Amazon knüpft sein europäisches Logistiknetz enger

Die Kosten der anderen

In Polen bereitet Amazon gerade den Start zwei neuer Logistikzentren vor – bedient werden sollen vor allem Kunden aus Deutschland. Ein Überblick: Wie dieser Plan die Kosten der Verlage treibt, warum KNV seine Bücherwagen jetzt auch Richtung Posen und Breslau rollen lässt und wo Amazon derzeit besonders eifrig an seinem europäisches Logistiknetz baut. VON KUM, TW

Was bedeutet die Expansion von Amazon nach Polen für deutsche Verlage?

Die Verlage müssen ins Ausland liefern. Bereits im Juni wurde bekannt, dass Amazon sie dazu aufgefordert hat, rund 40 Prozent ihres Liefervolumens künftig nach Polen transportieren zu lassen (siehe Archiv: Amazon beliefert deutsche Kunden über Polen). Damit steigt nicht nur die Kilometerleistung pro Buch, damit steigen auch die Kosten: Da sind sich Zwischenbuchhändler einig.

Aus Sicht von Matthias Heinrich (Brockhaus Commission) steigt das Kostenbarometer aber nicht nur „durch den physischen Transport von A nach B, sondern auch durch die länderübergreifende 'Lagerfilialisierung'“. Letzteres führe zu immer kleinteiligeren Sendungen, rechnet er vor. „Und Kleinteiligkeit bedeutet immer Mehraufwand bei gleichbleibendem Rüstaufwand je Lieferung.“ Allein durch diese beiden Faktoren dürften Verlagen bei der zukünftigen Belieferung von Amazon Mehrkosten im zweistelligen Prozentbereich entstehen, meint er – „bei ohnehin schon geringen Margen, ohne jegliche eigene Einflussnahme oder Not, sondern rein auf Veranlassung eines einzelnen Unternehmens hin.“

Auf sein eigenes Team in der Verlagsauslieferung sieht Heinrich vor allem Mehrarbeit zukommen: „Uns als Zwischenbuchhändler graut es jetzt schon vor dem erhöhten Regelungs- und Verwaltungsaufwand, ganz zu schweigen von der Zunahme der Komplexität in der Kommunikation.“ Sein Fazit: „Wenn jetzt Amazon seine betriebshygienischen Verwerfungen und ordentliche arbeitsrechtliche Vorgaben durch das Rochieren mit Logistikstandorten in Osteuropa – die notwendig werden, um Binnenrahmenbedingungen am Standort Deutschland zu umgehen - kostenseitig auf die Lieferanten abwälzt, ist das schon grenzwertig.“

Jochen Mende (Prolit) sieht die Sache ähnlich. „Auf Basis der bisherigen Vereinbarungen (portofreie Lieferung) müssten die Verlage trotz unserer verlagsübergreifenden Bündelung mit etwa doppelt bis viermal so hohen Transportkostenbelastungen rechnen“, prognostiziert er – betont aber, als Einschränkung, dass die für die Kalkulation wichtigen Strukturzahlen, etwa das Gewicht und das Volumen der Sendungen, noch unbekannt seien. In welchem Punkt sich Mende schon jetzt sicher ist: Er geht davon aus, dass die Pakete nach Polen aus der Verlagsauslieferung heraus – je nach Lieferweg – doppelt bis viermal so lang unterwegs sein werden (statt derzeit 1-2 Tage dann 2-4 Tage).

KNV wird mit seinem Bücherwagendienst versuchen, die Dinge zu beschleunigen. Das Barsortiment hat Verlage gerade per Sondernewsletter darüber informiert, mit den eigenen Bücherwagen künftig die beiden neuen Amazon-Versandzentren in Polen ansteuern zu wollen – wobei die größte Herausforderung darin bestehen dürfte, teure Leerfahrten zu vermeiden. KNV nimmt sie an, und bietet seinen Transportdienst (mit Verbringungsnachweis) deshalb auch Verlagen an, mit der man nicht über die Schwesterfirma KNO Verlagsauslieferung ohnehin schon verbunden ist.

„Uns geht es darum, für den Markt und die Verlage eine Dienstleistung anbieten und zu zeigen, dass wir an diese Orte liefern können – damit die Verlage ihren Kunden, also Amazon, bedienen können“, erklärt KNV-Einkaufsleiter Markus Fels (Foto). „Die Anforderung an uns ist, das Zustellen der Ware effektiv abzuwickeln.“

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Warum ausgerechnet Polen?
 
