Pearson will Penguin Random House verlassen

Stockt Bertelsmann nach dem Exit auf?

18. Januar 2017
von Börsenblatt Online
Das britische Bildungsunternehmen Pearson, das 47 Prozent am weltgrößten Publikumsverlag Penguin Random House hält, hat angekündigt, seine Anteile abgeben zu wollen. Die Bertelsmann-Gruppe, die 53 Prozent an der gemeinsamen Gesellschaft hält, zeigt sich offen für eine weitere Aufstockung seiner Anteile.

Hintergrund für den heute angekündigten Ausstieg Pearsons ist die wirtschaftliche Entwicklung des Konzerns. Pearson hatte in den letzten Jahren mehr als 4.000 (von 40.000 Mitarbeitern) entlassen (siehe Artikel im "Telegraph") und angekündigt, sich auf den Bildungssektor konzentrieren zu wollen.

Bertelsmann ist offen für eine Aufstockung seiner Anteile am weltgrößten Publikumsverlag Penguin Random House. Das internationale Medien-, Dienstleistungs- und Bildungsunternehmen hält derzeit mit 53 Prozent die Mehrheit an der Verlagsgruppe. Bertelsmann und Pearson hatten 2013 ihre Buchverlagsgeschäfte Random House und Penguin zur neuen Gesellschaft Penguin Random House zusammengelegt. Seit Beginn dieser Partnerschaft hält Bertelsmann die Mehrheit.

"Entsprechend sind wir offen, unsere Anteile an Penguin Random House aufzustocken, sofern die wirtschaftlichen Konditionen angemessen sind. Strategisch würden wir so nicht nur eines unserer wichtigsten Inhaltegeschäfte stärken, sondern auch noch einmal unsere Präsenz in den USA, unserem zweitgrößten Markt, erhöhen“, so Thomas Rabe, Vorstandsvorsitzender von Bertelsmann und Board-Mitglied von Penguin Random House.

Bereits 2015 hatte Bertelsmann die Bereitschaft signalisiert, die eigenen Anteile bis zu 70 Prozent aufstocken zu wollen (siehe Archiv, unten).

Penguin Random House umfasst rund 250 redaktionell unabhängige Einzelverlage auf fünf Kontinenten, die jährlich mehr als 15.000 neue Bücher veröffentlichen.  2015 erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von 3,7 Mrd. Euro und ein Operating EBITDA von 557 Mio. Euro. Unter der Führung von Markus Dohle hat das Unternehmen laut Bertelsmann in den vergangenen Jahren „alle Ziele der Zusammenlegung erreicht“. Die Gruppe sieht sich mit jährlich 800 Millionen verkauften Büchern, E-Books und Hörbüchern „sowohl wirtschaftlich als auch in punkto Kreativität als klare Nummer eins im Verlagswesen sowie erste Anlaufstelle für Autoren“.

Die Verlagsgruppe Random House in Deutschland ist kein Bestandteil von Penguin Random House. Sie wird vollständig von Bertelsmann kontrolliert. 

Aus dem Archiv:

Fusion Penguin Random House / Riese in Sicht

Bertelsmann will Einfluss bei Penguin Random House ausbauen

Random House holt Penguin nach Deutschland

Ranking der Umsatzriesen unter Verlagen weltweit