Kunden hinterlegt. Fotografiert ein Kunde mit dem Smartphone ein Produkt im Schaufenster eines Geschäfts, dann wird der Verkauf dem Einzelhändler und seinem Logistikpartner zugeordnet (dazu müssten vermutlich die Ortungsdienste des Smartphones aktiviert sein). Beim mobilen Kauf via Produktanzeige würden die Umsätze beim Produzenten (etwa der Verlag) bleiben. Powa Tag selbst kassiert nach Informationen des Magazins "Forbes" pro Transaktion eine Provision von 0,1 Prozent, mindestens aber 40 US-Cent – deutlich weniger als Online-Händler, die mit bis zu 30 Prozent an den Umsätzen beteiligt sind.

Die Technik hinter der 1-Click-Lösung von Powa Tag ist noch nicht bekannt. In Großbritannien hat die Mobile-Commerce-Plattform laut "Forbes" bereits rund 15 Unternehmen unter Vertrag – darunter das Verlagshaus Harper Collins, Electrolux, Hoover und Lavazza.

Während der Charme der Powa-Tag-Lösung darin besteht, dass der lokale Einzelhandel mit ins Boot genommen wird, hat die jetzt von Amazon angekündigte neue Funktion der mobilen Amazon App (namens "Flow") das Zeug, die Kannibalisierung des lokalen Einzelhandels weiter zu beschleunigen. Künftig können auch Amazon-Kunden – vorerst nur in den USA – mit Hilfe der App auf ihrem iPhone (so das Magazin "Wired") einen Artikel fotografieren und mit einem Klick bestellen. Im Gegensatz zur Powa-Tag-Lösung landet der Umsatz aber nicht beim örtlichen Händler, sondern bei Amazon. Die Tendenz, dass physische Läden zu Showrooms verkümmern, würde dadurch verstärkt.

Schlagworte:

11 Kommentar/e

Diskutieren Sie mit ...

  • anAlfabhet

    anAlfabhet

    über die engagierte frau rodé wird sich das maul zerrissen, und dieser artikel hier bleibt unkommentiert. naja, man kann sich halt nicht um alles kümmern. ist hier aber auch komplexer, die frage, wo man draufhauen soll, auf die venture capitalisten mit ihren 97mio dollar, auf die nötige komplettnacktmachung von mir als konsumenten (herr a. nAlfa-bhet befand sich am 23.3.2014 um 12:23 Uhr in der kurt-schumacher-str.12 vor dem schaufenster der buchhandlung x und bestellte über bezahlsystem y das buch >die blechbüchse< (wieso bestell ich das eigentlich nicht gleich als e-book, spart doch finnisches papier) oder sind es wieder die bösen amazonen, die fremde, liebevoll vom buchhändler meines vertrauens gestaltete schaufensterdeko.... faden verloren. egal.
    gute nacht

  • Der ecommercer

    Der ecommercer

    Mobile Payment und -Shopping werden kommen. Warum? Weil die Konsumenten es nutzen und irgendwann auch erwarten werden. Es ist gut, dass es eine Alternative zu Amazon gibt und es ist zu hoffen, dass der Einzelhandel und die Katalogversender es nutzen und umsetzen werden, anstatt immer nur zu jammern und wie das Karnikel vor der Schlange Amazon gegenüber stehen. Verschlafene Möglichkeiten wurden bereits im deutschen Buchhandel und im internationalen Musikgeschäft vorexererziert.

  • Galbadon

    Galbadon

    Meinetwegen kann man das alles einführen - wer es braucht. Mir wäre bloß wesentlich wohler, wenn nicht die start-upler und ecommercer ständig "Konsumenten" vorschreiben würden, was er will und was er benötigt, was er zu brauchen hat. Der Konsument will dies, der Kunde fordert heute das.. PR als Kundenentmüdigungsinstrument verstanden. Die meisten Kunden dürften cleverer sein und durchaus selbst entscheiden, was sie brauchen (obwohl? wenn ich heute wieder die Meldungen über die i-slaves lese und deren neues iphone - seufz).

  • ecommerce

    ecommerce

    Glücklicherweise ist es Anbietern heute kaum noch möglich, Kunden Ihre Vorlieben vorzuschreiben. Es gibt kaum noch Monopolisten in diesem Bereich (z. B. Deutsche Post im Telefonbereich). Dennoch: Ich wundere mich selbst über das teilweise Lemminghafte Verhalten der Menschen, indem die eigenen Daten geradezu bulemisch in die Welt hinausposaunt werden. Daher: Es sind nicht die Anbieter, die etwas vorschreiben, sondern die Leute selbst, die ihre Eigenverantwortung nicht wahrnehmen und sich selbst zu reinen Konsumenten "degradieren". Die Industrie tut nur das, wofür sie geschaffen ist: Möglichkeiten nutzen und Geld verdienen..