Zu seiner Standortpolitik hat sich Amazon bislang nie öffentlich geäußert. Beobachten lässt sich jedoch, dass das Unternehmen gern dort investiert, wo ihm Politik und Behörden entgegenkommen – und sich Kostenrisiken minimieren lassen (auch steuerlich). Das dürfte Sinn und Zweck des europäischen Logistiknetzwerks sein.

Polen fällt da besonders auf: Amazon macht zwar keine Anstalten, einen Länder-Shop zu eröffnen, wird in Kürze aber drei Logistikzentren im Land betreiben, zwei in Breslau und eines in Posen – mit einer Lagerfläche von jeweils 95.000 Quadratmetern (das zweite Lager in Breslau soll 2015 starten; siehe Übersicht). Vermutlich werden von Polen aus vor allem grenznahe Regionen in Deutschland beliefert.

Welche Kosten durch den Umweg über Polen entstehen, muss Amazon nicht weiter kümmern – denn für Export und Re-Import zahlen die Verlage (siehe oben). Amazon schaut wohl eher auf seine eigene Bilanz: Deutschland ist für Amazon der wichtigste Markt in Europa, und die Wege nach Polen sind (verhältnismäßig) kurz.

Vorstellbar ist, dass auch die Lohnstruktur auf Amazon reizvoll wirkte und die Entscheidung pro Polen beflügelte: Für polnische Logistik-Mitarbeiter muss das Unternehmen mit etwa 3 Euro pro Stunde kalkulieren – ihre deutschen Kollegen erhalten in der gleichen Zeit, wie Amazon das neuerdings auch selbst immer gern wieder betont, 9,55 Euro (plus Aussicht auf einen Bonus).

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Setzt sich Amazon in Deutschland nun kleiner?
 
Darüber wird schon länger spekuliert, doch Amazon hat stets abgewunken. Offiziell heißt es, so zitieren „Die Welt“ und andere Medien einen Sprecher: Die neuen Zentren seien dazu da, das Wachstum in Europa zu unterstützen; es gebe keine Pläne, eines der bestehenden 25 Zentren zu schließen.

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Welche langfristige Strategie steckt dahinter?

Amazon dürfte es in erster Linie um Kundenbindung gehen - um Masse. Weil sich die Anzahl der Kunden nicht mehr groß steigern lässt, setzt das Unternehmen nun darauf, den Umsatz pro Kunde zu erhöhen ("Bonhöhe", Zahl der Einkäufe pro Monat und Jahr). Offensichtlich wird das in der Praxis beim Prime-Programm.

Beispiel 1:
Amazon stärkt das Stammkundenprogramm. Dazu dient die Anhebung der Freigrenze für den kostenlosen Versand in Deutschland (von 20 auf 29 Euro; siehe Archiv: Amazon hebt die Freigrenze an) – auf diese Weise verringert sich für Kunden der Abstand zu den Prime-Gebühren - und der Reiz, Amazon-Stammkunde zu werden, wird größer (Prime: 49 Euro pro Jahr, kostenlose Lieferung über das gesamte Amazon-Sortiment hinweg). Und selbst wenn sich ein Kunden gegen den "Club" entscheidet: Amazon zieht aus der Anhebung in jedem Fall einen Vorteil - der Umsatz pro Warenkorb dürfte steigen.

Beispiel 2: Für Prime-Kunden in Deutschland und Großbritannien hat Amazon im Juli einen neuen Express Service eingerichtet – sie können seitdem Waren, die in einem Versandzentrum eines anderen EU-Landes lagern, innerhalb von zwei Tagen kostenlos ordern (siehe Archiv: Aktionäre strafen Amazon ab).

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Wie groß ist europäische Logistiknetzwerk?

Nach Angaben von Amazon umfasst das Logistiknetzwerk (offizieller Name: European cross border delivery network) aktuell 25 Standorte – die beiden neuen Polen-Standorte bereits eingerechnet.

Amazon pusht über dieses Netzwerk den grenzüberschreitenden Warenverkehr. Angelegt ist es so, dass die Standorte nicht autark arbeiten, sondern zusammen: Generell sind alle miteinander verbunden, auch das länderübergreifende Beliefern wird schon länger praktiziert. Summa summarum kommt Amazon in Europa auf eine Lagerfläche von rund 1,8 Millionen Quadratmetern (eine Übersicht mit allen Ländern und Standorten finden Sie am Ende).

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Wo investiert Amazon in Europa?
 
