Ein prägender deutschsprachiger Kinderbuchschriftsteller

Benno Pludra ist tot

Er gehörte zu den meist gelesenen Autoren der deutschen Kinderliteratur: Benno Pludra ist in der Nacht zum 27. August bei Potsdam verstorben. Er wäre am 1. Oktober 89 Jahre alt geworden.

Pludras Geschichten bestechen durch schlichte, aber eindrucksvolle Charaktere, eine poetische Erzählweise und »sprachliche Meisterschaft«, wie die Jury zum Deutschen Jugendlietarturpreis 2004 hervorhob. Dass er sich in den Jahren der frühen DDR schnell zu einem der wichtigsten Kinderbuchautoren entwickelte, mag nicht zuletzt daran gelegen haben, dass er die Probleme von Kindern sehr ernst nahm und sie nicht belehrte. Er wünschte sich stets: »Die Kinder brauchen Literatur, die gut und stark macht und in der Humor nicht fehlt. [...] Die Kinder sollen lachen, aber auch nachdenken; der Autor darf sie nicht unterfordern.«

An die 40 Titel umfassen das kinder- und jugendliterarische Gesamtwerk des Erzählers Pludra, für das er 2004 mit dem Sonderpreis des Deutschen Jugendliteraturpreises ausgezeichnet wurde:

»Benno Pludra versteht sich als Anwalt seiner jungen Leser, der ihnen ohne pädagogisch aufgesetzten Gestus, allein vermöge der Kraft der Erfindung seiner Geschichten und der sprachlichen Meisterschaft den Wert von Idealen nahe zu bringen versteht. In diesem Sinne hat er seinen Beitrag zu einer - anderen - emanzipatorischen Kinder- und Jugendliteratur im deutschen Sprachraum geleistet.« (Jurybegründung)

Sein Werk reicht von Bilderbuchtexten bis hin zum Kinder- und Jugendbuch, von der märchenhaft-fantastischen bis zur realistischen Problemliteratur. Unvergessen bleiben Bootsmann auf der Scholle (1959), Lütt Matten und die weiße Muschel (1963), Die Reise nach Sundevit (1965), Tambari (1969), Insel der Schwäne (1980), Das Herz des Piraten (1985), Siebenstorch (1991). 1999 schloss er mit Jakob heimatlos sein herausragendes Erzählwerk ab. Wie kein anderes repräsentiert Pludras kinderliterarisches Schaffen zugleich die Kinder- und Jugendliteratur der DDR von ihren Anfängen in den 1950er-Jahren bis weit über 1989 hinaus.

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