  • IF

    IF

    Merke:
    Innovation sonstiger Anbieter: GUT
    Innovation Amazon: BÖSE

  • Verkaufnix

    Verkaufnix

    DAS war doch schon immer das Problem des Konsumenten. Er konnte einfach nicht in 3 Sekunden bestellen - und vor allem nicht mit dem Smartphone. Die Versmartphonisierung des Lebens ist nicht mehr aufzuhalten. Demnächst bringt es uns ins Bett, sorgt für regelmässige Fütterung per Mampf-App, wäscht und kämmt uns und das alles natürlich immer verlinked mit Facebook, Twitter und allen wichtigen Nachrichtendiensten dieses Universums. Die dabei regelmässig geknippsten Bilder dieser Rundumbetreuung knippst die Knips-App und veröffentlicht diese ebenfalls und stellt sie in einer cloud zur Verfügung. brave new world. Komischerweise hat noch keiner dieser schlauen Firmen die Geldvermehrungs-App erfunden, wobei die Erfinder dieser so sinnvollen Apps für sich natürlich schon. Irgendwann wird uns unser Smartphone nicht mehr brauchen, dann konsumiert es einfach selbst und hält uns im Hamsterrädchen gefangen, damit wir immer ausreichend Strom produzieren...

  • IF

    IF

    Die Dampfmaschine hatte bestimmt ähnliche Kritiker.
    Die lagen wohl eher nicht so ganz richtig...

  • Heinzi

    Heinzi

    @7 Wieso, spielt die Dampfmaschine heute noch irgendwo eine Rolle, außer im Museum?

  • Verkaufnix

    Verkaufnix

    @IF: da drehen Sie aber jetzt das ganz große (Dampf)rad, oder? Diese App mit der Erfindung der Dampfmaschine zu vergleichen... zeugt ein wenig von mangelhaften wirtschaftsgeschichtlichen Kenntnissen. Abgesehen davon ist mir die Vermartphonisierung so lange wurscht, solange ich nicht gezwungen werde, mein komplettes Leben über so ein lächerliches Teil abzuwickeln. Und ja: ich habe auch eines.

  • IF

    IF

    Bleibe analog, wer das will.Kritisiere er aber bitte nicht die, die nicht im gestern bleiben wollen. Solle er doch bitte auch den Strom abschalten und sämtliche Maschinen, die ihren Ursprung letzlich in der Dampfmaschine haben.

  • Verkaufnix

    Verkaufnix

    Was ist das denn für ein Sprech?!? Mal unabhängig vom Stil ist der Beitrag #10 irgendwie ins Off geschrieben. Hat sich irgendjemand hier gegen "die Moderne", gegen Strom, gegen Dampfmaschine ausgesprochen. War hier irgendwo ein Appell, die Steinzeit neu zu erfinden? Die "Technikhörigkeit" mit ihrer unbedarften Herangehensweise hat schon reichlich Opfer gekostet. Finanzielle und sogar manche das Leben. Die permanente Vernetzung von allem und jedem birgt reichlich Gefahren. (Unsere freundlichen Späher befreundeter Staaten sind da ganz glücklich mit.) Die Verwendung eines einzigen Gerätes für alles ebenfalls. Aber es soll jeder nach seiner Facon selig werden. Hat ein alter Mann mal gesagt, gilt heute noch.

    • ...

      Informationen zum Kommentieren

      Bitte kommentieren Sie zur Sache. Aggressive, polemische und beleidigende Kommentare werden nicht veröffentlicht. Wir werden Ihren Kommentar so schnell wie möglich freischalten. Hier lesen Sie unsere Netiquette.

    • ...
      Mein Kommentar

      Bitte kommentieren Sie zur Sache. Aggressive, polemische und beleidigende Kommentare werden nicht veröffentlicht. Wir werden Ihren Kommentar so schnell wie möglich freischalten. Hier lesen Sie unsere Netiquette.

      Ihr Profilbild können Sie über den externen Dienst Gravatar einbinden.

      (E-Mail wird nicht veröffentlicht)
      CAPTCHA image
      Wenn Sie die Buchstabenkombination nicht entziffern können, erhalten Sie durch Klick auf die Buchstaben eine neue Kombination.

      * Pflichtfeld

    nach oben