Nirgendwo gibt es so viel Amazon-Lagerfläche wie in Deutschland. In den vergangenen Jahren hat sich der Händler deshalb beeilt, sein Logistiknetz zu erweitern – mittlerweile existieren neun Versandzentren mit einer Gesamtfläche von fast 900.000 Quadratmetern. Zuletzt (2013) wurde das Lager in Brieselang bei Berlin eröffnet.

Zweitgrößtes Logistik-Land für Amazon ist Großbritannien. Doch schon direkt dahinter steht in Kürze ein Wechsel an: Polen verdrängt Frankreich auf Platz vier (Übersicht) – das Land bildet im Moment den Investitionsschwerpunkt in Europa. Zwei der geplanten drei Zentren gehen im September in Betrieb, das dritte folgt 2015. 

Großbritannien. Auf der Insel betreibt Amazon acht Logistikzentren, und fährt, wie es aussieht, dabei eine Sonder-Strategie. 2013 wurde damit begonnen, zusätzlich eine Reihe von Kleinlagern in Citynähe zu installieren (je ca. 4.500 Quadratmeter). Medienberichten zufolge investiert das Unternehmen insgesamt rund eine Milliarde Pfund in den lokalen Ausbau (Flexibilität, Geschwindigkeit; siehe Archiv: Amazon eröffnet Mini-Center). Dazu passt, dass das Unternehmen eine sehr ausgeklügelte, differenzierte Preisliste für die Versandkosten entwickelt hat (im Orginal, hier). Wer kein Prime-Kunde ist, muss gut aufpassen: Kostet ein Medienprodukt weniger als zehn Pfund, verschickt es Amazon seit diesem Jahr nicht mehr gebührenfrei (siehe Archiv: Amazon will Porto).

Spanien. Dort hat Amazon in der Nähe von Madrid 2012 ein Logistikzentrum eröffnet, zum Start kam es auf 52.000 Quadratmeter. Laut Cadena de Suministro, einem spanischen Logistikportal, ist der Konzern derzeit dabei, das Zentrum zu erweitern (auf 60.000 Quadratmeter) – und sucht zudem einen zweiten Standort.

Tschechische Republik. Hier bereitet sich Amazon für den Start in Dobroviz vor, einem kleinen Ort in der Nähe des Prager Flughafens. Über das Logisitikzentrum sollen ausschließlich Rücksendungen bearbeitet werden. Das Logistikzentrum wird, wie lokale Medien berichten, 95.000 Quadratmeter groß sein – wie die Lager in Polen. Pläne, ein zweites Zentrum in Brünn zu bauen, haben sich indessen zerschlagen.

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Was lässt sich Amazon seine Logistik kosten?

Wie teuer der Betrieb der europäischen Logistikzentren ist, weist Amazon in seiner Bilanz nicht eigens aus. Zu finden sind aber die Gesamtkosten für das Fulfillment weltweit – und ihr Anteil am Netto-Umsatz.  Gerade letztere Kennzahl lässt keinen Zweifel daran, dass die Fulfillment-Aufgaben (und -Kosten) sukzessive wachsen.

amazon.com Gesamtumsatz (netto) Fulfillment-Kosten Anteil am Netto-Umsatz
2010 34,2 Mrd. Dollar 2,9 Mrd. Dollar 8,5 %
2011 48,1 Mrd. Dollar 4,6 Mrd. Dollar 9,5 %
2012 61,1 Mrd. Dollar 6,4 Mrd. Dollar 10,5 %
2013 74,5 Mrd. Dollar 8,6 Mrd. Dollar 11,5 %

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Das europäische Logistiknetzwerk von Amazon – Standorte und Status

 

