Österreich will E-Books wie gedruckte Bücher behandeln

Preisbindung zu Weihnachten

Der Kulturausschuss des österreichischen Nationalrats hat die Änderung des Buchpreisbindungsgesetzes, die auf einem Initiativantrag von SPÖ, ÖVP und FPÖ basiert, am 16. Oktober einstimmig angenommen: E-Books sollen danach künftig wie gedruckte Werke einer Preisbindung unterliegen. Das Parlament soll die Novelle nächste Woche absegnen − damit sie noch zum Weihnachtsgeschäft wirksam werden kann.

Die Preisbindung für E-Books soll laut Sitzungsprotokoll auch im grenzüberschreitenden Online-Handel gelten. Kulturminister Josef Ostermayer, der die Gesetzesinitiative Anfang September angekündigt hatte, zeigte sich erfreut über die Zustimmung zu der Novelle, da damit ein wichtiger Schritt zur Sicherung des Kulturgutes Buch gesetzt werde. Immer öfter würden heute Bücher online erworben und auf elektronischen Geräten wie Tablets oder Smartphones gelesen. Daher müsse sich die Rechtslage dem geänderten Marktumfeld anpassen, um mittels allgemein gültiger Preisbindung gedruckte Werke vor billigeren E-Books zu schützen.

In der nächsten Woche soll das Gesetz auch vom Nationalrat beschlossen werden. Damit soll noch vor dem Weihnachtsgeschäft die Lücke beim elektronischen Handel geschlossen werden − und E-Books ausdrücklich in den Anwendungsbereich des Buchpreisbindungsgesetzes einbezogen werden.

Benedikt Föger, Präsident des Hauptverbandes des Österreichischen Buchhandels, äußert sich in einer Verbandsmitteilung: "Das jetzige Votum im Kulturausschuss bedeutet eine klare Stärkung des stationären Buchhandels und ist ein positives Signal für die österreichischen Verlage in Hinblick auf den wachsenden E-Book-Sektor."

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3 Kommentar/e

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  • Thomas Diehl

    Thomas Diehl

    In Kombination mit der neuen EU-Mehrwertsteuerregelung ist das eine ziemliche Katastrophe für die Preisgestaltung von eBooks, insbesondere für Selbstverleger. Im Grunde müssen diese jetzt je eine separate Österreich- und Deutschland-Ausgabe erstellen, um trotz der unterschiedlichen Mehrwertsteuersätze und trotz der teilweise international agierenden Händler (die teils Bruttopreise, teils, wie etwa Amazon, Nettopreise in ihr Backend nehmen) sowie trotz solcher Dinge wie der Pflicht, bei Apple Preise zu nutzen, die auf ,49 oder ,99 enden, die Buchpreisbindung einhalten zu können. In Europa eBooks zu verkaufen wird zunehmend zu einem logistischen und juristischen Albtraum.

  • Harry

    Harry

    Ebooks sind ja nichts weiter als elektronische Dateien. Das staatliche Monopol aka Buchpreisbindung lässt sich ja spielend leicht aushebeln, indem man eben seine Server (und den Geschäftssitz) ins Ausland verlegt. Fertig.

    Die Zeche zahlen dann die österreichischen Buchhändler. Zu recht, wie ich meine.

  • E-Bookleser

    E-Bookleser

    Wenn E-Books anlog zum Buch so ein wichtiges Kulturgut sind, dann verstehe ich nicht, warum die Mehrwertsteuer nicht auch an das Buch angeglichen, d.h. von 20 auf 10% gesenkt wird. Das würde den gestrauchelten Buchhändlern mehr bringen, als eine Preisbindung für eine Vertriebskette, in der sie (leider) nicht mehr vorkommen.

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