Buchcharts – die aktuellen Bestsellerlisten

"Ostfriesenhölle" entert die Eins

25. Februar 2020
von Börsenblatt Online
Von Null auf Eins: Klaus-Peter Wolf gelingt mit seinem 14. Ostfriesenkrimi auf Anhieb der Sprung an die Spitze der TB-Charts (Belletristik). Zum 70. Geburtstag von Håkan Nesser erschien jetzt dessen erster Roman erstmals auf Deutsch − und platziert sich in den Charts. Welche weiteren Neulinge es gibt, lesen Sie hier.
Die Wochencharts auf Börsenblatt Online

Ermittlungszeitraum: 17. bis 23. Februar 2020

BELLETRISTIK

Zum 70. von Håkan Nesser

Die ersten beiden Plätze belegen wie in der Vorwoche: Pascal Mercier mit "Das Gewicht der Worte" (Hanser) und Delia Owens mit "Der Gesang der Flusskrebse" (Hanserblau). Von Platz Vier auf Drei verbessert sich Sasa Stanisics "Herkunft" (Luchterhand). Der Titel hält sich seit 48 Wochen in den Charts.

Neu dabei sind lediglich zwei Titel: "Der Choreograph" (btb) von Håkan Nesser auf Platz 18. Hierbei handelt es sich um eine limitierte Sonderausgabe zum 70. Geburtstag (21. Februar) des schwedischen Autors. Sein erster Roman von 1988, der damit erstmals auf Deutsch vorliegt. Eine Liebesgeschichte in Form eines Thrillers − ein "trügerischer Roman mit vielen losen Enden und vorerst nur angedeuteten Mustern ...", formuliert Eugen G. Brahms im Vorwort.

Auf Platz 22 folgt der zweite Neuling: T.C. Boyle mit "Sind wir nicht Menschen" (Hanser). Neue Short Stories des Bestsellerautors, die in der Zukunft angesiedelt sind. Der Verlag hat auf seiner Website ein Autoren-Special eingerichtet. 

Die Neuen beim Paperback und Taschenbuch im Überblick:

Paperback: Biografien als Roman verpackt

  • Platz 7: "Die Diva" (Aufbau) von Michelle Marly. Ein Roman über den Opernstar Maria Callas. Der zwölfte Band aus der Reihe "Mutige Frauen zwischen Kunst und Liebe".
  • Platz 13: "Wiedersehen in der kleinen Inselbuchhandlung" (Rowohlt) von Janne Mommsen (i.e. Volkmar Nebe). Krimiautor Hauke kommt zu einer Lesung in die auf die Nordseeinsel, auf der er seine Kindheit verbrachte. Er trifft dabei drei alte Freunde, darunter Wiebke.
  • Platz 22: "Die Spionin" (Aufbau) von Imogen Kealey. Ein Roman, der auf der wahren Geschichte der Agentin Nancy Wake im Zweiten Weltkrieg beruht.

Taschenbuch: Senkrechtstart für Klaus-Peter Wolf

Mit "Ostfriesenhölle" (Fischer Tb.) gelingt Klaus-Peter Wolf auf Anhieb der Sprung auf Platz 1. Es ist der 14. Band seiner Ostfriesenkrimi-Serie. Ein YouTube-Star ist verschwunden − was steckt dahinter? Seine Lesereise hat Wolf am 25. Februar gestartet (Termine). Der Verlag begleitet das Buch mit einer Marketingkampagne. Ein Interview mit Klaus-Peter Wolf auf Börsenblatt Online lesen Sie hier.

  • Platz 12: "Friedhof der Krustentiere" (dtv) von Krischan Koch. Ein Küsten-Krimi: Der achte Fall für Dorfpolizist Thies Detlefsen. Termine der Lesungen.
  • Platz 22: "Totendamm" (Blanvalet) von Eric Berg. Auch das ein Küstenkrimi. Ellen Holst kehrt mit ihrem Sohn nach Heiligendamm an der Ostsee zurück − in ein Haus mit schrecklicher Vorgeschichte. Der Roman kam bereits 2018 als Paperback bei Limes heraus, damals unter dem Titel "So bitter die Rache".

Alle Belletristik-Charts im Überblick, dazu die wichtigsten Aufsteiger innerhalb der Top 100

SACHBUCH

Verspielte Zukunft?

Walter Kohl, Sohn des ehemaligen Bundeskanzlers Helmut Kohl, fragt in seinem neuen Buch: "Welche Zukunft wollen wir?" (Herder), liefert sein Plädoyer für eine Politik von morgen ab. Er habe das Buch geschrieben, so der Volkswirt und Historiker, "weil Deutschland und Europa jetzt politische Antworten auf die Herausforderungen der Gegenwart brauchen". Deutschland verpasse den Anschluss in Richtung Zukunft, beobachtet er. Am 19. Februar hat er sein Buch bei Markus Lanz im ZDF vorgestellt und dabei ordentlich Dampf abgelassen. Das Medienecho darauf hat die Verkaufszahlen sicherlich zusätzlich beflügelt. Als höchstplatzierter Neueinsteiger schafft es der Titel auf Position 8.

