Ideen aus der "Arena Digital"

E-Books zum Anfassen

Wie lassen sich elektronische Produkte sichtbar machen? Dazu hat das Forum Zukunft des Börsenvereins den Wettbewerb "Arena Digital" gestartet. Anfang August lagen 80 Ideen aus 20 Ländern vor, am 2. September werden die Sieger gekürt. Vorab einige Beispiele aus dem Ideenlabor.

Der Wettbewerb ist international ausgerichtet. Noch bis zum 24. August können Designer, Architekten, Kommunikationsexperten ihre Ideen dazu auf "Jovoto" einbringen − einer Crowdsourcing-Plattform für Kreativprojekte (https://arenaforbooks.jovoto.com). Dort werden alle Projekte vorgestellt.

Die Gewinner werden sowohl von der Jovoto-Community als auch von einer prominent besetzten Jury gewählt. Sie stehen am 2. September fest − und werden auf der Frankfurter Buchmesse präsentiert.

Einige Beispiele aus dem Ideenpool:

Variationen der E-Book-Card

ebook in a bottle: die Flaschenpost fürs digitale Zeitalter. Das Prinzip der E-Book-Card wird mit einem Gebrauchsobjekt, einer Plastikflasche, verbunden; über den außen angebrachten QR-Code lassen sich das Buch und weitere Informationen, etwa Rezensionen und Lesermeinungen, herunterladen (siehe Foto). Weitere Infos.

Smartphone- / Tablet-Cover: Beim E-Book-Kauf erhält der Kunde eine schicke Schutzhülle für Smartphone oder Tablet im Design des Buchcovers – mit Download-Barcode auf der Innenseite. Ein Objekt mit Nutzwert, das der Mitwelt signalisiert, für welchen Lesestoff sich der User aktuell interessiert. Weitere Infos.

Neue Datenträger

BookGlasses: Inspiriert von GoogleGlass, ist dieses Lesegerät für E-Books auf der Nase zu tragen. Der digitale Content ist auf einem Stick gespeichert, der an die Brille geklemmt wird. Schmerzende Arme nach stundenlangem Halten dicker Wälzer sollen mit der elektronischen Lesebrille der Vergangenheit angehören. Doch sind es nicht gerade physische Erfahrungen, nach denen wir uns in der schönen, neuen Digitalwelt zurücksehnen?

Book to The Roots/Selfie Quest: "Welches Schweinderl hätten’s denn gern", fragte Robert Lembke einst zu Beginn jeder Raterunde seiner TV-Sendung "Was bin ich?". Selfie Quest ist eine spielerische, leicht esoterisch angehauchte Entscheidungshilfe für zaudernde E-Book-Käufer, die mit geheimnisvollen Runenzeichen an die Kindertage der Schriftkultur erinnert. Die Runen sind in USB-Sticks mit Holzanmutung eingelasert. Der Kunde zieht eine Rune, die für ein bestimmtes Thema, eine Sachgruppe steht – und erhält passend ein komplettes E-Book. Über einen mitgelieferten Micro-USB-Adapter können die Inhalte auch auf den Kindle geladen werden. Weitere Infos.

 

Präsentationen mit Interaktion

BookSeat / BookCouch: In Peter Hinkes Connewitzer Verlagsbuchhandlung in Leipzig gibt es ein Sofa aus echten Büchern, in dem man herrlich lümmeln und lesen kann, dem aber einiges fehlt, was diese Hightech-Liege hat: Lautsprecher für Audio- und Videomaterial, Touchpads in den Armlehnen zum Umblättern − und eine drahtlose Verbindung zu Smartphone oder Tablet, über die dieses Wundermöbel seinen Content preisgibt (siehe Foto). Weitere Infos.

Storystore: Herzstück dieser Installation sind im Wortsinn "begreifbare" Objekte. Egal, ob die Pfeife wirklich von Günter Grass oder der alte Nokia-Knochen von Kathrin Passig stammt − physische Artefakte sind Referenzpunkt für die eigene Lebensgeschichte und die Welt der Fiktion. Ein QR-Code (optional auch ein RFID-Tag) am Objekt ist Einfallstor in die digitale Sphäre: zu Geschichten, Büchern, ganzen Bibliotheken, die sich um die ausgestellten Dinge ranken. Weitere Infos.