Land Standorte (Fläche) Gesamtfläche Status
Deutschland insgesamt 9: Bad Hersfeld I und II (152.000 qm), Brieselang (70.000 qm), Graben (110.000 qm), Koblenz (110.000 qm), Leipzig (75.000 qm), Pforzheim (110.000 qm), Rheinberg (110.000 qm), Werne (130.000 qm) 867.000 qm Anzeichen, dass in Deutschland weitere Zentren in Betrieb geplant sind, gibt es derzeit nicht; Amazon verlagert ein Teil des Volumens nach Polen.
Frankreich insgesamt 4: Lauwin-Planque (90.000 qm), Montelimar (36.000 qm), Saran (70.000 qm), Sevrey (40.000 qm) 236.000 qm Zuletzt wurde das Lager in Lauwin-Planque im Norden eröffnet (2013). Über eine weitere Expansion ist nichts bekannt. Amazon betreibt für Frankreich einen eigenen Shop.
Großbritannien insgesamt 8: Doncaster (39.000 qm), Dunfermline (93.000 qm), Gourock (28.000 qm), Hemel Hempstead (41.000 qm), Milton Keynes (51.000 qm), Peterborough (46.500 qm), Rugeley (65.000 qm), Swansea (75.000 qm);; außerdem gibt es noch eine Reihe von kleineren Regionalzentren, etwa in Birmingham und Oxford (je 4.600 qm) > 450.000 qm Großbritannien ist der zweitwichtigste Markt für Amazon in Europa, expandiert wird derzeit auf lokaler Ebene (2014 sollen vier weitere Regionalzentren entstehen).
Italien Piacenza, Castel San Giovanni (25.000 qm) 25.000 qm Der Amazon-Shop für Italien eröffnete 2010, das – bislang einzige – Logistikzentrum in Piacenza 2011. Über eine weitere Expansion ist nichts bekannt.
Polen bislang zwei: Breslau, Posen (je 95.000 qm) 190.000 qm (ab 2015: 285.000) In den beiden Logistikzentrum ist der Betrieb angelaufen, offizieller Start soll dann im September sein. In Breslau entsteht derzeit zudem eine dritte Halle (mit erneut 95.000 qm).
Spanien San Fernando, Madrid (60.000 qm) 60.000 qm 2014 wird das bestehende Zentrum erweitert auf 60.000 qm; Medienberichten zufolge sucht Amazon bereits nach einem weiteren Standort.
Tschechische Republik IM BAU: Dobroviz (95.000 qm) 95.000 qm 2015 will Amazon seinen Retouren-Zentrum in Dobroviz starten. Ob es darüber hinaus ein weiteres Lager geben wird, ist ungewiss. Die Baupläne für Brünn sind wieder vom Tisch.

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10 Kommentar/e

Diskutieren Sie mit ...

  • Buchhandelsfachexpertenanalyst

    Buchhandelsfachexpertenanalyst

    Schätze, Amazon wird sein wirtschaftliches Engagement in Deutschland weiter zurückfahren. Dabei dürften die Kosten und stetige Stimmungsmache gegenüber Amazon eine nicht unerheblich Rolle spielen. Leider wird diese Entwicklung auch Auswirkungen für die bei Amazon Beschäftigten haben. Man darf wohl getrost davon ausgehen, dass es keine positiven sein werden.

  • IF

    IF

    Gerade die Intelligenzija faselt doch immer von einem geeinten Europa. Amazon setzt das konsequent um. Das ist natürlich auch wieder nicht recht.

  • Manfred Keiper

    Manfred Keiper

    Amazon hin oder her, hier wird eine Fragestellung diskutiert, die eigentlich gar nicht existieren dürfte: Laut Verkehrsordnung haben die Belieferten=Buchhandlungen die Transportkosten zu tragen. Es hat in den letzten Jahren mehrere Anläufe aus dem Sortiment gegeben, diesen Passus aus der Verkehrsordnung zu streichen. Die Verkehrsordnung stellt eigentlich Handelsbrauch dar. Die AG PRO hat empfohlen, dies abzulehnen, die Hauptversammlung des Börsenvereins - anwesend mehrheitlich VerlegerInnen - hat dies abgelehnt. Und nun heißt es, die Belieferung eines Großunternehmens in ausländische Lager würde den Verlagen/VAs/Barsortimenten Mehrkosten bringen - was aber laut Verkehrsordnung gar nicht sein könnte.
    Da frage ich:
    Was ist die Verkehrsordnung wert? Ist sie nur eine Knute gegen die schwächeren Handelspartner, sprich: das unabhängige Sortiment?
    Der Buchmarkt samt Börsenverein genießt in unserer Gesellschaft bestimmte Sonderrechte (Preisbindung, erm. MWSt.), weil wir mit unserem Produkt Buch für freie Meinungsbildung und -äußerung stehen, warum nur gehen wir untereinander dermaßen unoffen, unehrlich und heuchlerisch miteinander um?
    Ich höre immer empörten Widerspruch, wenn ich sage, als (unabhängiger) Buchhändler fühlt man sich häufig behandelt wie ein Fußabtreter von Verlagen und Großhändlern, die oben aufgeworfene Problematik - die Belastungen durch die Großen (nicht nur Amazon) gehen zu Lasten des unabhängigen Sortiments - ist ein bezeichnender Beleg für genau diesen Zustand.

  • Kassandra

    Kassandra

    WIESO machen die Verlage das mit? WIESO macht KNV das mit? WIESO?????
    Wieso schaltet sich die Politik nicht ein? Frau Nahles??? In Deutschland wird umständlichst der Mindestlohn durchgesetzt - Amazon setzt sich nach Polen ab.
    Wo ist der Aufschrei???