Die vier weiteren Neueinsteiger im Überblick:

  • Platz 18: "Auswärtsspiel" (Edition Michael Fischer) von Marcel Reif (mit Patrick Strasser). Der Fußball-Reporter mit der unverkennbaren Stimme erinnert sich an seine schönsten Reisen durch Fußball-Europa.
  • Platz 20: "Beethoven" (C.H.Beck) von Jan Caeyers. Anlässlich des 250. Geburtstages von Beethoven wurde die Biografie in Zusammenarbeit mit dem Bonner Beethoven-Haus vollständig neu bearbeitet. Caeyers ist Professor an der Universität Löwen und seit 2010 Leiter des Orchesters Le Concert Olympique.
  • Platz 22: "Die Kunst des Miteinander-Redens" (Hanser) von Bernhard Pörksen und Friedemann Schulz von Thun. Die beiden beobachten eine "kommunikativen Klimawandel", eine "große Gereiztheit" öffentlicher Debatten und setzen dem eine Ethik des Miteinander-Redens entgegen.
  • Platz 23: "99 und kein bisschen leise" (Eulenspiegel) von Herbert Köfer. Der immer noch aktive Schauspieler, 1921 in Berlin geboren, blickt auf sein langes, vielseitiges und erfolgreiches Künstlerleben in DDR und nach der Wende zurück. Die Termine seiner Lesetour finden Sie hier.

Die Neuen beim Paperback und Taschenbuch im Überblick:

Paperback: Sanfte Medizin & Beethoven

  • Platz 14: "Was wirklich wirkt" (Aufbau) von Natalie Grams. Die Ärztin legt einen "Kompass durch die Welt der sanften Medizin" vor, so der Untertitel.
  • Platz 25: "Beethoven" (Pantheon) von Martin Geck. Eine Biografie des Komponisten, der in diesem Jahr seinen 250. Geburtstag feiert. Das noch lieferbare Hardcover erschien 2017 bei Siedler.

Taschenbuch: Ein Buch, das Apple ärgert

  • Platz 16: "App Store Confidential" (Murmann) von Tom Sadowski. Apple geht gegen das Buch vor, fordert eine Unterlassungserklärung (siehe Archiv). "Wir sind weiterhin entschlossen, was eine mögliche einstweilige Verfügung oder andere rechtliche Schritte durch Apple betrifft, uns zu wehren. Dass Apple gegen das Buch vorgehen will, können wir nicht zulassen. Inhalt und Zuschnitt des Buches sind aus unserer Sicht publizistisch einwandfrei", erklärt Programmgeschäftsführer Peter Felixberger. Das Buch sei eine informative Mischung aus persönlicher Erzählung und Sachbuch über die Welt der Apps. Murmann lasse gegenwärtig die zweite Auflage des Buchs drucken. − Hinweis: Das Buch ist ein Paperback. Wir werden es nächste Woche in die richtige Chartsliste verschieben.

Alle Sachbuch-Charts im Überblick, dazu die wichtigsten Aufsteiger innerhalb der Top 100

RATGEBER

Studentenfutter

Drei Neulinge schaffen es in die Charts: Die YouTube-Köchin Zora Klipp (@zorilipanski), bekannt geworden durch ihre Show "Koch ma!" und die vom NDR produzierte Webserie "Kliemannsland", legt ein Kochbuch für Studierende vor: "Koch's einfach − Lässige Studentenküche" (Edition Michael Fischer). Die Rezepte richten sich an WGs und Alleinwohnende, reichen vom Kater-Food bis zu Grill & Chill. Zudem gibt sie Tipps zu Zero Waste und Resteverwertung. In den Ratgebercharts startet sie neu auf Platz 9.

Gleich dahinter, auf Platz 10, steigt der britische Koch und Food-Journalist Nigel Slater (Sein Motto: "A Cook Who Writes") mit seinem vegetarischen Kochbuch "Greenfast: Frühling / Sommer" (Dumont) neu in die Charts ein. Slater breitet über 110 Gerichte aus, die in jeweils 30 Minuten fertig sein können. Und das Jahr hat ja noch zwei weitere Jahreszeiten: Im September folgt der Band "Greenfast: Herbst / Winter", wie der Verlag ankündigt.

Beim dritten Neuling geht es ums Ausmisten und Sortieren: In "Ordnung nebenbei" (Stiftung Warentest) gibt Aufräum-Coach Gunda Borgeest (hier geht es zu ihrer Website) passende Ratschläge für fünf verschiedene Ordnungstypen. Vielleicht genau das Richtige zur Vorbereitung auf den Frühjahrsputz. Ihr Buch schafft es neu auf Platz 18, ist bei den Ratgebern auch Top-Aufsteiger der Woche (ist um 72 Plätze gestiegen).

Zwei Wiedereinsteiger kehren zurück:

  • Platz 20: "Das Leben ist zu kurz für später" (MVG Verlag) von Alexandra Reinwarth
  • Platz 22: "Meine neubayerische Küche" (ZS Verlag) von Alfons Schubeck

Auf Platz 1 liegt, wie in der Vorwoche, Stefanie Stahl mit "Das Kind in dir muss Heimat finden" (Kailash). Der Titel ist seit 128 Wochen in den Ratgebercharts.

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Über die Bestsellerlisten

Die Börsenblatt-Bestsellerlisten basieren auf Verkaufszahlen, die von unserem Kooperationspartner Media Control erhoben werden. Hierzu werden wöchentlich, elektronisch die Verkaufszahlen aus den Warenwirtschaftssystemen von deutschlandweit mehr als 6.550 Verkaufsstellen ausgelesen: Sortimentsbuchhandlungen inklusive eCommerce, Bahnhofsbuchhandel, Kauf- und Warenhäuser sowie Elektro- und Drogeriemärkte. Bezogen auf das Umsatzvolumen bilden die Daten 88 Prozent des gesamten deutschen Buchmarktes ab. Mehr Informationen dazu finden Sie hier.