Präsentationen mit Display

Bookshelf 2.0: Wäre es nicht so einfach − man geht in die Buchhandlung und findet das digitale Buch, genauso wie das gedruckte? Auf den ersten Blick wirkt Bookshelf 2.0 wie ein überdimensionales Smartphone; ein Display im ausgewachsenen Regal­format. Per Berührung lassen sich Bücher nach Genres auswählen, durchblättern und an Ort und Stelle kaufen. Sehr schön: Über einen integrierten "Hilfe"-Button lässt sich der analoge Sortimenter zum ­Be­ratungsgespräch herbeirufen. Weitere Infos.

Unfolding: ein Projekt, das mit übersichtlichen Materialkosten und edlem Design punktet. So wie man ein Buch öffnet und entfaltet, lässt sich dieses Lesemöbel aus Holz mittels Scharnieren in etliche Positionen bringen. Bis zu sechs Touchscreens und Reader können integriert werden; aufgrund seiner Wandelbarkeit ist Unfolding auch für Kinder und Rollstuhlfahrer zu benutzen. Weitere Infos.

Tree of Knowledge: Ein Sitzmöbel in Baumform, von dessen Papp-Ästen nicht angebissene Äpfel, sondern praktischer Weise funktionsfähige E-Reader hängen. Zwar besitzt dieser „Baum der Erkenntnis“ keinen rechten Ansatz zum Verkauf einzelner Titel, doch ist er ein ästhetisch gelungenes Requisit zur Veranschaulichung der Beziehungen zwischen digitaler und analoger Welt. Weitere Infos.

eBook 360: Irgendwie erinnert die Idee an den guten, alten Postkartenständer. Eine Präsentationssäule aus drehbaren Modulen, vom kleinen Tisch-Format bis zum mannshohen Exemplar. In der Basisversion sind die Module mit Stickern beklebt, die Informationen und QR-Codes zu E-Books enthalten, für die Zukunft ist ein drehbarer elektronischer „Touch-Point-Kiosk“ denkbar. Weitere Infos.

Book Booth: Die Idee, in ein Buch „hineinzugehen“ wird hier Wirklichkeit. Ein durch Trennwände entstehender Raum, an dessen Innenflächen Videoclips zum E-Book abgespielt werden. Ein Spaß, der allerdings nicht ganz billig zu haben ist: Der Entwickler räumt immerhin Produktionskosten von 1000 Doller pro 30-Sekunden-Clip ein. Vielleicht sollte man die Leser zum mitfilmen einladen? Weitere Infos.

Ideen zum Ausdrucken

My Ebook Postcard: Wieso statt der ewig gleichen Urlaubskarten mit Sonnenauf- und -untergängen nicht Impressionen von der Urlaubslektüre versenden? Cover oder Lieblingspassagen aus E-Books können ausgedruckt und an Freunde verschickt werden (siehe Foto). Weitere Infos.

eBooth – read to link: ein Automat mit großem Touchscreen-Display, der E-Book-Cover anzeigt, aufrufbar nach verschiedenen Segmenten (Bestseller, Neuerscheinungen ...). Durch Berühren der Cover können Kunden kostenlose Leseproben auf Papier ausdrucken, die auch einen QR-Code zum Kauf des vollständigen E-Books enthalten. Weitere Infos.

Der Wettbewerb "Arena Digital"

Das Forum Zukunft des Börsenvereins hat die "Sichtbarkeit des Digitalen" zum Jahresthema 2014 gemacht. Herzstück ist der  Wettbewerb "Arena Digital", der zusammen mit der Ausstellungs- und Messe-GmbH ausgelobt wird. Gesucht: wegweisende Ideen für die Präsentation digitaler Inhalte im physischen Raum.

Eine von drei Aufgaben sollte dabei gelöst werden:

  • eine Präsentation für digitale Inhalte im stationären Sortiment
  • eine Präsentation für digitale Inhalte auf der Buchmesse oder in einer Konferenz
  • ein Präsentationstool für Verlage

Das Forum Zukunft will den Blick dabei ganz bewusst von außen auf das Thema richten − innovative Vorschläge können aber auch aus der Branche heraus eingereicht werden (Preisgeld: 9.500 Euro).

Zur Expertenjury gehören:

  • Werner Aisslinger, Designer, studio aisslinger, Berlin
  • Peter Haag, Verleger, Kein & Aber, Zürich
  • Tobias Schmid, Leiter eCommerce, Osiandersche Buchhandlung, Tübingen
  • Matthias Wagner K, Direktor des Museums für Angewandte Kunst, Frankfurt am Main
  • Andrea Walburg, Inhaberin von imb: Troschke, Messearchitektur & Messe-management, Mörfelden-Walldorf

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