  • Torsten Härtelt

    Torsten Härtelt

    Das geeinte Europa wäre für amazon das schlimmste, dann würden die Arbeiter überall 9,55 kosten und es gäbe auch keine Steuerschlupflöcher. Bleibt abzuwarten, ob der Preis für den BWD stabil bleibt oder der stationäre Buchhandel die höhren Lieferkosten nach Polen mit ausgleichen darf...

  • Brotaufstrich

    Brotaufstrich

    @ Kassandra

    "WIESO machen die Verlage das mit? WIESO macht KNV das mit? WIESO????? "

    -> Amazon bringt GELD in die Kassen.

    "Wieso schaltet sich die Politik nicht ein?"

    -> Was sollte die Politik tun? Amazon ist ein freies Unternehmen und kann selbst entscheiden, wo es investiert. Falls Sie eine Komplettregulierung durch den Staat wünschen, sind Sie im falschen Land/Kontinent.

    Frau Nahles???

    -> Frau Nahles ist Arbeits- und Sozialministerin. Was hat dieses Ressort mit Geschäftsentscheidungen von Amazon zu tun?

    "In Deutschland wird umständlichst der Mindestlohn durchgesetzt - Amazon setzt sich nach Polen ab.
    Wo ist der Aufschrei???"

    -> Auch hier.... was hat der umständlich in Deutschland durchgesetzte Mindestlohn mit den Geschäftsentscheidungen von Amazon zu tun?

  • IF

    IF

    Warum zu einem geeinten Europa ein nivelliertes Lohnniveau gehört, verstehe ich nicht. Sollen dann die Mieten, Lebensmittelpreise und alle weiteren Kosten auf deutsches Niveau angehoben werden???

  • Zgorzelecki

    Zgorzelecki

    Ja, man kann so auch Unternehmen aus Deutschland vergraulen, wenn immer wieder medial Stimmung gegen Amazon gemacht wird, z.B. von den Gewerkschaften oder auch von Einzelhandelslobbyisten.

    Amazon ist aber auch nicht plötzlich aus dem Nichts aufgetaucht, sondern sie haben eine Marktnische besetzt, die die Alteingesessenen übersehen haben. Daran ändert auch kein Buchpreisbindungsgesetz etwas. Und wenn innenstädtische Ladenlokale leer stehen, sind das eher Mahnmale, gedenken wir den Unternehmern, die es nicht geschafft haben, sich mit Qualität und Service vom Versandhandel abzusetzen.

    Ich erinnere mich noch an die Schlecker-Boykottaufrufe und die Krokodilstränen, die dann geweint wurden, als sie wirkten und Schlecker vor der Insolvenz stand.

  • Dirk Niewöhner

    Dirk Niewöhner

    @ Zgorzelecki: "Ich erinnere mich noch an die Schlecker-Boykottaufrufe und die Krokodilstränen, die dann geweint wurden, als sie wirkten und Schlecker vor der Insolvenz stand."

    Sieht nicht so aus, aus gäbe es seitdem einen Engpass bei Waschmittel oder Zahnpasta...

    Mit jedem schlecht bezahlten Arbeitsplatz im Versandhandel (Amazon, Zalando, etc.) sterben wohl eher 2-3 Arbeitsplätze im stationären Geschäft. Wenn Amazon ab morgen keine Bücher mehr verkauft, kann jeder Kunde (noch) in seiner näheren Umgebung Bücher kaufen, oder sich im Shop seiner Buchhandlung bestellen. Wir brauchen Amazon nicht, um die Volkswirtschaft zu retten.
    Eher im gegenteil.

  • Zgorzelecki

    Zgorzelecki

    Also 9,55 €/Std. nenne ich nicht schlecht bezahlt, da sind im Einzelhandel oft noch niedrigere Stundenlöhne verbreitet - 6-7 Euro.

    Der Onlinehandel wird weiter existieren, auch wenn sich Amazon aus Deutschland zurückziehen sollte, was doch sehr unwahrscheinlich ist. Daran muss man sich gewöhnen.

    Wenn irgendwo effizienter gewirtschaftet wird, kann die Differenz (bei Büchern jetzt nicht, aber sehr wohl bei Elektronik z.b.) in anderen Konsum gesteckt werden. Die Ersparnis des Einen ist nicht unbedingt der Verlust des anderen. Wir leben nicht in einer sozialistischen Planwirtschaft, wo der eine den anderen die Kekse wegisst, wenn er mal im benachbarten Ausland einkaufen geht.

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