eBook-Camp in München

Lange Nacht und viele Sessions

Am Vorabend des eBookCamps (28. Februar) hatten der Börsenverein Landesverband Bayern, der AKEP sowie mehrere Verlage zu verschiedenen Veranstaltungen im Rahmen der Langen Nacht des E-Books im Münchner Stadtgebiet eingeladen.

Rund 300 Teilnehmer, vornehmlich aus Münchner Verlagen, wurden am Ende von den Veranstaltern bei der Langen Nacht gezählt (die allerdings um 21:15 Uhr auch für Münchner Verhältnisse früh zu Ende war). Die insgesamt sieben kostenfreien Veranstaltungen zu den Themen E-Publishing und digitales Lesen waren sehr unterschiedlich besucht.

Klarer Publikumsliebling war Verleger Jo Lendle, der für rund 30 Besucher nicht nur die Verlagspforten, sondern auch die Hanser Box öffnete. »Nicht alle Autoren wollen in die Box«, gestand Lendle, der seinen Vortrag mit Anekdoten über Veranstaltungen mit Literaturnobelpreisträger Patrick Modiano und Nora Bossong würzte – beides Autoren, die in Hansers Digitalverlag Kurztexte publizieren. Dort ist mit Verkaufszahlen »im Größenordnung von Lyrikbänden«, so Lendle, kurz nach Start noch Luft nach oben. Neben der Chance auf digitale Experimente soll die Box den Autoren vor allem die Gelegenheit bieten »zwischen zwei Büchern ein Fähnchen zu zeigen.« Schnelle, neue Welt.


Der gemeinsame Nenner der Lesungen und Vorträge von neobooks, mikrotext und dotbooks war das digitale Lesen. Diskutiert wurde auch über Leseflatrates (Skoobe). In der von ca. 50 Personen gut besuchten dotbooks-Veranstaltungen bei Wiener's berichteten unter anderem die Autoren Tanja Kinkel und Albrecht Mangler über ihre Erfahrungen mit dem Medium E-Book. Beide Autoren sehen für sich deutliche Chancen in diesem Bereich, allerdings immer in Zusammenarbeit mit einem Verlag. Das E-Book, so die Autoren, biete weitaus mehr Möglichkeiten für Experimente in jeder Hinsicht.

Mit E-Readern befasste ein kurzweiliger Vortrag des Weilheimer Buchhändlers Robert Stöppel. Gemeinsam mit Luise Schitteck bot er im Hanser Verlag eine Übersicht über aktuelle E-Reader-Modelle und vor allem: Erste Hilfe in Sachen DRM.

Hier geht es zur Bildergalerie von der Langen Nacht des E-Books.

Neun Sessions mit einer großen thematischen Bandbreite standen dann am vergangenen Samstag im Mittelpunkt des 2. Münchner eBookCamps. 120 Teilnehmer diskutierten über E-Book-Marketing, App-Adaptionen, Umgang mit Metadaten und Social Media oder die Gestaltung von E-Books via Browser. Das an ein BarCamp angelehnte Treffen wurde vom Arbeitskreis Elektronisches Publizieren (AKEP) und dem Landesverband Bayern im Börsenverein des Deutschen Buchhandels organisiert, es findet im Wechsel mit dem eBookCamp in Hamburg statt.

In den jeweils einstündigen Sessions brachten die Sessionleiter Meinungen, Ideen und Erfahrungen zu einem konkreten Thema ein und diskutierten mit den Teilnehmern aus Verlagen, Buchhandel und angrenzenden Kreativindustrien. Die Reihenfolge der verschiedenen Vorträge und die Verteilung der Teilnehmer auf die Sessions wurde BarCamp-typisch, erst vor Ort festgelegt. Mit dem Werk1 auf dem Gelände der Kultfabrik in der Nähe des Münchner Ostbahnhofs wurden passende Räume gefunden.

Protokolle von sämtlichen Session werden in Kürze online stehen unter http://muenchen.ebookcamp.de

Die Sessions im Überblick:

•           Was beim Abliefern von E-Book-Daten so alles schiefgehen kann

Gerald Wechsler (tolino media)

•           Case Study: Der Kinderbuch-Klassiker Oh, wie schön ist Panama als App-Adaption Benjamin Feld (mixtvision)

•           Warum sind Metadaten und Social Media besonders für E-Books so wichtig?

Jördis Beatrix Schulz (freie E-Commerce-Spezialistin)

•           Algorithmen unter der Lupe: Wie E-Book-Anbieter Titel sortieren und kategorisieren – und was das für die Vermarktung eines E-Books heißt

Matthias Matting (www.selfpublisherbibel.de)

•           E-Book-Kampagnen planen, durchführen und auswerten

Andreas Köglowitz (Unsichtbar Verlag)

•           Auszugsweiser Vertrieb von E-Books an Hochschulen: Eine Case Study zu Booktex

Bertram Salzmann (Booktex)

•           Schöne Bücher in Browsern statt hässliche auf eReadern

Jakob Jochmann (pixelcraftbooks)

•           E-Book-Marketing: Die Kunst des Gesehenwerdens

Matthias Baumann (Open Publishing)

•           Printlayouts mit HTML und CSS

Tobias Fischer (pagina)

 

Das eBookCamp München wurde gefördert vom Mediennetzwerk Bayern und unterstützt vom Cluster Druck und Printmedien.

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